Houston Stewart ChamberlainHereunder follows Houston Stewart Chamberlain's essay Adolf Hitler, written on the occasion of Hitler's birthday, April 20th, 1924, in the Deutsche Presse (München), 2. Jahrgang, Folge 65/66 vom 20./21. April 1924, p. 1.  Reprinted in Houston Stewart Chamberlain. Auswahl aus seinen Werken, edited by Hardy L. Schmidt, published by Ferdinand Hirt, Breslau 1934, p. 65-67.

Hieronder volgt Houston Stewart Chamberlain's essay Adolf Hitler, geschreven ter gelegenheid van Hitler's verjaardag, 20 April 1924, in de Deutsche Presse (München), 2e Jaargang, Nr. 65/66 van 20/21 April 1924, p. 1.  Herdrukt in Houston Stewart Chamberlain. Auswahl aus seinen Werken, geredigeerd door Hardy L. Schmidt, gepubliceerd door Ferdinand Hirt, Breslau 1934, p. 65-67.
 

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The NSDAP has no objection...Anmerkung der Zensur: „Gegen die Herausgabe dieser Schrift werden seitens der NSDAP keine Bedenken erhoben. Der Vorsitzende der Parteiamtlichen Prüfungskommission. Berlin, 6 Februar 1935.“

Remark from the censor: „On the part of the NSDAP no objections are raised against the publication of this writing. The chairman of the party-official commission of investigation. Berlin, February 6th, 1935.“


 
 
Houston Stewart Chamberlain Auswahl aus seinen Werken
 

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65-67 Houston Stewart Chamberlain. Auswahl aus seinen Werken



Adolf Hitler
Zu seinem Geburtstag am 20. April 1924

Ich bin Adolf Hitler zweimal begegnet: das erstemal war er so freundlich, mich am Spätabend des Bayreuther „Deutschen Tages“ aufzusuchen, das zweitemal traf ich ihn am folgenden Morgen, in einem größeren Kreise sitzend, im Garten vom Hause Wahnfried. Außerdem habe ich viel von ihm erzählen gehört, und zum Teil von Menschen, die ich besonders hoch zu schätzen Veranlassung habe und welche alle weiter treu an ihm hängen; auch sind mir Hitlers Reden in der Sammlung von Koerber bekannt. Sie werden mir sagen, das sei wenig, um einen Menschen zu beurteilen, doch gehört Hitler zu den seltenen   L i c h t g e s t a l t e n   — zu den ganz durchsichtigen Menschen.
   Wir alle sind aus hundert Mischungen zusammengesetzt, nichts ist seltener als Einfachheit; darum sind wir so undurchsichtig, so schwer auszukennen. Hitler gab sich ganz in jedem Wort, das er spricht, und wenn er spricht, faßt er stets irgendeinen der Zuhörer fest ins Auge, niemand kann diesem faszinierenden Blick widerstehen, diese Gewohnheit gründet sich offenbar auf die Tatsache, daß sich seine Worte immer unmittelbar an das Herz wenden und deswegen die Sprache des Auges nicht entbehren können; kann auch das Auge in jedem Augenblicke nur einen einzelnen erfassen, so teilt sich doch etwas im Tone mit, das auf alle wirkt — etwas Intimes, zu Herzen Gehendes, unmittelbar Wirkendes. Somit wären wir bei dem Hauptorgan dieser Persönlichkeit angelangt: dem Herzen! Man kann bedeutende Menschen in zwei Klassen unterscheiden, je nachdem der Kopf oder das Herz vorwiegt. Hitler würde ich entschieden zu den Herzmenschen rechnen, nicht etwa, daß ich seine intellektuellen Fähigkeiten gering schätze, im Gegenteil; aber das mittlere Bewegungsorgan, der Herd, worauf die Glut sich entfacht, in der seine Gedanken geschmiedet werden, ist das Herz. Das unterscheidet ihn von den meisten Politikern, er liebt das Volk, er liebt sein deutsches Volk mit inbrünstiger Liebesleidenschaft. Hier haben wir den Mittelpunkt, aus dem seine ganze Politik, seine Wirtschaftslehre, seine Gegnerschaft gegen die Juden, sein Kampf gegen die Verrohung der Sitten usw. erfließen.
    So z. B, liegt das klar auf der Hand bei seinem viel beklagten Antisemitismus. Weil er kein Phrasendrescher ist, sondern konsequent seine Gedanken zu Ende denkt und furchtlos seine Folgerungen daraus zieht, erkennt er und verkündet er: Man kann sich nicht zugleich zu Jesus bekennen und zu denen, die ihn ans Kreuz schlugen. Das ist das Großartige an Hitler: sein Mut! Die Zivilcourage, deren Fehlen bei den meisten Deutschen Bismarck so sehr beklagte, besitzt er in überschwenglichem Maße. In dieser Beziehung gemahnt er an Luther. Und woher kommt diesen beiden Männern der Mut? Er kommt ihnen daher, daß es ihnen beiden   h e i l i g   ernst um die Sache ist, die sie vertreten. Hitler spricht kein Wort, um das ihm nicht ernst wäre, es findet sich in seinen Reden kein Füllsel, keine Übergangsphrasen. Goethe sagte einmal: „Man glaubt nicht, in welcher Hochburg der Mann wohnt, dem es immer ernst ist um die Sache.“ In solch einer Hochburg wohnt Hitler; dies hat aber die Folge, daß er als Phantast verschrien wird. Man behauptet, Hitler wäre ein Träumer, der den Kopf voller Unmöglichkeiten habe, und doch sagt ein höchst beachtenswerter neuerer Historiker von ihm, er sei „seit Bismarck der schöpferischste Kopf auf dem Gebiete der Staatskunst“. Ich glaube, jenes Vorurteil leitet sich daher, daß wir alle geneigt sind, die Dinge für unausführlich zu halten, die wir nicht als schon vollbracht vor uns sehen. Es ist ihm z. B. unmöglich, unser aller Überzeugung über den verderblichen, ja, über den todbringenden Einfluß des Judentums auf das Leben des deutschen Volkes zu teilen und nicht danach zu handeln; erkennt man die Gefahr, so müssen schleunigst Maßregeln gegen sie ergriffen werden; das sieht wohl jeder ein, aber keiner wagt‘s auszusprechen, keiner wagt die Konsequenz von seinem Denken auf sein Handeln zu ziehen; keiner außer Adolf Hitler.
    Ebenso in seinem Verhältnis zu den Marxisten; da kennt er nur Vernichtungskrieg, während ihre politischen Gegner im Reichstage „Koalition“ mit ihnen bilden. Der Jude Gambetta brachte das Wort „Opportunismus“ in Gang, und es ist für alle Fachpolitik unentbehrlich geworden; nun denn, Hitler ist das Gegenteil eines Opportunisten und gewinnt dadurch jedes redliche, gerade, gesunde Gemüt für sich. Endlich einmal der Mann, der meint, was er sagt, und was er meint, ist überall so tief als wahr und so einfach als tief. Hitler würde es als Lüge empfinden, wenn er nicht seine Gedanken in äußerster Einfachheit auszusprechen verstünde, er ist ein großer Vereinfacher, das gehört zu seiner Wahrhaftigkeit, zu seinem Mut, zu seinem Ernst, zu seiner Liebe. Hier liegt der Quell des tiefen Eindrucks, den seine Reden auf jedermann ausüben. Der einfachste Mensch kann ihm überall folgen, er gewinnt das Volk im Sturme, sein Wort hält es im Banne, sein Ernst erzwingt Achtung, seine Folgerichtigkeit überzeugt, sein pulsierendes Herz begeistert. Das erklärt seine unerhörte Wirkungsgewalt auf die uns so entfremdeten Arbeiter, die   e s   i h m   a l l e i n   g e l a n g,   scharenweise zu gesünderen Ansichten zu bekehren und damit zugleich eine Macht zu brechen und eine andere an ihrer Stelle aufzurichten.
    Das, was Hitler schon geschaffen hat, als sein eigenstes Werk, ist bereits ein Gewaltiges, was nicht sobald hinschwinden wird. Dieser Mann hat gewirkt wie ein Gottessegen, die Herzen aufrichtend, die Augen auf klar erblickte Ziele öffnend, die Gemüter erheiternd, die Fähigkeit zur Liebe und Entrüstung entfachend, den Mut und die Entschlossenheit stählend. Aber wir haben ihn noch bitter notwendig: Gott, der ihn uns geschenkt hat, möge ihn uns noch viele Jahre bewahren, zum Segen für das deutsche Vaterland!


 
 
 
 
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