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Houston Stewart Chamberlain. Auswahl aus seinen Werken
Adolf
Hitler
Zu seinem Geburtstag
am
20. April 1924
Ich
bin Adolf Hitler zweimal begegnet: das erstemal war er so freundlich, mich
am Spätabend des Bayreuther „Deutschen Tages“ aufzusuchen, das zweitemal
traf ich ihn am folgenden Morgen, in einem größeren Kreise sitzend,
im Garten vom Hause Wahnfried. Außerdem habe ich viel von ihm erzählen
gehört, und zum Teil von Menschen, die ich besonders hoch zu schätzen
Veranlassung habe und welche alle weiter treu an ihm hängen; auch
sind mir Hitlers Reden in der Sammlung von Koerber bekannt. Sie werden
mir sagen, das sei wenig, um einen Menschen zu beurteilen, doch gehört
Hitler zu den seltenen L i c h t g e s t a l t e n
— zu den ganz durchsichtigen Menschen.
Wir
alle sind aus hundert Mischungen zusammengesetzt, nichts ist seltener als
Einfachheit; darum sind wir so undurchsichtig, so schwer auszukennen. Hitler
gab sich ganz in jedem Wort, das er spricht, und wenn er spricht, faßt
er stets irgendeinen der Zuhörer fest ins Auge, niemand kann diesem
faszinierenden Blick widerstehen, diese Gewohnheit gründet sich offenbar
auf die Tatsache, daß sich seine Worte immer unmittelbar an das Herz
wenden und deswegen die Sprache des Auges nicht entbehren können;
kann auch das Auge in jedem Augenblicke nur einen einzelnen erfassen, so
teilt sich doch etwas im Tone mit, das auf alle wirkt — etwas Intimes,
zu Herzen Gehendes, unmittelbar Wirkendes. Somit wären wir bei dem
Hauptorgan dieser Persönlichkeit angelangt: dem Herzen! Man kann bedeutende
Menschen in zwei Klassen unterscheiden, je nachdem der Kopf oder das Herz
vorwiegt. Hitler würde ich entschieden zu den Herzmenschen rechnen,
nicht etwa, daß ich seine intellektuellen Fähigkeiten gering
schätze, im Gegenteil; aber das mittlere Bewegungsorgan, der Herd,
worauf die Glut sich entfacht, in der seine Gedanken geschmiedet werden,
ist das Herz. Das unterscheidet ihn von den meisten Politikern, er liebt
das Volk, er liebt sein deutsches Volk mit inbrünstiger Liebesleidenschaft.
Hier haben wir den Mittelpunkt, aus dem seine ganze Politik, seine Wirtschaftslehre,
seine Gegnerschaft gegen die Juden, sein Kampf gegen die Verrohung der
Sitten usw. erfließen.
So z. B, liegt das klar auf der Hand bei seinem viel beklagten Antisemitismus.
Weil er kein Phrasendrescher ist, sondern konsequent seine Gedanken zu
Ende denkt und furchtlos seine Folgerungen daraus zieht, erkennt er und
verkündet er: Man kann sich nicht zugleich zu Jesus bekennen und zu
denen, die ihn ans Kreuz schlugen. Das ist das Großartige an Hitler:
sein Mut! Die Zivilcourage, deren Fehlen bei den meisten Deutschen Bismarck
so sehr beklagte, besitzt er in überschwenglichem Maße. In dieser
Beziehung gemahnt er an Luther. Und woher kommt diesen beiden Männern
der Mut? Er kommt ihnen daher, daß es ihnen beiden h
e i l i g ernst um die Sache ist, die sie vertreten. Hitler
spricht kein Wort, um das ihm nicht ernst wäre, es findet sich in
seinen Reden kein Füllsel, keine Übergangsphrasen. Goethe sagte
einmal: „Man glaubt nicht, in welcher Hochburg der Mann wohnt, dem es immer
ernst ist um die Sache.“ In solch einer Hochburg wohnt Hitler; dies hat
aber die Folge, daß er als Phantast verschrien wird. Man behauptet,
Hitler wäre ein Träumer, der den Kopf voller Unmöglichkeiten
habe, und doch sagt ein höchst beachtenswerter neuerer Historiker
von ihm, er sei „seit Bismarck der schöpferischste Kopf auf dem Gebiete
der Staatskunst“. Ich glaube, jenes Vorurteil leitet sich daher, daß
wir alle geneigt sind, die Dinge für unausführlich zu halten,
die wir nicht als schon vollbracht vor uns sehen. Es ist ihm z. B. unmöglich,
unser aller Überzeugung über den verderblichen, ja, über
den todbringenden Einfluß des Judentums auf das Leben des deutschen
Volkes zu teilen und nicht danach zu handeln; erkennt man die Gefahr, so
müssen schleunigst Maßregeln gegen sie ergriffen werden; das
sieht wohl jeder ein, aber keiner wagt‘s auszusprechen, keiner wagt die
Konsequenz von seinem Denken auf sein Handeln zu ziehen; keiner außer
Adolf Hitler.
Ebenso in seinem Verhältnis zu den Marxisten; da kennt er nur Vernichtungskrieg,
während ihre politischen Gegner im Reichstage „Koalition“ mit ihnen
bilden. Der Jude Gambetta brachte das Wort „Opportunismus“ in Gang, und
es ist für alle Fachpolitik unentbehrlich geworden; nun denn, Hitler
ist das Gegenteil eines Opportunisten und gewinnt dadurch jedes redliche,
gerade, gesunde Gemüt für sich. Endlich einmal der Mann, der
meint, was er sagt, und was er meint, ist überall so tief als wahr
und so einfach als tief. Hitler würde es als Lüge empfinden,
wenn er nicht seine Gedanken in äußerster Einfachheit auszusprechen
verstünde, er ist ein großer Vereinfacher, das gehört zu
seiner Wahrhaftigkeit, zu seinem Mut, zu seinem Ernst, zu seiner Liebe.
Hier liegt der Quell des tiefen Eindrucks, den seine Reden auf jedermann
ausüben. Der einfachste Mensch kann ihm überall folgen, er gewinnt
das Volk im Sturme, sein Wort hält es im Banne, sein Ernst erzwingt
Achtung, seine Folgerichtigkeit überzeugt, sein pulsierendes Herz
begeistert. Das erklärt seine unerhörte Wirkungsgewalt auf die
uns so entfremdeten Arbeiter, die e s i h m
a l l e i n g e l a n g, scharenweise zu gesünderen
Ansichten zu bekehren und damit zugleich eine Macht zu brechen und eine
andere an ihrer Stelle aufzurichten.
Das, was Hitler schon geschaffen hat, als sein eigenstes Werk, ist bereits
ein Gewaltiges, was nicht sobald hinschwinden wird. Dieser Mann hat gewirkt
wie ein Gottessegen, die Herzen aufrichtend, die Augen auf klar erblickte
Ziele öffnend, die Gemüter erheiternd, die Fähigkeit zur
Liebe und Entrüstung entfachend, den Mut und die Entschlossenheit
stählend. Aber wir haben ihn noch bitter notwendig: Gott, der ihn
uns geschenkt hat, möge ihn uns noch viele Jahre bewahren, zum Segen
für das deutsche Vaterland! |