HOUSTON STEWART CHAMBERLAIN
GOETHE

ANHANG & REGISTER


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Vorworte & Einleitung
Erstes Kapitel. DAS LEBEN
Zweites Kapitel. DIE PERSÖNLICHKEIT
Drittes Kapitel. DER PRAKTISCH TÄTIGE
Viertes Kapitel. DER NATURERFORSCHER
Fünftes Kapitel DER DICHTER
Sechstes Kapitel. DER WEISE
Anhang & Register



 
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ANHANG UND REGISTER

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(Leere Seite)

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    S. 17 ...(innere Krisis). Schon in früheren Zeiten hatte sich krisenartig der selbe Wahngedanke aufgedrängt; so schreibt z. B. Goethe am 20. 11. 74 (an Sophie von La Roche): „Ich werde diesen Nachmittag zuerst den Ölpinsel in die Hand nehmen! Mit welcher Beugung, Andacht und Hoffnung drück' ich nicht aus; das Schicksal meines Lebens hängt sehr an dem Augenblick.“

    S. 22 ...(zurückkehren). Vielfach herrscht noch die Vorstellung, als habe Goethe in diesem Werke mehr gedichtet als berichtet, und deswegen den Titel gewählt; doch ist das grundfalsch. Goethe schreibt: „Was den freilich einigermaßen paradoxen Titel der Vertraulichkeiten aus meinem Leben Wahrheit und Dichtung betrifft, so ward derselbige durch die Erfahrung veranlaßt, daß das Publikum immer an der Wahrhaftigkeit solcher biographischen Versuche einigen Zweifel hege. Diesem zu begegnen, bekannte ich mich zu einer Art Fiktion, gewissermaßen ohne Not, durch einen gewissen Widerspruchsgeist getrieben; denn es war mein ernstestes Bestreben, das eigentliche Grundwahre, das, insofern ich es einsah, in meinem Leben obgewaltet hatte, möglichst darzustellen und auszudrucken“ (Brief an Zelter, 15.2.30). Und in den Annalen (1809 und 1811) lesen wir, es sei Goethe's Vorsatz gewesen „sich der Wahrheit möglichst zu nähern, insoweit die Erinnerung nur immer dazu behülflich sein wollte“, und: „In diesem Sinne nannt' ich bescheiden genug ein solches mit sorgfältiger Treue behandeltes Werk Wahrheit und Dichtung, innigst überzeugt, daß der Mensch in der Gegenwart ja vielmehr noch in der Erinnerung die Außenwelt nach seinen Eigenheiten bildend modele.“
    S. 30 ...(öfters wieder). Über Goethe's Krankheiten und über das angeblich „Pathologische“ in seinen Werken usw. hat Möbius ein widerwärtiges Buch geschrieben, zuerst 1898 in einem kleinen Bande erschienen, dann 1903 in zwei großen Bänden.
    S. 34 ...(in Goethe). Über die Bedeutung des Begriffes „Genie“ bei Goethe, die von derjenigen durch die Romantik und Schopenhauer heute in Deutschland verbreiteten völlig abweicht, findet der Leser Näheres im 6. Kapitel, S. 675—687.
    S. 35 ...(„der Dr.“) Der Verleihung der eigentlichen Doktorwürde, ihm von der Fakultät angeboten, wich Goethe wegen des „Cärimoniells“ aus und weil die von ihm erlangte Lizentiatur, damals wie heute noch in Frankreich, das Doktorat umfaßte und überflüssig machte.
    S. 36 ...(erfinden). Aus den Monaten gleich nach dem Wetzlarer Aufenthalt sind verhältnismäßig viele Briefe erhalten, in der aufrichtigen Unmittelbarkeit jener Jugendzeit; in keinem einzigen wird man die Spur eines Selbstmordgedankens oder auch nur einer Selbstmordstimmung finden.
    S. 44 ...(z u   l e i c h t).   Brief Carl August's an Knebel, 22. 1. 88: Zur Ergänzung dieses Urteils über die Frauen Weimars diene Knebel's Urteil über die Männer: „Der schwache und zweideutige Charakter der meisten Herren in Weimar unterstützt noch die Bosheit der Weiber“ (Brief an Goethe vom 5. 1. 98; in dem von Guhrauer, angeblich in der „ursprünglichen Fassung“ herausgegebenen Briefwechsel zwischen beiden, ist diese ganze Stelle ohne Auslassungszeichen unterdrückt; man findet sie jetzt in der Weimarer Ausgabe von Goethe's Briefen).
    S. 57 ...(ihn offen). Es gibt aber doch schriftliche Zeugnisse aus jener Zeit. So z. B. lesen wir in einem Brief an den Komponisten Kayser vom 14. 7. 87

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aus Rom: „Ich weiß noch nicht, wie ich mich von Rom losmachen will. Ich finde hier die Erfüllung aller meiner Wünsche und Träume; wie soll ich den Ort verlassen, der für mich allein auf der ganzen Erde zum Paradies werden kann? Mit jedem Tage scheint die Gesundheit Leibes und der Seele zu wachsen und ich habe bald nichts als die Dauer meines Zustandes zu wünschen.“
    S. 61 ...(vorübergehend statt). Bald nach seiner Rückkehr aus Italien fuhr Goethe der Herzogin Mutter, die von Rom heimkehrte, nach Venedig entgegen; dieser zweite italienische Aufenthalt ist oben im Texte erwähnt; dem Herzog folgte er in das Schlesische Lager (1790) und in den kurzen Kriegszug gegen Frankreich (1792), sowie zu der bald darauffolgenden Belagerung von Mainz (1793); außerdem verbrachte er im Herbste 1797 zum letzten Male einige Wochen in der Schweiz. Zu erwähnen wären noch die Badereisen, die sein Gesundheitszustand ihm zur dringenden Notwendigkeit machte, und die ihn noch vierzehnmal nach Karlsbad, Marienbad oder Teplitz und zweimal an den Rhein führten.
    S. 70 ...(Schönemann usw.). Bei den Briefen Goethe's an Christiane ist zu bedenken, daß die allermeisten an einen Sekretär diktiert sind und Goethe auch bei den seltenen eigenhändigen damit rechnen muß, ein Dritter lese sie ihr vor, da Christiane noch nach fünfundzwanzig Jahren Mühe hatte, seine Handschrift zu entziffern; insofern kann man nicht beurteilen, ob ihr Ton demjenigen entspricht, der sonst zwischen ihnen herrschte.
    S. 77 ...(gehört). Herzog Bernhard, einer der Söhne Carl August's, erzählte Goethe, er habe seinen Faust I. bei einem Indianer in Ober-Karolina gefunden! Siehe Brief an Zelter, 28. 3. 29.
    S. 80 ...(erheben können). Die zerstreute Literatur über Goethe's Tod ist von Schüddekopf zusammengetragen worden in einem Band des Inselverlags, „Goethe's Tod“, 1907; daher es nunmehr überflüssig ist, auf andere Quellen einzeln zu verweisen. Dies gilt auch für die folgende Darstellung.
    S. 100 ...(verschmolzen wird). In dem Brief an Zelter vom 29. 3. 27 unterscheidet Goethe zwischen erblicken, sehen, schauen, bemerken, beobachten; bei den zwei ersten wiegt das rein sinnliche Element vor, bei den zwei letzten nimmt die gedankenmäßige Gestaltung progressiv zu; das wahre Schauen steht genau in der Mitte: die sinnliche Tätigkeit bis über das Sehen hinaus gesteigert, der Gedanke zu Gestalt verklärt.
    S. 103 ...(Urpflanze). „...so wurde mir nach und nach klar und klärer, daß die Anschauung noch auf eine höhere Weise belebt werden könnte: eine Forderung, die mir damals unter der sinnlichen Form einer übersinnlichen Urpflanze vorschwebte.“ („Der Verfasser teilt die Geschichte seiner botanischen Studien mit.“)
    S. 109 ...(T i e f e   g e h e n).   Es braucht wohl kaum betont zu werden, daß dieser gehaltreichste aller Briefe Goethe's an Schiller nicht bloß auf die eine Reise Bezug hat, sondern allgemeine und bleibende Bedeutung besitzt; das geht aus dem Konzept noch deutlicher als aus dem redigierten Briefe hervor; dreißig Jahre später nannte Goethe dessen Gedankengang „die Achse, um die sich des Korrespondenten uneinige Einigkeit bewegte“ (Brief an Schultz, 29. 6. 29).
    S. 110 ...(der Hand). Schon hier, wo die Frage aus der Tiefe beleuchtet wird, muß ich aufmerksam machen, wie töricht das Spiel der Identifikationen ist, an dem unsere Philologen eine nie versiegende Beschäftigung finden. Nicht bloß ist es von Grund aus unkünstlerisch und ungenial, sondern gerade Goethe gegenüber empörend absurd. Ihn selbst brachte diese „Deutelei in Verzweiflung“ (Annalen 1795); beim Tasso z. B. „werde das ganze Stück verschoben“, sobald man die Charaktere auf ihn, die Herzogin, „die Steinin“ usw. deute; von den wirklichen Individuen nehme er doch nur die

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Anregung zu diesem und jenem Zuge, gestalte sie im übrigen „aus sich selbst“ (siehe Caroline Herder's Berichte an ihren Mann über Unterhaltungen mit Goethen, „Herders Reise nach Italien“, 1859); ein Verfahren, für das wir außerdem bestimmte Belege besitzen, so z. B. wenn er an Charlotte von Stein schreibt, die Giovanna in seinem „Falken“ „werde viel von Lili haben“, darein werde er aber „einige Tropfen von Charlottens Wesen gießen, nur so viel es braucht, um zu tingiren“ (Brief vom 8. 8. 76). Solcher Argumente und Beweise bedarf es aber nicht für diejenigen, die irgend eine wahre Kenntnis von Goethe's Wesen und Wirken besitzen. Es wiederholt sich auf allen Gebieten das gleiche: die blutigsten aller Dilettanten fanden sich immer unter Fachgelehrten; und wenn Goethe einmal seufzt: „Ich habe nun noch eine besondere Qual, daß gute, wohlwollende, verständige Menschen meine Gedichte auslegen wollen“ (Brief an Zelter, 27. 3. 30), so weiß ich nicht, ob man allen diesen Herren die selben mildernden Umstände zuerkennen kann; manche unter ihnen verfahren dabei boshaft, mißwollend und unglaublich beschränkt.
    S. 112 ...(Lebensgedankens). Fast noch widerwärtiger als das rohe Mißverstehen der Menge ist der Abgrund hohler Gedankenlosigkeit, der uns aus den Büchern der sogenannten Gelehrten anstarrt. So lesen wir in der Cottaschen Jubiläumsausgabe als Kommentar zu dem Chorus Mysticus einen Widersinn nach dem andern, und schließlich zu diesem Worte: „Das Absolut- oder Ideal-Weibliche, die reinste geistigste Liebe.“ Was soll wohl das Absolut-Weibliche besagen? Kann nicht jede Kuhmagd das Prädikat absoluter Weiblichkeit fordern? Bedeutet hier absolut so viel wie „schlechthin“, so besitzt das Wort den einen Vorzug, das Gegenteil von dem, was Goethe meint, ziemlich genau auszudrücken: denn er redet gerade nicht von dem schlechthin Weiblichen, sondern nur von dem einen Element des Weiblichen, ein Element, das auch sonst in der Welt, vor allem in Goethe's eigenem Herzen heimisch ist: das Ewig-Weibliche ist der Gegensatz des Absolut-Weiblichen. Und nun gar das Ideal-Weibliche! Was mag das wohl für ein konfuser Gedankenbrei sein? Aber es kommt noch besser: die „geistigste Liebe“. Lehrt die Erfahrung, daß die Liebe des Weibes besonders „geistig“ sei? Eine geistige Liebe würde wohl heißen — wie in den Katechismen — eine nicht leibliche; ich fürchte, Goethe's Enthusiasmus hätte auf Erden damit wenig anzufangen gewußt. Doch gleichviel, denn jetzt schwebt ja sein Faust im Himmel, als „edles Glied der Geisterwelt“. Wie mag aber die Steigerung gedacht sein? Was für eine Destillation nimmt man mit einer geistigen Liebe vor, damit sie „geistiger“ werde? Und gar eine „geistig-ste“? Wobei der entsprechende Geist jedenfalls die selbe Stufenreihe durchzumachen hat, erst zu einem „Geisterer“ und dann zu einem „Geistester“.
    S. 117 ...(fassungslos). In jeder Biographie findet man das Nähere. Interessant ist der Gegensatz zu Richard Wagner, der ohne jede Furcht 1848 über die Barrikaden kletterte und ruhig Zettel unter die Soldaten verteilte, sie auffordernd, nicht gegen das Volk mit Waffen vorzugehen.
    S. 121 ...(erzählen). Infolgedessen ist für unsere Zeitgenossen der „Kunschtmeyer“, wie man ihn in spöttischer Nachahmung des kernigen Züricher Dialektes zu nennen pflegt, kaum mehr als die fast komische Figur eines wortkargen, pedantischen Kunstpfuschers, der als das eine Beweisstück, unter anderen, für die Behauptung dient, Goethe habe es geliebt, sich mit untergeordneten Begabungen zu umgeben. Daß bei dieser grundirrigen Beurteilung Meyer's der schalste und eitelste Schwätzer, den die deutsche Literatur- und Kunstgeschichte jemals hervorgebracht, Hermann Grimm, alle anderen an Urteilslosigkeit übertrifft, sei nur unter uns Laien, bei verschlossenen Türen, zur Vermeidung fernerer Irrfahrten festgestellt.

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    S. 123 ...(Boisserée). Siehe Brief an Meyer, 20. 7. 31. Und vergl. Tagebuch für Juli 1831, wo „Hauptzweck“ und „Hauptgeschäft“ immer die Arbeit an Faust II bedeuten. Der eigentliche Abschluß der Dichtung fand erst am 21. 7. 31 statt, und die Beendigung der letzten Reinschrift am 22. 7. 31.
    S. 127 ...(d a s   E r h a b e n e).   Eine herrliche neue Gabe des Weimarer Archivs hat kurz vor dem Druck der Volksausgabe dieses Buches zu erscheinen begonnen: „Goethe's Briefwechsel mit Heinrich Meyer, herausg. von Max Hecker, 1. Bd., Juli 1788—Juni 1799“ (Weimar, Schriften der Goethegesellschaft, 32. Bd., 1917). Fortan wird es unmöglich sein, Meyer's Bedeutung und die Eigenart seines Wesen zu vertuschen. Hecker schließt seine vortreffliche Einführung mit den Worten: „Möge ihm aus unserem Bemühen endlich die Anerkennung erwachsen, auf die ihm sein Wesen und Werk vollgültigen Anspruch geben!“
    S. 128 ...(abgeht). In Dichtung und Wahrheit erzählt Goethe von seinem ersten Vereintsein mit Jacobi: „Und so schieden wir endlich in der seligen Empfindung ewiger Vereinigung, ganz ohne Vorgefühl, daß unser Streben eine entgegengesetzte Richtung nehmen werde, wie es sich im Laufe des Lebens nur allzu sehr offenbarte.“ Hier liegt offenbar ein Gedächtnisfehler vor, wie ihm denn Jacobi auf diese Stelle hin schrieb: „Diese Verschiedenheit wußte ich von dem Anfang unserer Bekanntschaft an; und dies, Lieber, ist auch dein Fall gewesen.“
    S. 136 ...(Vielverdiente). Dieses große Hauptverdienst Zelter's um den Meister aller deutschen Meister belieben unsere Juden in der bekannten Weise zugunsten von Zelter's Schüler, Felix Mendelssohn, zu eskamotieren; daß Mendelssohn irgendeine — wenn auch nur rein formale — Beziehung zu Bach gewann, verdankt er dem wackeren, grunddeutschen Zelter. Freilich, wenn man es erlebt, das „Buch des Schenken“ im Divan, auf Goethe's überschwengliche Liebe zu diesem selben Felix gedeutet zu sehen, so kann einen keine noch so unverfrorene Geschichtserdichtung zu Ehren Israel's mehr wundern: das ganze Schenkenbuch ist in den Jahren 1814 und 1815 entstanden und schon 1818 für die mit der Jahreszahl 1819 versehene erste Ausgabe des Divan gedruckt; Goethe aber erblickte den hoffnungsvollen, im Jahre 1809 geborenen Jüngling zum ersten Male am 4. November 1821. Nur zwei Gedichte wurden bei späteren Auflagen des Divan ins Schenkenbuch eingeschoben: „Du kleiner Schelm du!“ und „Was in der Schenke waren heute“, beide fast wörtlich nach Hafis: ob dieser auch erst durch einen Juden zum Dichten begeistert werden mußte?
    S. 141 ...(s p e n d e n   k ö n n e). Wanderjahre, 1. Buch, 6. Kapitel. In den meisten Ausgaben findet man statt „Egotist“ Egoist, da der unheilvolle Philolog Göttling, der Korrektor der Ausgabe letzter Hand, diese Emendation — so nennen die gelehrten Herren ihr freches Befingern der Werke genialer Männer — für angezeigt gehalten hatte: und doch besitzen wir zufällig gerade für dieses Wort die eigene Handschrift Goethe's, da der sächselnde Sekretär beim Diktat „Ekodist“ geschrieben hatte, was den Dichter zu einer eigenhändigen Verbesserung veranlaßte. Übrigens ist die an letzter Stelle beigefügte erklärende Note weder genau noch genügend; in der englischen Literatur jener Zeit ist das Wort „egotist“ verbreitet. In Whitney's Century Dictionary wird der Begriff Egotismus definiert als: „Übertriebene Hochschätzung seiner selbst, welche dahin führt, alles auf die eigenen Interessen und die eigene Wichtigkeit zu beziehen und demgemäß zu beurteilen.“ Wogegen es von dem Wort Egoismus heißt: „Egoismus ist der Gegensatz zu Altruismus; es eignet diesem Worte nicht notwendig eine tadelnde Bedeutung und es ist nicht ein Synonym zu Egotismus.“ In einem Brief an Zelter vom 27. 1. 32 schreibt Goethe: „Ein starrzäher Egoismus verstockt sich auf halbem oder gar falschem Wege und Hindert die

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reine   S e l b s t h e i t,   sich auszubilden.“ Der starrzähe Egoismus ist Egotismus, die reine Selbstheit ist die von Goethe als unumgänglich gepriesene Form des Egoismus.
    S. 142 ...(helfen). In Knebel's hinterlassenen Papieren findet sich folgendes Fragment: „Goethe war Egoist im höchsten Grade: aber er mußte es sein, denn er wußte, welchen Schatz er zu verwahren hatte.“
    S. 146 ...(Augenpaar). Dies ist eine poetische Lizenz Wieland's; Goethe's Augen waren nicht schwarz, sondern braun, und zwar umkreist von einem rein blauen Saume, weswegen sie je nach Beleuchtung und Stimmung in sehr verschiedenen Farben schimmern konnten.
    S. 153 ...(begegnet). Wem die Berichte in den Biographien nicht genügen, wird gut tun, Ludwig Geiger: „Aus Alt-Weimar“, 1897, Kap. 7, „Goethe's Unterredung mit Napoleon“ und Suphan: „Napoleon's Unterhaltungen mit Goethe und Wieland“, im Goethe-Jahrbuch, 1894, nachzuschlagen. Doch sind beide Arbeiten, wenn auch als Zusammentragung eines Teiles des Stoffes unentbehrlich, in Wirklichkeit nicht einmal äußerlich wahrhaft kritisch, und, was die innere Analyse anbelangt, leer. Eher trifft die kleine Notiz von Biedermann ins Schwarze (Goethe-Jahrbuch, 1893), dringt aber leider nicht tief. Die wichtigeren Quellenschriften werden unten im Laufe der Schilderung genannt.
    S. 153 ...(festzustellen). Goethe selber erwähnt in seinem Tagebuch einzig und allein den Empfang am 2. Oktober; ausdrücklich sagt er, er habe an der großen Jagd am 6. Oktober   n i c h t   teilgenommen, von dem Ball am selben Abend spricht er nicht, wobei es auffallend bleibt, daß er ein noch so kurzes Gespräch mit Napoleon wortlos übergehen sollte; da er aber in einem Brief an Cotta vom 2. 12. 8 schreibt, der Kaiser habe „das zweite Mal, in Weimar, die Unterhaltung in gleichem Sinne fortgesetzt“, so darf wohl die von mehreren Berichterstattern gemeldete Anrede auf dem Ball als sicher gelten. Dagegen scheint Kanzler von Müller's Behauptung einer dritten Begegnung auf Irrtum zu beruhen. In seinen „Erinnerungen aus den Kriegszeiten von 1806—1813“, schreibt dieser: „Goethe und Wieland wurden noch einmal (später also als der Ball am 6. Oktober) zu Napoleon gerufen während er frühstückte...“ Von Wieland bewährt sich die Nachricht, denn wir besitzen von ihm eine köstliche, ironische Schilderung des „Levers“ vom 10. Oktober in einem Brief vom 13. desselben Monats, so daß jede Gedächtnisirrung ausgeschlossen ist („Auswahl denkwürdiger Briefe von C. M. Wieland“, 1815); Goethe aber war, laut seinem Tagebuch, am 10. Oktober den ganzen Tag in Weimar beschäftigt und scheint überhaupt seit dem 4., an welchem Tage er, um im Weimarer Theater alles für die Comédie française vorzubereiten, schleunigst aus Erfurt dorthin zurückgekehrt war, nicht mehr nach Erfurt gekommen zu sein. Übrigens weiß von Müller selber in dem „Mémoire“, den er noch Oktober 1808 für Talleyrand aufsetzte (vergl. Goethe-Jahrbuch, 1894) wohl von Wieland's Empfang in Erfurt später als den 6. Oktober, nicht aber von einem solchen Goethe's zu melden.
    S. 154 ...(beilegt). Die älteste Version ist von Kanzler von Müller aufbewahrt; nach ihr hat Napoleon, als Goethe im Weggehen der Türe zuschritt, gegen Berthier und Daru gewandt, ausgerufen: Voilà un homme! Das Alter dieser Version ist dadurch verbürgt, daß Graf Reinhard, der mit Müller nahe befreundet war, sie in einem Brief an Goethe vom 24. November 1808 zitiert. Dagegen soll nach Goethe's erst am 15. Februar 1824 (also fast sechzehn Jahre nach der Begegnung) verfaßten Berichte (vergl. seinen Brief an Müller vom selben Tage) dies nicht das Schlußwort gewesen und nicht zu anderen gesprochen worden sein, vielmehr stellt er es als die an ihn gerichtete, allererste Bemerkung des Kaisers hin. „Der Kaiser winkt mir heranzukommen.

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Ich bleibe in schicklicher Entfernung vor ihm stehen. Nachdem er mich aufmerksam angeblickt, sagte er: „Vous êtes un homme“ (Biographische Einzelnheiten, „Unterredung mit Napoleon“). Verschiedene Erwägungen sprechen für die Echtheit der früheren Erzählung und lassen voraussetzen, daß Goethe, bei der Idealisierung, die nachweislich diese ganze Episode in seiner Phantasie erfuhr, auch bei diesem Satz sowohl den Wortlaut wie den Zeitpunkt transponiert hat. Zunächst ist bemerkenswert: schon nach Verlauf eines einzigen Monats war Goethe nicht imstande, einen zusammenhängend klaren Bericht zu geben, so daß W. von Humboldt am 19. November 1808, sofort nach einem zweitägigen Besuch in Weimar, an seine Frau schreibt: „Schlicht historisches Erzählen ist, weißt Du, seine Sache nicht.“ Sodann können wir selbst von Napoleons berüchtigter Manierlosigkeit etwas so Plumpes kaum glauben. Vor allem aber hätte ohne Frage Talleyrand, der nach Goethe's eigenem Berichte, als er hineintrat, rechts neben dem Kaiser stand, eine so auffallende Äußerung behalten, erzählt und glossiert, wogegen er in seinen Memoiren (vergl. unten) das Gespräch gut französisch anheben läßt: Monsieur Goethe, je suis charmé de vous voir, woran sich eine Reihe von Sätzen angliedern, die durchaus den Eindruck des Echten, gut Gemerkten machen. Am Schlusse der Audienz war, nach Goethe's Versicherung, Talleyrand nicht mehr anwesend; dies geht auch aus Müller's Bericht hervor, der nur Berthier und Daru erwähnt; darum hat Talleyrand das Voilà un homme! nicht gehört. — Nun muß aber noch eine grundsätzliche Erwägung Platz finden. Dürfen wir als höchst wahrscheinlich voraussetzen, daß Napoleon, zu Daru und Berthier gewendet, Voilà un homme! ausgerufen hat — nicht Vous êtes un homme — so muß bemerkt werden, daß dieses Wort ganz und gar nicht die Bedeutung besitzt, die Goethe ihm beilegte und über welche seitdem so viel gefabelt und gefaselt worden. Da ich in meinem ersten Lebensjahre nach Frankreich kam und jahrelang dort in die Schule ging, darf ich mich wohl ohne Anmaßung als Sachverständigen betrachten. Und da muß ich bezeugen, die Sätze mit voilà — Voilà un enfant! — Voilà un chef-d'oeuvre! — Voilà un imbécile usw. ins Unendliche — sind eine triviale, hundertmal am Tag gebrauchte Konstruktion, die zu jenen bei den Franzosen beliebten Exklamationssätzen gehört. Dieses Voilà würde ich als ungefähr dem deutschen Potztausend entsprechend bewerten; wonach Napoleon's Satz etwa „Potztausend, ein Mordskerl!“ zu übersetzen wäre. Wogegen der erhabene Poet, dem nur das hinkende Französisch deutscher Höfe geläufig war, sich daraus gar ein ecce homo konstruierte! (siehe Goethe's Brief an Reinhard, 2. 12. 8). Nebenbei gesagt, ist es bemerkenswert, daß Wilhelm von Humboldt, der so bald nach dem Vorfall in Weimar weilte und nicht bloß an seine Frau, in dem obenerwähnten Briefe, sondern auch unterm 21. 11. 8 an Fritz Jacobi nach Goethe's eigenen mündlichen Mitteilungen ausführlich berichtet, das betreffende Wort nicht erwähnt, es also entweder nicht gehört, oder aber, bei seiner Vertrautheit mit der französischen Sprache, ihm kein Gewicht beigelegt hat.
    S. 156 ...(Tacitus). Auch die berühmte kritische Bemerkung über Werther, nämlich die Mißbilligung der Hereinmischung von Motiven gesellschaftlicher Kränkung und getäuschten Ehrgeizes — soll nach W. von Biedermann Napoleon einer Frau entnommen haben, nämlich seiner Feindin, Madame de Staël, die den selben Tadel schon früher ausgesprochen habe. Hier muß insofern ein Irrtum des verdienten Goetheforschers vorliegen, als nur ein einziges Buch dieser Verfasserin in jenem Jahre 1808 in Frage kommen kann, nämlich De la littérature considérée dans ses rapports avec l'état moral et politique des nations, erschienen 1799; in diesem Buche verteidigt sie aber Goethe mit Wärme   g e g e n   jenen — nach ihrer Meinung hinfälligen — Vorwurf. On a voulu blâmer l'auteur de Werther de supposer au

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héros de son roman une autre peine que celle de l'amour, de laisser voir dans son âme la vive douleur d'une humiliation, et le ressentiment profond contre l'orgueil des rangs, qui a causé cette humiliation; c'est selon moi l'un des plus beaux traits de génie de l'ouvrage. Goethe voulait peindre un être souffrant par toutes les affections d'une âme tendre et fière; il voulait peindre ce mélange de maux, qui seul peut conduire un homme au dernier degré du désespoir. Les peines de la nature peuvent laisser encore quelques ressources: il faut que la société jette ses poisons dans la blessure, pour que la raison soit tout-à-fait altérée, et que la mort devienne un besoin. Madame de Staël widerlegt, wie man sieht, mit Scharfsinn die unbegründete Kritik, die vielfach laut geworden war, und die Napoleon noch nach Jahren anderen unbelehrt nachspricht.
    S. 195 ...(a n t i g o e t h e s c h).   Kupferstecher Karl Barth, in Rollet's genanntem Buch S. 254 angeführt. Goethe selber erklärt den besonderen Ausdruck auf diesem Bilde durch den Schmerz über den Tod Carl August's: „So wurde denn auch das Ausmalen durch die Exaltation, in die uns jede Leidenschaft versetzt, auf eine sonderbare Weise begünstigt“ (Brief an Boisserée, 4. 7. 28).
    S. 196 ...(redet an). Ich rede natürlich von der Originalmaske, von der jetzt getreue Nachbildungen von den Gebrüdern Micheli in Berlin zu beziehen sind, versehen mit dem Stempel des Goethe-Nationalmuseums; hingegen die verbreitete „Bearbeitung“, mit geöffneten Augen und abgeglätteten Gesichtszügen als Dokument geringen Wert besitzt.
    S. 198 ...(Z e u g n i s   g i b t).   Wanderjahre, 1. Buch, 10. Kap. Die Ausgabe letzter Hand und nach ihr eine Anzahl anderer haben statt „beharrlich Bewegtes“ ein nichtssagendes „herrlich Bewegtes“. Auch diese Emendation stammt von dem uns schon bekannten Professor Göttling (zu S. 141); ils n'en font jamais d'autres!: Der gute Philolog konnte sich nicht vorstellen, wie das zugehen sollte, zugleich bewegt und beharrlich sein; und doch hätte jeder Blick empor zum Tages- oder Nachthimmel ihn darüber belehren können; lieber aber ließ er uns ein Denkmal seiner gelehrten Dazwischenkunft, strich schnell Goethe's handschriftlich bezeugtes „beharrlich“ und setzte dafür das pathetische, sinnleere „herrlich“.
    S. 258 ...(Wissenschaften). Man schlage z. B. Ludwig Tesar: „Die Mechanik“, 1909, S. 202, auf: Der Ausgangsort aller Kraftäußerung ist ein Punkt; dieser Punkt ist das wahre Atom im reellen und doch unstofflichen Sinne des Wortes; er ist das „einzige Reale“ in der unorganischen Natur; er ist ausdehnungslos und unteilbar. ... Also für unsere exakte Wissenschaft ist das einzige Reale unstofflich und ohne Ausdehnung! Alle anderen Behauptungen, die sie gelegentlich aufstellt, sind lediglich allegorisch zu verstehen.
    S. 268 ...(zutreffen). Die Phantasie ist ein persönlicher Koeffizient, dessen Wert in einem Werke der Kunst gleich x bleibt und Auflösung weder erfordert noch zuläßt, wogegen er einer objektiven Natur gegenüber genauere Bestimmung erheischt. Das, was man in der Kunst „die Unfehlbarkeit eines echt genialen Werkes“ nennen kann, wo einzig der Stoff, die bruta materia, dem Schaffen schrankenbildende Hemmnisse des Ausdrucks entgegenstellt, ist nicht in ähnlicher Weise hier zu erwarten, wo eine objektiv vorhandene, vollendet ausgestaltete Natur der Schöpferkraft als Unterlage und Thema dient, sie zugleich von allen Seiten bestimmend und begrenzend.
    S. 295 ...(z u s a m m e n s e t z e n).   Brief an Boisserée, 27. 5. 17. Goethe spricht hier von dem beklagenswerten Einfluß, welchen die „Anarchie, die einen schwankenden Empirismus jeder geprüften, anerkannten Gesetzlichkeit vorzieht“, auf die Kunst ausübt; doch heißt es zu Beginn dieser Ausführung: „In Kunst wie in Wissenschaft“ ... Schade, daß ihm Ronsard's prächtige Ironisierung unbekannt war:

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Les petits corps, culbutants de travers,
Par leur descente en biais vagabonde,
Heurtés ensemble, ont composé le monde,
S'entr'accrochants d'accrochements divers.
(„Le premier livre des Amours“, sonnet 37).
    S. 304 ...(verloren). Die Frage des Maßstabes wirft gerade innerhalb der allerexaktesten Wissenschaft viel heiklere Fragen auf als der Laie ahnt; um gemessen, ja, um überhaupt nachgewiesen zu werden, muß jede Bewegung auf irgend ein ihr gegenüber unbewegliches „Bezugssystem“ zurückgeführt werden; und hier schwankt alles: weder die Erde noch das Sonnensystem liefern — selbst nicht für rein mechanische Probleme — ein bei allen Fällen ausreichendes Bezugssystem; die zunehmende Kenntnis aber derjenigen Phänomene, als deren „Ort“ (wenn ich mich so ausdrücken darf) man sich den hypothetischen „Äther“ vorzustellen gewohnt war, hat zu einer noch verwickelteren Erkenntnis geführt, welche immer zwingender nötigt, die Elektrodynamik und die Mechanik als zwei getrennte Gebiete zu behandeln, woraus dann aber folgt, daß der Begriff „Bewegung“ ein schillernder wird und „es keinen physikalischen Sinn hat, von der Geschwindigkeit als etwas Absolutem zu reden“. So schwimmt und schwankt es innerhalb der Wissenschaft, was aber ohne Nachteil wäre, wenn nicht unter uns der Wahn herrschte, diese Wissenschaft selbst für „etwas Absolutes“, anstatt für ein ewig Relatives zu halten. Denn sicher ist, daß für uns Menschen nur ein einziger Maßstab sich als „absolut“ bewähren kann: der Mensch. (Vergl. M. Laue: „Das Relativitätsprinzip“, 1911, S. 6. Die empfehlenswerteste mir bekannte Zusammenfassung über diese schwierige Frage.)
    S. 305 ...(aufmerksam macht). Diese Formel hatte ich in gut gelaunter Stunde als übermütigen Spaß erdacht; nachträglich erfahre ich aber, daß dieser angeblich „wissenschaftliche“ Unsinn schon in priesterlichem Ernste sich hervortut. Wilhelm Ostwald, auf dessen Schultern der Prophetenmantel des greisen Haeckel herabglitt (ich sehe, es kommt noch der Tag, wo wir diesen in seiner kindlichen Arglosigkeit zurückersehnen!), Wilhelm Ostwald, der als Physikochemiker die strenge Schule wahrer Exaktheit hinter sich hat, löst heute alle Fragen der Psychologie und Moral, teils chemisch, (wobei die Katalyse entscheidend mitwirkt), teils physisch. Sannen z. B. Dichter, Denker und Heilige der Vergangenheit sorgenvoll über die Frage nach: was ist des Menschen Glück? so kann sie Ostwald billig verachten; dem „exakten Forscher“ bietet eine derartige Frage nicht die geringste Schwierigkeit. Denn wenn G die gesuchte Glückssumme bezeichnet, E die Energiemasse des betreffenden Individuums, W seinen Willenskoeffizient (der aber, notabene, „widerwillig“ ausgeübt wird), so lautet die Formel:
G = (E + W) (E - W).
Wer hinfürder auf dieser Welt nicht glücklich ist, hat es sich selber zuzuschreiben.
    S. 319 ...(entspringen). In diesem Zusammenhang verdient ein Aufsatz von Painlevé: „La Mécanique“ (in dem Sammelwerk „De la méthode dans les Sciences, 1910“) alle Beachtung. Hier weist dieser hervorragende Fachmann nach, die moderne Mechanik — Galilei, Huyghens, Newton — sei nicht, wie uns immer gelehrt wird, aus der Beobachtung entsprungen, vielmehr aus vorgefaßten Begriffen und Ideen, die zum Teil scholastischen Ursprungs sind. C'est par un effort logique que les axiomes de la mécanique ont été déduits du principe de causalité. ... Ce sont des idées générales, précédant toute expérience scientifique, qui ont engendré les axiomes de cette science, et le rôle de l'expérience a été surtout de préciser ces idées générales et de guider les tâtonnements qu'entrainait leur interprétation (p. 110 suiv.).
    S. 327 ...(ausgelernt haben). Trotz einer Anzahl interessanter Einzelstudien, die

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wir tüchtigen Naturforschern verdanken, ist, meines Erachtens, noch nicht der Anfang zu einer wahren Einschätzung von Goethe's Gesamtleistung gemacht, da noch keiner das Eigenwesen dieser Deutung der Natur durch „schöpferisch unabhängige Seelenkraft“ klar erfaßt hat.
    S. 342 ...(w a h r n e h m e n).   Kelvin: „The six gateways of knowledge“. Mancher Physiker ist freilich kühner; so erzeugt z. B. Lodge im finstern Hörsaal auf elektromagnetischem Wege unsichtbare „Schwingungen“ und versichert sein Auditorium: „Dieser Saal, obwohl Sie im Dunkeln zu sitzen wähnen, ist voller Licht, gerade so guten Lichtes wie irgend ein anderes; wenn Sie dessen nicht gewahr werden, so liegt die Schuld nicht am Licht, sondern an Ihren Augen“ (The Ether of Space, p. 8).
    S. 342 ...(aussprechen). In seinem sehr empfehlenswerten Buche „Goethe als Naturforscher“, 1906, S. 175 ff., zeigt der Pharmakolog Professor Magnus, inwiefern die heutige Wissenschaft — die man „exakt“ zu nennen gewohnt ist — unter dem einen Wort Licht drei ganz verschiedene Phänomene versteht: den die Schwingungen erregenden Körper, die Schwingungen selbst (oder vielmehr dasjenige Phänomen, das wir uneigentlich als Schwingung im Äther uns vorzustellen beliebten), und drittens, die Empfindung in einem mit Augen begabten Lebewesen; und Magnus meint, aus dieser Vieldeutigkeit entstehe „eine heillose Verwirrung der Nomenklatur“. Ich füge hinzu: diese Verwirrung ist die unausbleibliche Folge eines heillos verworrenen Denkens.
    S. 347 ...(Deutung nennen). Magnus sagt: „Die physiologische Optik des 19. Jahrhunderts geht in ihren Wurzeln direkt auf Goethe's Farbenlehre zurück.“ Vergl. auch Jacob Stilling: „Über Goethe's Farbenlehre“ in den Straßburger Goethevorträgen, 2. Abdruck, 1899, S. 147 ff. Wohingegen die Herren Philologen auch hier das Unglaublichste an Beschränktheit und verbohrtem Nichtverstehenwollen leisten; man sehe nur die Einleitung in Band 39, 40 der Cottaschen Jubiläumsausgabe!
    S. 348 ...(bezeugt). Im „Handbuch der physiologischen Optik“, Ausg. von 1867, S. 268, schreibt Helmholtz: „Die Versuche, welche Goethe in seiner Farbenlehre angibt, sind genau beobachtet und lebhaft beschrieben, über ihre Richtigkeit ist kein Streit.“
    S. 356 ...(d i e   R e d e   s e i n).   Handschriftliches zur Farbenlehre. An der selben, erst 1906 veröffentlichten Stelle zeigt Goethe, daß man auch von fünf, von sieben und von acht Grundfarben reden könnte, jede derartige Erörterung zeige aber, „daß man nicht wohl überlege, wovon die Rede sei“.
    S. 361 ...(Cope). Siehe dessen „The Primary factors of organic Evolution“, 1896, namentlich Kap. 9, „The energy of Evolution“, wo Cope ausführt, man könne das Nichtlebende vielleicht als Erzeugnis des Lebenden auffassen, niemals aber umgekehrt das Lebende als hervorgebracht durch das Nichtlebende (siehe namentlich S. 482 ff.).
    S. 361 ...(Uexküll). Man studiere in erster Reihe die unvergleichliche kleine Schrift: „Umwelt und Innenwelt der Tiere“, 1909, und hierin vor allem das Kapitel: „Das Protoplasmaproblem“.
    S. 380 ...(umgebildet wird). Man vergl. z. B. Goebel: „Organographie der Pflanzen“ 1898, 1, 1 ff. Wenn z. B. die grundständigen Laubblätter von Lilium candidum später in ihrem unteren Teile zu schuppenförmigen Reservestoffbehältern auswachsen, während der obere Teil abstirbt, so haben sie eine Umbildung — eine wirkliche, faßbare Metamorphose — erlitten (S. 6). Nur in diesem Sinne kann exakte Wissenschaft dem Begriffe einer Metamorphose Bürgerrecht gewähren. Auf die tiefere Frage der Beziehungen zwischen Gestalt und Funktion einzugehen, ist hier der Ort nicht, wenngleich sie Goethe manchmal beschäftigt hat (so z. B. in seinem unvergleichlichen Aufsatz über „Die Skelette der Nagetiere“.

774 ANHANG

    S. 382 ...(1832). Um vollständig zu sein, müßte man natürlich auf Hutton's Theory of the earth, erschienen 1796, hinweisen. Die deutschen Bücher pflegen Hutton bloß als ersten Vulkanisten anzuführen; sein wahrhaft schöpferischer Gedanke ist aber der, daß „geringe Ursachen, durch lange Zeiten wirksam, die ungeheuersten Veränderungen auf der Erde hervorbringen können“ (a. a. O. 2, 205). Es wäre verwunderlich, wenn Goethe, der alles Ausforschende, von diesem Werke oder wenigstens von der darin ausgesprochenen Tendenz nichts erfahren hätte; ich erinnere mich aber nicht, dem Namen bei ihm begegnet zu sein. Ebensowenig bin ich dem meines Urgroßvaters, Sir James Hall, begegnet, dem eifrigen Schüler Hutton's, dessen Experimente über die Entstehung der metamorphischen Gesteine geeignet gewesen wären, Goethe's leidenschaftliche Aufmerksamkeit zu erregen.
    S. 397 ...(gepriesen). Ich nenne Sömmerring, Seebeck, Johannes Müller, Purkinje, Nees von Esenbeck, Alexander von Humboldt, Schleiden, Alexander Braun, Helmholtz, Virchow, Ferdinand Cohn, Julius Wiesner.
    S. 413 ...(einzuführen). Man vergl. Grimm's „Wörterbuch“ unter   K u n s t.   Den dort betonten Einfluß Voltaire's will ich nicht anzweifeln, doch mache ich aufmerksam, daß wir die Gegenüberstellung Kunst — Natur genau im heutigen Sinne zwei Jahrhunderte früher unter den Dichtern der Pléïade finden, z. B. in den Versen:
Ce procès tant mené et qui encore dure,
Lequel des deux vaut mieux, ou l'Art ou la Nature.
Auch Montaigne schreibt (Essais, 3, 5): Si j'étais du métier je naturaliserais l'art autant comme ils artialisent la nature.
    S. 418 ...(erfahren haben). Man schlage für Näheres nach in Wundt's „Physiologische Psychologie“, 2. Abschnitt, Kap. 8; in der 5. Aufl., S. 367, sowie vorher und nachher.
    S. 423 ...(erblicken). Hin und wieder tritt bei Goethe eine Umkehrung des Vorgangs auf, welche die enge Zusammengehörigkeit beider Sinnesbetätigungen bei ihm bestätigt; so wenn er in der „3. Ode an Behrisch“ die Sonne „das donnernde Rad“ nennt, oder im Anfang des zweiten Teiles Faust von der aufgehenden Sonne sagt: „Welch' Getöse bringt das Licht!“
    S. 424 ...(vollendet wird). Man vergl. in Wagner's „Über das Operndichten und Komponieren“ (Gesammelte Schriften, 10, 225 ff.) die Schilderung von der Art, wie er zuerst seine Gestalten mit Augen erblicke und erst später aus ihren Lippen die Musik vernehme, worauf dann dem Gesichtssinn „alles verschwinde“. Es ist die genaue Umkehrung des Vorganges bei Goethe.
    S. 431 ...(W i r k l i c h k e i t e n).   Sehr belehrend wirkt es, das Urteil eines großen Wirklichkeitskünstlers zu hören. Richard Wagner, so hoch er auch Goethe's Werke verehrte, nennt es „ganz unkünstlerisch“ und „ein unmögliches Drama“: was aber nur von seinem Standpunkt als Wirklichkeitskünstler aus zugegeben werden kann. Dieses Drama wird gerade dadurch „möglich“, daß es auf die Bühne verzichtet; wie denn Wagner selber einmal das Wort darüber gesprochen haben soll: „für die Bühne gedacht mit Vergessen aller Bühnen“ (Wolzogen: Erinnerungen, S. 17). Indem es die alleinige Phantasie zu der allerhöchsten Leistung aufruft, gewinnt es einen solchen Grad von Reinheit, daß es unter den Werken der Wahnkunst das Prädikat einer vollendet „künstlerischen“ Gestaltung verdient; es sei denn, man sage mit Goethe, reine und echte Poesie dürfe überhaupt nicht zu Kunst gerechnet werden, weil sie außerhalb alles Technischen stehe. (Vergl. das Motto zu diesem Kapitel mit R. Wagner's Gesamm. Schr., 10, 191.)
    S. 482 ...(ermahnt). So z. B. in bezug auf sein Dichtung und Wahrheit: „Lesen Sie hie und da zwischen den Zeilen was nicht auf dem Blatte steht“ (Brief an Marianne von Willemer, 23. 7. 30).

775 ANHANG

    S. 484 ...(m e i n   L i e d).   Harzreise im Winter. Da der Leser die achtundachtzig kurzen Verse dieser Dichtung sich gegenwärtig halten muß, um den Ausführungen folgen zu können, werden nähere Belege zu den einzelnen Zitaten daraus auf den folgenden Seiten nicht gegeben werden.
    S. 490 ...(D a s e i n   i s t).   Wer die Bedeutung dieser Besteigung für die tiefgewaltige Erfassung des eigenen Ich ermessen will, lese den Aufsatz „Über den Granit“: „So einsam, sage ich zu mir selber, indem ich diesen ganz nackten Gipfel hinabsehe, und kaum in der Ferne am Fuße ein geringwachsendes Moos erblicke, so einsam, sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten, ersten, tiefsten Gefühlen der Menschheit seine Seele eröffnen will.“
    S. 518 ...(Gehörs). Siehe z. B. Brief an Zelter 9. 11. 29. Übrigens hat Goethe in früher Jugend auch Gesang geübt und Flöte geblasen.
    S. 525 ...(U r w o r t e.   O r p h i s c h.)   Gott und Welt, „Urworte. Orphisch“. Der ernste Leser wird wohltun, diese Dichtung in der Weimarer Ausgabe aufzuschlagen, wo Goethe's Paraphrase aus „Kunst und Altertum“ mit abgedruckt ist, und wo er die Varianten des ersten Druckes in den Heften „Zur Morphologie“ verzeichnet findet.
    S. 530 ...(Ä o l s h a r f e n).   „Äolsharfen, Gespräch“. Da dieses Gedicht wenig bekannt ist und der Text dessen Kenntnis voraussetzt, drucke ich es hier ab.

Er.
Ich dacht' ich habe keinen Schmerz,
Und doch war mir so bang ums Herz,
Mir war's gebunden vor der Stirn
Und hohl im innersten Gehirn —
Bis endlich Trän' auf Träne fließt,
Verhaltnes Lebewohl ergießt. —
Ihr Lebewohl war heitre Ruh,
Sie weint wohl jetzund auch wie du.

Sie.
Ja, er ist fort, das muß nun sein!
Ihr Lieben, laßt mich nur allein,
Sollt' ich euch seltsam scheinen,
Es wird nicht ewig währen!
Jetzt kann ich ihn nicht entbehren.
Und da muß ich weinen.
—————
Er.
Zur Trauer bin ich nicht gestimmt
Und Freude kann ich auch nicht haben;
Was sollen mir die reifen Gaben,
Die man von jedem Baume nimmt!
Der Tag ist mir zum Überdruß,
Langweilig ist's, wenn Nächte sich befeuern;
Mir bleibt der einzige Genuß,
Dein holdes Bild mir ewig zu erneuern,
Und fühltest du den Wunsch nach diesem Segen,
Du kämest mir auf halbem Weg entgegen.

Sie.
Du trauerst, daß ich nicht erscheine,
Vielleicht entfernt so treu nicht meine,
Sonst wär' mein Geist im Bilde da.
Schmückt Iris wohl des Himmels Bläue?
Laß regnen, gleich erscheint die Neue,
Du weinst! Schon bin ich wieder da.

776 ANHANG

Er.
Ja, du bist wohl an Iris zu vergleichen!
Ein liebenswürdig Wunderzeichen.
So schmiegsam herrlich, bunt in Harmonie
Und immer neu und immer gleich wie sie.
—————
Die Gegenwart weiß nichts von sich,
Der Abschied fühlt sich mit Entsetzen,
Entfernen zieht dich hinter dich,
Abwesenheit allein versteht zu schätzen.

    S. 545 ...(leiden). Die erst in der Ausgabe letzter Hand eingeführte Änderung des zarten „ihr“ in „ihm“ ist ohne Zweifel dem unheilvollen Philologen und Pedanten Göttling zuzuschreiben, der, Goethe's Vollmacht mißbrauchend, noch so manchen anderen feinen Zug verwischt hat. Auch ist die Lesung „mußte“ der ersten Ausgabe von Goethe's Schriften, die sowohl Herder wie Goethe selber korrigiert hatten, der jetzigen Lesung „mußt“ vorzuziehen, welche sich erst in der Ausgabe von 1806—1810, mitten in den Kriegsunruhen, einschlich.
    S. 560 ...(s c h i c k t).   Faust, zweiter Teil, 2. Akt.

Ich wache ja! O laßt sie walten
Die unvergleichlichen Gestalten,
Wie sie dorthin mein Auge schickt.

    S. 566 ...(ausführen). Vergl. Tagebuch, 24. 1. 32. „Neue Aufregung zu Faust in
Rücksicht größerer Ausführung der Hauptmotive, die ich, um fertig zu werden, allzu lakonisch behandelt hatte.“
    S. 571 ...(z u   s t e i g e n).   Wer sich vergegenwärtigen will, welche ungeheure Kraft lebendiger Kunstwirkung Goethe der genial vorgetragenen Ballade zuschreibt, muß „Wilhelm Meister's Lehrjahre“, 2. Buch, 11. Kap. nachschlagen, wo es von dem Harfner heißt: „Wie sehr beschämt dieser Mann manchen Schauspieler! (in W. M.'s Theatralischer Sendung lesen wir: Wahrhaftig, dieser Mensch beschämt uns alle!) Haben Sie bemerkt, wie richtig der dramatische Ausdruck seiner Romanze war? Gewiß, es lebte mehr Darstellung in seinem Gesang als in unsern steifen Personen auf der Bühne; man sollte die Aufführung mancher Stücke eher für eine Erzählung halten und diesen musikalischen Erzählungen (in W. M.'s Th. S. steht: diesen dichterischen Erzählungen) eine sinnliche Gegenwart zuschreiben.“ Man lese auch das ganze 13. Kapitel von neuem, um sich einen Begriff von Goethe's Verhältnis zur Musik zu machen.
    S. 585 ...(Instinkt). Es gehört zu dem Antinomischen in Goethe, daß er in der Erforschung der Natur gern zur Abrundung eilt, beim Dichten dagegen weit eher davor scheut, „das Wort zum Buch erstarren“ zu sehen (Maskenzug, „Die romantische Poesie“).
    S. 641 ...(fällt). Selbst die sogenannten Gesetze der Gravitation stimmen in der vereinfachenden Formel, die der Menschengeist dafür fand, nicht genau. So hat z. B. Brown gezeigt, daß wahrscheinlich nicht das Quadrat der Entfernung der Wirklichkeit entspricht, sondern eine um ein wenig höhere Potenz, etwa 2.000 000 04. Aber selbst unter dieser Annahme ist es unmöglich, die tatsächlichen Bewegungen des Mondes mit den theoretisch berechneten in Einklang zu bringen. (Siehe Newcomb, angeführt von Arthur A. Hinks: „Astronomy“, S. 130 ff.)
    S. 654 ...(entstehen). Für nähere Belege siehe Houston Stewart Chamberlain: „Goethe, Linné und die exakte Wissenschaft der Natur“, in der „Festschrift zu Julius Wiesner's siebzigstem Geburtstag“, 1908, S. 225 ff. Linné's Idee der Mutation wurde später in erweiterter Form von Schopenhauer, Kölliker und Thury wieder aufgenommen.

777 ANHANG

    S. 662 ...(angezettelt). Gott und Welt, „Antepirrhema“, Vers 7 ff. Daß Goethe in einem Gespräch gesagt haben soll, die Natur „könne zu allem, was sie machen will, nur in einer Folge gelangen“, entspringt einem andren Gedankengang, als angenommen zu werden pflegt; da Goethe die Ursachen verwirft, kann er auch nicht die Wirkungen zur Grundlage seiner Naturdeutung machen; vielmehr handelt er, wie wir hörten, nur von „Bedingungen“; und da ist die hier gemeinte   F o l g e   ein notwendiges Ergebnis aus der Überzeugung von der „Gemeinschaft aller Organisation“, von der „Verbindung“ zwischen allen lebendigen Wesen. Bestünde diese „Folge“ nicht, so wären wir wieder beim Atomismus der Evolutionisten angelangt. Mit obigen Worten hat also Goethe genau das Gegenteil dessen sagen wollen, was ihm in den Sinn gelegt wird.
    S. 677 ...(gefallen). Einmal nimmt sogar, mit offenbarem Bezug auf den lateinischen genius, Goethe das Wort als „schönste Blüte der Sprache“ in Schutz (Dichtung und Wahrheit, 19. Buch).
    S. 681 ...(h e r v o r b r i n g t).   Vorträge über den Entwurf einer allgem. Einleitung in die vergleichende Anatomie. Hier wie überall muß der Leser nicht unterlassen, den Wert der einzelnen Wörter genau zu erwägen. Ebenso wie Goethe einmal — ein einziges Mal — das Genie als eine „Kraft   d e s   Menschen“ bezeichnet (Dichtung und Wahrheit, 19. Buch), wo er nach sämtlichen anderen Äußerungen darunter eine allgemeine Kraft versteht, die, wie in der Natur, auch   i m   Menschen zur Erscheinung gelangen kann, ebenso redet er hier von dem „Genie der Natur“, wo ihm, wie der ganze Zusammenhang offenbart, einzig daran liegt, mit aller Energie zu betonen, in der unindividuellen Natur gelange das Genie „gewisser und unzweideutiger“ zur Erscheinung, hingegen jede Monade, infolge ihrer notwendigen, scharfen, organbildenden Beschränkung, dieser Schöpferkraft ihren eigenen Stempel aufdrücke, was hier und dort zu „sehr zweideutigen Wirkungen“ führen könne. Man schlage übrigens in der Schrift Über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunstwerke die Stelle nach, die von dem „übernatürlichen, aber nicht Außernatürlichen“ handelt; hier wird genau bezeichnet, inwiefern der Künstler „über der Natur ist“, inwiefern aber auch alle Kunst in einer systematischen Deformation des Naturgegebenen besteht, was sehr leicht zu Zweideutigkeit führen muß. Herrlich an der Goetheschen Auffassung ist ihre Lebensfülle, wogegen die physiologische Auffassung des Genies — so viel sich sonst zu ihren Gunsten vorbringen läßt — einem kosmischen Problem gegenüber doch recht engbrüstig anmutet und außerdem leicht zu einem widerwärtigen Bonzendienst führt, der die Freiheit des Urteils vernichtet und zu aller übrigen Dogmatik die unerträgliche Plage einer neuen hinzufügt.
    S. 717 ...(Bücher). Man übersehe jedoch nicht, daß gerade Goethe an die Zusammenstellung eines großen „Volksbuches historischen Inhalts“ für die Deutschen gedacht hat, bestimmt „mit dem biblischen zu wetteifern“ und es mit der Zeit zu verdrängen. „Zwar möchte man vor einem solchen Vornehmen erschrecken. Aber eben das ist recht. Wenn eine Tat folgenreich sein soll, so muß der Unternehmende selbst davor erstaunen.“ (Vorarbeiten zu einem deutschen Volksbuch.)
    S. 732 ...(machte). Annalen, 1811. — Wenn Goethe diese seine „Vorstellungsart“ auch hier wieder in eine gewisse Beziehung zu Spinoza zu stellen scheint, so begeht er damit einen Irrtum, der bei Poeten in ihrer Beurteilung der Philosophen öfters vorkommt. Schon längst haben philosophische Fachmänner auf die Unmöglichkeit aufmerksam gemacht, Goethe's Anschauungen mit den Grundlehren Spinoza's in Einklang zu bringen. Benno Erdmann schreibt 1878 in seinem Buche „Kant's Kriticismus“ (S. 102), Goethe habe Spinoza „in seine Eigenart umgewandelt“, und Bruno Bauch

778 ANHANG

belehrt uns in den „Preußischen Jahrbüchern“ für März 1904 (Band 115, 519), Goethe stehe „seinem ganzen Wesen gemäß dem großen jüdischen Denker viel ferner als er es selber ahnt und als man überhaupt im allgemeinen glaubt“. In einer ungewöhnlich interessanten Schrift, „Spinozismus“, von Dr. M. E. Gans (Wien, 1907), einem glühenden, kenntnisreichen Verehrer des Philosophen, spricht der Verfasser seine Überzeugung aus: „Niemand hat das Wesen des Spinozismus gründlicher mißverstanden als Goethe“ (S. 101). Eine unerwartete Bestätigung bringt Goethe selber, indem er nicht allein gesteht, er habe überhaupt die Werke Spinoza's niemals „in einer Folge gelesen“ und niemals dessen Gedankengebäude „überschaulich vor der Seele“ erblickt, sondern des weiteren bekennt, beides erlaube ihm die eigene „Vorstellungsart“ nicht, welche von derjenigen Spinoza's abweiche (Briefe an Jacobi, 9. 6. 85 und 21. 10. 85). Das bis zur näheren Berührung mit Schiller krampfhaft festgehaltene Verhältnis zu Spinoza entstammt nicht eigenem Triebe und eigenem Instinkt, vielmehr erkennt man darin eine bedenkliche Zugabe Herder's, dessen Unzulänglichkeit in philosophischen Fragen Goethe erst aus Schiller's Belehrungen erkennen lernte. Herder hatte sich schon in seinen Rigaer Jahren intensiv mit Spinoza beschäftigt, dessen Weltanschauung einen verhängnisvollen Einfluß auf seine ganze fernere Entwickelung gewann. Dem Theologen erschien diese „jüdische Religionslehre ins Abstrakte übertragen“ (siehe Jowett: „The Dialogues of Plato“, 3. ed. 2, 21), als willkommene Brücke, um aus den ihm aufgezwungenen engen Anschauungen des Alten Testamentes zu kosmischen Gedanken zu gelangen; darum hielt er fest daran; hingegen einem Goethe diese zugleich abstrakte, rabbulistische und mathematische Denkart   f e r n e r    a l s   i r g e n d   e i n e m   M e n s c h e n   a u f   d e r   W e l t   l i e g t.   Einzig der Einfluß des gelehrteren Freundes, des „großen Künstlers von Blendwerken“ (wie ihn Kant nannte), hat den reinen Instinkt des Naturschauers und Poeten irreführen können; das hat schon vor vielen Jahren Bernhard Suphan gezeigt (vergl. „Goethe und Spinoza“, in der Festschrift zur 2. Säkularfeier des Friedrich-Werderischen Gymnasiums in Berlin, 1881, S. 23 ff.): „Goethe hat die Gesichtspunkte, welche ihm das Ganze des Spinozischen Systems überschaulich machten, von Herder angenommen.“ Das geht so weit, daß er Aussprüche Herder's sich wörtlich aneignet und für echt spinozistisch hält. Sehr bezeichnend ist es, daß Herder, um sein Ziel zu erreichen, sich noch der Beihilfe einer Frau bedienen mußte, nämlich der durchaus rationalistisch veranlagten, leidenschaftslosen Charlotte von Stein; in einem Widmungsgedicht nennt Herder Spinoza „den Weisen, den du (Charlotte) gefällig ihm (Goethe) machtest“ (siehe Brief Goethe's an Charlotte von Stein, Ausg. von Wahle, 1900, 2, 551), und das einzige karge Blatt in Goethe's gesamtem Nachlaß, das sich auf Spinoza's Lehre zu beziehen scheint (obwohl sein Name nicht genannt wird), ist von Frau von Stein's Hand und enthält nicht eine einzige Wendung, welche auf eine Beteiligung Goethe's schließen ließe, (wenn es auch wegen des Fundorts in der Weimarer Ausgabe aufgenommen worden ist). Von dem Augenblick an, wo Schiller ihn aufklärte, hat Goethe nie mehr gewankt: die Berührung mit Spinoza lebte zwar als dankbare Erinnerung an ferne Zeiten in seinem Gedächtnis fort, doch war es nunmehr Kant's Lehre, die er seinen „frühesten Überzeugungen“ gemäß fand (Brief an J. S. C. Schweigger, 25. 4. 18), und zwar nach den beiden Richtungen hin, auf die es ihm bei philosophischer Besinnung ankam: für seine Erforschung der Natur, für seine Befassung mit dem Wesen aller Kunst.
    S. 741 ...(w a s   s i e   w i l l).   Maximen und Reflexionen. Der etwaige Einwurf, obiger Spruch richte sich nicht besonders gegen politische Zustände, sondern gegen jede Majoritätsherrschaft, auch in anderen Fragen, ist ohne Kraft.

779

REGISTER DER EIGENNAMEN

Agassiz, Louis 261; 380; 381.
Alexander I., Kaiser von Rußland, 156—157.
Amalie, Herzogin-Witwe von Weimar 22; 46 zit.; 53.
Anaxagoras 273—275; 277; 286; 297; 302; 309; 751.
Aristophanes 573.
Aristoteles 94; 302; 311; 312; 511; 729.
Arndt, Ernst Moritz 163 zit.
Augustinus 276; 394; 699; 722; 760.

Bach, Johann Sebastian 136; 474; 476; 523; 723.
Bacon, Francis 303; 308; 623; 630 u. zit.
Bacon, Roger 182; 303; 308 zit.
Baer, Karl Ernst von 377.
Balzac 653 zit.; 731 u. zit.
Batteux 428 u. zit.
Baudelaire 550.
Beaumarchais, Pierre Auguste de 239.
Beck, Joh. Christ. 244.
Beethoven 6; 7; 10; 412; 417; 420; 723; ü. G. 435; 488 (2); 514; 522; 657.
Behrisch, Ernst Wolfgang 29; 98.
Bellay, Joachim du 106 u. zit.
Belluomo, Joseph 240.
Berkeley 307.
Berthier, Alexandre 157.
Bismarck, Fürst 221; 229; 722.
Bissing, Henriette von 45 zit.
Böhme, Jakob 278 zit.
Boisserée, Sulpiz 123; 135; 161; 504; 510.
Bonnet, Charles de 654.
Börne, Ludwig 747; 748; 749.
Böttiger, Carl August 246.
Boucke, Ewald A. 269 zit.
Bovy, Antoine 194.
Boyle, Robert 351.
Brentano, Bettina 718.
Brentano, die Familie 120.
Brentano, Maximiliane 36; 518.
Brentano, Peter Anton 36.
Brion, Friederike 34—35; 69; 75; 99; 104.
Bruno Giordano 90 zit.; 278 zit.; 283 zit.; 293; 307; 634 zit.
Büchner, Ludwig 281.
Buddha 581.
Buff, Lotte 36; 69; 75; 91; 99.
Buffon 653.
Bürger, Gottfried August 142; 556.
Büttner, Christian Wilhelm 166.
Byron 99; 527.

Caesar 736.
Calderon 3 zit.
Calvin 152.
Camper, Petrus 265 ü. G.; 377.
Carl August, Herzog (Erbprinz, Erbherzog, Großherzog) von Weimar,
— Über: 42; 74; 228; 240; 246; 247.
— und G.: 39—43; 74; 123; 133; 139; 213; 215—217; 222; 223; 242—248; 362; 559.
— zit.: 40; 44; 133.
— über G.: 23; 133; 207.
— erwähnt: 20; 44; 50; 54; 55; 115; 121; 123; 142; 209; 213; 223; 227; 228; 231; 232; 234; 236; 238; 240; 246; 247; 487; 492; 559.
Carlyle, Thomas 23 ü. G.; 43; 267; 581 ü. G.; 721 u. ü. G.
Carus, Karl Gustav 378.
Cervantes 527.
Chamfort 684 zit.
Chaucer 99; 726.
Cicero 609.
Cohn, Ferdinand 265 ü. G.
Condillac 295.
Cope, Edward Drinker 361.
Cotta, Johann Friedrich von 158; 234.
Coudray, Clemens Wenzeslaus 81; 125.
Couturat, Louis 112 u. zit.
Cromwell, Oliver 221; 722.
Currie, Mme. 389.
Cuvier 261; 470; 610 zit.; 654.

Dante 24; 676; 722.
Daru, Pierre Bruno Graf 153.

780 REGISTER DER EIGENNAMEN
Darwin, Charles 263; 374; 379; 386 u. zit.; 470; 651; 653 u. zit.
David, Jaques Louis 195.
Dawe, George 194.
Demokrit 302; 358; 391.
Descartes 6; 96; 282 zit.; 303; 304; 341; 393 u. zit.
Desor, Eduard 381.
De Vries, Hugo 654.
Diderot 23; 239; 541; 654; 676.
Döbereiner, Johann Wolfgang 211; 328.
Dove, Heinrich Wilhelm 341.
Dürer, Albrecht 85; 428 u. zit; 473; 636.

Eckermann, Johann Peter 120; 125; 249; 617; 636; zit.: 38; 126; 134; 509; 559; 676; 738.
Eckhart, Meister 278 zit.; 608 zit.; 728 zit.; 733.
Eckhof, Konrad 238.
Egil 106.
Egloffstein, Gräfin Julie von 73.
Eichstädt, Heinrich Karl Abr. 119; 231; 232; 243.
Emerson, Ralph Waldo 23.
Euklid, 638.

Fahlmer, Johanna 86 ü. G.; 110 u. ü. G.; 111 (2) ü. G.
Faraday, Michael 688; 723.
Fechner, Gustav Theodor 731 zit.
Flaubert, Gustave 247 zit.; 324 zit.
Franziskus 278; 280; 760.
Fraunhofer, Joseph von 320.
Friedrich der Große 25; 208 (2); 219; 221; 723.
Fritsch, G. F. von 57.
Füeßli, Johann Heinrich 122.

Galilei 303; 319.
Gellert, Christian Fürchtegott 29; 682.
Giotto 435.
Gluck 568.
Goethe siehe das folgende Register.
Goethe, August von 70; 74; 78; 115 ü. G.; 119; 504; 510; 559.
Goethe, Cornelia 27; 48; 75.
Goethe, Christiane von 18; 23; 69—72 zit.; 70; 75; 110; 111.
Goethe, Johann Caspar 25—27; 150; 177; 206.
Goethe, Katharina Elisabeth 22—26; 22 zit.; 69 zit.; 206; 212; 895.
Goethe, Ottilie von 80.
Goethe's Diener und Famulus 23; 116.
Goethe's Nichte 70 zit.
Goldoni 239.
Goncourt de, Brüder 550.
Gotha, Herzog von 234; 237.
Gottsched, Johann Christof 28.
Gottsched, Luise 28.
Gräf, Hans Gerhard zit.: 497; 527; 566.
Gretchen, Wirtstochter in Frankfurt 75.
Grimm, Jakob 48 zit.; 269 zit.; 552; 556 zit.; 604 zit.; 677 zit.; 729 zit.
Grüner, Karl Franz 250.
Guhrauer, Gottschalk Eduard 716 bis 717.
Güldenapfel, G. G. 235.

Haeckel, Ernst 654; 655.
Hafis 478; 689.
Haller, Albrecht von 456 u. zit.; 458.
Hammurabi 738.
Hegel 78; 232; 276; 664.
Hehn, Victor 748 zit.
Heine, Heinrich 462; 747; 749.
Helmho1tz, H. von 265 ü. G.; 347 ü. G.; 348; 354 zit.; 386 zit.
Heraklit, 94; 470 (2) u. zit.
Herder, Caroline 19; 33; 44; 132.
Herder, Über: 31—35; 59; 121; 130—132; 232; 582; 722.
— und G.: 31—35; 54; 62; 130—132; 135; 139; 142; 216; 293; 437; 483; 504; 543.
— zit.: 32; 37; 43; 131 (5); 677—678.
— über G.: 25; 37; 163; 209; 487; 565.
— erwähnt: 35; 43; 44; 128; 543; 556; 565; 582; 718.
Hertz, Heinrich 321; 325 zit.
Herzlieb, Wilhelmine 72.
Hildebrand, Rudolf 679 u. zit.
Holbach, Paul 295.
Homer 272; 434; 436; 477; 511; 597.
Horaz 153.
Hugo, Victor 460.
Humboldt, Alexander von 67; 265; 374; 400 ü. G.; 743.
Humboldt, Wilhelmvon, Über: 67; 91; 135; 437; 511.
— zit.: 128; 419.
— über G.: 91—92; 95; 102; 193; 198; 400; 402; 409; 419; 468; 508; 525; 589; 730.

781 REGISTER DER EIGENNAMEN

— erwähnt: 102; 121; 123; 189; 232; 400; 508; 511; 743.
Hume 96.
Huyghens, Christian 341.

Iffland, August 571.

Jacobi, Fritz 121; 128—130; 129 zit. 139; 288; 337; 594; 706; 718.
Jagemann, Christian Joseph195.
Jagemann, Karoline 247.
Jean, Paul 677 u. zit.
Jerusalem, Karl Wilhelm 36; 99; 526.
Job, A. 395.
Josquin de Près 532.
Joule, James Prescott 642.

Kallikrates 417.
Kant, Über: 6; 8; 10; 196; 268; 282; 310; 320; 324; 441; 468; 515; 556; 614—622; 624; 633 (2); 701; 704; 710; 722; 726; 729.
— und G.: 310; 402; 417; 441; 468; 614—622; 709; 739.
— zit.: 51; 142—143; 218; 258; 265; 268; 282; 319; 320; 323; 324; 353; 359—360 (2); 368; 402—403; 495; 534; 595; 614—616; 624; 633 (2); 667; 688; 692—693; 705—706; 723—724; 729; 734.
— erwähnt: 268; 347; 701; 704; 709; 710; 738; 739; 750; 757; 759.
Karl August, Herzog von Weimar siehe Carl August.
Karl der Große 722.
Kelvin, Lord 341 u. zit.; 361; 386 zit.; 392 zit.
Kestner, Johann Heinrich 36; 91 ü. G.; 147 ü. G.; 187 ü. G.
Kielmeyer (Lehrer Cuviers) 654.
Kirchhoff, Gustav Robert 361.
Kirms, Franz 119; 179; 242; 246.
Kleist, Heinrich von 167.
Klettenberg, Katharina von 293.
Klinger, Friedrich Max 142.
Klopstock, 131 ü. G.; 460; 556.
Kluge, Friedrich 751 zit.
Knebel, Carl Ludwig von 43 zit.; 44; 45 u. zit.; 127 zit.; 142; 150 u. ü. G.; 224; 408; 493; 655; 716.
König Arthur 356 u. zit.
Kopernikus, 371; 393; 723.
Körner, Chr. Gottfried 44; 64; 92; 131; 134; 176.
Kotzebue, August von 231; 571.
Krafft, Johann Friedrich 144—146; 171; 487; 761.
Krantz, Johann Friedrich 246.
Kügelgen, Franz Gerhard von 194.
Kugler, Franz 194 ü. G.

Lamarck 470; 654.
La Roche, Maximiliane von 36; 69.
Lavater 30; 65 ü. G.; 127—128; 135; 139; 165; 672; 676; 697.
Lehmann, Joh. August O. L. 552 u. zit.
Leibniz 6; 384; 607; 636; 639—647; 639 zit.; 642 zit.; 643 zit.; 653; 655; 664; 669.
Lengefeld, Lotte 46 zit.; 64 zit.
Lenz, Jak. Mich. Reinhold 142.
Lenz, Johann Georg 119; 134; 385.
Leo der Isaurier 723.
Leonardo da Vinci 6; 195; 447; 473; 527; 528; 636.
Leonhard, Karl Caesar von 388.
Lessing 239; 411; 412; 556; 718.
Levetzow, Amalie von 72; 73.
Levetzow, Ulrike von 62; 68; 73 bis 76; 73 zit.; 75 zit.; 89; 104.
Lichtenberg, Georg Christoph 181.
Linné 96; 470; 654.
Locke 282 zit.; 303.
Loder, Justus Christian 68; 119.
Loeb, Jacques 301 zit.; 305 zit.; 361; 727; 732.
Lombroso, Cesare 30.
Lucretius 273—274; 277; 281; 286.
Luise, Herzogin von Weimar 44; 128; 133; 139; 155 zit.; 163.
Luther, Martin 182; 270 zit.; 277 zit.; 532 zit.; 596 zit.; 696; 701; 702; 705; 760.
Lyell; Charles 382 u. zit.; 383; 386.

Macpherson, James 568.
Maillet, Benoit 654.
Malcolmi (Schauspieler) 244.
Maret, Hugo Bernard 154; 156.
Marivaux 573.
Maupertuis, Pierre Louis Moreau de 653.
Maxwell, Clerk 261; 319; 333; 636.
Mayer, Richard 642.
Meckel, Johann Friedrich 377.
Melanchthon 393.
Mendelssohn, Moses 718.
Mendelssohn-Bartholdy, Felix 529.
Merck, Johann Heinrich 38; 40 ü. G.;

782 REGISTER DER EIGENNAMEN

43 zit.; 45; 142; 211; 291; 331; 483 565; 725.
Meyer, Johann Heinrich 120—127; 137; 138; 139; 142; 194; 232; 510; 673.
Michelangelo 6; 56; 446; 476; 512; 527; 675; 684; 686; 692; 722.
Milton 88; 460; 710 zit.
Mohammed 736.
Moleschott, Jakob 281.
Molière 342.
Montaigne 306 zit.; 399 zit.
Montgelas, Maximilian Josef Graf 154.
Moses 651.
Mozart 243; 572.
Müller, Friedrich von (Kanzler) 57 u. zit.; 60; 73 u. ü. G.; 125; 153 zit.; 374; 637; 716; 720 zit.
Müller, Johannes 260 ü. G.; 265 ü. G. 333 ü. G.
Müller, Johannes von 154; 156; 232.

Napoleon 37; 153—163; 154 zit.; 155; 157 zit.; 160; 168; 170; 736.
Neumann, Christiane 421.
Neureuther, Eugen Napoleon 682; 686.
Newton 204; 295; 322; 341; 343; 345; 346; 349; 350; 392; 723.
Niebuhr, B. G. 136; 182.
Niethammer, Friedr. Imm. 232.
Novalis 289 ü. G.

Oeser, Adam Friedrich 29; 31.
Oeser, Friederike 29.
Oken, Lorenz 378.
Origines 722.
Ovid 460.

Paracelsus 674.
Pascal 88 zit.; 278 u. zit.; 303.
Paulus (der Apostel) 752; 760.
Paulus der Einsiedler 63.
Peter der Große, Zar 676.
Petrarca 99.
Phidias 435.
Picard, Emile 395 zit.
Plato, Über: 6; 263; 302—303; 310 bis 313; 316; 448; 468; 474—475; 532; 588; 629.
— und G.: 310-316.
— zit.: 80; 89; 103; 152; 286; 303; 309; 311; 319—320; 581; 632; 633; 674; 713.
— erwähnt: 9; 78; 94; 112; 152; 188; 275; 365; 581; 584; 588; 598; 629; 674.
Plessing, Friedr. Victor Leberecht 140; 143; 150; 487; 491—494; 761.
Poincaré, H. 341 u. zit.; 391 u. zit.

Radde 356.
Raffael 56; 96; 449; 597; 684.
Rauch, Christian 194.
Reichardt, Johann Friedrich 250 zit.
Reinhard, Karl Friedr. Graf 78; 135; 496; 671.
Reinhold, K. L. 232.
Rembrandt 46; 85; 675; 722.
Richardson, Samuel 36; 526.
Riemer, Friedr. Wilhelm 119; 125; 408; 437; 636; 694; 716.
Rochlitz, Joh. Friedr. 135; 250.
Rollett, Hermann 194.
Ronsard 40 zit.
Rothschild 720.
Rousseau, Jean Jacques 36; 239; 453; 526.
Rubens 446.

Saint-Hilaire, Geoffroy 265 ü. G.; 652 zit.; 660.
Saint Simon 582.
Salzmann, Joh. Dan. 91; 99.
Sanders, Daniel 117 zit.
Schardt, Johann Chr. W. von 43.
Schardt, Sophie von 49.
Schelling, Fr. W. von 9; 67; 93; 129; 232; 276; 378; 654; 664; 677.
Scherer, Wilhelm 71 ü. G.
Schiller, Charlotte von 46 zit.; 64 ü. G.
Schiller, Über: 7; 10; 23; 24; 28; 29; 59; 67; 75; 81; 88; 99; 139; 148; 167; 214; 362; 413; 428; 448; 477; 497; 501; 504; 565; 575; 676.
— und G.: 62—68; 75; 91—96; 104; 134; 137; 142; 167; 175—176; 252; 309; 413; 414; 513; 571—572.
— zit.: 10; 43; 44; 51; 94; 121; 123; 134; 414; 428; 430; 459; 462; 499 bis 500; 501; 502; 508; 566; 571—572; 671; 686; 711; 729; 758.
— über G.: 63; 64; 65; 66; 67; 71; 92—95; 103; 134—135; 142—143; 149; 151; 193; 198; 400; 402; 500; 501; 502; 508; 566; 574; 576; 597—598; 603; 614; 627—628; 647; 648; 730.

783 REGISTER DER EIGENNAMEN

— erwähnt: 19; 23; 24; 29; 43; 44; 46; 61—69; 71; 72; 75; 81; 88; 91; 92; 93; 94; 96; 97; 99; 106; 114; 121; 122; 123; 125; 126; 131; 132; 134; 135; 139; 148; 167; 175; 176; 189; 190; 232; 233; 243; 246; 251; 252; 264; 267; 323; 363; 366; 367; 400; 402; 413; 414; 432; 451; 458; 497; 501; 504; 506; 508; 513; 527; 565; 571; 575; 589; 676; 679; 684; 717; 726; 750; 751.
Schlegel, August Wilhelm von 67; 232; 506—507 ü. G.
Schlegel, Friedrich von 67; 677 u. zit.
Schleiden, Matthias Jakob 265 ü. G.
Schleiermacher 232.
Schlosser, Henriette 70 zit.
Schmidt, Johann Adam 232.
Schönemann, Lili 37—38; 47; 69; 75; 99; 102; 105; 110; 111.
Schönkopf, Annette (Kätchen) 29; 98.
Schopenhauer 9; 65 ü. G.; 152; 581; 607; 667; 669; 677; 681; 691; 757 u. zit.; 760.
Schroeder, Friedr. Ludwig 240.
Schubarth, Karl Ernst 120.
Schultz, Christoph Ludw. Friedrich 135.
Schwedenborg 492; 612.
Scotus, Erigena 277 zit.
Seidel, Philipp Friedrich 23; 116.
Seneca 609.
Serres, Etienne Renauld Auguste 377.
Shakespeare, Über: 6; 49; 430; 436; 694—695; 722; 726.
— zit.: 140; 190; 521; 555.
— erwähnt: 33; 131; 243; 477; 514; 527; 565; 676; 726.
Simonides 524.
Sokrates 285 zit.
Sömmerring, Samuel Thomas von 377.
Sophokles 477; 572; 726.
Soret, Frédéric 37 u. zit.
Soult, Nicolas Jean de Dieu 153; 157.
Spinoza 129; 293; 324; 709; 730.
Staël, Madame de 23 ü. G.
Stein, Charlotte von 38; 69; 116; 490; 493; 654 zit.; 718.
— und G.: 17; 18; 21; 43—54; 55; 56; 105; 110; 132; 139; 483.
— 's Gatte 43; 138.
— 's Schwägerin 49.
— 's Söhne 46 u. zit.
— 's Vater 43.
Stein, Ernst u. Friedr. Const. 46 u. zit.
Stein, Gottlob Ernst J. F. Frh. von 43; 138.
Stein, Heinrich von 414.
Sternberg, Kaspar Graf 135.
Sterne, Lawrence 22; 181; 204 zit.; 221.
Stieler, Josef Karl 194; 195.
Stolberg, Auguste Gräfin zu 105.
Strohmeyer, Heinrich (Bassist) 247.
Suphan, Bernhard 124.
Swedenborg 492; 612.

Tacitus 156.
Talleyrand-Périgord, Charles Maurice 153 u. zit.; 154; 155 u. zit.; 156.
Tertullian 394 u. zit.
Thomson, J. J. 392 zit.
Thomson, William siehe Kelvin, Lord.
Theodosius, Kaiser 722.
Theophrast 351.
Thomas von Aquin 281.
Tieck, Ludwig 744 zit.

Uexküll, J. von 361.
Umbreit (Professor) 720.
Urban VIII. 393.

Van Dyck 46.
Vauvenargues 433 zit.
Virchow, Rudolf 265 ü. G.
Vischer, F. T. 537.
Vogel, Karl 81 ü. G.; 125; 218 ü. G.
Voigt, Christian Gottlob 55; 118; 141 u. ü. G.; 209; 232.
Voigt, Johann Karl Wilhelm 118.
Voltaire 54; 239; 278 zit.; 319 zit.; 652.
Voß, Heinrich (der jüngere) 23 zit. u. ü. G.; 437.
Voß, Johann Heinrich (der ältere) 437; 702.
Vulpius, Christiane siehe Goethe, Christiane.

Wagner, Heinrich Leopold 142.
Wagner, Richard 6; 9; 10; 99; 105; 182; 251; 266; 412; 424; 435; 436; 438; 442; 462; 514; 568—571; 575; 576; 722.
Weber, B. A. 570.
Weber, Carl Maria von 410.
Wesendonck, Mathilde 105.

784 REGISTER DER EIGENNAMEN

Weimar, Amalie, Carl August, Luise usw. siehe Amalie, Carl August, Luise usw.
Weismann, August, 645.
Wieland 40; 45 zit.; 133; 146 u. zit.; 147; 150 zit.; 155 zit.; 239; 437; 556; 676.
— über G.: 40; 43; 133; 146; 147; 150; 209; 574—575.
Wiesner, Julius 265 ü. G.; 356.
Willemer, Marianne von 72.
Winckelmann 34; 122.
Wolf, Friedrich August 119; 134; 232.
Wolff, Pius Alexander 250.
Wordsworth, William 456 u. zit.; 457.
Wright, Thomas 194.

Zauper, J. S. 120.
Zelter, Karl Friedrich 117; 123; 135—137; 137 zit.; 167; 195 zit.; 420 ü. G.; 510; 717; 743; 753 zit.







785

REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    ADEL, der 226.

    ALLEGORIE, die: Goethe's A. von Gott und Natur 711—734.
    ALLEINHEIT, die: ein anderes Wort für Chaos 633, „es bleibt Zero übrig“ 633, „wir verkürzen uns“ durch diese Annahme 706.
    ALLGEMEINE, das: ist „der einzelne Fall“ 600, vermittelt zwischen dem Besonderen und dem Einfachen 364.
    ALLGEMEINHEITEN, die: „sich gegen die ungeheuren A. abschließen“ 387.
    ANALYSE, die: setzt „eine prägnante Synthese voraus“ 589.
    ANARCHIE, die: ist G. „verdrießlicher als der Tod“ 295.

    ANSCHAUEN, das 186 ff., 401; fragt nicht Warum, sondern Was 259, Übung der
Sinne 257, 402, ihre grundsätzliche Erweiterung 402, Unterscheidung zwischen scharfem und reinem Sehen 473, Anschauen und Wissen 450 ff.; „in dem Auge spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch“ 423, „die Welt des Auges“ 264, 298, 343, 348, 363, 376, 399, 403.
    ART, die Idee einer: eine Notwendigkeit 642, eine reine Idee 642, 649, Leibniz über sie 642 ff.; die Entstehung der Arten 643 ff.
    ÄTHER, der: 391.

    ATOMENLEHRE, die 274 ff., 390 ff.; G. gegen sie 296 ff., wer Atome voraussetzt, wird sie finden 360.
    ATMAN, der 595; 667.
    BALLADE, die: etwas Mysterioses 570, enthält die Grundarten der Poesie „wie in einem Ur-Ei zusammen“ 571.
    BARBAREI, die: „die barbarische Art, sich aus der Barbarei zu retten“ 394.
    BEHAGEN, das heilige 7.

    BEJAHUNG, die, des Willens zum Leben (siehe Goethe's Weisheit).
    BESCHRÄNKUNG, die: ist nicht mit Beschränktheit zu verwechseln 601, unsere B. sollten wir oft überdenken 607, sie ist eine Bedingung der Meisterschaft 602 ff., der Vollkommenheit der Person 607, der belebenden Tat 604 ff., des Menschenglücks 171.
    BESONDERE, das: ist „die Millionen Fälle“ 600, in ihm erschauen wir das Allgemeine 363 ff., wächst durch vollkommene Darstellung zum Symbol aus 600, vermittelt „Offenbarung des Unerforschlichen“ 364.
    BIBLIOTHEK, die Reorganisation der Jenensischen 233—238.
    BILDENDE KUNST, die: G's Verhältnis zu ihr (siehe Goethe), G's Rat an die bildenden Künstler 419 ff; Verwandtschaft der b. K. mit Tonkunst 416 ff.; die hellenische Plastik 415, 434 ff. (siehe auch Kunst, Wahnkunst, Sinnenkünste).
    BILDUNG, die: das einzige Erfordernis ist, daß sie ein Ganzes ausmache 607.
    BIOGENETISCHE GRUNDGESETZ, das 654.

    BOTANIK, die: G's Beschäftigung mit Botanik 68, 118, 229, 328, 335, 365—374.
    CHEMIE, die: G's Verhältnis zur C. 328, 387 ff.; die moderne C. von A. Job be
urteilt 395; die Chemie des Heldentums 300 ff., 305, 361.
    CHRISTENTUM, das: nach G. die einzige Religion, welche Glaube, Liebe, Hoff
nung lehrt 715, steht in weit stärkerem Gegensatz zu dem Judentum als zu dem Heidentum 711, G. schließt alles Nichtchristliche von unserer Kultur aus; eine vorgeschlagene Geschichte des C. 722.
    CORRELATION, die 610.

786 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    DEMUT, die: die größten Menschen sind demütig, sagt G. 87, 602 (vergl. Goethe).
    DENKEN, das: „alles Denken hilft zum Denken nichts“ 485.
    DESPOTIE, die: „schafft große Charaktere“ 740.

    DEUTSCHTUM, das: G. als Deutscher 744—749, „ich darf mich den Befreier der Deutschen nennen“ 745, den Bewahrer ihrer Reinheit 747 ff., Tieck's Urteil über G. als Schöpfer und Verklärer des D. 744; das Deutschland Heine's und Börne's 749.
    DIALEKTIK, die: und G. 92.
    DIASTOLE UND SYSTOLE 593 ff.
    DILETTANT, der: G. ist der eigentliche D. 441.
    DINGE, die 472, 640.
    DOGMATIKER, die 280, 289 ff. (siehe Monismus).
    DRAMA, das: Erweiterung des Begriffes „dramatisch“ 574 ff., dramatisch ist nicht gleich „theatralisch“ und noch weniger gleich „bretterhaft“ 565, 575, der Dramatiker ist Wahnkünstler, nicht Sinnenkünstler 429 ff.; 574 ff.
    DUMMHEIT, die 470.

    EHRFURCHT, die: bildet den Kern von G's Weltanschauung 754, „ein höherer Sinn“ 171, 602, 690, ein „Quellpunkt“ 603, 691, die E. könnte die Erde von allen Übeln heilen 691, G's Lehre von der E. 10, 753 ff., „jedes Ereignis mit E. betrachten“ 690; E. und Religion 687—691.
    EINFACHE, das: ist im Mannigfaltigen verborgen 364 ff., nur durch eine Stufenleiter aus jenem auszuwickeln 364; „man muß an das E. glauben“ 184.
    EINFALT, die: keimt aus Liebe 602, blüht auf als mächtiges Wirken 603.
    EINHEIT, die: Unterschied zwischen technischer und architektonischer E. 319.
    EISENBAHN, die 742.

    EISZEIT, die 380 ff.
    ELEKTROCHEMIE, die: von G. vorausgesagt 388.
    EMPIRIE, die: die „zarte E.“ 617, „die millionenfache Hydra der E.“ 259, 266, 294, 444, 658.
    ENTHUSIASMUS, der: G. empfiehlt den „parteiischen E.“ 8, 600, den „unsinnigen E.“ 600.
    ERFAHRUNG, die: entsteht aus dem Bunde des Ideellen mit dem Reellen 624, alle E. wird erschaffen 617, die angeblich „bloße E. existiert nicht 315, die „recht lebendige E.“ im Gegensatz zur vermeintlichen Wahrheit 344; Kant's Frage: wie ist E. möglich? 624 (siehe Idee).
    ERFINDEN, das: die eigentliche Funktion des Menschengeistes 152.
    ERHABENE, das: einmal zerpflückt, tritt nicht leicht wieder zusammen 690.
    ERKLÄREN, das: G. gegen das E. 325 ff.

    ERSCHEINUNGEN, die: „die E. retten“ 392 ff.; Kant's Auffassung 614 ff.
    EVOLUTIONSLEHRE, die: Geschichtliches über sie 651 ff. G's Verhältnis zur E.
650—663, „Gemeinschaft aller Organisation“ 652, 656 ff., die Gestalt beharrt 660.
    EWIG-LEERE, das 577, 727.
    EWIG-WEIBLICHE, das 79, 112, 728 ff., Verhältnis zum Ewig-Leeren 577.
    FACHGELEHRTEN, die: G's Antipathie gegen sie 41, 62, 228, 235 ff., 261 ff., „beschränkt“ 595, „Fratzen“ 534, „barbarische Obskuranten“ 582, „für lauter Wissenschaft sehen sie nichts“ 582, errichten „das andere Papsttum“ 263, reden über die Farben, ohne sie zu kennen 348; wie die F. über G's Sprache urteilen 534, 551—561.
    FARBENLEHRE, Goethe's: Herder's Widerspruch die treibende Veranlassung 131, dann leitet der „führende Genius“ 338, hier hat G. alles selber erfunden 119, 337 ff., seine F. bildet einen Gegensatz zur Optik 338, sie hat mit Mathematik nichts zu tun 338, 397, der Kern seiner Lehre 354 ff., sie erschöpft jeden möglichen Fall 351, sie soll uns sehen lehren 348 ff., darum kostet sie Mühe 352, zugleich soll sie „die Natursprache bereichern“ 343, 358. — Die Farben „sind mehr Tätigkeiten als Gegenstände“ 348, durch

787 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

Newton wird man „die Farbe für's ganze Leben los“ 350; die Frage nach Grundfarben 353—358, die antagonistischen Farben 357 ff., die Zahl der unterscheidbaren Farben 356 ff.
    FORM, die: ist „das Glas, wodurch wir die Strahlen zum Feuerblick sammeln“ 532, „jede F. hat etwas Unwahres“ 532.
    FORTSCHRITT, der: G. glaubt vielmehr an „Verharren in der Mittelmäßigkeit“ und an neu hereinbrechende „Barbarei“ 583.
    FREIHEIT, die: ist der Natur entgegengesetzt 750, kann nicht mit Gleichheit zusammen bestehen 214, 740, sondern nur dort, wo „alle Rechte geschätzt werden“ 741.
    FREIHEITSKRIEGE, die: G. und die F. 744.
    FÜRSTEN, die 207, 213, 225 ff., 247 ff., 744 ff.
    FÜRSTENBUND, der 223 ff.

    GANZES, ein: Wesen und Wert der Intuition eines G. 623, Hauptabhandlung, 621—628, „ein gewisses ideales Ganze“ 625, ein G. ist ein bestimmter, aber verschiebbarer Begriff 599, bezeichnet nicht eine absolute, sondern eine relative Größe 627 ff., unendlich, unerreichbar, unerforschlich 613, „ein G. ohne Ende“ 613, besteht immer aus zwei Welten 616 ff., 618, weswegen zwei „Halbtümer“ nie ein G. ausmachen 599; nur wer ein G. innerlich besitzt, versteht das Einzelne 5, 601 ff., „ohne Ganzheit ist niemand wahrhaft groß“ 613; ein G. in der Bildung 625, im Erschaffen 625, in der Meisterschaft 624, bei Hypothesen 626, im Häuslichen 626, im Handwerk 626, in der Sprache 627, moralisch 626, „erhebt die Seele“ 626.
    GEDULD, die: „eine Pandora im höheren Sinne“ 174.
    GEGENWART, die: wir verlieren das Heute über das Gestern und Morgen 609, „die G. läßt sich ihr ungeheures Recht nicht rauben“ 608, „Gott ist ein Gott der G.“ 608 (sagt Eckhart).
    GEGENWART, unsere: der geistige Verfall in unserer G. und was ihn verursacht 299 ff.
    GEIST, der: ist Einheit und schafft Einheit 645 (vergl. auch nûs).
    GEMEINE, das: Goethe's Definition 725, sein Verhalten dem G. gegenüber 754 (vergl. auch Mephistopheles); 449.
    GEMEINSAMKEIT, die 114 ff., 666, Wechselwirkung zwischen G. und Individuum 663—705, G. und Religion 687—705; der einzelne ist sich nicht hinreichend 671, die G. bedingt seinen Wert 670, der aber wieder auf die G. zurückwirkt 671; die G. hat „etwas Magisches“ 695, sie führt notwendig zu Sittlichkeit und Religion 666 ff., das corpus mysticum 692.
    GENIE, das: der lebenzeugende Mensch 31, Geschichte des Wortes 675 ff., Auffassung der Romantik 677, Schopenhauer's Definition 677, 681, Herder's Auffassung 677, Goethe's Auffassung 675—686; das G. liegt überall latent 681, ist ein Durchsichtigwerden der Monade 680 ff., der creator spiritus 679—687, wirkt unbewußt 684, übernatürlich, magisch 684, „leistet willig Gehorsam“ 680, benützt die eigene Grenze als Stützpunkt 529, „die furchtbaren Bedingungen“ 597, erreicht nicht, was es wollte 476, „zweideutige Wirkungen“ 265 ff., 681, „erschreckend“ 597, „dem G. traut man alles zu, da es doch nur ein Gewisses vermag“ 680, „objektiv irrt sich das G. oft“ 683; G. und Religion 687, 694, G. und Talent 686.
    GEOLOGIE, die: Goethe's Studien 330, 380, seine Entdeckungen 336, 380 ff., die Eiszeit 380, sein Kampf gegen die Kataklysten aller Schulen 331, 382, 384, er ist ein Bahnbrecher der modernen Geologie 375, „still, einfach, grandios“ 382, „niemals Gewalt“ 383 ff.
    GERECHTIGKEIT, die: der Sinn für G. kann zu einem „kranken Gefühl“ entarten 758.
    GESCHICHTE, die: nennt Goethe „das gefährlichste und undankbarste Fach“ 656; das Gottverwandte (Kunst und Religion) gehört nicht eigentlich in ihr Gebiet 736.

788 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    GESTALT: schließt sich nur dem Geist auf 651.
    GEWISSEN, das: nennt G. „das höchste Erbteil des Menschen“ 739, es ist „Sonne seinem Sittentag“ 739, „man kann das G. belügen, aber nicht täuschen 739; G. „bedarf keines Ahnherrn“ 738, es gehört auf eine Stufe mit Vernunft und Genie 681, 750.
    GLAUBE, der: „ein Akt des Willens“ 692, „ein heiliges Gefäß“ 692, zu echtem G. gehört „viel Zartheit der Gesinnung“ 704, die jüdische Auffassung des G. vernichtet Religion und Kultur 705, was diese Auffassung von der arischen unterscheidet 721; Aberglaube steht ungleich höher als Unglaube 694 ff., „was man glaubt, gleichgültig“ 693.
    GLEICHHEIT, die 214, 226, 741.
    GOETHE, G's   C h a r a k t e r:   164—184; barmherzig 140—146, 761, beharrlich 18, 177 ff., 230, besonnen 88, demütig 87, 174, 249, 455, 494, 588, 754 (lehnt die Benennung „Meister“ ab 7) ; ehrfurchtsvoll 171, 753 (siehe Ehrfurcht), entsagend 173 ff., ernst 23, 180, geduldig 174, gelassen 174, heiter 180—183, 759, hoffnungsvoll 176 ff., 609, kein Diplomat 166, leidenschaftlich 86, 89, nachgiebig bei großem Willen 177, 246, pflichttreu 78, 510, 755—760, zurückhaltend 8, 165, ruhevoll 175, schmeichelt nie 167, sichbeschränkend 171 ff., 600—628, grenzenlos tätig 168 ff., 178, 188, 203—252, 289, 464, 530, 753, ungestüm 23, vergessensfähig 180, vermeidet Streit 178, verschwiegen 10, 165, 588, wahrhaftig 165 ff., 167, 170, 288 ff. 464, willenskräftig 7, 30, 60 ff., 207, wohlwollend 752; „ablehnend“ 148, desultorisch 169, „Dunkelheit und Zaudern“ 66, „fahriges Wesen“ 26, „grillenhaft“ 24, hypochondrisch 147, leichtfertig 24, planlos 24, „Schattenleidenschaften“ 149, „spatzenmäßig“ 25, 487, stöckig 148, „stumm wie ein Fisch“ 148, tyrannisch 207, verstockt 148, übertriebene Würde 23, bisweilen zudringlich 148. „Wo die Worte fehlen, spricht die Tat“ 409.
    G's   G e s t a l t:   193—196.
    G's   G o t t e s g l a u b e:   nicht mystisch 710, 730 ff., nicht rationalistisch 710, ein Gott-Schöpfer wird nicht postuliert 583, „Pantheist, Polytheist, Monotheist“ 288, über und gegen die Alleinheitslehre 293 ff., 706, 731 ff., G. erblickt Gott überall in der Natur 594, 706, in der Geliebten 689, der creator spiritus (Genie) 679—686, die „Absichten der Gottheit“ 667, „unbedingtes Ergeben in den unergründlichen Willen Gottes“ 761, Gottesglaube und Religion sind zweierlei 710, (siehe Gott, Religion usw.).
    G's   I d e e n b i l d u n g:   78, 188—193, 267, 294, 309—318, 336, 363—375, 377 ff., 379 ff., 384, 387, 390—402, 483, 588, 619 ff., 631, 660, 757 (siehe Idee).
    G's   I d e e   s e i n e r   s e l b s t:   107 ff., 126 ff., 138 ff., 151 ff., 162 ff., 199 ff., 403, 754; G. unterscheidet dreierlei: sich, sich selbst, seine Erscheinung 150 ff., „die Pyramide meines Daseins“ 108, 314 usw., die „Steigerung“ 326, 494, „das Leben zugebracht, mein Innerliches auszubilden“ 670, „möge die Idee des Reinen immer lichter in mir werden“ 754.
    G's   K u l t u r i d e a l:   durch die Betrachtung der Natur vermittelt 269, 332 ff., 368, 399 usw.; durch Kunst und Sprache vermittelt 533; von Religion nicht zu trennen 714—724.
    G's   L e b e n:   „symbolisch“ 490, erscheint ihm „immer lückenhafter“ 480; Überblick 16—19, erste Lebenshälfte 20—61, zweite Lebenshälfte 61—81, Rechtsstudien und Praxis 28 ff., 35, 36 ff., Erwachen des Genies 34, „Glückseligkeit von vier Monaten“ 36, das „Hurrli“ 37, erste Schweizer Reise 38, Weimar 39 ff., 213 ff., 493 ff., italienische Reise 16 ff., 54—61, 487, Weimar und Jena 62, der Jenaische Kreis 67, Ehe 69 ff., Napoleon 153 ff. Marienbad (1823) 72 ff., 536, 557, 559, der Tod Carl August's 559, der Tod seines Sohnes 78, 510, 559, Goethe's Tod 80 ff., Beziehungen zu Fürsten 39 ff., 207 ff., 213 ff., 240, 248 ff., Beziehungen zu Parlamenten 216, der Staatsbeamte 20, 39—55, 119, 142, 204—227, Leiter der Staatsfinanzen 209; die „Oberleitung“ 227—238, Jenaische Literaturzeitung 231—233, Reorganisa-

789 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

tion der Bibliothek 233—238, Theaterleitung 76, 238—252. (Alle Beziehungen zu Personen siehe unter deren Namen.)
    G's   L i e b e n:   34 ff., 37 ff., 45 ff., 48 ff., 52 ff., 69 ff., 71, 73—75, 79 ff., 97—114, 535 ff., 556; seine Liebe für Kinder 137.
    G's   P e r s ö n l i c h k e i t:   83—200; Abstammung 22, 25, 26 ff., disparate Bestandteile 22, weibliches Element 24, 113, der angebliche „harmonische“ G. 89, 110 ff. usw.; der Mittelpunkt der Persönlichkeit 32, 85—96, 196—200, 309 ff., 400—403, 499, 666 ff., die zwiespältige Anlage 86, 88, 400, „zwischen zwei Welten“ 761, diese Anlage objektiviert zur Weltanschauung 714, 730, das Mittelgebiet fehlt 88, das hieraus resultierende Antinomische 198 ff., 335 ff., 589 ff., 595—761, die Verknüpfung der entferntesten Endpunkte des Menschengemütes 96, 112, 401, 441, 499—501, 618—619, 631, 669, 706 ff. (und noch oft), was Schiller G's „rückwärts verwandeln“ nennt 95, 102, 107, 113, 138, 187—193, 500, 631; G. der Denker, „die grübelnde Natur“, „durch Philosophie gestärkt“ 90 ff., 92, 95, 103, 297, 468—472, 511—515, der Ideenbildner 112 ff., 309 ff., (siehe G's Ideenbildung); G. der Anschauende 90, 100, 186 ff., 401, 631, „das Auge ist das Organ, womit ich die Welt fasse“ 90, 94, 101 ff., das „eigentümliche Hinstarren auf die Natur“ 187, 189, 292, die Phantasie 101 ff. (siehe G. der Dichter, Phantasie usw.), der weite Sinn 611, „Stockrealist“ und zugleich „vollkommen idealistisch“ 434 ff., „unschuldige, Schritt vor Schritt sich bewegende Naivität“ 291; enorme Entwickelung des Bewußtseins 161, ununterbrochene Steigerung 193, 515, unbeschränkte Vervollkommnung 193, systematische Ausbildung 18; Reinheit 159, 714, 754, „Vornehmigkeit“ 50 ff., die Maske 19, 151, 165, Abkehr von der Welt 60, 114 ff., 493, sein Schicksal „den Menschen ganz verborgen“ 151, 166, Bitte um „Ruhe vor den Menschen“ 148, 493, der Schutzwall 18, 59 ff., 71, 115, 165; alles ist bei ihm Leben 574, Bedürfnis nach Menschenumgang 114, 609 ff., sein Einfluß auf die Welt 7 ff., 77 ff., 491, 501 ff., G. darf nie als Literat betrachtet werden 40, 503, praktische Beanlagung 204—219, „Kaufmannsgeist“ 211, der eigentliche Dilettant 441, entschiedener Nichtgrieche 303, ausgesprochener Germane 304, spezifischer Deutscher 744—749.
    G's   P o l i t i k:   er weist sie möglichst von sich 159, 582, seine Beteiligung als Beamter 220—227, „wenn nur Ordnung gehalten wird, so ist es ganz einerlei, durch welche Mittel“ 582, 740, der „republikanische Geist“ 214, G's Vaterlandsliebe 744—749.
    G's   R e l i g i o n:   686—705; wo R. bei Goethe entsteht 667, der Glaube: ein heiliges Gefäß 583, G's Kraft 760, nach Carlyle rückt G. „ein Zeitalter neuen Glaubens“ heran 721, G. sagt, er gehorche täglich „dem Willen einer höheren Macht, deren Gedanken nicht seine Gedanken sind“ 670, Christus nennt er „den durch alle Himmel Gegoss'nen“ 667, „den hohen Wundermann“ 697, „den göttlichen Mann“ 697, der außerhalb aller Geschichte steht 697, das Judentum will er vollkommen ausgeschlossen von der christlichen Kultur 716—724; G. ist jesusverwandt 145 ff., 667, 755 ff., ist Christ, nicht Inder 761, er spricht sich positiv christlich aus 668, 695, 721, altchristlich 698, bekennt das Christentum der Bergpredigt, lehnt das paulinische ab 696, verläßt die Brüdergemeine, weil diese den Sündenfall betont 695 ff., ist aber nicht deswegen ein Heide 30, höchstens, wie er sagt, „ein rein protestantischer Heide“ 700, er gehört keiner Kirche an 697, da er ihr „heidnisches Judentum“ verwirft 704 ff.; Analyse seines Verhältnisses zu Katholizismus und Protestantismus 696—705, hohe Schätzung alles Sakramentalen 698 ff., daher ein Zug zur katholischen Denkweise 702, dem entgegen starke Betonung seiner protestantischen Gesinnung 695, 701 ff., der Prot. „ein wahrhaft großer Gewinn“ 701, er selber „eifriger Protestant“ 702; über die Priester 702, über die frommen Leute 293, „ich stelle mich nicht fromm, ich bin es am rechten Orte“ 689, „Naturfrömmigkeit, Freiheit, Reinheit“ 694.

790 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    G's   S p r a c h e:   ihre Einfachheit 532, ihre Vollendung 183 ff., 529, keine Analyse ergründet sie 531, das schöpferisch Neue 532—549, 746, Bereicherung der S. 343, 358, Einfluß der Sinnenkünste 529, 549, weder monumental noch musikalisch, sondern durchaus geistig 551, versucht „dem Unsichtbaren und Unaussprechlichen eine Art von Körper zu leihen“ 620, was G. mit einem einzigen Worte vermag 627, seine Kunst des Verschweigens 588, sein Mißtrauen gegen Worte 185, 428 ff., 473, 530, Unzulänglichkeit aller 531; „eine Phrase zu machen schien G. unmöglich“ 532. — Zweighaft 538, 628, geizhaft 539, tüchtighaft 540, letztester 535, 557, 559, 628, Einung 552, allschönst 556, höchst schöner als 555, morgenschön 544, 628, erdgebeugt 546, 628, Verbindungen mit „all“ 556, 561.
    G's   S t i l:   „S. ist Absonderung“ 585, „ich künstele am S., daß er recht natürlich werde“ 525, Einfluß der bildenden Künste 523, „man muß es machen wie die Maler“ 525, Einfluß der Tonkunst 523, keine Redefloskeln 460, 503, Beschränkung auf das Gegebene 455 ff., 458, G. spricht das Letzte nie aus 501, hohe Schule des Zartsinns 755, vermeidet gern Anfang und Ende 474, 477 ff., 574, vermeidet Eigenschaftswörter (455), Hilfszeitwörter (459), Verneinungen (534), Superlative (535, 554—561), „hütet sich vor nichts so sehr als vor leeren Worten“ 532, unerhörte Knappheit 627; die Phantasie 469, 541, 548 ff., 558, alles als Bewegung aufgefaßt 458, 462, subtile Symbolik 530, Schwerverständlichkeit 475, 477, 495, das Element des Zufalles 494, das Geheimnisvolle 479, Abstufung in der Vollendung 511, G's Gleichnisse 460; Beispiele: Karneval 464, Dämmrung 455—459, Harzreise 460, 481—496, Heidenröslein 542—545, Helenaakt 545—548, Herbstgefühl 461 ff., Pandora 449, 554 ff. (vergl. G's Werke).
    G's   U r t e i l   über: sich selbst 16 ff., 22 ff., 24, 42, 147 ff., 149, 158, über Herder 131 ff., Jacobi 128 ff., Kant 618, Lavater 127 ff., Meyer 120 ff., Mozart 572, Plato 588, über Leipzig 28, Weimar 43, 50, 61, 211 ff., 492 ff.
    G's   V e r s t a n d:   184—193, G. ist einer der originellsten und schwersten Denker aller Zeiten 621, 734 (siehe G's Weisheit), kann nur denken, insofern er produziert 190; Streben nach Wahrheit 184, Umfang 6, 10, 209 ff., (die ganzen Kap. 4, 5 und 6), Vielseitigkeit (ditto), Schlichtheit 6, Einseitigkeit 11, Folgerichtigkeit 222, Organisierungsgewalt 222 usw., Denkgewalt 89, 468, 617—621, „Gegenständlichkeit“ 468, 470, 733 ff., mathematische Beanlagung 636—640; Denken und Schauen 190, G's Anschauungsgewalt 88, 186, 451, 586, „kein eigentlich scharfes Gesicht“ 365, unfähig das einzelne zu beobachten 95, 365, 445 usw. (siehe Empirie); Realismus und Idealismus 434, 733, „poetisch-wissenschaftliches Wesen“ 5, 451 ff., die Offenbarung 192, 364; Sarkasmus 181, Ironie 31, 181, 189, 399.
    G's   W e i s h e i t:   581—761; Grundannahme: die Gegenwart enthalte das Mögliche 582 ff., Bejahung des Willens zum Leben 152, 581, 751—753, 760, „Gedenke zu leben! wage es, glücklich zu sein!“ 581, 751, „keine superlunarische Aufschwünge“ 581, Weltverbesserungspläne sind „allgemeine Unverschämtheiten“ 582, das Humanitätsideal wandelt die Welt in Ein großes Hospital 582; der Kern seiner Weisheit: die Bezeugung der Ehrfurcht 754 (siehe Ehrfurcht); von nicht zu schildernder Mannigfaltigkeit 4, weltumzingelnd und weltdurchdringend 188, stets ein Ganzes 613, weitsinnig 612, mehr Tat als Lehre 260, 318, 344 ff., 352, 398, 587, 603, nicht Lehre, sondern Bekenntnis 586, fordert Mitwirkung 588, erregen ist besser als geben 586, unsystematisch 584, weilt gern auf Grenzen 587, zugleich mystisch und realistisch 584, überschwenglich 586, unaussprechlich 588, antithetisch 589, 593, unerhört subtil 597 ff., 614, 619, 734, 758, antichimärisch 583, antidogmatisch 583, weder historisch noch prophetisch 583, monographisch 585; die vier Grundwidersprüche 595—605, die vierfache Gliederung von G's praktischer Lebensweisheit 735. — G's Weisheit ist derjenigen Spinoza's unverwandt 709 (und Anhang), ist derjenigen Indiens und Schopenhauer's dia-

791 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

metral entgegengesetzt 757, 759, in mancher Beziehung schwerer als Kant's zu verstehen 619, „Neigung zwischen zwei Welten schwebend“ 761, „alles Reale sich symbolisch auflösend“ 761.
    G.   d e r   D i c h t e r.   407—578, Hauptstelle 431—442; Abneigung gegen berufsmäßiges Dichten 40, 205, 503, ist Gelegenheitsdichter 506—516, „dichtet nicht aus Wahl und Vorsatz, sondern aus Trieb und Schicksal“ 503, Sonderstellung unter den Dichtern 407—412, 415, 432, 500 ff., 517, G. allein ist ganz Poet 438, 499, 561, seine Poesie „ruht durchaus auf dem Wirklichen“ 414, 432, 447, Verhältnis zwischen D. und Naturerforscher 448, „das poetisch-wissenschaftliche Wesen“ 451, wetteifernd mit der Natur 409, Verhältnis zwischen D. und Denker 468, organische Bedeutung der bildenden Künste und der Musik für sein Dichten 427, 518—528 usw., alles Technische der Dichtkunst ist ihm zuwider 408, 439, „schreiben muß man nur wenig, zeichnen viel“ 408, eigenartiger Übergang aus einer Sinnenkunst in die andere 420, Salto mortale aus der Kunst der Sinne in die des Wahns 423, G. ist ein Wahnkünstler 430, 440, 512 usw., und doch auch ein Wirklichkeitskünstler 427 ff., 509, die Art, wie Dichtungen bei ihm entstehen 420—426, 432, Bewußtsein und Unbewußtsein, 412, wetteifernd mit der Natur 409, sein eigenes Leben sein bedeutendstes Gedicht 111, hat sich niemals selber dargestellt 110, 507, 511, ist kein deskriptiver Dichter 472, langsame Ausführung 526, erfordert Zeit auch für die Aufnahme 495 ff., verlangt tatsächliche Mitwirkung 496, wirkt tatenerweckend 481, 561. — Der   S t o f f:   ist bei G. „vertilgt“ 499 ff., der   G e h a l t:   431—453, die Natur 441, oder vielmehr die durch die Sinnenkünste verklärte Wirklichkeit 432, 516 ff., Einverleibung alles Wirklichen 444, Leben und Gegenwart 445, Natur und Idee ungetrennt 449, Energie der Aufnahme 447, „poetischer Gehalt ist Gehalt des eigenen Lebens“ 443, 446, 466, „Gehalt findet nur der, der etwas dazu zu tun hat“ 431, 496, „Gehalt bringt die Form mit“ 499, 506; die   F o r m:   431—442, 453—561, Gliederung der formbildenden Prinzipien 453 ff., die Naturtreue 455—467, die Freiheit der Phantasie 467—515, Einwirkung der Sinnenkünste 515—528, Eigenart der Wahnkunst 528—561, unübersehbare Mannigfaltigkeit 497, Meisterschaft 558.
    G.   d e r   D r a m a t i k e r:   564—578; das Drama der kritische Punkt in G.'s Dichten 430, 564 ff., 575, alles was er schreibt, strebt zum Drama 574, große Produktivität 566, 572 ff., eigene Bevorzugung dieser Form 566, Erweiterung des Begriffes „dramatisch“ 575. Vorherrschaft der reinen Phantasie 430, 558, G. wurde immer mehr reiner Wahnkünstler 430, G. verglichen mit Schiller 575, Verhältnis zur Tragödie 575, G. erfindet die Erlösung als Krönung der Tragödie 577, Vorliebe für die Oper 566 ff., „Der Löwenstuhl“ 569—571, „Edda's Rhythmen“ 570, die Ballade als „Ur-Ei“ des kommenden Dramas 571, 572, das Drama der Zukunft 572. — Besondere Bedingungen in Weimar 239, G.'s Versuche, Darsteller und Publikum gegenseitig zu steigern 242 ff., „alle Jahre ein Paar Stücke“ 244, das Problematische an G.'s Dramen 564.
    G.   d e r   N a t u r e r f o r s c h e r:   255—403, Grundüberzeugung: „die Natur verfährt nach Ideen“ 658, Grundprinzip: „nicht wissen, sondern tun“ 260, 344 ff., 352, 398, Ziel: eine höhere Kultur des Geistes 369, 398, Erfolg: „meine Kultur hätte ich mir von einer anderen Seite her schwerlich verschafft“ 397. — G's Standpunkt 287—326, 336, 347 ff., 373 ff., die „ganz eigene Art von Forschung“ 306, 321, „strebt aus dem Ganzen in die Teile“ 367, bedeutet eine Rückkehr zu Plato 316, „die Welt des Auges“ 264, 298, 403 (vergl. Anschauen), das genial Schöpferische 262, „nur ein Bild des eigenen Geistes“ 267, esoterisch 379, „sonderbare Erzeugnisse eines sonderbaren Menschen“ 390, „ein fernes Ideal der Naturgeschichte“ 333, „stattet uns mit neuen Organen aus“ 374, 400, Leidenschaftlichkeit 257, 362, 365, „mit Augen des Geistes sehen“ 307, 356, 369, 401. „wo Metaphysik und Na-

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turgeschichte übereinander greifen“ 659. — G's drei Tendenzen als N. 290 bis 326, seine Forschungsmethoden 326—337, 348, verschieden bei anorganischen und bei organischen Studien 336 ff., 384 ff., er sucht das „reine Phänomen“ 268, verwirft die Frage nach Ursachen 350, 385, 583, 656, sucht statt dessen die Bedingungen der Erscheinungen 349, will diesen „die Eigenschaft des Problems erhalten“ 399, faßt alles als Bewegung auf 472, strebt danach Einheit herzustellen 294, 632, 657, nennt sich „Empiriker und Realist“ 265, „Naturschauer“ 259, seine leitenden Ideen über die organische Welt 656—663, das anorganische Gebiet bereichert er durch Entdeckungen, das organische durch Ideen 336 ff., 379. — Parallele zwischen G. dem Naturerforscher und den exakten Naturforschern 255—269, 287—326, 338—347, 350 ff., 358 ff., 376, 396, 399, 649 ff., 655, G. „geht von der Gestalt aus, die exakte Wissenschaft vom Element“ 360, G. ist der Konkrete im Gegensatz zum Abstrakten 342, ist kein Vorläufer des Darwinismus 650. — G's Naturstudien: ihr Beginn 31, 187, erstes Aufblühen 42, zweites Aufblühen 67 ff., 241, drittes Aufblühen 234, letztes Aufblühen 77 ff., Anatomie bei Loder 68, 118 ff., vergl. Anatomie 242, das mineralogische Museum 230, seine wissenschaftlichen Gehilfen 118, er konnte die Technik einer Wissenschaft nie erlernen 436 ff., die N. macht die Hälfte seiner Lebensarbeit aus 15, Bedeutung für seinen Lebenslauf 362 ff. (vergl. Natur, Naturforschung, Wissen, Wissenschaft usw.).
    G.   u n d   d i e   b i l d e n d e   K u n s t:   Bedeutung für sein Dichten 408, 423 ff., 426, 432, 515—528, sie lehrt ihn die Vereinfachung des Stiles 524, begründet sein „besonderes Verhältnis zur Wirklichkeit“ 409, 519, lehrt „die inneren Zustände unmittelbar überliefern“ 409, „die Malerei ist wahrer als das Wirkliche“ 420, — Jugendeindrücke 26, 28 ff., 187, Unfähigkeit, die Technik zu beherrschen 437, 528, wahnvolle Hoffnungen 16 ff.
    G.   u n d   d i e   M u s i k:   Bedeutung für sein Dichten 410—412, 426, 519 ff., Element, in dem sein Dichten wurzelt 423, aus dem er schöpft 410, „das wahre Element, woher alle Dichtungen entspringen“ 421; G's Einsicht in die Verwendbarkeit der M. für das Drama 567, will Leitmotive eingeführt wissen 568, „die Melodie, die keine war und eben deswegen so herzergreifend“ 569. — G's Studien und Fertigkeiten 518, seine technischen Kenntnisse 519, seine tragische Unfähigkeit 528, die von ihm für Musik verfaßten Werke 566 ff. — Urteile: über Bach 523, Mozart 572, „Engelsschwingen“ 75, „Gottähnlichkeit“ 410, „Balsamduft“ 410, „des Menschen Wesen durchdringend“ 411, „hebt wie ein Genius gen Himmel“ 520, „ungeheure Gewalt“ 528, „faltet ihn auseinander“ 528, „Vorschmack der Seligkeit“ 528 ff., „entführt dem Boden“ 567.
    G.   u n d   s e i n e   F r e u n d e:   114—139, 141 ff., „Lehrer, Diener, Freunde“ 117 ff., Carl August 39 ff., 133, Herder 31—34, 130—133, Jacobi 128—130, Lavater 127 ff., Heinr. Meyer 120—127, 137, 138, 139, Schiller 134, 175 ff., C. G. Voigt 55, 120, 141, 209, Wieland 133, Zelter 135—137.
    G.   b e u r t e i l t   v o n:   Beethoven 420, Carl August 23, 207, Carlyle 23 ff., 721, Fernerstehenden 104, 148 ff., Gelehrten 514, 533, 551 ff., Herder 25, 208 ff., 486 ff., Humboldt 91 ff., 189, Napoleon 154, Schiller 63, 92 ff., 134, 189, 499 ff., 576, 614, 627 ff., 648, Schopenhauer 65, Madame de Staël 23, Voß 23, Wieland 146 ff., 209.
    G.   v e r g l i c h e n   m i t:   der Allgemeinheit 6, den Aroindern 667, 759; 760 ff., Augustinus 699, 760, Beethoven 7, 10, 488, Christus 145 ff., 667, 669, 756, 757, Darwin 650, Descartes 6, Franziskus 760, einem Heiligen 61, Homer 477, Kant 6, Leibniz 6, 636—647, Luther 760, Michelangelo 6, der Natur 199, den exakten Naturforschern 255, 622 usw., einem Naturereignis 8, Paulus 760, den hellenischen Plastikern 434, 441 ff., Plato 6, 152, 312, 316, 448, 468, 581, 584, Schiller 7, 10, 448, 571, 576, Schopenhauer 669, 677,

793 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

757, 760, Shakespeare 6, Spinoza 709, Wagner 6, 9, 10, 424, 435, 438, 568, 576.
    GOETHE'S WERKE,   A u s g a b e n:   erste Gesamtausgabe 42, Ausgabe letzter Hand 77.
    B a l l a d e n:   im allgemeinen 513, 570, Der Fischer 42, Der Sänger 524, Die Kinder sie hören es gerne 570, Erlkönig 42, Paria 527.
    D r a m e n:   Cantate zum Reformations-Jubiläum 567, Claudine von Villa Bella 566, Clavigo 35, 497, 513, 573, Concerto Dramatico 35, Das Mädchen von Oberkirch 244, Der Bürgergeneral 244, 573, Der Groß-Cophta 244, 566, 573, Der Löwenstuhl 567, 569—571, Der Triumph der Empfindsamkeit 239, Der Zauberflöte zweiter Teil 566 ff., Des Epimenides Erwachen 740, Die Aufgeregten 244, Die Danaiden 567, Die Fischerin 239, 566, Die Geschwister 42, 239, 503, 573, Die Laune des Verliebten 573, Die Mitschuldigen 497, 573, Die natürliche Tochter 68, 176, 497, 513, 573, 672, 746, Egmont 42, 53, 68, 497, 521, 527, 573, Elpenor 42, 53, 573, Erwin und Elmire 566, Feraddedin und Kolaila 567, Götter, Helden und Wieland 35, 573, Götz von Berlichingen 35, 37, 68, 497, 503, 507, 527, 573, 745, Iphigenie 42, 53, 54, 90, 94, 239, 497, 513, 527, 573, 746, Jery und Bätely 239, 566, 573, Julius Cäsar 36, Künstlers Erdewallen 573, La sposa rapita 566, Lila 239, 573, Mahomet 36, Ossian's Helden 566, Pandora 72, 76, 495, 497, 513, 549, 554, 573, Pater Brey, 35, 573, Prolog zu den neuesten Offenbarungen Gottes 35, Prometheus 36, Satyros 35, 573, Stella 497, 573, Tasso 42, 53, 90, 497, 513, 527, 746.
    E p e n   u n d   R o m a n e:   G. über sie im allgemeinen 420 ff., Achilleis 68, 497, 534 ff., Hermann und Dorothea 19, 68, 71, 123, 497, 513, 523, 564, 574, 745, 747, Jagdgedicht 68, Novelle 527, Reinecke Fuchs 497, Die Wahlverwandtschaften 72, 76, 497, 503, 513, 552 ff., 574, Werther 36 ff., 42, 99, 497, 513, 526 ff., 666, 672, Wilhelm Meister: als Ganzes 603—609, 611, Lehrjahre 56, 68, 94, 149, 497, 513, 574, 647, Theatralische Sendung 42, Wanderjahre 56, 76, 77, 90, 119, 124, 497, 513.
    F a u s t:   über die Entstehung des Werkes 507—512, 527, 557, über das Werk im allgemeinen 36, 90, 94, 480, 497, 573, 746; Faust, erster Teil 420, 503, 567, 628, Faust, zweiter Teil 56, 58, 67, 78, 119, 123, 420, 430, 468, 504, 507, 513, 514, 520, 538, 545—548, 554, 557—561 („Phantasmagorie“ 559 ff.), 567, 577 (siehe auch Mephistopheles).
    G e d i c h t e:   Alexis und Dora 575, 627 ff., Auf Mieding's Tod 42, Denk- und Sendverse 514, 525, Der neue Pausias 575, Die Geheimnisse 42, Die Maskenzüge 511, Euphrosyne 422, Festspiele 511, Gott und Welt 90, Hans Sachsens poetische Sendung 42, Hanswursts Hochzeit 573, Harzreise im Winter 42, 140, 460, 481 ff., 496, 500, 522, 628, Ilmenau 42, Marienbader Elegie 76, 513, 535 ff., Metamorphosengedichte 513, Orphische Urworte 56, 90, 177, 513, 525, Römische Elegien 513, Sonette 72, Um Mitternacht 478 ff., Venezianische Epigramme 513, Vermächtnis 514, Widmungsblätter 511, Xenien 68, 128, 178, Zueignung 42.
    K u n s t s c h r i f t e n:   im allgemeinen 123 ff., 497 ff., Leonardo's Abendmahl 76, Propyläen 513, Über Kunst und Altertum 76, 77, Winckelmann 76.
    L i t e r a r i s c h e   S c h r i f t e n:   im allgemeinen 497 ff., Besprechung des Deutschen Gil-Blas 146, Frankfurter Gelehrte Anzeigen 36, Sprüche 513.
    L y r i k:   im allgemeinen 498, beurteilt von Beethoven 420; Augen sagt mir 234, Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten 514, Dämmrung senkte sich 455—459, 501, 524, 551, 628, Dem aufgehenden Vollmond 514, Der du von dem Himmel bist 42, Füllest wieder Busch und Tal 42, Harfnerlieder 42, Heidenröslein 542—545, Herbstgefühl 461, 524, 551, 628, Liebesschmerzlicher Zwiegesang 530, Mignonlieder 42, Rastlose Liebe 42, Über allen Gipfeln 42, Willkommen und Abschied 34.
    M e m o i r e n:   Aus meinem Leben (siehe Dichtung und Wahrheit und Italienische Reise), Annalen 77, 513, Briefe aus der Schweiz 574, Campagne

794 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

in Frankreich 497, 513, Dichtung und Wahrheit 20, 27, 35, 76, 77, 119, 452, 497, 513, 564, 745, Italienische Reise 57, 76, 77, 124, 464 (römischer Karneval), 497, 513 ff.
    Z u r   E r f o r s c h u n g   d e r   N a t u r:   im allgemeinen 498; Beiträge zur Optik 339, Farbenlehre 56, 68, 76, 296, 307, 337—359, 497, Metamorphose der Pflanzen 42, 68, 366 ff., Vergleichende Anatomie der Tiere 42, 68, Zur Morphologie 76, 234, Zur Naturwissenschaft überhaupt 76, 234.
    Ü b e r s e t z u n g e n:   Mahomet von Voltaire 54, 68, Tancred von Voltaire 54, 68, Diderot's Versuch über die Malerei 676, viele Operntexte und Schauspiele 243.
    W e s t ö s t l i c h e r   D i v a n:   72, 76, 146, 429, 495, 513.
    G o e t h e 's   B r i e f e:   77, 95, 119.

    GOTT: Goethe erblickt G. überall 113, 705, „ungreiflich aber berührlich“ 730, „wie Einer ist, so ist sein Gott“ 711; G. und Natur 594, 705—761 ff., zwei einander bedingende, polare Gegensätze 707 ff., 730, G. offenbart sich an der Natur 708, die Natur ist der Tod, Gott das Leben 713, Goethe's große Allegorie von Gott und Natur 712—733.
    GÖTTLICHE, das: ist zugleich Freiheit und Gesetz 735.
    GRÖSSE, die: „das Überschwengliche macht die G.“ 586, Ganzheit ist eine Bedingung 613.
    GROSSSTADTLEBEN, das moderne 742.
    GUTE UND BÖSE, das: „wird von der Menge gewähnt und geklatscht“ 165.
    HANDWERK, das: muß allem Leben, allem Tun, aller Kunst vorausgehen 606.

    HARMONIA PLANTARUM 103.
    HERZ, das: „das alles zusammenfassende, vereinfachende Herz“ 613.
    HOFFNUNG, die: wird durch die Tätigkeit in jedem Augenblick realisiert“ 177, 609; G. der Dichter der H. 177.

    HUMANITÄTSIDEAL, das 582, 757.
    HYPOTHESEN: erleichtern die Vorstellung eines Ganzen 626.
    ICH, das: „jenes Innige, was in uns lebt, strebt, sucht“ 686.
    IDEAL, das: nicht danach springen 219; der Idealismus und der Realismus 733.
    IDEE, die: das Ewige im Vorübergehenden 109, eine unberechenbare Macht 286, ein Ewigmännliches 112 ff., nur an Ideen wächst der Mensch 660, sie bedürfen eines Schöpfers 377, 390, müssen „erdreistet“ werden 391, treten zuerst als „fremde Gäste“ auf 390, die I. ist ein „Organ“ 170, 322, ein Mittel zum Begreifen 162, ein „Gesetz aller Erscheinungen“ 317, 367, Erfahrung und Idee: grundlegende Untersuchung 309—319, weiteres 368, 378, 399, wo die ewige Verwechselung wurzelt 376 ff., Ideenbilden ist synonym mit Verbinden 631 ff., 658, wir müssen der Erfahrung die I. aufdringen 314 ff., 642 ff., „zuerst die I. erwecken“ 363, „die Natur muß sich in die I. fügen“ 620, I. und Erfahrung „sind nur durch Kunst und Tat zu vereinigen“ 316, die Erfahrung ist „fast immer eine Parodie auf die I.“ 599, wenngleich die I. als „Resultat der Erfahrung“ entsteht 314, sie ist unabhängig von Raum und Zeit 620 und „verliert, wenn sie real wird, ihre Würde“ 111, 378, die Sinne sind durch Übung den I. anzupassen 403, denn die I. „muß über dem Ganzen walten“ 113, 658, „in der Erfahrung ist sie nicht darzustellen“ 390 ff.; Idee und Wirklichkeit 599, Idee und Liebe 113 ff., die Pflicht als schöpferische Idee 757. — Die Hellenen als Schöpfer von Ideen 286, 302, 309 ff. (vergl. Plato).
    INBILD, das: mitteninne zwischen Außenbild und Sinnbild 323.
    INDIVIDUUM, das: in der Natur fast unmöglich den Begriff zu bestimmen 644 ff., G. verwirft ihn 650; moralisch: die Unveränderlichkeit des I. von Goethe theoretisch zugegeben 669 ff., doch in der Praxis geleugnet 669, für das I. interessiert er sich leidenschaftlich 671, kein I. wirkt unbedingt 680, jedes „muß sich resignieren“ 673.
    INNERE, das: ist das Urlebendige 618.

795 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    IRRTUM, der: „kann nur durch das Irren geheilt werden“ 604, der tätige I. 168,
„der I. ist recht gut“ 605.
    JUDENTUM, das 125, 324, 732; Goethe's Standpunkt 715—724, 744, „es bedarf
nur Eines Betteljuden, um einen Gott am Kreuze zu verhöhnen“ 716, die jüdischen Goethe-Philologen 747 ff., das J. und die Weimarer Ausgabe 717 (u. Anhang), „als Goethe die Augen schloß, begann das jüdische Zeitalter“ 748.
    KATEGORISCHE IMPERATIV, der 142, 169, 218, 739.
    KIRCHENGESCHICHTE, die 704 ff.

    KLASSIFIZIERUNG, die (lebender Wesen) 629 ff., das Künstliche daran 631 ff.
    KRIEG, der: von Goethe gepriesen 758.

    KRITIK, die: Goethe verwirft sie ganz und gar 179.
    KRITIK DER REINEN VERNUNFT, Kants: Hauptstellen darüber 615—617, 618 bis 621.
    KULTUR, die: kann von Religion nicht getrennt werden 716.
    KUNST, die: der Begriff 413 ff., techne 413, 436, 441, Schwierigkeit aller K. 525, der Künstler muß zugleich Handwerker sein 438, „die echte K. hat ein reales Fundament, aber sie ist nicht realistisch“ 516, der Streit zwischen Idealismus und Realismus beruht auf einem Mißverständnis 733, die K. verwandelt die gemeine Sinnlichkeit in eine höhere 732, sie vernichtet die Zeit 732, sie verändert alle Gegenstände 432; Unterscheidung zwischen Sinnenkunst und Wahnkunst 413—431, die „ungeheure Kluft“ 413, 414 usw., Goethe's Stellung mitteninne 415, sein Salto mortale aus einer Welt in die andere 423 ff., — Kunst und Literatur 434, K. und Natur 414, 440, K. und Religion 732 ff., K. und Politik 736, K. und Sittlichkeit 251, 750 ff. — Die hellenische K. 415, 434, 473, 474, 476, 732 ff.
    KÜNSTLER, der: „jeder echte K. bewahrt ein Heiliges“ 694.
    L'ART POUR L'ART 256, 433.
    LEBEN, das: besteht gegen (nicht durch) Stoff und Kraft 733, Goethe's antimechanische Auffassung 296, 360, die entgegengesetzte mechanische Deutung 300; alles L. ist zugleich einfach und verschränkt 563, L. ist Gegenwart 445, „L. erst muß Leben geben“ 360, „die Synthese der Neigung ist es, die alles lebendig macht“ 629.
    LEBENDE WESEN: jedes ist als physiologisch vollkommen anzusehen 660, 664.
    LEX CONTINUI: bei Leibniz 640, 643 ff., bei Goethe 647 ff.

    LICHT, das: der Begriff 339—347, L. und Auge 731, „die Natur des L. wird nie
ein Sterblicher aussprechen“ 340, 341.
    LIEBE, die: die ewige L. 79 ff., 112 ff., 728, ist ein weibliches 112, einzig die L. füllt den geistigen Raum 577, 728; L. und Religion 688, L. und Vernunft 761.
    LITERATURZEITUNG, die Jenaische 231—233.
    MANNIGFALTIGE, das: im M. „verbirgt sich das Einfache“ 363.
    MASCHINENWESEN, das: quält und ängstigt Goethe 611, 742.

    MASS, das: der genau geforderte Gegensatz zu einem „Ganzen“ 599, nur möglich
unter Voraussetzung eines Ganzen 599, nicht mit Mäßigkeit zu verwechseln 609, erzeugt Leben 610, ist Bedingung des Menschwerdens 610.
    MATERIALISTEN, die: Hauptstellen zur Begriffsbestimmung 280, 290, 296,
300 ff. usw.
    MATHEMATIK, die: G's mathematische Anlagen 636—640, er nennt sich „einen ethisch-ästhetischen Mathematiker“ 638, sagt „dem Geometer ist der Grund alles Denkens aufgegangen“ 638, die M. sei „immer richtig“ 342, stellt sie auf eine Stufe mit „Poesie des Genies“ 320, 437, findet sie aber „einseitig und beschränkt“ 319, hat für die praktische Ausführung wenig Beanlagung 436 ff.; Plato's Urteil 319, Voltaire's Urteil 319.
    MECHANIK, die (als Weltdeutung): Goethe gegen sie 258, 296, 301, 340, 388, 396 usw.; ihm entgegen Betonung ihrer zweifellosen Berechtigung 320, auch sie ist „Menschenwahrheit“ 321; nur ihre heutige Tyrannei ist abzuweisen 396 ff.
    „MEHR LICHT!“ 80.

796 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    MEISTERSCHAFT: G. erlaubt nicht, daß man ihn „Meister“ nenne 7 ff.; „ausgeführt oder nicht, des Meisters Werk   i s t   schon vollendet“ 601 ff. 626; bei höchster M. „verschwindet die Individualität“ 679.
    MENSCH, der: Menschsein heißt zwei Welten angehören 618, man soll unterscheiden zwischen einem Tierischen und einem Göttlichen im Menschen 732, das „Doppelreich“ 635, der M. als bloße Natur ist „das Gemeine“ 725, Mephistopheles 725—727, was den Menschen auszeichnet, ist, daß er Ideen bildet 112, 619, 623, der glückliche Mensch ist der höchste Zweck des gesamten Kosmos 687; „die Menschheit zusammen ist erst der wahre M.“ 116 ff., „die ganze Menschheit ist kaum hinreichend, sich aus sich selbst aufzuerbauen“ 671, der M. ist unheilig, die Menschheit heilig 667.
    MEPHISTOPHELES 181, 190, 725—728.
    METAMORPHOSENLEHRE, die: ausführliche Darstellung der M. der Pflanzen 363—374, vergl. auch 42, 78, 103 ff., 323, 630, Ausdehnung auf die übrige organische Schöpfung 368, ist ein rein ideelles Unternehmen 379, Goethe's Warnung gegen Mißbrauch dieser Idee 374, 379 ff., 399 (vergl. auch Wirbeltierschädel).
    METEOROLOGIE, die: Goethe's Beschäftigung mit M. 331 ff.
    METHODIKER, die 280 ff., 289, 302 ff.

    MITLEID, das (als Lehre): Goethe betrachtet es nicht als Grundprinzip der Sittlichkeit 757, es ist ein Ewig-weibliches 758, ist nicht identisch mit der christlichen Bejahung der Liebe 757, führt zur Aufhebung der Persönlichkeit 759.
    MONADE, die 663—705, Definition 664, „meiner Enge reingezogener Kreis“ 686, ist beschränkt und zugleich vollkommen 665, 672, die geforderte Reinheit 672; widerspruchsvolles Verhältnis zur umgebenden Gemeinsamkeit 670—675, Unterschied zwischen einer M. und einer anderen M. 675, die M. schafft nach und nach aus Chaos Kosmos 674 ff., das Bewußte und das Unbewußte 684, M. und Genie 678 ff.
    MONISMUS, der 279 ff., 282, 294, 316, 633, 706, 709, 731 (siehe Alleinheit).
    MORPHOLOGIE, die: eine von Goethe eingeführte Disziplin 329.
    MUSIK, die: ihr Wesen 410 ff., „der Musikus kann alles“ 521, warum eine Kunst der M. so spät entstand 418, die M. ist „ein Kunst- und Natur-Element“ 517, sie „füllt den Augenblick am entschiedensten“ 520, sie „arbeitet aus dem Ganzen in das Ganze“ 521, M. und Sprache 410 ff., über den Tonkünstler 419, bei Ermangelung der M. „fehlt ein Drittel des Lebens“ 529, die M. und die Liebe 577 (siehe auch unter Goethe, Sinnenkünste, Wahnkunst, Kunst).
    MYSTIK, die 278 ff., die Aftermystik unserer exakten Naturforscher 301, die M. bei Goethe 584, „der bequeme Mystizismus“ 295.
    MYTHEN, die: Definition 737 ff., G's „Urpflanze“ verglichen mit den Bildern von M. 366, Verhältnis zu Kunst, Wissenschaft, Philosophie 737; die zusammengestoppelte Mythologie unserer heutigen Naturwissenschaft 394.
    NAIVEN, die 279 ff., 289 ff.

    NATUR, die: Geschichte des Wortes 269—287. Goethe's neue Auffassung von N. 305—309, 619, „die N., wie sie still wirkt, und wie ich sie liebe“ 382 ff., soll „Allen verständlich werden“ 269, 345, ihre Werke sind „immer wie ein erstausgesprochenes Wort Gottes“ 414, „bis ins Innerste göttlich“ 659, alles Fruchtbare gehört ihr an 188, sie offenbart „unzweideutiges Genie“ 264, 269, 287, 292, 681, sie ist die ewige Bejahung 669, sie wirkt nach ewigen Gesetzen 707, in unabänderlicher Konsequenz 734 ff., nichtsdestoweniger aber mit „schrankenloser Willkür“ 707, 734, das „irdisch Willenlose“ 734, überall in der N. tut sich Dualismus kund 297, 316, wir sollen „über die N. hinausdenken“ 734, die große Allegorie Goethe's über N. und Gott 712—732, siehe außerdem 591, 705 usw., Natur und Geist 365, 373 ff., der Mensch als N. 277, 464, 725—728, „natürlich zugleich und übernatürlich“ 440, N. und

797 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

Subjekt 735, moralische Bedeutung der N. 710, die N. ist der Tod 713, die N. als „Grundfeste der Kunst“ 414, Unterschied zwischen Goethe's und Schiller's Auffassung 414.
    NATURALISMUS, der 433, 449.
    NATURFORSCHUNG, die exakte: ihre Methode 197, 255—269, 296—305, 339 ff., 377 ff., 385 ff., ihre Gefahren 396, 688, Wert der sog. Übereinstimmung aller Forscher 262 ff., Goethe's Urteil über die exakte N. 258 ff., 295—305,348 usw., ihre Ergebnisse zugleich ungeheuer und nichts 321, die aus ihr sich ergebende Weltanschauung verurteilt Goethe 726 ff., 732 ff., „wer errettet mich aus dem Leibe dieses Todes!“ 301, „sie führt dazu, die größten Schätze der Menschheit für nichts zu achten“ 690, „wir werden bei vermehrter Kenntnis immer kleiner“ 691; die hellenische Methode 285, 303, die germanische Methode 285, 303.
    NATÜRLICHE, das: „nichts ist groß als das N.“ 490.
    NEOPLATONISMUS, der 275.

    nûs, der 272 ff., bei Kant 615 ff.
    OPER, die: Goethe's zahlreiche Versuche 566 ff., „vielleicht die günstigste aller dramatischen Formen“ 567, Text und Musik 567 ff.
    ORATORIK, die 185, 588; Goethe's Urteil 460, 503, 596.
    ORMUZD UND AHRIMAN 713.

    OS INTERMAXILLARE (siehe Zwischenkieferknochen).
    PANTHEISMUS, der 287, 706, 730.

    PARALLAXE, die: wie Goethe den Begriff verwendet 637.
    PATARENER, die 278.

    PERSÖNLICHKEIT, die 5 ff., 203 ff., 664; steht und fällt mit dem Begriff der Pflicht 759 ff., die Lehre von der Unveränderlichkeit der P. lehnt Goethe ab 607, „in jeder Anlage liegt die Kraft sich zu vollenden“ 606.
    PESSIMISMUS, der: ist der Lehre Christi nicht verwandt 667, steht Goethe fern 581, 761, wird von ihm abgelehnt 667 ff., seine praktische Sittenlehre bildet den diametralen Gegensatz 751, er bekämpft den P. durch den Willen zur Arbeit 753 ff., „über Gräber vorwärts!“ 753.
    PFLICHT, die 754, 755—759; ein planvoll Gewolltes 760, in Ehrfurcht wurzelnd, von Reinheit umgeben 756, 757, „das Rechte tun, sich nicht kümmern, ob das Rechte geschehe“ 755, das Ewigmännliche 757, P. und Persönlichkeit untrennbar 758; von Schopenhauer „Fitzliputzli“ genannt 757.
    PHANTASIE, die 102 ff., 160, 440 ff., 467—515 usw., die „exakte sinnliche P.“ 260, 321, 401, P. und Natur 440 (und noch oft), „P. für die Wahrheit des Realen“ 445, die P. „hat ihre eigenen Gesetze, denen der Verstand nicht beikommen kann“ 509, sie vermittelt zwischen Unterscheiden und Verbinden 634 (vergl. Wirklichkeit).
    PHILOSOPHIE, die: Goethe sagt, Abneigung gegen sie bewirke Philisterei 190, er selbst wird durch P. „belebt und gestärkt“ 93, sagt, der treue Forscher „verweile am liebsten“ bei ihr 297; Schopenhauer's P. des Ich 667, Spinoza als konträrer Gegensatz zu Goethe 709, 730 (und in einer ausführlichen Anmerkung im Anhang), die sechs altindischen philosophischen Systeme 710, 721.
    PHYSIK, die: Goethe's durchdringendes Urteil in Fragen der P. 333.
    PHYSIS, die 272 (und oft).

    PIERRES D'ATTENTE 585.
    POESIE, die: Begriff der P. 413 ff., „eine reife Natur“ 5, „weder Rede noch Kunst“ 405, Gegensatz zu aller Technik 439, „die Welt des Wahns“ 413, von den Sinnenkünsten scheidet sie „eine ungeheure Kluft“ 413, „das glückliche Asyl der Menschheit“ 510; Stoff, Gehalt, Form 431, „in ein poetisches Leben eingeisten“ 433, 434, 444, 485; „alle P. strebt zum Drama“ 574.
    POLARITÄT, die 591 ff.

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    POLITIK, die: „eine Art von Fegefeuer“ 159, „Torheiten ins Große“ 223, Natur als Willkür 735, politisch sein ist der Gegensatz zu vernünftig sein 740, die Parlamente sind „verworrene Willkür“ 740, „nichts widerwärtiger“ als die Herrschaft der Majorität 741, Revolutionär ist Synonym für Sklave 740, Goethe zieht Despotie vor 740, gemäßigt durch Adel 226, Beständigkeit einzig wünschenswert 226.
    PRAKTISCHE, das: dessen Wesen 203 ff.
    PRESSFREIHEIT, die 220.
    RADIOLOGIE, die: von Goethe vorausgesehen 388.
    RASSENFRAGE, die: Goethe's Urteil 723 ff., Kant's Urteil 723 ff.
    REALISMUS, der 516, 733.

    REFORMATION, die 182, 701.
    REINHEIT, die 122, 126, der reine Blick 376, Goethe's R. 714, die R. als eins der beiden Grundprinzipien aller echten Sittlichkeit 754.
    RELIGION, die: schafft die Beziehung zwischen der Monade und der sie umgebenden Gemeinsamkeit 686 ff., 693 ff., ist das, was den Menschen kindlich erhält 688, ist verwandt mit Genie 686, bildet ein Gegengewicht gegen das Wissen 691, ruht auf Liebe und Ehrfurcht 688, ohne sie kann es keine Kultur geben 714 ff., alles, was R. zerstört, ist Lüge 694; R. und Politik 736, R. und Kunst und Wissenschaft 737, „die Menschen sind nur so lange produktiv, als sie religiös sind“ 694.
    REPUBLIK, die: Goethe's „republikanischer Geist“ 214.
    SCHAUSPIELER, die: Goethe's Urteil über sie 245, die halbechte Schrift „Regeln für S.“ 249.
    SCHICKSAL, das 157, 163, 488.
    SCHMERZ, der: „wer sich entschließen kann, besiegt den S.“ 752.
    SEELE, die: ist diejenige Kraft, die der einzelnen Monade durch die gemeinsame Religion zuteil wird 691.
    SEHNSUCHT, die: Goethe empfindet Liebe nur, insofern er am andern S. gewahr wird 752.
    SEIN, das: unvergängliches S. besitzt einzig das Geisterzeugte 471.
    SELBSTERKENNTNIS, die: nur aus der Tätigkeit zu erschließen 603, von Goethe peremptorisch gefordert 759 ff.

    SELBSTSUCHT, die 140 ff., 173; Unterschied zwischen Egoist und Egotist 141, verselbsten und entselbstigen 667, beschränkte Selbstigkeit 672.
    SINN, der: Bedeutung des Wortes bei Goethe 604, der S. erteilt unserm Sein und Tun Bedeutung 608, „der S. erweitert, aber lähmt; die Tat belebt, aber beschränkt“ 604.
    SINNBILD, das: soviel wie Symbol 323.
    SINNE, die: Bestimmung ihres Wesens 415 ff., kritische Unterscheidung zwischen Auge und Ohr 418, „die S. trügen nicht, das Urteil trügt“ 522, Goethe möchte alle S. in „einem ideellen Sinne vereinigen“ 359.
    SINNEN, unbewußtes 162 ff.

    SINNENKÜNSTE, die 413—431; Unterscheidung zwischen S. und Wahnkunst 416, 425—431, 515, alle S. sind Grenzkunst 517, rein innerliche S. unmöglich 416, sie geben immer eine Wirklichkeit 417, 427, kritische Unterscheidung zwischen den Künsten des Auges und des Ohres 416, Übergang aus einer in die andere 420—423, technische Meisterschaft unerläßlich 436 ff., die grenzenden Gesetze des jeweiligen Stoffes 476, die S. täuschen Vollendung vor 476, sie dienen Goethe als Sprungbrett 425, 432; in Werken ganz reiner Phantasie können die S. nicht mitwirken.
    SINNLICHKEIT, die: in der philosophischen Bedeutung 616 ff.
    SITTENGEBOT, das: ein göttliches Gesetz 738 ff., schöpferisch 750, der Freiheit verwandt 750.
    SOZIALÖKONOMISCHE, das: ist Natur als Notwendigkeit 736 ff., 742.
    SPIRITUALISTEN, die 290 (siehe Monismus und Materialisten).

799 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

    STÄDTE, die großen: kennen nur Zerstreuung, nie Stimmung 611, „schlecht und modern“ 743.
    STEIGERUNG, die: Goethe's Begriff von 662.
    SUBJEKT, das: die systematische Ausbildung des S. 186 ff., 257, 306 ff., 313, 326, 403, 669 ff., Verhältnis zwischen Natur und S. 365 ff., 735; Objekt und S.: grundlegende Untersuchung 297—309, Goethe's Standpunkt 304, 312 ff., 347 ff., 373.
    SYMBOL, das 322 ff.; das S. nimmt alles Reale geläutert auf 761, „alles was geschieht, ist S.“ 600, „die wahre Symbolik“ 364, die symbolischen Vorstellungen in ihrer Verwandtschaft zu Poesie und Ideenbildung 445, Goethe's subtile Symbolik 530 ff.
    TAGEBÜCHER: Goethe's Hochschätzung der T. 237.
    TALENT, das: „die Sprache des Genies“ 676 ff., 686.
    TALMUD, der 719.

    TAT, die: nicht mit Fleiß zu verwechseln 609, ihr steht nur die Gegenwart zur Verfügung 608, Kontrast zwischen Tat und Sinn 604, „um zu tun, muß man erst getan haben“ 602, Tat allein füllt das Leben aus 758, „die Tat ist alles“ 753, „unbedingte Tätigkeit macht bankerott“ 610.
    TAT-TVAM-ASI, das 757.
    TECHNIK, die: Goethe's Hochschätzung 437 ff., sein Unvermögen 408, 436 ff.
    TELEGRAPH, der 742.

    THEATER, das: das deutsche T. 240, warum das Volk das T. liebt 565; das T. in Weimar 238 ff., unter Goethe 250 ff., Goethe's Spielplan 251, seine Festspielidee 569, seine Regeln für Schauspieler 249.
    TROPISMEN, die 301.

    TRIVIALE, das: gefährlich 692.
    ÜBERSCHWENGLICHE, das: eine Bedingung jeder Größe 586, 600.
    UNERFORSCHLICHE, das: sollen wir ruhig verehren 623 ff.
    UNSTERBLICHKEIT, die: Goethe's Auffassung 355.

    UNTERSCHEIDEN, das 628—663; U. und Verbinden bedingen sich polarisch 593 ff., 630, gutes U. führt zu richtigem Verbinden 632; das U. bei Goethe 118 ff., 331 ff., 631, 647, 650.
    UNZULÄNGLICHE, das: „ist produktiv“ 626.
    URKÖRPER, der ideale: soviel wie Typus 657.
    URLEBENDIGE, das 308.

    URLIEBE, die 104, 109.
    URPFLANZE, die 103 ff., 109, 309, 366 ff., 377, 657; Übergang von der U. zur „symbolischen Pflanze“ 366.
    URPHÄNOMENE, die (von Goethe auch Grunderfahrungen genannt) 325 ff.
    URSACHE, die (als Begriff): „die Veranlassung zu unzähligen Irrtümern“ 259,
die leere Litanei 324, wir können nie zur Urfrage gelangen 623, nach Bedingungen, nicht nach U. sollten wir suchen 349; Goethe verwirft die Frage nach U. grundsätzlich 385, 583, 656 ff., „mein Geist hat keine Flügel...“ 385.
    URTEIL, das: die heutige Bildung erzieht nicht das U. 629; entscheidende Mit
wirkung bei der Antinomie „Unterscheiden, Verbinden“ 632.
    URSPRÜNGE: Goethe lehnt alle Fragen nach Ursprüngen ab 656.
    URTIER, das 657.

    VATERLAND, das: „da wo wir lieben, ist Vaterland“ 744.
    VERBINDEN, das 628—663; ist eine Vorstufe des Ideenbildens 632 ff., Goethe's eigene Art, das V. zu bewirken 647, nach ihm ist der Vorgang ein Geheimnis 649.
    VERGESSEN, das: eine „hohe Gottesgabe“ 180.
    VERGLEICHENDE ANATOMIE, die: Goethe's Studien 329, 376 ff.
    VERNEINUNG des Willens zum Leben, die 581, 667 (siehe Goethe's Weisheit).
    VERNUNFT, die: philosophische Definition 616, schafft überall Einheit 631 ff.,

trägt überall das Schöpferische bei 760 ff., soll sich zwischen Notwendigkeit

800 REGISTER DER HAUPTBEGRIFFE

und Zufall stellen und beide beherrschen 608; V. und Genie 681, V. und Wissenschaft 760, V. und Liebe 760 ff.
    VERSTAND, der: philosophische Definition 616, soll unterscheiden 631, besitzt keine Autorität 681, „aller Verstandesunterricht führt zur Anarchie“ 691.
    VOLK, das: weiß niemals, was es will 207, V. und Fürst 208, V. und Regierung 740 ff.
    VOLLKOMMENHEIT, die: „eine relative V. ist wirkender“ 669.
    WAHNKUNST, die: Definition 425, ist von Sinnenkunst vollkommen verschieden 413, 416 ff., 425—428, 476 ff., 494, ist die Welt des Dichters 425 ff., in welcher Weise der echte Wahnkünstler dichtet 476, alles bleibt im Flusse 574, an Stelle der Sinne entwickelt sich ein Wahn-Sinn 512, 560 (vergl. Poesie).
    WAHRHEIT, die: was Goethe darunter versteht 324, 355, „wahr ist, was fruchtbar ist“ 258, 325, 344, was die Wissenschaft darunter versteht 258, 355, die W., unentwickelt, kann für Irrtum gelten 605.
    WEIBER, die 247, unversöhnlich 627.

    WEISHEIT, die: ihr Werkzeug ist das Urteil 581, kann nicht unmittelbar gelehrt werden 586, das Wesentliche: Zusammenhang und Form 596 ff., 597 ff., „die Zustände mit Freiheit und Klugheit überschauen“ 581.
    WELT, die: „man lasse sie in ihrem vieltausendjährigen Narrenleben fortwandeln“ 742.
    WELTLITERATUR, die 743.
    WERDEN, das: Werden und Sein 470, 651.
    WIRBELTIERSCHÄDEL, der: Theorie Goethe's über den Ursprung des W. 376.
    WIRKLICHE, das: jedes W. ist ein beschränktes Maß 599, ist Menschenwerk 674, die Vorstellung des W. „entsteht nur durch Einschränkung“ 633, „alles W. ist schon Theorie“ 617; Goethe's besonderes Verhältnis zum W. 409, 414, 432 ff., 445, 514 ff., „die Belebung des W.“ 210, Goethe fordert „die genaue Betrachtung einzelner Wirklichkeit“ 444, „der Geist des W. ist eigentlich das wahre Ideelle“ 422, 448, Wechselwirkung zwischen Wirklichkeit und Phantasie 445, 508, 512, „die Sklavenfessel der nur von Menschen aufoktroyierten Wirklichkeit“ 582, „alles Reale löst sich, geläutert, symbolisch auf“ 761; das W. der Sinnenkünste im Gegensatz zum eigentlich Poetischen 432, 427 ff.
    WISSEN, das: heutige Überschätzung des Wissens 626, an ein absolutes W. glaubt Goethe nicht 258, er lehrt: nicht wissen, sondern tun 260, 344 ff., 352, 398 ff., „jeder weiß nur für sich, was er weiß“ 586, „was Man weiß, sieht man erst“ 450, W. löst Gestalt auf 761.
    WISSENSCHAFT, die: Bedeutung des Wortes 255, 257, 451, wahre W. ist philosophisch 651, ihr Ursprung und ihr Endergebnis bleiben Geheimnis 392, ist heute ein neuer Götze 395, die seelenlose W. ist bestialisch 688, „der unnatürliche wissenschaftliche Hunger“ 391, „die Nacht ist in der W. mächtiger als der Tag“ 733; es ist leichter, alle W. zu lernen, als eine allein 601, hellenische W. 285, 302, 310 ff., 473; W. und Kunst 258 ff., 448.
    WORT, das: die stoffartige Wirkung sollte vermieden werden 502, der Name eines Dinges müßte alles sagen 456, Goethe meinte, das W. „bemüht sich umsonst“ 473, ist „unüberwindlich“ 428, „nur ein Fächer“ 428, nur Merkzeichen 428, 530, was Goethe in ein einziges W. zu zaubern verstand 627.
    ZAHLENSYSTEM, das 641 ff,, „zweimal zwei ist nicht vier“ 637.
    ZEIT, die: ihre Leere 107, „Vergangenheit und Gegenwart in Eins“ 661 ff.
    ZWECKMÄSSIGKEIT, die 660.
    ZWISCHENKIEFERKNOCHEN, der 42, 376.

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Voriges Kapitel: Der Weise

Letzte Änderung am 21. April 2010