Hereunder follows the transcription of the appendix & registers of Houston Stewart Chamberlain's boek Goethe, 3rd ed., published by F. Bruckmann A.-G., Munich 1921. The 1st edition appeared in 1912.

Hieronder volgt de transcriptie van aanhangsel en registers van Houston Stewart Chamberlain's book Goethe, 3e druk, verschenen bij uitgeverij F. Bruckmann A.-G., München 1921. De 1e editie verscheen in 1912.

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Vorworte & Einleitung
Erstes Kapitel. DAS LEBEN
Zweites Kapitel. DIE PERSÖNLICHKEIT
Drittes Kapitel. DER PRAKTISCH TÄTIGE
Viertes Kapitel. DER NATURERFORSCHER
Fünftes Kapitel DER DICHTER
Sechstes Kapitel. DER WEISE
Anhang & Register



 
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ANHANG UND REGISTER

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(Leere Seite)

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    S. 17 ...(innere Krisis). Schon in früheren Zeiten hatte sich krisenartig der selbe Wahngedanke aufgedrängt; so schreibt z. B. Goethe am 20. 11. 74 (an Sophie von La Roche): „Ich werde diesen Nachmittag zuerst den Ölpinsel in die Hand nehmen! Mit welcher Beugung, Andacht und Hoffnung drück' ich nicht aus; das Schicksal meines Lebens hängt sehr an dem Augenblick.“

    S. 22 ...(zurückkehren). Vielfach herrscht noch die Vorstellung, als habe Goethe in diesem Werke mehr gedichtet als berichtet, und deswegen den Titel gewählt; doch ist das grundfalsch. Goethe schreibt: „Was den freilich einigermaßen paradoxen Titel der Vertraulichkeiten aus meinem Leben Wahrheit und Dichtung betrifft, so ward derselbige durch die Erfahrung veranlaßt, daß das Publikum immer an der Wahrhaftigkeit solcher biographischen Versuche einigen Zweifel hege. Diesem zu begegnen, bekannte ich mich zu einer Art Fiktion, gewissermaßen ohne Not, durch einen gewissen Widerspruchsgeist getrieben; denn es war mein ernstestes Bestreben, das eigentliche Grundwahre, das, insofern ich es einsah, in meinem Leben obgewaltet hatte, möglichst darzustellen und auszudrucken“ (Brief an Zelter, 15.2.30). Und in den Annalen (1809 und 1811) lesen wir, es sei Goethe's Vorsatz gewesen „sich der Wahrheit möglichst zu nähern, insoweit die Erinnerung nur immer dazu behülflich sein wollte“, und: „In diesem Sinne nannt' ich bescheiden genug ein solches mit sorgfältiger Treue behandeltes Werk Wahrheit und Dichtung, innigst überzeugt, daß der Mensch in der Gegenwart ja vielmehr noch in der Erinnerung die Außenwelt nach seinen Eigenheiten bildend modele.“
    S. 30 ...(öfters wieder). Über Goethe's Krankheiten und über das angeblich „Pathologische“ in seinen Werken usw. hat Möbius ein widerwärtiges Buch geschrieben, zuerst 1898 in einem kleinen Bande erschienen, dann 1903 in zwei großen Bänden.
    S. 34 ...(in Goethe). Über die Bedeutung des Begriffes „Genie“ bei Goethe, die von derjenigen durch die Romantik und Schopenhauer heute in Deutschland verbreiteten völlig abweicht, findet der Leser Näheres im 6. Kapitel, S. 675—687.
    S. 35 ...(„der Dr.“) Der Verleihung der eigentlichen Doktorwürde, ihm von der Fakultät angeboten, wich Goethe wegen des „Cärimoniells“ aus und weil die von ihm erlangte Lizentiatur, damals wie heute noch in Frankreich, das Doktorat umfaßte und überflüssig machte.
    S. 36 ...(erfinden). Aus den Monaten gleich nach dem Wetzlarer Aufenthalt sind verhältnismäßig viele Briefe erhalten, in der aufrichtigen Unmittelbarkeit jener Jugendzeit; in keinem einzigen wird man die Spur eines Selbstmordgedankens oder auch nur einer Selbstmordstimmung finden.
    S. 44 ...(z u   l e i c h t).   Brief Carl August's an Knebel, 22. 1. 88: Zur Ergänzung dieses Urteils über die Frauen Weimars diene Knebel's Urteil über die Männer: „Der schwache und zweideutige Charakter der meisten Herren in Weimar unterstützt noch die Bosheit der Weiber“ (Brief an Goethe vom 5. 1. 98; in dem von Guhrauer, angeblich in der „ursprünglichen Fassung“ herausgegebenen Briefwechsel zwischen beiden, ist diese ganze Stelle ohne Auslassungszeichen unterdrückt; man findet sie jetzt in der Weimarer Ausgabe von Goethe's Briefen).
    S. 57 ...(ihn offen). Es gibt aber doch schriftliche Zeugnisse aus jener Zeit. So z. B. lesen wir in einem Brief an den Komponisten Kayser vom 14. 7. 87

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aus Rom: „Ich weiß noch nicht, wie ich mich von Rom losmachen will. Ich finde hier die Erfüllung aller meiner Wünsche und Träume; wie soll ich den Ort verlassen, der für mich allein auf der ganzen Erde zum Paradies werden kann? Mit jedem Tage scheint die Gesundheit Leibes und der Seele zu wachsen und ich habe bald nichts als die Dauer meines Zustandes zu wünschen.“
    S. 61 ...(vorübergehend statt). Bald nach seiner Rückkehr aus Italien fuhr Goethe der Herzogin Mutter, die von Rom heimkehrte, nach Venedig entgegen; dieser zweite italienische Aufenthalt ist oben im Texte erwähnt; dem Herzog folgte er in das Schlesische Lager (1790) und in den kurzen Kriegszug gegen Frankreich (1792), sowie zu der bald darauffolgenden Belagerung von Mainz (1793); außerdem verbrachte er im Herbste 1797 zum letzten Male einige Wochen in der Schweiz. Zu erwähnen wären noch die Badereisen, die sein Gesundheitszustand ihm zur dringenden Notwendigkeit machte, und die ihn noch vierzehnmal nach Karlsbad, Marienbad oder Teplitz und zweimal an den Rhein führten.
    S. 70 ...(Schönemann usw.). Bei den Briefen Goethe's an Christiane ist zu bedenken, daß die allermeisten an einen Sekretär diktiert sind und Goethe auch bei den seltenen eigenhändigen damit rechnen muß, ein Dritter lese sie ihr vor, da Christiane noch nach fünfundzwanzig Jahren Mühe hatte, seine Handschrift zu entziffern; insofern kann man nicht beurteilen, ob ihr Ton demjenigen entspricht, der sonst zwischen ihnen herrschte.
    S. 77 ...(gehört). Herzog Bernhard, einer der Söhne Carl August's, erzählte Goethe, er habe seinen Faust I. bei einem Indianer in Ober-Karolina gefunden! Siehe Brief an Zelter, 28. 3. 29.
    S. 80 ...(erheben können). Die zerstreute Literatur über Goethe's Tod ist von Schüddekopf zusammengetragen worden in einem Band des Inselverlags, „Goethe's Tod“, 1907; daher es nunmehr überflüssig ist, auf andere Quellen einzeln zu verweisen. Dies gilt auch für die folgende Darstellung.
    S. 100 ...(verschmolzen wird). In dem Brief an Zelter vom 29. 3. 27 unterscheidet Goethe zwischen erblicken, sehen, schauen, bemerken, beobachten; bei den zwei ersten wiegt das rein sinnliche Element vor, bei den zwei letzten nimmt die gedankenmäßige Gestaltung progressiv zu; das wahre Schauen steht genau in der Mitte: die sinnliche Tätigkeit bis über das Sehen hinaus gesteigert, der Gedanke zu Gestalt verklärt.
    S. 103 ...(Urpflanze). „...so wurde mir nach und nach klar und klärer, daß die Anschauung noch auf eine höhere Weise belebt werden könnte: eine Forderung, die mir damals unter der sinnlichen Form einer übersinnlichen Urpflanze vorschwebte.“ („Der Verfasser teilt die Geschichte seiner botanischen Studien mit.“)
    S. 109 ...(T i e f e   g e h e n).   Es braucht wohl kaum betont zu werden, daß dieser gehaltreichste aller Briefe Goethe's an Schiller nicht bloß auf die eine Reise Bezug hat, sondern allgemeine und bleibende Bedeutung besitzt; das geht aus dem Konzept noch deutlicher als aus dem redigierten Briefe hervor; dreißig Jahre später nannte Goethe dessen Gedankengang „die Achse, um die sich des Korrespondenten uneinige Einigkeit bewegte“ (Brief an Schultz, 29. 6. 29).
    S. 110 ...(der Hand). Schon hier, wo die Frage aus der Tiefe beleuchtet wird, muß ich aufmerksam machen, wie töricht das Spiel der Identifikationen ist, an dem unsere Philologen eine nie versiegende Beschäftigung finden. Nicht bloß ist es von Grund aus unkünstlerisch und ungenial, sondern gerade Goethe gegenüber empörend absurd. Ihn selbst brachte diese „Deutelei in Verzweiflung“ (Annalen 1795); beim Tasso z. B. „werde das ganze Stück verschoben“, sobald man die Charaktere auf ihn, die Herzogin, „die Steinin“ usw. deute; von den wirklichen Individuen nehme er doch nur die

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Anregung zu diesem und jenem Zuge, gestalte sie im übrigen „aus sich selbst“ (siehe Caroline Herder's Berichte an ihren Mann über Unterhaltungen mit Goethen, „Herders Reise nach Italien“, 1859); ein Verfahren, für das wir außerdem bestimmte Belege besitzen, so z. B. wenn er an Charlotte von Stein schreibt, die Giovanna in seinem „Falken“ „werde viel von Lili haben“, darein werde er aber „einige Tropfen von Charlottens Wesen gießen, nur so viel es braucht, um zu tingiren“ (Brief vom 8. 8. 76). Solcher Argumente und Beweise bedarf es aber nicht für diejenigen, die irgend eine wahre Kenntnis von Goethe's Wesen und Wirken besitzen. Es wiederholt sich auf allen Gebieten das gleiche: die blutigsten aller Dilettanten fanden sich immer unter Fachgelehrten; und wenn Goethe einmal seufzt: „Ich habe nun noch eine besondere Qual, daß gute, wohlwollende, verständige Menschen meine Gedichte auslegen wollen“ (Brief an Zelter, 27. 3. 30), so weiß ich nicht, ob man allen diesen Herren die selben mildernden Umstände zuerkennen kann; manche unter ihnen verfahren dabei boshaft, mißwollend und unglaublich beschränkt.
    S. 112 ...(Lebensgedankens). Fast noch widerwärtiger als das rohe Mißverstehen der Menge ist der Abgrund hohler Gedankenlosigkeit, der uns aus den Büchern der sogenannten Gelehrten anstarrt. So lesen wir in der Cottaschen Jubiläumsausgabe als Kommentar zu dem Chorus Mysticus einen Widersinn nach dem andern, und schließlich zu diesem Worte: „Das Absolut- oder Ideal-Weibliche, die reinste geistigste Liebe.“ Was soll wohl das Absolut-Weibliche besagen? Kann nicht jede Kuhmagd das Prädikat absoluter Weiblichkeit fordern? Bedeutet hier absolut so viel wie „schlechthin“, so besitzt das Wort den einen Vorzug, das Gegenteil von dem, was Goethe meint, ziemlich genau auszudrücken: denn er redet gerade nicht von dem schlechthin Weiblichen, sondern nur von dem einen Element des Weiblichen, ein Element, das auch sonst in der Welt, vor allem in Goethe's eigenem Herzen heimisch ist: das Ewig-Weibliche ist der Gegensatz des Absolut-Weiblichen. Und nun gar das Ideal-Weibliche! Was mag das wohl für ein konfuser Gedankenbrei sein? Aber es kommt noch besser: die „geistigste Liebe“. Lehrt die Erfahrung, daß die Liebe des Weibes besonders „geistig“ sei? Eine geistige Liebe würde wohl heißen — wie in den Katechismen — eine nicht leibliche; ich fürchte, Goethe's Enthusiasmus hätte auf Erden damit wenig anzufangen gewußt. Doch gleichviel, denn jetzt schwebt ja sein Faust im Himmel, als „edles Glied der Geisterwelt“. Wie mag aber die Steigerung gedacht sein? Was für eine Destillation nimmt man mit einer geistigen Liebe vor, damit sie „geistiger“ werde? Und gar eine „geistig-ste“? Wobei der entsprechende Geist jedenfalls die selbe Stufenreihe durchzumachen hat, erst zu einem „Geisterer“ und dann zu einem „Geistester“.
    S. 117 ...(fassungslos). In jeder Biographie findet man das Nähere. Interessant ist der Gegensatz zu Richard Wagner, der ohne jede Furcht 1848 über die Barrikaden kletterte und ruhig Zettel unter die Soldaten verteilte, sie auffordernd, nicht gegen das Volk mit Waffen vorzugehen.
    S. 121 ...(erzählen). Infolgedessen ist für unsere Zeitgenossen der „Kunschtmeyer“, wie man ihn in spöttischer Nachahmung des kernigen Züricher Dialektes zu nennen pflegt, kaum mehr als die fast komische Figur eines wortkargen, pedantischen Kunstpfuschers, der als das eine Beweisstück, unter anderen, für die Behauptung dient, Goethe habe es geliebt, sich mit untergeordneten Begabungen zu umgeben. Daß bei dieser grundirrigen Beurteilung Meyer's der schalste und eitelste Schwätzer, den die deutsche Literatur- und Kunstgeschichte jemals hervorgebracht, Hermann Grimm, alle anderen an Urteilslosigkeit übertrifft, sei nur unter uns Laien, bei verschlossenen Türen, zur Vermeidung fernerer Irrfahrten festgestellt.

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    S. 123 ...(Boisserée). Siehe Brief an Meyer, 20. 7. 31. Und vergl. Tagebuch für Juli 1831, wo „Hauptzweck“ und „Hauptgeschäft“ immer die Arbeit an Faust II bedeuten. Der eigentliche Abschluß der Dichtung fand erst am 21. 7. 31 statt, und die Beendigung der letzten Reinschrift am 22. 7. 31.
    S. 127 ...(d a s   E r h a b e n e).   Eine herrliche neue Gabe des Weimarer Archivs hat kurz vor dem Druck der Volksausgabe dieses Buches zu erscheinen begonnen: „Goethe's Briefwechsel mit Heinrich Meyer, herausg. von Max Hecker, 1. Bd., Juli 1788—Juni 1799“ (Weimar, Schriften der Goethegesellschaft, 32. Bd., 1917). Fortan wird es unmöglich sein, Meyer's Bedeutung und die Eigenart seines Wesen zu vertuschen. Hecker schließt seine vortreffliche Einführung mit den Worten: „Möge ihm aus unserem Bemühen endlich die Anerkennung erwachsen, auf die ihm sein Wesen und Werk vollgültigen Anspruch geben!“
    S. 128 ...(abgeht). In Dichtung und Wahrheit erzählt Goethe von seinem ersten Vereintsein mit Jacobi: „Und so schieden wir endlich in der seligen Empfindung ewiger Vereinigung, ganz ohne Vorgefühl, daß unser Streben eine entgegengesetzte Richtung nehmen werde, wie es sich im Laufe des Lebens nur allzu sehr offenbarte.“ Hier liegt offenbar ein Gedächtnisfehler vor, wie ihm denn Jacobi auf diese Stelle hin schrieb: „Diese Verschiedenheit wußte ich von dem Anfang unserer Bekanntschaft an; und dies, Lieber, ist auch dein Fall gewesen.“
    S. 136 ...(Vielverdiente). Dieses große Hauptverdienst Zelter's um den Meister aller deutschen Meister belieben unsere Juden in der bekannten Weise zugunsten von Zelter's Schüler, Felix Mendelssohn, zu eskamotieren; daß Mendelssohn irgendeine — wenn auch nur rein formale — Beziehung zu Bach gewann, verdankt er dem wackeren, grunddeutschen Zelter. Freilich, wenn man es erlebt, das „Buch des Schenken“ im Divan, auf Goethe's überschwengliche Liebe zu diesem selben Felix gedeutet zu sehen, so kann einen keine noch so unverfrorene Geschichtserdichtung zu Ehren Israel's mehr wundern: das ganze Schenkenbuch ist in den Jahren 1814 und 1815 entstanden und schon 1818 für die mit der Jahreszahl 1819 versehene erste Ausgabe des Divan gedruckt; Goethe aber erblickte den hoffnungsvollen, im Jahre 1809 geborenen Jüngling zum ersten Male am 4. November 1821. Nur zwei Gedichte wurden bei späteren Auflagen des Divan ins Schenkenbuch eingeschoben: „Du kleiner Schelm du!“ und „Was in der Schenke waren heute“, beide fast wörtlich nach Hafis: ob dieser auch erst durch einen Juden zum Dichten begeistert werden mußte?
    S. 141 ...(s p e n d e n   k ö n n e). Wanderjahre, 1. Buch, 6. Kapitel. In den meisten Ausgaben findet man statt „Egotist“ Egoist, da der unheilvolle Philolog Göttling, der Korrektor der Ausgabe letzter Hand, diese Emendation — so nennen die gelehrten Herren ihr freches Befingern der Werke genialer Männer — für angezeigt gehalten hatte: und doch besitzen wir zufällig gerade für dieses Wort die eigene Handschrift Goethe's, da der sächselnde Sekretär beim Diktat „Ekodist“ geschrieben hatte, was den Dichter zu einer eigenhändigen Verbesserung veranlaßte. Übrigens ist die an letzter Stelle beigefügte erklärende Note weder genau noch genügend; in der englischen Literatur jener Zeit ist das Wort „egotist“ verbreitet. In Whitney's Century Dictionary wird der Begriff Egotismus definiert als: „Übertriebene Hochschätzung seiner selbst, welche dahin führt, alles auf die eigenen Interessen und die eigene Wichtigkeit zu beziehen und demgemäß zu beurteilen.“ Wogegen es von dem Wort Egoismus heißt: „Egoismus ist der Gegensatz zu Altruismus; es eignet diesem Worte nicht notwendig eine tadelnde Bedeutung und es ist nicht ein Synonym zu Egotismus.“ In einem Brief an Zelter vom 27. 1. 32 schreibt Goethe: „Ein starrzäher Egoismus verstockt sich auf halbem oder gar falschem Wege und Hindert die

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reine   S e l b s t h e i t,   sich auszubilden.“ Der starrzähe Egoismus ist Egotismus, die reine Selbstheit ist die von Goethe als unumgänglich gepriesene Form des Egoismus.
    S. 142 ...(helfen). In Knebel's hinterlassenen Papieren findet sich folgendes Fragment: „Goethe war Egoist im höchsten Grade: aber er mußte es sein, denn er wußte, welchen Schatz er zu verwahren hatte.“
    S. 146 ...(Augenpaar). Dies ist eine poetische Lizenz Wieland's; Goethe's Augen waren nicht schwarz, sondern braun, und zwar umkreist von einem rein blauen Saume, weswegen sie je nach Beleuchtung und Stimmung in sehr verschiedenen Farben schimmern konnten.
    S. 153 ...(begegnet). Wem die Berichte in den Biographien nicht genügen, wird gut tun, Ludwig Geiger: „Aus Alt-Weimar“, 1897, Kap. 7, „Goethe's Unterredung mit Napoleon“ und Suphan: „Napoleon's Unterhaltungen mit Goethe und Wieland“, im Goethe-Jahrbuch, 1894, nachzuschlagen. Doch sind beide Arbeiten, wenn auch als Zusammentragung eines Teiles des Stoffes unentbehrlich, in Wirklichkeit nicht einmal äußerlich wahrhaft kritisch, und, was die innere Analyse anbelangt, leer. Eher trifft die kleine Notiz von Biedermann ins Schwarze (Goethe-Jahrbuch, 1893), dringt aber leider nicht tief. Die wichtigeren Quellenschriften werden unten im Laufe der Schilderung genannt.
    S. 153 ...(festzustellen). Goethe selber erwähnt in seinem Tagebuch einzig und allein den Empfang am 2. Oktober; ausdrücklich sagt er, er habe an der großen Jagd am 6. Oktober   n i c h t   teilgenommen, von dem Ball am selben Abend spricht er nicht, wobei es auffallend bleibt, daß er ein noch so kurzes Gespräch mit Napoleon wortlos übergehen sollte; da er aber in einem Brief an Cotta vom 2. 12. 8 schreibt, der Kaiser habe „das zweite Mal, in Weimar, die Unterhaltung in gleichem Sinne fortgesetzt“, so darf wohl die von mehreren Berichterstattern gemeldete Anrede auf dem Ball als sicher gelten. Dagegen scheint Kanzler von Müller's Behauptung einer dritten Begegnung auf Irrtum zu beruhen. In seinen „Erinnerungen aus den Kriegszeiten von 1806—1813“, schreibt dieser: „Goethe und Wieland wurden noch einmal (später also als der Ball am 6. Oktober) zu Napoleon gerufen während er frühstückte...“ Von Wieland bewährt sich die Nachricht, denn wir besitzen von ihm eine köstliche, ironische Schilderung des „Levers“ vom 10. Oktober in einem Brief vom 13. desselben Monats, so daß jede Gedächtnisirrung ausgeschlossen ist („Auswahl denkwürdiger Briefe von C. M. Wieland“, 1815); Goethe aber war, laut seinem Tagebuch, am 10. Oktober den ganzen Tag in Weimar beschäftigt und scheint überhaupt seit dem 4., an welchem Tage er, um im Weimarer Theater alles für die Comédie française vorzubereiten, schleunigst aus Erfurt dorthin zurückgekehrt war, nicht mehr nach Erfurt gekommen zu sein. Übrigens weiß von Müller selber in dem „Mémoire“, den er noch Oktober 1808 für Talleyrand aufsetzte (vergl. Goethe-Jahrbuch, 1894) wohl von Wieland's Empfang in Erfurt später als den 6. Oktober, nicht aber von einem solchen Goethe's zu melden.
    S. 154 ...(beilegt). Die älteste Version ist von Kanzler von Müller aufbewahrt; nach ihr hat Napoleon, als Goethe im Weggehen der Türe zuschritt, gegen Berthier und Daru gewandt, ausgerufen: Voilà un homme! Das Alter dieser Version ist dadurch verbürgt, daß Graf Reinhard, der mit Müller nahe befreundet war, sie in einem Brief an Goethe vom 24. November 1808 zitiert. Dagegen soll nach Goethe's erst am 15. Februar 1824 (also fast sechzehn Jahre nach der Begegnung) verfaßten Berichte (vergl. seinen Brief an Müller vom selben Tage) dies nicht das Schlußwort gewesen und nicht zu anderen gesprochen worden sein, vielmehr stellt er es als die an ihn gerichtete, allererste Bemerkung des Kaisers hin. „Der Kaiser winkt mir heranzukommen.

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Ich bleibe in schicklicher Entfernung vor ihm stehen. Nachdem er mich aufmerksam angeblickt, sagte er: „Vous êtes un homme“ (Biographische Einzelnheiten, „Unterredung mit Napoleon“). Verschiedene Erwägungen sprechen für die Echtheit der früheren Erzählung und lassen voraussetzen, daß Goethe, bei der Idealisierung, die nachweislich diese ganze Episode in seiner Phantasie erfuhr, auch bei diesem Satz sowohl den Wortlaut wie den Zeitpunkt transponiert hat. Zunächst ist bemerkenswert: schon nach Verlauf eines einzigen Monats war Goethe nicht imstande, einen zusammenhängend klaren Bericht zu geben, so daß W. von Humboldt am 19. November 1808, sofort nach einem zweitägigen Besuch in Weimar, an seine Frau schreibt: „Schlicht historisches Erzählen ist, weißt Du, seine Sache nicht.“ Sodann können wir selbst von Napoleons berüchtigter Manierlosigkeit etwas so Plumpes kaum glauben. Vor allem aber hätte ohne Frage Talleyrand, der nach Goethe's eigenem Berichte, als er hineintrat, rechts neben dem Kaiser stand, eine so auffallende Äußerung behalten, erzählt und glossiert, wogegen er in seinen Memoiren (vergl. unten) das Gespräch gut französisch anheben läßt: Monsieur Goethe, je suis charmé de vous voir, woran sich eine Reihe von Sätzen angliedern, die durchaus den Eindruck des Echten, gut Gemerkten machen. Am Schlusse der Audienz war, nach Goethe's Versicherung, Talleyrand nicht mehr anwesend; dies geht auch aus Müller's Bericht hervor, der nur Berthier und Daru erwähnt; darum hat Talleyrand das Voilà un homme! nicht gehört. — Nun muß aber noch eine grundsätzliche Erwägung Platz finden. Dürfen wir als höchst wahrscheinlich voraussetzen, daß Napoleon, zu Daru und Berthier gewendet, Voilà un homme! ausgerufen hat — nicht Vous êtes un homme — so muß bemerkt werden, daß dieses Wort ganz und gar nicht die Bedeutung besitzt, die Goethe ihm beilegte und über welche seitdem so viel gefabelt und gefaselt worden. Da ich in meinem ersten Lebensjahre nach Frankreich kam und jahrelang dort in die Schule ging, darf ich mich wohl ohne Anmaßung als Sachverständigen betrachten. Und da muß ich bezeugen, die Sätze mit voilà — Voilà un enfant! — Voilà un chef-d'oeuvre! — Voilà un imbécile usw. ins Unendliche — sind eine triviale, hundertmal am Tag gebrauchte Konstruktion, die zu jenen bei den Franzosen beliebten Exklamationssätzen gehört. Dieses Voilà würde ich als ungefähr dem deutschen Potztausend entsprechend bewerten; wonach Napoleon's Satz etwa „Potztausend, ein Mordskerl!“ zu übersetzen wäre. Wogegen der erhabene Poet, dem nur das hinkende Französisch deutscher Höfe geläufig war, sich daraus gar ein ecce homo konstruierte! (siehe Goethe's Brief an Reinhard, 2. 12. 8). Nebenbei gesagt, ist es bemerkenswert, daß Wilhelm von Humboldt, der so bald nach dem Vorfall in Weimar weilte und nicht bloß an seine Frau, in dem obenerwähnten Briefe, sondern auch unterm 21. 11. 8 an Fritz Jacobi nach Goethe's eigenen mündlichen Mitteilungen ausführlich berichtet, das betreffende Wort nicht erwähnt, es also entweder nicht gehört, oder aber, bei seiner Vertrautheit mit der französischen Sprache, ihm kein Gewicht beigelegt hat.
    S. 156 ...(Tacitus). Auch die berühmte kritische Bemerkung über Werther, nämlich die Mißbilligung der Hereinmischung von Motiven gesellschaftlicher Kränkung und getäuschten Ehrgeizes — soll nach W. von Biedermann Napoleon einer Frau entnommen haben, nämlich seiner Feindin, Madame de Staël, die den selben Tadel schon früher ausgesprochen habe. Hier muß insofern ein Irrtum des verdienten Goetheforschers vorliegen, als nur ein einziges Buch dieser Verfasserin in jenem Jahre 1808 in Frage kommen kann, nämlich De la littérature considérée dans ses rapports avec l'état moral et politique des nations, erschienen 1799; in diesem Buche verteidigt sie aber Goethe mit Wärme   g e g e n   jenen — nach ihrer Meinung hinfälligen — Vorwurf. On a voulu blâmer l'auteur de Werther de supposer au

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héros de son roman une autre peine que celle de l'amour, de laisser voir dans son âme la vive douleur d'une humiliation, et le ressentiment profond contre l'orgueil des rangs, qui a causé cette humiliation; c'est selon moi l'un des plus beaux traits de génie de l'ouvrage. Goethe voulait peindre un être souffrant par toutes les affections d'une âme tendre et fière; il voulait peindre ce mélange de maux, qui seul peut conduire un homme au dernier degré du désespoir. Les peines de la nature peuvent laisser encore quelques ressources: il faut que la société jette ses poisons dans la blessure, pour que la raison soit tout-à-fait altérée, et que la mort devienne un besoin. Madame de Staël widerlegt, wie man sieht, mit Scharfsinn die unbegründete Kritik, die vielfach laut geworden war, und die Napoleon noch nach Jahren anderen unbelehrt nachspricht.
    S. 195 ...(a n t i g o e t h e s c h).   Kupferstecher Karl Barth, in Rollet's genanntem Buch S. 254 angeführt. Goethe selber erklärt den besonderen Ausdruck auf diesem Bilde durch den Schmerz über den Tod Carl August's: „So wurde denn auch das Ausmalen durch die Exaltation, in die uns jede Leidenschaft versetzt, auf eine sonderbare Weise begünstigt“ (Brief an Boisserée, 4. 7. 28).
    S. 196 ...(redet an). Ich rede natürlich von der Originalmaske, von der jetzt getreue Nachbildungen von den Gebrüdern Micheli in Berlin zu beziehen sind, versehen mit dem Stempel des Goethe-Nationalmuseums; hingegen die verbreitete „Bearbeitung“, mit geöffneten Augen und abgeglätteten Gesichtszügen als Dokument geringen Wert besitzt.
    S. 198 ...(Z e u g n i s   g i b t).   Wanderjahre, 1. Buch, 10. Kap. Die Ausgabe letzter Hand und nach ihr eine Anzahl anderer haben statt „beharrlich Bewegtes“ ein nichtssagendes „herrlich Bewegtes“. Auch diese Emendation stammt von dem uns schon bekannten Professor Göttling (zu S. 141); ils n'en font jamais d'autres!: Der gute Philolog konnte sich nicht vorstellen, wie das zugehen sollte, zugleich bewegt und beharrlich sein; und doch hätte jeder Blick empor zum Tages- oder Nachthimmel ihn darüber belehren können; lieber aber ließ er uns ein Denkmal seiner gelehrten Dazwischenkunft, strich schnell Goethe's handschriftlich bezeugtes „beharrlich“ und setzte dafür das pathetische, sinnleere „herrlich“.
    S. 258 ...(Wissenschaften). Man schlage z. B. Ludwig Tesar: „Die Mechanik“, 1909, S. 202, auf: Der Ausgangsort aller Kraftäußerung ist ein Punkt; dieser Punkt ist das wahre Atom im reellen und doch unstofflichen Sinne des Wortes; er ist das „einzige Reale“ in der unorganischen Natur; er ist ausdehnungslos und unteilbar. ... Also für unsere exakte Wissenschaft ist das einzige Reale unstofflich und ohne Ausdehnung! Alle anderen Behauptungen, die sie gelegentlich aufstellt, sind lediglich allegorisch zu verstehen.
    S. 268 ...(zutreffen). Die Phantasie ist ein persönlicher Koeffizient, dessen Wert in einem Werke der Kunst gleich x bleibt und Auflösung weder erfordert noch zuläßt, wogegen er einer objektiven Natur gegenüber genauere Bestimmung erheischt. Das, was man in der Kunst „die Unfehlbarkeit eines echt genialen Werkes“ nennen kann, wo einzig der Stoff, die bruta materia, dem Schaffen schrankenbildende Hemmnisse des Ausdrucks entgegenstellt, ist nicht in ähnlicher Weise hier zu erwarten, wo eine objektiv vorhandene, vollendet ausgestaltete Natur der Schöpferkraft als Unterlage und Thema dient, sie zugleich von allen Seiten bestimmend und begrenzend.
    S. 295 ...(z u s a m m e n s e t z e n).   Brief an Boisserée, 27. 5. 17. Goethe spricht hier von dem beklagenswerten Einfluß, welchen die „Anarchie, die einen schwankenden Empirismus jeder geprüften, anerkannten Gesetzlichkeit vorzieht“, auf die Kunst ausübt; doch heißt es zu Beginn dieser Ausführung: „In Kunst wie in Wissenschaft“ ... Schade, daß ihm Ronsard's prächtige Ironisierung unbekannt war:

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Les petits corps, culbutants de travers,
Par leur descente en biais vagabonde,
Heurtés ensemble, ont composé le monde,
S'entr'accrochants d'accrochements divers.
(„Le premier livre des Amours“, sonnet 37).
    S. 304 ...(verloren). Die Frage des Maßstabes wirft gerade innerhalb der allerexaktesten Wissenschaft viel heiklere Fragen auf als der Laie ahnt; um gemessen, ja, um überhaupt nachgewiesen zu werden, muß jede Bewegung auf irgend ein ihr gegenüber unbewegliches „Bezugssystem“ zurückgeführt werden; und hier schwankt alles: weder die Erde noch das Sonnensystem liefern — selbst nicht für rein mechanische Probleme — ein bei allen Fällen ausreichendes Bezugssystem; die zunehmende Kenntnis aber derjenigen Phänomene, als deren „Ort“ (wenn ich mich so ausdrücken darf) man sich den hypothetischen „Äther“ vorzustellen gewohnt war, hat zu einer noch verwickelteren Erkenntnis geführt, welche immer zwingender nötigt, die Elektrodynamik und die Mechanik als zwei getrennte Gebiete zu behandeln, woraus dann aber folgt, daß der Begriff „Bewegung“ ein schillernder wird und „es keinen physikalischen Sinn hat, von der Geschwindigkeit als etwas Absolutem zu reden“. So schwimmt und schwankt es innerhalb der Wissenschaft, was aber ohne Nachteil wäre, wenn nicht unter uns der Wahn herrschte, diese Wissenschaft selbst für „etwas Absolutes“, anstatt für ein ewig Relatives zu halten. Denn sicher ist, daß für uns Menschen nur ein einziger Maßstab sich als „absolut“ bewähren kann: der Mensch. (Vergl. M. Laue: „Das Relativitätsprinzip“, 1911, S. 6. Die empfehlenswerteste mir bekannte Zusammenfassung über diese schwierige Frage.)
    S. 305 ...(aufmerksam macht). Diese Formel hatte ich in gut gelaunter Stunde als übermütigen Spaß erdacht; nachträglich erfahre ich aber, daß dieser angeblich „wissenschaftliche“ Unsinn schon in priesterlichem Ernste sich hervortut. Wilhelm Ostwald, auf dessen Schultern der Prophetenmantel des greisen Haeckel herabglitt (ich sehe, es kommt noch der Tag, wo wir diesen in seiner kindlichen Arglosigkeit zurückersehnen!), Wilhelm Ostwald, der als Physikochemiker die strenge Schule wahrer Exaktheit hinter sich hat, löst heute alle Fragen der Psychologie und Moral, teils chemisch, (wobei die Katalyse entscheidend mitwirkt), teils physisch. Sannen z. B. Dichter, Denker und Heilige der Vergangenheit sorgenvoll über die Frage nach: was ist des Menschen Glück? so kann sie Ostwald billig verachten; dem „exakten Forscher“ bietet eine derartige Frage nicht die geringste Schwierigkeit. Denn wenn G die gesuchte Glückssumme bezeichnet, E die Energiemasse des betreffenden Individuums, W seinen Willenskoeffizient (der aber, notabene, „widerwillig“ ausgeübt wird), so lautet die Formel:
G = (E + W) (E - W).
Wer hinfürder auf dieser Welt nicht glücklich ist, hat es sich selber zuzuschreiben.
    S. 319 ...(entspringen). In diesem Zusammenhang verdient ein Aufsatz von Painlevé: „La Mécanique“ (in dem Sammelwerk „De la méthode dans les Sciences, 1910“) alle Beachtung. Hier weist dieser hervorragende Fachmann nach, die moderne Mechanik — Galilei, Huyghens, Newton — sei nicht, wie uns immer gelehrt wird, aus der Beobachtung entsprungen, vielmehr aus vorgefaßten Begriffen und Ideen, die zum Teil scholastischen Ursprungs sind. C'est par un effort logique que les axiomes de la mécanique ont été déduits du principe de causalité. ... Ce sont des idées générales, précédant toute expérience scientifique, qui ont engendré les axiomes de cette science, et le rôle de l'expérience a été surtout de préciser ces idées générales et de guider les tâtonnements qu'entrainait leur interprétation (p. 110 suiv.).
    S. 327 ...(ausgelernt haben). Trotz einer Anzahl interessanter Einzelstudien, die

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ANHANG

wir tüchtigen Naturforschern verdanken, ist, meines Erachtens, noch nicht der Anfang zu einer wahren Einschätzung von Goethe's Gesamtleistung gemacht, da noch keiner das Eigenwesen dieser Deutung der Natur durch „schöpferisch unabhängige Seelenkraft“ klar erfaßt hat.
    S. 342 ...(w a h r n e h m e n).   Kelvin: „The six gateways of knowledge“. Mancher Physiker ist freilich kühner; so erzeugt z. B. Lodge im finstern Hörsaal auf elektromagnetischem Wege unsichtbare „Schwingungen“ und versichert sein Auditorium: „Dieser Saal, obwohl Sie im Dunkeln zu sitzen wähnen, ist voller Licht, gerade so guten Lichtes wie irgend ein anderes; wenn Sie dessen nicht gewahr werden, so liegt die Schuld nicht am Licht, sondern an Ihren Augen“ (The Ether of Space, p. 8).
    S. 342 ...(aussprechen). In seinem sehr empfehlenswerten Buche „Goethe als Naturforscher“, 1906, S. 175 ff., zeigt der Pharmakolog Professor Magnus, inwiefern die heutige Wissenschaft — die man „exakt“ zu nennen gewohnt ist — unter dem einen Wort Licht drei ganz verschiedene Phänomene versteht: den die Schwingungen erregenden Körper, die Schwingungen selbst (oder vielmehr dasjenige Phänomen, das wir uneigentlich als Schwingung im Äther uns vorzustellen beliebten), und drittens, die Empfindung in einem mit Augen begabten Lebewesen; und Magnus meint, aus dieser Vieldeutigkeit entstehe „eine heillose Verwirrung der Nomenklatur“. Ich füge hinzu: diese Verwirrung ist die unausbleibliche Folge eines heillos verworrenen Denkens.
    S. 347 ...(Deutung nennen). Magnus sagt: „Die physiologische Optik des 19. Jahrhunderts geht in ihren Wurzeln direkt auf Goethe's Farbenlehre zurück.“ Vergl. auch Jacob Stilling: „Über Goethe's Farbenlehre“ in den Straßburger Goethevorträgen, 2. Abdruck, 1899, S. 147 ff. Wohingegen die Herren Philologen auch hier das Unglaublichste an Beschränktheit und verbohrtem Nichtverstehenwollen leisten; man sehe nur die Einleitung in Band 39, 40 der Cottaschen Jubiläumsausgabe!
    S. 348 ...(bezeugt). Im „Handbuch der physiologischen Optik“, Ausg. von 1867, S. 268, schreibt Helmholtz: „Die Versuche, welche Goethe in seiner Farbenlehre angibt, sind genau beobachtet und lebhaft beschrieben, über ihre Richtigkeit ist kein Streit.“
    S. 356 ...(d i e   R e d e   s e i n).   Handschriftliches zur Farbenlehre. An der selben, erst 1906 veröffentlichten Stelle zeigt Goethe, daß man auch von fünf, von sieben und von acht Grundfarben reden könnte, jede derartige Erörterung zeige aber, „daß man nicht wohl überlege, wovon die Rede sei“.
    S. 361 ...(Cope). Siehe dessen „The Primary factors of organic Evolution“, 1896, namentlich Kap. 9, „The energy of Evolution“, wo Cope ausführt, man könne das Nichtlebende vielleicht als Erzeugnis des Lebenden auffassen, niemals aber umgekehrt das Lebende als hervorgebracht durch das Nichtlebende (siehe namentlich S. 482 ff.).
    S. 361 ...(Uexküll). Man studiere in erster Reihe die unvergleichliche kleine Schrift: „Umwelt und Innenwelt der Tiere“, 1909, und hierin vor allem das Kapitel: „Das Protoplasmaproblem“.
    S. 380 ...(umgebildet wird). Man vergl. z. B. Goebel: „Organographie der Pflanzen“ 1898, 1, 1 ff. Wenn z. B. die grundständigen Laubblätter von Lilium candidum später in ihrem unteren Teile zu schuppenförmigen Reservestoffbehältern auswachsen, während der obere Teil abstirbt, so haben sie eine Umbildung — eine wirkliche, faßbare Metamorphose — erlitten (S. 6). Nur in diesem Sinne kann exakte Wissenschaft dem Begriffe einer Metamorphose Bürgerrecht gewähren. Auf die tiefere Frage der Beziehungen zwischen Gestalt und Funktion einzugehen, ist hier der Ort nicht, wenngleich sie Goethe manchmal beschäftigt hat (so z. B. in seinem unvergleichlichen Aufsatz über „Die Skelette der Nagetiere“.

774 ANHANG

    S. 382 ...(1832). Um vollständig zu sein, müßte man natürlich auf Hutton's Theory of the earth, erschienen 1796, hinweisen. Die deutschen Bücher pflegen Hutton bloß als ersten Vulkanisten anzuführen; sein wahrhaft schöpferischer Gedanke ist aber der, daß „geringe Ursachen, durch lange Zeiten wirksam, die ungeheuersten Veränderungen auf der Erde hervorbringen können“ (a. a. O. 2, 205). Es wäre verwunderlich, wenn Goethe, der alles Ausforschende, von diesem Werke oder wenigstens von der darin ausgesprochenen Tendenz nichts erfahren hätte; ich erinnere mich aber nicht, dem Namen bei ihm begegnet zu sein. Ebensowenig bin ich dem meines Urgroßvaters, Sir James Hall, begegnet, dem eifrigen Schüler Hutton's, dessen Experimente über die Entstehung der metamorphischen Gesteine geeignet gewesen wären, Goethe's leidenschaftliche Aufmerksamkeit zu erregen.
    S. 397 ...(gepriesen). Ich nenne Sömmerring, Seebeck, Johannes Müller, Purkinje, Nees von Esenbeck, Alexander von Humboldt, Schleiden, Alexander Braun, Helmholtz, Virchow, Ferdinand Cohn, Julius Wiesner.
    S. 413 ...(einzuführen). Man vergl. Grimm's „Wörterbuch“ unter   K u n s t.   Den dort betonten Einfluß Voltaire's will ich nicht anzweifeln, doch mache ich aufmerksam, daß wir die Gegenüberstellung Kunst — Natur genau im heutigen Sinne zwei Jahrhunderte früher unter den Dichtern der Pléïade finden, z. B. in den Versen:
Ce procès tant mené et qui encore dure,
Lequel des deux vaut mieux, ou l'Art ou la Nature.
Auch Montaigne schreibt (Essais, 3, 5): Si j'étais du métier je naturaliserais l'art autant comme ils artialisent la nature.
    S. 418 ...(erfahren haben). Man schlage für Näheres nach in Wundt's „Physiologische Psychologie“, 2. Abschnitt, Kap. 8; in der 5. Aufl., S. 367, sowie vorher und nachher.
    S. 423 ...(erblicken). Hin und wieder tritt bei Goethe eine Umkehrung des Vorgangs auf, welche die enge Zusammengehörigkeit beider Sinnesbetätigungen bei ihm bestätigt; so wenn er in der „3. Ode an Behrisch“ die Sonne „das donnernde Rad“ nennt, oder im Anfang des zweiten Teiles Faust von der aufgehenden Sonne sagt: „Welch' Getöse bringt das Licht!“
    S. 424 ...(vollendet wird). Man vergl. in Wagner's „Über das Operndichten und Komponieren“ (Gesammelte Schriften, 10, 225 ff.) die Schilderung von der Art, wie er zuerst seine Gestalten mit Augen erblicke und erst später aus ihren Lippen die Musik vernehme, worauf dann dem Gesichtssinn „alles verschwinde“. Es ist die genaue Umkehrung des Vorganges bei Goethe.
    S. 431 ...(W i r k l i c h k e i t e n).   Sehr belehrend wirkt es, das Urteil eines großen Wirklichkeitskünstlers zu hören. Richard Wagner, so hoch er auch Goethe's Werke verehrte, nennt es „ganz unkünstlerisch“ und „ein unmögliches Drama“: was aber nur von seinem Standpunkt als Wirklichkeitskünstler aus zugegeben werden kann. Dieses Drama wird gerade dadurch „möglich“, daß es auf die Bühne verzichtet; wie denn Wagner selber einmal das Wort darüber gesprochen haben soll: „für die Bühne gedacht mit Vergessen aller Bühnen“ (Wolzogen: Erinnerungen, S. 17). Indem es die alleinige Phantasie zu der allerhöchsten Leistung aufruft, gewinnt es einen solchen Grad von Reinheit, daß es unter den Werken der Wahnkunst das Prädikat einer vollendet „künstlerischen“ Gestaltung verdient; es sei denn, man sage mit Goethe, reine und echte Poesie dürfe überhaupt nicht zu Kunst gerechnet werden, weil sie außerhalb alles Technischen stehe. (Vergl. das Motto zu diesem Kapitel mit R. Wagner's Gesamm. Schr., 10, 191.)
    S. 482 ...(ermahnt). So z. B. in bezug auf sein Dichtung und Wahrheit: „Lesen Sie hie und da zwischen den Zeilen was nicht auf dem Blatte steht“ (Brief an Marianne von Willemer, 23. 7. 30).

775 ANHANG

    S. 484 ...(m e i n   L i e d).   Harzreise im Winter. Da der Leser die achtundachtzig kurzen Verse dieser Dichtung sich gegenwärtig halten muß, um den Ausführungen folgen zu können, werden nähere Belege zu den einzelnen Zitaten daraus auf den folgenden Seiten nicht gegeben werden.
    S. 490 ...(D a s e i n   i s t).   Wer die Bedeutung dieser Besteigung für die tiefgewaltige Erfassung des eigenen Ich ermessen will, lese den Aufsatz „Über den Granit“: „So einsam, sage ich zu mir selber, indem ich diesen ganz nackten Gipfel hinabsehe, und kaum in der Ferne am Fuße ein geringwachsendes Moos erblicke, so einsam, sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Menschheit seine Seele eröffnen will.“
    S. 518 ...(Gehörs). Siehe z. B. Brief an Zelter 9. 11. 29. Übrigens hat Goethe in früher Jugend auch Gesang geübt und Flöte geblasen.
    S. 525 ...(U r w o r t e.   O r p h i s c h.)   Gott und Welt, „Urworte. Orphisch“. Der ernste Leser wird wohltun, diese Dichtung in der Weimarer Ausgabe aufzuschlagen, wo Goethe's Paraphrase aus „Kunst und Altertum“ mit abgedruckt ist, und wo er die Varianten des ersten Druckes in den Heften „Zur Morphologie“ verzeichnet findet.
    S. 530 ...(Ä o l s h a r f e n).   „Äolsharfen, Gespräch“. Da dieses Gedicht wenig bekannt ist und der Text dessen Kenntnis voraussetzt, drucke ich es hier ab.

Er.
Ich dacht' ich habe keinen Schmerz,
Und doch war mir so bang ums Herz,
Mir war's gebunden vor der Stirn
Und hohl im innersten Gehirn —
Bis endlich Trän' auf Träne fließt,
Verhaltnes Lebewohl ergießt. —
Ihr Lebewohl war heitre Ruh,
Sie weint wohl jetzund auch wie du.

Sie.
Ja, er ist fort, das muß nun sein!
Ihr Lieben, laßt mich nur allein,
Sollt' ich euch seltsam scheinen,
Es wird nicht ewig währen!
Jetzt kann ich ihn nicht entbehren.
Und da muß ich weinen.
—————
Er.
Zur Trauer bin ich nicht gestimmt
Und Freude kann ich auch nicht haben;
Was sollen mir die reifen Gaben,
Die man von jedem Baume nimmt!
Der Tag ist mir zum Überdruß,
Langweilig ist's, wenn Nächte sich befeuern;
Mir bleibt der einzige Genuß,
Dein holdes Bild mir ewig zu erneuern,
Und fühltest du den Wunsch nach diesem Segen,
Du kämest mir auf halbem Weg entgegen.

Sie.
Du trauerst, daß ich nicht erscheine,
Vielleicht entfernt so treu nicht meine,
Sonst wär' mein Geist im Bilde da.
Schmückt Iris wohl des Himmels Bläue?
Laß regnen, gleich erscheint die Neue,
Du weinst! Schon bin ich wieder da.

776 ANHANG

Er.
Ja, du bist wohl an Iris zu vergleichen!
Ein liebenswürdig Wunderzeichen.
So schmiegsam herrlich, bunt in Harmonie
Und immer neu und immer gleich wie sie.
—————
Die Gegenwart weiß nichts von sich,
Der Abschied fühlt sich mit Entsetzen,
Entfernen zieht dich hinter dich,
Abwesenheit allein versteht zu schätzen.

    S. 545 ...(leiden). Die erst in der Ausgabe letzter Hand eingeführte Änderung des zarten „ihr“ in „ihm“ ist ohne Zweifel dem unheilvollen Philologen und Pedanten Göttling zuzuschreiben, der, Goethe's Vollmacht mißbrauchend, noch so manchen anderen feinen Zug verwischt hat. Auch ist die Lesung „mußte“ der ersten Ausgabe von Goethe's Schriften, die sowohl Herder wie Goethe selber korrigiert hatten, der jetzigen Lesung „mußt“ vorzuziehen, welche sich erst in der Ausgabe von 1806—1810, mitten in den Kriegsunruhen, einschlich.
    S. 560 ...(s c h i c k t).   Faust, zweiter Teil, 2. Akt.

Ich wache ja! O laßt sie walten
Die unvergleichlichen Gestalten,
Wie sie dorthin mein Auge schickt.

    S. 566 ...(ausführen). Vergl. Tagebuch, 24. 1. 32. „Neue Aufregung zu Faust in
Rücksicht größerer Ausführung der Hauptmotive, die ich, um fertig zu
werden, allzu lakonisch behandelt hatte.“
    S. 571 ...(z u   s t e i g e n).   Wer sich vergegenwärtigen will, welche ungeheure Kraft lebendiger Kunstwirkung Goethe der genial vorgetragenen Ballade zuschreibt, muß „Wilhelm Meister's Lehrjahre“, 2. Buch, 11. Kap. nachschlagen, wo es von dem Harfner heißt: „Wie sehr beschämt dieser Mann manchen Schauspieler! (in W. M.'s Theatralischer Sendung lesen wir: Wahrhaftig, dieser Mensch beschämt uns alle!) Haben Sie bemerkt, wie richtig der dramatische Ausdruck seiner Romanze war? Gewiß, es lebte mehr Darstellung in seinem Gesang als in unsern steifen Personen auf der Bühne; man sollte die Aufführung mancher Stücke eher für eine Erzählung halten und diesen musikalischen Erzählungen (in W. M.'s Th. S. steht: diesen dichterischen Erzählungen) eine sinnliche Gegenwart zuschreiben.“ Man lese auch das ganze 13. Kapitel von neuem, um sich einen Begriff von Goethe's Verhältnis zur Musik zu machen.
    S. 585 ...(Instinkt). Es gehört zu dem Antinomischen in Goethe, daß er in der Erforschung der Natur gern zur Abrundung eilt, beim Dichten dagegen weit eher davor scheut, „das Wort zum Buch erstarren“ zu sehen (Maskenzug, „Die romantische Poesie“).
    S. 641 ...(fällt). Selbst die sogenannten Gesetze der Gravitation stimmen in der vereinfachenden Formel, die der Menschengeist dafür fand, nicht genau. So hat z. B. Brown gezeigt, daß wahrscheinlich nicht das Quadrat der Entfernung der Wirklichkeit entspricht, sondern eine um ein wenig höhere Potenz, etwa 2.000 000 04. Aber selbst unter dieser Annahme ist es unmöglich, die tatsächlichen Bewegungen des Mondes mit den theoretisch berechneten in Einklang zu bringen. (Siehe Newcomb, angeführt von Arthur A. Hinks: „Astronomy“, S. 130 ff.)
    S. 654 ...(entstehen). Für nähere Belege siehe Houston Stewart Chamberlain: „Goethe, Linné und die exakte Wissenschaft der Natur“, in der „Festschrift zu Julius Wiesner's siebzigstem Geburtstag“, 1908, S. 225 ff. Linné's Idee der Mutation wurde später in erweiterter Form von Schopenhauer, Kölliker und Thury wieder aufgenommen.

777 ANHANG

    S. 662 ...(angezettelt). Gott und Welt, „Antepirrhema“, Vers 7 ff. Daß Goethe in einem Gespräch gesagt haben soll, die Natur „könne zu allem, was sie machen will, nur in einer Folge gelangen“, entspringt einem andren Gedankengang, als angenommen zu werden pflegt; da Goethe die Ursachen verwirft, kann er auch nicht die Wirkungen zur Grundlage seiner Naturdeutung machen; vielmehr handelt er, wie wir hörten, nur von „Bedingungen“; und da ist die hier gemeinte   F o l g e   ein notwendiges Ergebnis aus der Überzeugung von der „Gemeinschaft aller Organisation“, von der „Verbindung“ zwischen allen lebendigen Wesen. Bestünde diese „Folge“ nicht, so wären wir wieder beim Atomismus der Evolutionisten angelangt. Mit obigen Worten hat also Goethe genau das Gegenteil dessen sagen wollen, was ihm in den Sinn gelegt wird.
    S. 677 ...(gefallen). Einmal nimmt sogar, mit offenbarem Bezug auf den lateinischen genius, Goethe das Wort als „schönste Blüte der Sprache“ in Schutz (Dichtung und Wahrheit, 19. Buch).
    S. 681 ...(h e r v o r b r i n g t).   Vorträge über den Entwurf einer allgem. Einleitung in die vergleichende Anatomie. Hier wie überall muß der Leser nicht unterlassen, den Wert der einzelnen Wörter genau zu erwägen. Ebenso wie Goethe einmal — ein einziges Mal — das Genie als eine „Kraft   d e s   Menschen“ bezeichnet (Dichtung und Wahrheit, 19. Buch), wo er nach sämtlichen anderen Äußerungen darunter eine allgemeine Kraft versteht, die, wie in der Natur, auch   i m   Menschen zur Erscheinung gelangen kann, ebenso redet er hier von dem „Genie der Natur“, wo ihm, wie der ganze Zusammenhang offenbart, einzig daran liegt, mit aller Energie zu betonen, in der unindividuellen Natur gelange das Genie „gewisser und unzweideutiger“ zur Erscheinung, hingegen jede Monade, infolge ihrer notwendigen, scharfen, organbildenden Beschränkung, dieser Schöpferkraft ihren eigenen Stempel aufdrücke, was hier und dort zu „sehr zweideutigen Wirkungen“ führen könne. Man schlage übrigens in der Schrift Über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunstwerke die Stelle nach, die von dem „übernatürlichen, aber nicht Außernatürlichen“ handelt; hier wird genau bezeichnet, inwiefern der Künstler „über der Natur ist“, inwiefern aber auch alle Kunst in einer systematischen Deformation des Naturgegebenen besteht, was sehr leicht zu Zweideutigkeit führen muß. Herrlich an der Goetheschen Auffassung ist ihre Lebensfülle, wogegen die physiologische Auffassung des Genies — so viel sich sonst zu ihren Gunsten vorbringen läßt — einem kosmischen Problem gegenüber doch recht engbrüstig anmutet und außerdem leicht zu einem widerwärtigen Bonzendienst führt, der die Freiheit des Urteils vernichtet und zu aller übrigen Dogmatik die unerträgliche Plage einer neuen hinzufügt.
    S. 717 ...(Bücher). Man übersehe jedoch nicht, daß gerade Goethe an die Zusammenstellung eines großen „Volksbuches historischen Inhalts“ für die Deutschen gedacht hat, bestimmt „mit dem biblischen zu wetteifern“ und es mit der Zeit zu verdrängen. „Zwar möchte man vor einem solchen Vornehmen erschrecken. Aber eben das ist recht. Wenn eine Tat folgenreich sein soll, so muß der Unternehmende selbst davor erstaunen.“ (Vorarbeiten zu einem deutschen Volksbuch.)
    S. 732 ...(machte). Annalen, 1811. — Wenn Goethe diese seine „Vorstellungsart“ auch hier wieder in eine gewisse Beziehung zu Spinoza zu stellen scheint, so begeht er damit einen Irrtum, der bei Poeten in ihrer Beurteilung der Philosophen öfters vorkommt. Schon längst haben philosophische Fachmänner auf die Unmöglichkeit aufmerksam gemacht, Goethe's Anschauungen mit den Grundlehren Spinoza's in Einklang zu bringen. Benno Erdmann schreibt 1878 in seinem Buche „Kant's Kriticismus“ (S. 102), Goethe habe Spinoza „in seine Eigenart umgewandelt“, und Bruno Bauch

778 ANHANG

belehrt uns in den „Preußischen Jahrbüchern“ für März 1904 (Band 115, 519), Goethe stehe „seinem ganzen Wesen gemäß dem großen jüdischen Denker viel ferner als er es selber ahnt und als man überhaupt im allgemeinen glaubt“. In einer ungewöhnlich interessanten Schrift, „Spinozismus“, von Dr. M. E. Gans (Wien, 1907), einem glühenden, kenntnisreichen Verehrer des Philosophen, spricht der Verfasser seine Überzeugung aus: „Niemand hat das Wesen des Spinozismus gründlicher mißverstanden als Goethe“ (S. 101). Eine unerwartete Bestätigung bringt Goethe selber, indem er nicht allein gesteht, er habe überhaupt die Werke Spinoza's niemals „in einer Folge gelesen“ und niemals dessen Gedankengebäude „überschaulich vor der Seele“ erblickt, sondern des weiteren bekennt, beides erlaube ihm die eigene „Vorstellungsart“ nicht, welche von derjenigen Spinoza's abweiche (Briefe an Jacobi, 9. 6. 85 und 21. 10. 85). Das bis zur näheren Berührung mit Schiller krampfhaft festgehaltene Verhältnis zu Spinoza entstammt nicht eigenem Triebe und eigenem Instinkt, vielmehr erkennt man darin eine bedenkliche Zugabe Herder's, dessen Unzulänglichkeit in philosophischen Fragen Goethe erst aus Schiller's Belehrungen erkennen lernte. Herder hatte sich schon in seinen Rigaer Jahren intensiv mit Spinoza beschäftigt, dessen Weltanschauung einen verhängnisvollen Einfluß auf seine ganze fernere Entwickelung gewann. Dem Theologen erschien diese „jüdische Religionslehre ins Abstrakte übertragen“ (siehe Jowett: „The Dialogues of Plato“, 3. ed. 2, 21), als willkommene Brücke, um aus den ihm aufgezwungenen engen Anschauungen des Alten Testamentes zu kosmischen Gedanken zu gelangen; darum hielt er fest daran; hingegen einem Goethe diese zugleich abstrakte, rabbulistische und mathematische Denkart   f e r n e r    a l s   i r g e n d   e i n e m   M e n s c h e n   a u f   d e r   W e l t   l i e g t.   Einzig der Einfluß des gelehrteren Freundes, des „großen Künstlers von Blendwerken“ (wie ihn Kant nannte), hat den reinen Instinkt des Naturschauers und Poeten irreführen können; das hat schon vor vielen Jahren Bernhard Suphan gezeigt (vergl. „Goethe und Spinoza“, in der Festschrift zur 2. Säkularfeier des Friedrich-Werderischen Gymnasiums in Berlin, 1881, S. 23 ff.): „Goethe hat die Gesichtspunkte, welche ihm das Ganze des Spinozischen Systems überschaulich machten, von Herder angenommen.“ Das geht so weit, daß er Aussprüche Herder's sich wörtlich aneignet und für echt spinozistisch hält. Sehr bezeichnend ist es, daß Herder, um sein Ziel zu erreichen, sich noch der Beihilfe einer Frau bedienen mußte, nämlich der durchaus rationalistisch veranlagten, leidenschaftslosen Charlotte von Stein; in einem Widmungsgedicht nennt Herder Spinoza „den Weisen, den du (Charlotte) gefällig ihm (Goethe) machtest“ (siehe Brief Goethe's an Charlotte von Stein, Ausg. von Wahle, 1900, 2, 551), und das einzige karge Blatt in Goethe's gesamtem Nachlaß, das sich auf Spinoza's Lehre zu beziehen scheint (obwohl sein Name nicht genannt wird), ist von Frau von Stein's Hand und enthält nicht eine einzige Wendung, welche auf eine Beteiligung Goethe's schließen ließe, (wenn es auch wegen des Fundorts in der Weimarer Ausgabe aufgenommen worden ist). Von dem Augenblick an, wo Schiller ihn aufklärte, hat Goethe nie mehr gewankt: die Berührung mit Spinoza lebte zwar als dankbare Erinnerung an ferne Zeiten in seinem Gedächtnis fort, doch war es nunmehr Kant's Lehre, die er seinen „frühesten Überzeugungen“ gemäß fand (Brief an J. S. C. Schweigger, 25. 4. 18), und zwar nach den beiden Richtungen hin, auf die es ihm bei philosophischer Besinnung ankam: für seine Erforschung der Natur, für seine Befassung mit dem Wesen aller Kunst.
    S. 741 ...(w a s   s i e   w i l l).   Maximen und Reflexionen. Der etwaige Einwurf, obiger Spruch richte sich nicht besonders gegen politische Zustände, sondern gegen jede Majoritätsherrschaft, auch in anderen Fragen, ist ohne Kraft.

779

REGISTER DER EIGENNAMEN

Agassiz, Louis 261; 380; 381.
Alexander I., Kaiser von Rußland, 156—157.
Amalie, Herzogin-Witwe von Weimar 22; 46 zit.; 53.
Anaxagoras 273—275; 277; 286; 297; 302; 309; 751.
Aristophanes 573.
Aristoteles 94; 302; 311; 312; 511; 729.
Arndt, Ernst Moritz 163 zit.
Augustinus 276; 394; 699; 722; 760.

Bach, Johann Sebastian 136; 474; 476; 523; 723.
Bacon, Francis 303; 308; 623; 630 u. zit.
Bacon, Roger 182; 303; 308 zit.
Baer, Karl Ernst von 377.
Balzac 653 zit.; 731 u. zit.
Batteux 428 u. zit.
Baudelaire 550.
Beaumarchais, Pierre Auguste de 239.
Beck, Joh. Christ. 244.
Beethoven 6; 7; 10; 412; 417; 420; 723; ü. G. 435; 488 (2); 514; 522; 657.
Behrisch, Ernst Wolfgang 29; 98.
Bellay, Joachim du 106 u. zit.
Belluomo, Joseph 240.
Berkeley 307.
Berthier, Alexandre 157.
Bismarck, Fürst 221; 229; 722.
Bissing, Henriette von 45 zit.
Böhme, Jakob 278 zit.
Boisserée, Sulpiz 123; 135; 161; 504; 510.
Bonnet, Charles de 654.
Börne, Ludwig 747; 748; 749.
Böttiger, Carl August 246.
Boucke, Ewald A. 269 zit.
Bovy, Antoine 194.
Boyle, Robert 351.
Brentano, Bettina 718.
Brentano, die Familie 120.
Brentano, Maximiliane 36; 518.
Brentano, Peter Anton 36.
Brion, Friederike 34—35; 69; 75; 99; 104.
Bruno Giordano 90 zit.; 278 zit.; 283 zit.; 293; 307; 634 zit.
Büchner, Ludwig 281.
Buddha 581.
Buff, Lotte 36; 69; 75; 91; 99.
Buffon 653.
Bürger, Gottfried August 142; 556.
Büttner, Christian Wilhelm 166.
Byron 99; 527.

Caesar 736.
Calderon 3 zit.
Calvin 152.
Camper, Petrus 265 ü. G.; 377.
Carl August, Herzog (Erbprinz, Erbherzog, Großherzog) von Weimar,
— Über: 42; 74; 228; 240; 246; 247.
— und G.: 39—43; 74; 123; 133; 139; 213; 215—217; 222; 223; 242—248; 362; 559.
— zit.: 40; 44; 133.
— über G.: 23; 133; 207.
— erwähnt: 20; 44; 50; 54; 55; 115; 121; 123; 142; 209; 213; 223; 227; 228; 231; 232; 234; 236; 238; 240; 246; 247; 487; 492; 559.
Carlyle, Thomas 23 ü. G.; 43; 267; 581 ü. G.; 721 u. ü. G.
Carus, Karl Gustav 378.
Cervantes 527.
Chamfort 684 zit.
Chaucer 99; 726.
Cicero 609.
Cohn, Ferdinand 265 ü. G.
Condillac 295.
Cope, Edward Drinker 361.
Cotta, Johann Friedrich von 158; 234.
Coudray, Clemens Wenzeslaus 81; 125.
Couturat, Louis 112 u. zit.
Cromwell, Oliver 221; 722.
Currie, Mme. 389.
Cuvier 261; 470; 610 zit.; 654.

Dante 24; 676; 722.
Daru, Pierre Bruno Graf 153.

780 REGISTER DER EIGENNAMEN
Darwin, Charles 263; 374; 379; 386 u. zit.; 470; 651; 653 u. zit.
David, Jaques Louis 195.
Dawe, George 194.
Demokrit 302; 358; 391.
Descartes 6; 96; 282 zit.; 303; 304; 341; 393 u. zit.
Desor, Eduard 381.
De Vries, Hugo 654.
Diderot 23; 239; 541; 654; 676.
Döbereiner, Johann Wolfgang 211; 328.
Dove, Heinrich Wilhelm 341.
Dürer, Albrecht 85; 428 u. zit; 473; 636.

Eckermann, Johann Peter 120; 125; 249; 617; 636; zit.: 38; 126; 134; 509; 559; 676; 738.
Eckhart, Meister 278 zit.; 608 zit.; 728 zit.; 733.
Eckhof, Konrad 238.
Egil 106.
Egloffstein, Gräfin Julie von 73.
Eichstädt, Heinrich Karl Abr. 119; 231; 232; 243.
Emerson, Ralph Waldo 23.
Euklid, 638.

Fahlmer, Johanna 86 ü. G.; 110 u. ü. G.; 111 (2) ü. G.
Faraday, Michael 688; 723.
Fechner, Gustav Theodor 731 zit.
Flaubert, Gustave 247 zit.; 324 zit.
Franziskus 278; 280; 760.
Fraunhofer, Joseph von 320.
Friedrich der Große 25; 208 (2); 219; 221; 723.
Fritsch, G. F. von 57.
Füeßli, Johann Heinrich 122.

Galilei 303; 319.
Gellert, Christian Fürchtegott 29; 682.
Giotto 435.
Gluck 568.
Goethe siehe das folgende Register.
Goethe, August von 70; 74; 78; 115 ü. G.; 119; 504; 510; 559.
Goethe, Cornelia 27; 48; 75.
Goethe, Christiane von 18; 23; 69—72 zit.; 70; 75; 110; 111.
Goethe, Johann Caspar 25—27; 150; 177; 206.
Goethe, Katharina Elisabeth 22—26; 22 zit.; 69 zit.; 206; 212; 895.
Goethe, Ottilie von 80.
Goethe's Diener und Famulus 23; 116.
Goethe's Nichte 70 zit.
Goldoni 239.
Goncourt de, Brüder 550.
Gotha, Herzog von 234; 237.
Gottsched, Johann Christof 28.
Gottsched, Luise 28.
Gräf, Hans Gerhard zit.: 497; 527; 566.
Gretchen, Wirtstochter in Frankfurt 75.
Grimm, Jakob 48 zit.; 269 zit.; 552; 556 zit.; 604 zit.; 677 zit.; 729 zit.
Grüner, Karl Franz 250.
Guhrauer, Gottschalk Eduard 716 bis 717.
Güldenapfel, G. G. 235.

Haeckel, Ernst 654; 655.
Hafis 478; 689.
Haller, Albrecht von 456 u. zit.; 458.
Hammurabi 738.
Hegel 78; 232; 276; 664.
Hehn, Victor 748 zit.
Heine, Heinrich 462; 747; 749.
Helmho1tz, H. von 265 ü. G.; 347 ü. G.; 348; 354 zit.; 386 zit.
Heraklit, 94; 470 (2) u. zit.
Herder, Caroline 19; 33; 44; 132.
Herder, Über: 31—35; 59; 121; 130—132; 232; 582; 722.
— und G.: 31—35; 54; 62; 130—132; 135; 139; 142; 216; 293; 437; 483; 504; 543.
— zit.: 32; 37; 43; 131 (5); 677—678.
— über G.: 25; 37; 163; 209; 487; 565.
— erwähnt: 35; 43; 44; 128; 543; 556; 565; 582; 718.
Hertz, Heinrich 321; 325 zit.
Herzlieb, Wilhelmine 72.
Hildebrand, Rudolf 679 u. zit.
Holbach, Paul 295.
Homer 272; 434; 436; 477; 511; 597.
Horaz 153.
Hugo, Victor 460.
Humboldt, Alexander von 67; 265; 374; 400 ü. G.; 743.
Humboldt, Wilhelmvon, Über: 67; 91; 135; 437; 511.
— zit.: 128; 419.
— über G.: 91—92; 95; 102; 193; 198; 400; 402; 409; 419; 468; 508; 525; 589; 730.

781 REGISTER DER EIGENNAMEN

— erwähnt: 102; 121; 123; 189; 232; 400; 508; 511; 743.
Hume 96.
Huyghens, Christian 341.

Iffland, August 571.

Jacobi, Fritz 121; 128—130; 129 zit. 139; 288; 337; 594; 706; 718.
Jagemann, Christian Joseph195.
Jagemann, Karoline 247.
Jean, Paul 677 u. zit.
Jerusalem, Karl Wilhelm 36; 99; 526.
Job, A. 395.
Josquin de Près 532.
Joule, James Prescott 642.

Kallikrates 417.
Kant, Über: 6; 8; 10; 196; 268; 282; 310; 320; 324; 441; 468; 515; 556; 614—622; 624; 633 (2); 701; 704; 710; 722; 726; 729.
— und G.: 310; 402; 417; 441; 468; 614—622; 709; 739.
— zit.: 51; 142—143; 218; 258; 265; 268; 282; 319; 320; 323; 324; 353; 359—360 (2); 368; 402—403; 495; 534; 595; 614—616; 624; 633 (2); 667; 688; 692—693; 705—706; 723—724; 729; 734.
— erwähnt: 268; 347; 701; 704; 709; 710; 738; 739; 750; 757; 759.
Karl August, Herzog von Weimar siehe Carl August.
Karl der Große 722.
Kelvin, Lord 341 u. zit.; 361; 386 zit.; 392 zit.
Kestner, Johann Heinrich 36; 91 ü. G.; 147 ü. G.; 187 ü. G.
Kielmeyer (Lehrer Cuviers) 654.
Kirchhoff, Gustav Robert 361.
Kirms, Franz 119; 179; 242; 246.
Kleist, Heinrich von 167.
Klettenberg, Katharina von 293.
Klinger, Friedrich Max 142.
Klopstock, 131 ü. G.; 460; 556.
Kluge, Friedrich 751 zit.
Knebel, Carl Ludwig von 43 zit.; 44; 45 u. zit.; 127 zit.; 142; 150 u. ü. G.; 224; 408; 493; 655; 716.
König Arthur 356 u. zit.
Kopernikus, 371; 393; 723.
Körner, Chr. Gottfried 44; 64; 92; 131; 134; 176.
Kotzebue, August von 231; 571.
Krafft, Johann Friedrich 144—146; 171; 487; 761.
Krantz, Johann Friedrich 246.
Kügelgen, Franz Gerhard von 194.
Kugler, Franz 194 ü. G.

Lamarck 470; 654.
La Roche, Maximiliane von 36; 69.
Lavater 30; 65 ü. G.; 127—128; 135; 139; 165; 672; 676; 697.
Lehmann, Joh. August O. L. 552 u. zit.
Leibniz 6; 384; 607; 636; 639—647; 639 zit.; 642 zit.; 643 zit.; 653; 655; 664; 669.
Lengefeld, Lotte 46 zit.; 64 zit.
Lenz, Jak. Mich. Reinhold 142.
Lenz, Johann Georg 119; 134; 385.
Leo der Isaurier 723.
Leonardo da Vinci 6; 195; 447; 473; 527; 528; 636.
Leonhard, Karl Caesar von 388.
Lessing 239; 411; 412; 556; 718.
Levetzow, Amalie von 72; 73.
Levetzow, Ulrike von 62; 68; 73 bis 76; 73 zit.; 75 zit.; 89; 104.
Lichtenberg, Georg Christoph 181.
Linné 96; 470; 654.
Locke 282 zit.; 303.
Loder, Justus Christian 68; 119.
Loeb, Jacques 301 zit.; 305 zit.; 361; 727; 732.
Lombroso, Cesare 30.
Lucretius 273—274; 277; 281; 286.
Luise, Herzogin von Weimar 44; 128; 133; 139; 155 zit.; 163.
Luther, Martin 182; 270 zit.; 277 zit.; 532 zit.; 596 zit.; 696; 701; 702; 705; 760.
Lyell; Charles 382 u. zit.; 383; 386.

Macpherson, James 568.
Maillet, Benoit 654.
Malcolmi (Schauspieler) 244.
Maret, Hugo Bernard 154; 156.
Marivaux 573.
Maupertuis, Pierre Louis Moreau de 653.
Maxwell, Clerk 261; 319; 333; 636.
Mayer, Richard 642.
Meckel, Johann Friedrich 377.
Melanchthon 393.
Mendelssohn, Moses 718.
Mendelssohn-Bartholdy, Felix 529.
Merck, Johann Heinrich 38; 40 ü. G.;

782 REGISTER DER EIGENNAMEN

43 zit.; 45; 142; 211; 291; 331; 483 565; 725.
Meyer, Johann Heinrich 120—127; 137; 138; 139; 142; 194; 232; 510; 673.
Michelangelo 6; 56; 446; 476; 512; 527; 675; 684; 686; 692; 722.
Milton 88; 460; 710 zit.
Mohammed 736.
Moleschott, Jakob 281.
Molière 342.
Montaigne 306 zit.; 399 zit.
Montgelas, Maximilian Josef Graf 154.
Moses 651.
Mozart 243; 572.
Müller, Friedrich von (Kanzler) 57 u. zit.; 60; 73 u. ü. G.; 125; 153 zit.; 374; 637; 716; 720 zit.
Müller, Johannes 260 ü. G.; 265 ü. G. 333 ü. G.
Müller, Johannes von 154; 156; 232.

Napoleon 37; 153—163; 154 zit.; 155; 157 zit.; 160; 168; 170; 736.
Neumann, Christiane 421.
Neureuther, Eugen Napoleon 682; 686.
Newton 204; 295; 322; 341; 343; 345; 346; 349; 350; 392; 723.
Niebuhr, B. G. 136; 182.
Niethammer, Friedr. Imm. 232.
Novalis 289 ü. G.

Oeser, Adam Friedrich 29; 31.
Oeser, Friederike 29.
Oken, Lorenz 378.
Origines 722.
Ovid 460.

Paracelsus 674.
Pascal 88 zit.; 278 u. zit.; 303.
Paulus (der Apostel) 752; 760.
Paulus der Einsiedler 63.
Peter der Große, Zar 676.
Petrarca 99.
Phidias 435.
Picard, Emile 395 zit.
Plato, Über: 6; 263; 302—303; 310 bis 313; 316; 448; 468; 474—475; 532; 588; 629.
— und G.: 310-316.
— zit.: 80; 89; 103; 152; 286; 303; 309; 311; 319—320; 581; 632; 633; 674; 713.
— erwähnt: 9; 78; 94; 112; 152; 188; 275; 365; 581; 584; 588; 598; 629; 674.
Plessing, Friedr. Victor Leberecht 140; 143; 150; 487; 491—494; 761.
Poincaré, H. 341 u. zit.; 391 u. zit.

Radde 356.
Raffael 56; 96; 449; 597; 684.
Rauch, Christian 194.
Reichardt, Johann Friedrich 250 zit.
Reinhard, Karl Friedr. Graf 78; 135; 496; 671.
Reinhold, K. L. 232.
Rembrandt 46; 85; 675; 722.
Richardson, Samuel 36; 526.
Riemer, Friedr. Wilhelm 119; 125; 408; 437; 636; 694; 716.
Rochlitz, Joh. Friedr. 135; 250.
Rollett, Hermann 194.
Ronsard 40 zit.
Rothschild 720.
Rousseau, Jean Jacques 36; 239; 453; 526.
Rubens 446.

Saint-Hilaire, Geoffroy 265 ü. G.; 652 zit.; 660.
Saint Simon 582.
Salzmann, Joh. Dan. 91; 99.
Sanders, Daniel 117 zit.
Schardt, Johann Chr. W. von 43.
Schardt, Sophie von 49.
Schelling, Fr. W. von 9; 67; 93; 129; 232; 276; 378; 654; 664; 677.
Scherer, Wilhelm 71 ü. G.
Schiller, Charlotte von 46 zit.; 64 ü. G.
Schiller, Über: 7; 10; 23; 24; 28; 29; 59; 67; 75; 81; 88; 99; 139; 148; 167; 214; 362; 413; 428; 448; 477; 497; 501; 504; 565; 575; 676.
— und G.: 62—68; 75; 91—96; 104; 134; 137; 142; 167; 175—176; 252; 309; 413; 414; 513; 571—572.
— zit.: 10; 43; 44; 51; 94; 121; 123; 134; 414; 428; 430; 459; 462; 499 bis 500; 501; 502; 508; 566; 571—572; 671; 686; 711; 729; 758.
— über G.: 63; 64; 65; 66; 67; 71; 92—95; 103; 134—135; 142—143; 149; 151; 193; 198; 400; 402; 500; 501; 502; 508; 566; 574; 576; 597—598; 603; 614; 627—628; 647; 648; 730.

783 REGISTER DER EIGENNAMEN

— erwähnt: 19; 23; 24; 29; 43; 44; 46; 61—69; 71; 72; 75; 81; 88; 91; 92; 93; 94; 96; 97; 99; 106; 114; 121; 122; 123; 125; 126; 131; 132; 134; 135; 139; 148; 167; 175; 176; 189; 190; 232; 233; 243; 246; 251; 252; 264; 267; 323; 363; 366; 367; 400; 402; 413; 414; 432; 451; 458; 497; 501; 504; 506; 508; 513; 527; 565; 571; 575; 589; 676; 679; 684; 717; 726; 750; 751.
Schlegel, August Wilhelm von 67; 232; 506—507 ü. G.
Schlegel, Friedrich von 67; 677 u. zit.
Schleiden, Matthias Jakob 265 ü. G.
Schleiermacher 232.
Schlosser, Henriette 70 zit.
Schmidt, Johann Adam 232.
Schönemann, Lili 37—38; 47; 69; 75; 99; 102; 105; 110; 111.
Schönkopf, Annette (Kätchen) 29; 98.
Schopenhauer 9; 65 ü. G.; 152; 581; 607; 667; 669; 677; 681; 691; 757 u. zit.; 760.
Schroeder, Friedr. Ludwig 240.
Schubarth, Karl Ernst 120.
Schultz, Christoph Ludw. Friedrich 135.
Schwedenborg 492; 612.
Scotus, Erigena 277 zit.
Seidel, Philipp Friedrich 23; 116.
Seneca 609.
Serres, Etienne Renauld Auguste 377.
Shakespeare, Über: 6; 49; 430; 436; 694—695; 722; 726.
— zit.: 140; 190; 521; 555.
— erwähnt: 33; 131; 243; 477; 514; 527; 565; 676; 726.
Simonides 524.
Sokrates 285 zit.
Sömmerring, Samuel Thomas von 377.
Sophokles 477; 572; 726.
Soret, Frédéric 37 u. zit.
Soult, Nicolas Jean de Dieu 153; 157.
Spinoza 129; 293; 324; 709; 730.
Staël, Madame de 23 ü. G.
Stein, Charlotte von 38; 69; 116; 490; 493; 654 zit.; 718.
— und G.: 17; 18; 21; 43—54; 55; 56; 105; 110; 132; 139; 483.
— 's Gatte 43; 138.
— 's Schwägerin 49.
— 's Söhne 46 u. zit.
— 's Vater 43.
Stein, Ernst u. Friedr. Const. 46 u. zit.
Stein, Gottlob Ernst J. F. Frh. von 43; 138.
Stein, Heinrich von 414.
Sternberg, Kaspar Graf 135.
Sterne, Lawrence 22; 181; 204 zit.; 221.
Stieler, Josef Karl 194; 195.
Stolberg, Auguste Gräfin zu 105.
Strohmeyer, Heinrich (Bassist) 247.
Suphan, Bernhard 124.
Swedenborg 492; 612.

Tacitus 156.
Talleyrand-Périgord, Charles Maurice 153 u. zit.; 154; 155 u. zit.; 156.
Tertullian 394 u. zit.
Thomson, J. J. 392 zit.
Thomson, William siehe Kelvin, Lord.
Theodosius, Kaiser 722.
Theophrast 351.
Thomas von Aquin 281.
Tieck, Ludwig 744 zit.

Uexküll, J. von 361.
Umbreit (Professor) 720.
Urban VIII. 393.

Van Dyck 46.
Vauvenargues 433 zit.
Virchow, Rudolf 265 ü. G.
Vischer, F. T. 537.
Vogel, Karl 81 ü. G.; 125; 218 ü. G.
Voigt, Christian Gottlob 55; 118; 141 u. ü. G.; 209; 232.
Voigt, Johann Karl Wilhelm 118.
Voltaire 54; 239; 278 zit.; 319 zit.; 652.
Voß, Heinrich (der jüngere) 23 zit. u. ü. G.; 437.
Voß, Johann Heinrich (der ältere) 437; 702.
Vulpius, Christiane siehe Goethe, Christiane.

Wagner, Heinrich Leopold 142.
Wagner, Richard 6; 9; 10; 99; 105; 182; 251; 266; 412; 424; 435; 436; 438; 442; 462; 514; 568—571; 575; 576; 722.
Weber, B. A. 570.
Weber, Carl Maria von 410.
Wesendonck, Mathilde 105.

784 REGISTER DER EIGENNAMEN

Weimar, Amalie, Carl August, Luise usw. siehe Amalie, Carl August, Luise usw.
Weismann, August, 645.
Wieland 40; 45 zit.; 133; 146 u. zit.; 147; 150 zit.; 155 zit.; 239; 437; 556; 676.
— über G.: 40; 43; 133; 146; 147; 150; 209; 574—575.
Wiesner, Julius 265 ü. G.; 356.
Willemer, Marianne von 72.
Winckelmann 34; 122.
Wolf, Friedrich August 119; 134; 232.
Wolff, Pius Alexander 250.
Wordsworth, William 456 u. zit.; 457.
Wright, Thomas 194.

Zauper, J. S. 120.
Zelter, Karl Friedrich 117; 123; 135—137; 137 zit.; 167; 195 zit.; 420 ü. G.; 510; 717; 743; 753 zit.







785

REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    ADEL, der 226.

    ALLEGORIE, die: Goethe's A. von Gott und Natur 711—734.
    ALLEINHEIT, die: ein anderes Wort für Chaos 633, „es bleibt Zero übrig“ 633, „wir verkürzen uns“ durch diese Annahme 706.
    ALLGEMEINE, das: ist „der einzelne Fall“ 600, vermittelt zwischen dem Besonderen und dem Einfachen 364.
    ALLGEMEINHEITEN, die: „sich gegen die ungeheuren A. abschließen“ 387.
    ANALYSE, die: setzt „eine prägnante Synthese voraus“ 589.
    ANARCHIE, die: ist G. „verdrießlicher als der Tod“ 295.

    ANSCHAUEN, das 186 ff., 401; fragt nicht Warum, sondern Was 259, Übung der
Sinne 257, 402, ihre grundsätzliche Erweiterung 402, Unterscheidung zwischen scharfem und reinem Sehen 473, Anschauen und Wissen 450 ff.; „in dem Auge spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch“ 423, „die Welt des Auges“ 264, 298, 343, 348, 363, 376, 399, 403.
    ART, die Idee einer: eine Notwendigkeit 642, eine reine Idee 642, 649, Leibniz über sie 642 ff.; die Entstehung der Arten 643 ff.
    ÄTHER, der: 391.

    ATOMENLEHRE, die 274 ff., 390 ff.; G. gegen sie 296 ff., wer Atome voraussetzt, wird sie finden 360.
    ATMAN, der 595; 667.
    BALLADE, die: etwas Mysterioses 570, enthält die Grundarten der Poesie „wie in einem Ur-Ei zusammen“ 571.
    BARBAREI, die: „die barbarische Art, sich aus der Barbarei zu retten“ 394.
    BEHAGEN, das heilige 7.

    BEJAHUNG, die, des Willens zum Leben (siehe Goethe's Weisheit).
    BESCHRÄNKUNG, die: ist nicht mit Beschränktheit zu verwechseln 601, unsere B. sollten wir oft überdenken 607, sie ist eine Bedingung der Meisterschaft 602 ff., der Vollkommenheit der Person 607, der belebenden Tat 604 ff., des Menschenglücks 171.
    BESONDERE, das: ist „die Millionen Fälle“ 600, in ihm erschauen wir das Allgemeine 363 ff., wächst durch vollkommene Darstellung zum Symbol aus 600, vermittelt „Offenbarung des Unerforschlichen“ 364.
    BIBLIOTHEK, die Reorganisation der Jenensischen 233—238.
    BILDENDE KUNST, die: G's Verhältnis zu ihr (siehe Goethe), G's Rat an die bildenden Künstler 419 ff; Verwandtschaft der b. K. mit Tonkunst 416 ff.; die hellenische Plastik 415, 434 ff. (siehe auch Kunst, Wahnkunst, Sinnenkünste).
    BILDUNG, die: das einzige Erfordernis ist, daß sie ein Ganzes ausmache 607.
    BIOGENETISCHE GRUNDGESETZ, das 654.

    BOTANIK, die: G's Beschäftigung mit Botanik 68, 118, 229, 328, 335, 365—374.
    CHEMIE, die: G's Verhältnis zur C. 328, 387 ff.; die moderne C. von A. Job be
urteilt 395; die Chemie des Heldentums 300 ff., 305, 361.
    CHRISTENTUM, das: nach G. die einzige Religion, welche Glaube, Liebe, Hoff
nung lehrt 715, steht in weit stärkerem Gegensatz zu dem Judentum als zu dem Heidentum 711, G. schließt alles Nichtchristliche von unserer Kultur aus; eine vorgeschlagene Geschichte des C. 722.
    CORRELATION, die 610.

786 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    DEMUT, die: die größten Menschen sind demütig, sagt G. 87, 602 (vergl. Goethe).
    DENKEN, das: „alles Denken hilft zum Denken nichts“ 485.
    DESPOTIE, die: „schafft große Charaktere“ 740.

    DEUTSCHTUM, das: G. als Deutscher 744—749, „ich darf mich den Befreier der Deutschen nennen“ 745, den Bewahrer ihrer Reinheit 747 ff., Tieck's Urteil über G. als Schöpfer und Verklärer des D. 744; das Deutschland Heine's und Börne's 749.
    DIALEKTIK, die: und G. 92.
    DIASTOLE UND SYSTOLE 593 ff.
    DILETTANT, der: G. ist der eigentliche D. 441.
    DINGE, die 472, 640.
    DOGMATIKER, die 280, 289 ff. (siehe Monismus).
    DRAMA, das: Erweiterung des Begriffes „dramatisch“ 574 ff., dramatisch ist nicht gleich „theatralisch“ und noch weniger gleich „bretterhaft“ 565, 575, der Dramatiker ist Wahnkünstler, nicht Sinnenkünstler 429 ff.; 574 ff.
    DUMMHEIT, die 470.

    EHRFURCHT, die: bildet den Kern von G's Weltanschauung 754, „ein höherer Sinn“ 171, 602, 690, ein „Quellpunkt“ 603, 691, die E. könnte die Erde von allen Übeln heilen 691, G's Lehre von der E. 10, 753 ff., „jedes Ereignis mit E. betrachten“ 690; E. und Religion 687—691.
    EINFACHE, das: ist im Mannigfaltigen verborgen 364 ff., nur durch eine Stufenleiter aus jenem auszuwickeln 364; „man muß an das E. glauben“ 184.
    EINFALT, die: keimt aus Liebe 602, blüht auf als mächtiges Wirken 603.
    EINHEIT, die: Unterschied zwischen technischer und architektonischer E. 319.
    EISENBAHN, die 742.

    EISZEIT, die 380 ff.
    ELEKTROCHEMIE, die: von G. vorausgesagt 388.
    EMPIRIE, die: die „zarte E.“ 617, „die millionenfache Hydra der E.“ 259, 266, 294, 444, 658.
    ENTHUSIASMUS, der: G. empfiehlt den „parteiischen E.“ 8, 600, den „unsinnigen E.“ 600.
    ERFAHRUNG, die: entsteht aus dem Bunde des Ideellen mit dem Reellen 624, alle E. wird erschaffen 617, die angeblich „bloße E. existiert nicht 315, die „recht lebendige E.“ im Gegensatz zur vermeintlichen Wahrheit 344; Kant's Frage: wie ist E. möglich? 624 (siehe Idee).
    ERFINDEN, das: die eigentliche Funktion des Menschengeistes 152.
    ERHABENE, das: einmal zerpflückt, tritt nicht leicht wieder zusammen 690.
    ERKLÄREN, das: G. gegen das E. 325 ff.

    ERSCHEINUNGEN, die: „die E. retten“ 392 ff.; Kant's Auffassung 614 ff.
    EVOLUTIONSLEHRE, die: Geschichtliches über sie 651 ff. G's Verhältnis zur E.
650—663, „Gemeinschaft aller Organisation“ 652, 656 ff., die Gestalt beharrt 660.
    EWIG-LEERE, das 577, 727.
    EWIG-WEIBLICHE, das 79, 112, 728 ff., Verhältnis zum Ewig-Leeren 577.
    FACHGELEHRTEN, die: G's Antipathie gegen sie 41, 62, 228, 235 ff., 261 ff., „beschränkt“ 595, „Fratzen“ 534, „barbarische Obskuranten“ 582, „für lauter Wissenschaft sehen sie nichts“ 582, errichten „das andere Papsttum“ 263, reden über die Farben, ohne sie zu kennen 348; wie die F. über G's Sprache urteilen 534, 551—561.
    FARBENLEHRE, Goethe's: Herder's Widerspruch die treibende Veranlassung 131, dann leitet der „führende Genius“ 338, hier hat G. alles selber erfunden 119, 337 ff., seine F. bildet einen Gegensatz zur Optik 338, sie hat mit Mathematik nichts zu tun 338, 397, der Kern seiner Lehre 354 ff., sie erschöpft jeden möglichen Fall 351, sie soll uns sehen lehren 348 ff., darum kostet sie Mühe 352, zugleich soll sie „die Natursprache bereichern“ 343, 358. — Die Farben „sind mehr Tätigkeiten als Gegenstände“ 348, durch

787 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

Newton wird man „die Farbe für's ganze Leben los“ 350; die Frage nach Grundfarben 353—358, die antagonistischen Farben 357 ff., die Zahl der unterscheidbaren Farben 356 ff.
    FORM, die: ist „das Glas, wodurch wir die Strahlen zum Feuerblick sammeln“ 532, „jede F. hat etwas Unwahres“ 532.
    FORTSCHRITT, der: G. glaubt vielmehr an „Verharren in der Mittelmäßigkeit“ und an neu hereinbrechende „Barbarei“ 583.
    FREIHEIT, die: ist der Natur entgegengesetzt 750, kann nicht mit Gleichheit zusammen bestehen 214, 740, sondern nur dort, wo „alle Rechte geschätzt werden“ 741.
    FREIHEITSKRIEGE, die: G. und die F. 744.
    FÜRSTEN, die 207, 213, 225 ff., 247 ff., 744 ff.
    FÜRSTENBUND, der 223 ff.

    GANZES, ein: Wesen und Wert der Intuition eines G. 623, Hauptabhandlung, 621—628, „ein gewisses ideales Ganze“ 625, ein G. ist ein bestimmter, aber verschiebbarer Begriff 599, bezeichnet nicht eine absolute, sondern eine relative Größe 627 ff., unendlich, unerreichbar, unerforschlich 613, „ein G. ohne Ende“ 613, besteht immer aus zwei Welten 616 ff., 618, weswegen zwei „Halbtümer“ nie ein G. ausmachen 599; nur wer ein G. innerlich besitzt, versteht das Einzelne 5, 601 ff., „ohne Ganzheit ist niemand wahrhaft groß“ 613; ein G. in der Bildung 625, im Erschaffen 625, in der Meisterschaft 624, bei Hypothesen 626, im Häuslichen 626, im Handwerk 626, in der Sprache 627, moralisch 626, „erhebt die Seele“ 626.
    GEDULD, die: „eine Pandora im höheren Sinne“ 174.
    GEGENWART, die: wir verlieren das Heute über das Gestern und Morgen 609, „die G. läßt sich ihr ungeheures Recht nicht rauben“ 608, „Gott ist ein Gott der G.“ 608 (sagt Eckhart).
    GEGENWART, unsere: der geistige Verfall in unserer G. und was ihn verursacht 299 ff.
    GEIST, der: ist Einheit und schafft Einheit 645 (vergl. auch nûs).
    GEMEINE, das: Goethe's Definition 725, sein Verhalten dem G. gegenüber 754 (vergl. auch Mephistopheles); 449.
    GEMEINSAMKEIT, die 114 ff., 666, Wechselwirkung zwischen G. und Individuum 663—705, G. und Religion 687—705; der einzelne ist sich nicht hinreichend 671, die G. bedingt seinen Wert 670, der aber wieder auf die G. zurückwirkt 671; die G. hat „etwas Magisches“ 695, sie führt notwendig zu Sittlichkeit und Religion 666 ff., das corpus mysticum 692.
    GENIE, das: der lebenzeugende Mensch 31, Geschichte des Wortes 675 ff., Auffassung der Romantik 677, Schopenhauer's Definition 677, 681, Herder's Auffassung 677, Goethe's Auffassung 675—686; das G. liegt überall latent 681, ist ein Durchsichtigwerden der Monade 680 ff., der creator spiritus 679—687, wirkt unbewußt 684, übernatürlich, magisch 684, „leistet willig Gehorsam“ 680, benützt die eigene Grenze als Stützpunkt 529, „die furchtbaren Bedingungen“ 597, erreicht nicht, was es wollte 476, „zweideutige Wirkungen“ 265 ff., 681, „erschreckend“ 597, „dem G. traut man alles zu, da es doch nur ein Gewisses vermag“ 680, „objektiv irrt sich das G. oft“ 683; G. und Religion 687, 694, G. und Talent 686.
    GEOLOGIE, die: Goethe's Studien 330, 380, seine Entdeckungen 336, 380 ff., die Eiszeit 380, sein Kampf gegen die Kataklysten aller Schulen 331, 382, 384, er ist ein Bahnbrecher der modernen Geologie 375, „still, einfach, grandios“ 382, „niemals Gewalt“ 383 ff.
    GERECHTIGKEIT, die: der Sinn für G. kann zu einem „kranken Gefühl“ entarten 758.
    GESCHICHTE, die: nennt Goethe „das gefährlichste und undankbarste Fach“ 656; das Gottverwandte (Kunst und Religion) gehört nicht eigentlich in ihr Gebiet 736.

788 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    GESTALT: schließt sich nur dem Geist auf 651.
    GEWISSEN, das: nennt G. „das höchste Erbteil des Menschen“ 739, es ist „Sonne seinem Sittentag“ 739, „man kann das G. belügen, aber nicht täuschen 739; G. „bedarf keines Ahnherrn“ 738, es gehört auf eine Stufe mit Vernunft und Genie 681, 750.
    GLAUBE, der: „ein Akt des Willens“ 692, „ein heiliges Gefäß“ 692, zu echtem G. gehört „viel Zartheit der Gesinnung“ 704, die jüdische Auffassung des G. vernichtet Religion und Kultur 705, was diese Auffassung von der arischen unterscheidet 721; Aberglaube steht ungleich höher als Unglaube 694 ff., „was man glaubt, gleichgültig“ 693.
    GLEICHHEIT, die 214, 226, 741.
    GOETHE, G's   C h a r a k t e r:   164—184; barmherzig 140—146, 761, beharrlich 18, 177 ff., 230, besonnen 88, demütig 87, 174, 249, 455, 494, 588, 754 (lehnt die Benennung „Meister“ ab 7) ; ehrfurchtsvoll 171, 753 (siehe Ehrfurcht), entsagend 173 ff., ernst 23, 180, geduldig 174, gelassen 174, heiter 180—183, 759, hoffnungsvoll 176 ff., 609, kein Diplomat 166, leidenschaftlich 86, 89, nachgiebig bei großem Willen 177, 246, pflichttreu 78, 510, 755—760, zurückhaltend 8, 165, ruhevoll 175, schmeichelt nie 167, sichbeschränkend 171 ff., 600—628, grenzenlos tätig 168 ff., 178, 188, 203—252, 289, 464, 530, 753, ungestüm 23, vergessensfähig 180, vermeidet Streit 178, verschwiegen 10, 165, 588, wahrhaftig 165 ff., 167, 170, 288 ff. 464, willenskräftig 7, 30, 60 ff., 207, wohlwollend 752; „ablehnend“ 148, desultorisch 169, „Dunkelheit und Zaudern“ 66, „fahriges Wesen“ 26, „grillenhaft“ 24, hypochondrisch 147, leichtfertig 24, planlos 24, „Schattenleidenschaften“ 149, „spatzenmäßig“ 25, 487, stöckig 148, „stumm wie ein Fisch“ 148, tyrannisch 207, verstockt 148, übertriebene Würde 23, bisweilen zudringlich 148. „Wo die Worte fehlen, spricht die Tat“ 409.
    G's   G e s t a l t:   193—196.
    G's   G o t t e s g l a u b e:   nicht mystisch 710, 730 ff., nicht rationalistisch 710, ein Gott-Schöpfer wird nicht postuliert 583, „Pantheist, Polytheist, Monotheist“ 288, über und gegen die Alleinheitslehre 293 ff., 706, 731 ff., G. erblickt Gott überall in der Natur 594, 706, in der Geliebten 689, der creator spiritus (Genie) 679—686, die „Absichten der Gottheit“ 667, „unbedingtes Ergeben in den unergründlichen Willen Gottes“ 761,