Hereunder
follows the transcription of the preface of the second part of Houston
Stewart Chamberlain's Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts
(Foundations of the 19th century), 10th ed., published by F. Bruckmann
A.-G., Munich 1912. Page numbers in red correspond with the „Volksausgabe“,
in black with the „Hauptausgabe“ (the hard cover edition).
Hieronder
volgt de transcriptie van de inleiding van het tweede deel van Houston
Stewart Chamberlain's Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts,
10e druk, verschenen bij uitgeverij F. Bruckmann A.-G., München 1912.
De rode paginanummering komt overeen met die in de „Volksausgabe“, de zwarte
met die van de „Hauptausgabe“.
INHALTSÜBERSICHT
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ABSCHNITT II
DIE ERBEN
Der hohe Sinn, das
Rühmliche
Von dem Gerühmten
rein zu unterscheiden.
Goethe
298
(Leere Seite)
255 299
EINLEITENDES
Rechtfertigung
Wer trat das Erbe
des Altertums an? Diese Frage ist mindestens ebenso gewichtig wie die nach
der Erbschaft selbst und womöglich noch verwickelter. Denn sie führt
uns in das Studium der Rassenprobleme hinein, Probleme, welche die Wissenschaft
des letzten Vierteljahrhunderts nicht gelöst, sondern im Gegenteil
in ihrer vollen Unentwirrbarkeit aufgedeckt hat. Und doch hängt jedes
wahre Verständnis des 19. Jahrhunderts von der klaren Beantwortung
dieser Frage ab. Hier heisst es also zugleich kühn und vorsichtig
sein, wollen wir der Mahnung meines Vorwortes eingedenk bleiben und zwischen
jener ScyIla einer fast unerreichbaren und in ihren bisherigen Ergebnissen
höchst problematischen Wissenschaft und der Charybdis unstatthafter,
grundloser Verallgemeinerungen sicher hindurchsteuern. Die Not zwingt uns,
das Wagnis zu unternehmen.
Das
Völkerchaos
Rom hatte den Schwerpunkt
der Civilisation nach Westen verlegt. Dies erwies sich als eine jener unbewusst
vollzogenen welthistorischen Thaten, die durch keine Gewalt rückgängig
gemacht werden können. Der von Asien abgewandte Westen Europas sollte
der Herd aller ferneren Civilisation und Kultur sein. Das geschah aber
nur nach und nach. Zunächst war es lediglich die Politik, die sieh
immer mehr nach Westen und nach Norden wandte; geistig blieb Rom selbst
lange in starker Abhängigkeit vom früheren östlichen Kulturcentrum.
In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung kommt ausser Rom nur was
300 Die
Erben. Einleitendes.
südlich und östlich von ihm
gelegen ist in geistiger Beziehung in Betracht: Alexandria, Ephesus, Antiochia,
überhaupt Syrien, dann Griechenland mit Byzanz, sowie Karthago und
die übrigen Städte aus der Africa vetus, das sind die
Gegenden, wo die Erbschaft angetreten und lange verwaltet wurde, deren
Einwohner sie späteren Zeiten und anderen Völkern übermittelten.
Und
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gerade diese Länder waren damals
wie Rom selbst nicht mehr von irgend einem bestimmten Volke bewohnt, sondern
von einem unentwirrbaren Durcheinander der verschiedensten Rassen und Völker.
Es ist ein Chaos. Und dieses Chaos ist nicht etwa später vernichtet
worden. An vielen Orten durch vordringende reine Rassen zurückgedrängt,
an anderen durch seine eigene Charakterlosigkeit und Untüchtigkeit
aus den Reihen der Mitzurechnenden herausgefallen, hat sich zweifelsohne
dieses chaotische Element doch im Süden und Osten erhalten; durch
neue Mischungen wurde es ausserdem häufig wieder gestärkt. Das
ist ein erster Punkt von weittragender Wichtigkeit. Man bedenke zum Beispiel,
dass alle Grundlagen zur historischen Gestaltung des Christentums von dieser
Mestizenbevölkerung gelegt und ausgebaut wurden! Mit Ausnahme einiger
Griechen (die aber auch alle, Origenes an der Spitze, höchst unorthodoxe,
direkt antijüdische Lehren verbreiteten, mit denen sie nicht durchdrangen),¹)
—————
¹)
Origenes zum Beispiel war ausgesprochener Pessimist (im metaphysischen
Sinne des Wortes), wodurch allein schon er seine indoeuropäische Rasse
dokumentiert; er sah in der Welt überall Leiden und zog daraus den
Schluss, ihr Hauptzweck sei nicht der Genuss eines gottgeschenkten Glückes,
sondern die Abwendung eines Übels (man denke an die Hauptlehre Christi
von der „Umwendung des Willens“ vergl. S.
200). Augustinus, der afrikanische Mestize, hatte leichtes Spiel, ihn
zu widerlegen; er berief sich auf das erste Kapitel des ersten Buches der
jüdischen Thora, um unwiderlegbar darzuthun, alles sei gut und „die
Welt bestehe aus keinem anderen Grunde, als weil es einem guten Gott gefallen
habe, das absolut Gute zu schaffen“. (Man sehe die höchst lehrreiche
Auseinandersetzung im De civitate Dei, Buch XI, Kap. 23.) Augustinus
führt hier triumphierend noch ein zweites Argument an: wenn Origenes
Recht hätte, so müssten die sündhaftesten Wesen die schwersten
Körper besitzen und die Teufel sichtbar sein, nun hätten aber
301 Die
Erben. Einleitendes.
könnte man von kaum einem Kirchenvater
auch nur vermuten, welchem Volksstamme er der Hauptsache nach angehörte.
Das selbe gilt für das corpus juris; auch hier war es das Chaos
(nach hellenischer Vorstellung die Mutter des Erebos und der Nyx, der Finsternis
und der Nacht), welchem die Aufgabe zufiel, das lebendige Werk eines lebendigen
Volkes zu einem internationalen Dogma aus- und umzuarbeiten. Unter dem
nämlichen Einfluss wurde die Kunst immer mehr des persönlichen,
freischöpferischen Momentes beraubt und zu einer hieratisch-formelhaften
Übung umgewandelt, und an die Stelle der hohen, philosophischen
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Spekulation der Hellenen schob man deren
Nachäffung, den kabbalistischen Spuk der Demiurgen und Engel und Dämonen,
lauter Vorstellungen, die man im besten Falle als „luftigen Materialismus“
bezeichnen könnte.¹) Jenem V ö l k e r c h a
o s müssen wir also zunächst unsere Aufmerksamkeit
schenken.
Die Juden
In seiner Mitte ragt,
wie ein scharfgeschnittener Fels aus gestaltlosem Meere, ein einziges Volk
empor, ein ganz kleines Völkchen, die Juden. Dieser eine einzige Stamm
hat als Grundgesetz die Reinheit der Rasse aufgestellt; er allein besitzt
daher Physiognomie und Charakter. Blickt man auf jene südlichen und
östlichen Kulturstätten des in Auflösung begriffenen Weltreiches,
lässt man das prüfende Auge durch keine Sympathien und Antipathien
irregeleitet werden, so muss man sagen, als Nation verdient damals die
jüdische allein Achtung. Wohl mögen wir auf dieses Volk das Wort
Goethe's anwenden: „Glaube weit, eng der Gedanke.“ Im Verhältnis zu
Rom und gar erst zu Hellas erscheint uns sein geistiger Horizont so eng,
seine geistigen Fähigkeiten so beschränkt, dass wir eine durchaus
andere Wesensgattung vor uns zu haben wähnen; was jedoch dem Gedanken
an Weite und an schöpferischer Befähigung abgehen mag, wird durch
die Gewalt des Glaubens reichlich aufgewogen, eines Glau-
—————
die Teufel luftartige,
unsichtbare Körper, folglich u. s. w. So siegten Gedanken des Chaos
über metaphysische Religion. (Ganz buchstäblich die selben Argumente
findet man in dem Führer der Irrenden des Juden Maimuni)
¹)
„Luftiges Gesindel“, sagt Bürger in seiner „Lenore“.
302 Die
Erben. Einleitendes.
bens, den man zunächst sehr einfach
bestimmen könnte: es ist der Glaube an sich. Und da dieser Glaube
an sich den Glauben an ein höheres Wesen einschloss, so entbehrte
er nicht einer ethischen Bedeutung. Wie armselig das jüdische „Gesetz“
sich auch ausnehmen mag, wenn man es mit den religiösen Schöpfungen
der verschiedenen indoeuropäischen Völker vergleicht, einen Vorzug
besass es im damaligen verfallenen römischen Reich ganz allein: es
war eben ein G e s e t z; ein Gesetz, dem Menschen
demütig gehorchten, und gerade dieser Gehorsam musste in einer Welt
der Zügellosigkeit ethisch von grosser Wirkung sein. Hier wie überall
werden wir finden, dass der Einfluss des Juden — zum Guten und zum Bösen
— in seinem Charakter, nicht in seinen geistigen Leistungen begründet
liegt.¹) Gewisse Historiker des 19. Jahrhunderts, sogar ein geistig
so bedeutender wie Graf Gobineau, haben die Ansicht vertreten, das Judentum
wirke stets lediglich auflösend auf alle Völker. Ich kann diese
Überzeugung nicht teilen. Zwar, wo die Juden in einem fremden Lande
sich stark vermehren, da mögen sie es sich angelegen sein
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lassen, die Verheissungen ihrer Propheten
zu erfüllen und nach bestem Wissen und Gewissen „die fremden Völker
zu fressen“; sagten sie doch schon zu Lebzeiten des Moses von sich selbst
sie seien „als wie die Heuschrecken“; man muss aber das Judentum von den
Juden trennen und zugeben, dass das Judentum als Idee, zu den konservativsten
Gedanken der Welt gehört. Der Begriff der physischen Rasseneinheit
und -reinheit, welcher den Kern des Judentums ausmacht, bedeutet die Anerkennung
einer grundlegenden physiologischen Thatsache des Lebens; wo immer wir
auch Leben beobachten, vom Schimmelpilz bis zum edlen Rosse, bemerken wir
die Bedeutung der „Rasse“: das Judentum heiligte dieses Naturgesetz. Darum
drang es auch in jenem kritischen Augenblick der Weltgeschichte, wo eine
reiche Erbschaft ohne würdige Erben dastand, siegreich durch. Es beförderte
nicht die allgemeine Auflösung, im Gegenteil, es gebot ihr Einhalt.
Das jüdische Dogma war wie eine scharfe Säure,
—————
¹)
Siehe S. 241 fg.
303 Die
Erben. Einleitendes.
die man in eine in Zersetzung geratene
Flüssigkeit giesst, um sie zu klären und vor dem weiteren Verfaulen
zu bewahren. Mag auch diese Säure nicht Jedem munden, sie hat in der
Geschichte der Kulturepoche, zu der wir gehören, eine so entscheidende
Rolle gespielt, dass wir dem Spender Dankbarkeit schulden und anstatt unwillig
zu sein, besser thun werden, uns Klarheit zu verschaffen über die
Bedeutung dieses E i n t r i t t e s d e r
J u d e n i n d i e a b e n d l ä
n d i s c h e G e s c h i c h t e — für unsere ganze noch
im Werden begriffene Kultur jedenfalls ein Ereignis von unermessbarer Tragweite.
Ein Wort noch zur
Erläuterung. Ich rede von Juden, nicht von Semiten im Allgemeinen;
nicht weil ich die Rolle der Letzteren in der Weltgeschichte verkenne,
sondern weil meine Aufgabe zeitlich und räumlich beschränkt ist.
Zwar hatten schon seit vielen Jahrhunderten andere Zweige der semitischen
Rasse mächtige Reiche an den Süd- und Ostküsten des Mittelländischen
Meeres und Handelsniederlassungen bis an die Küsten des Atlantischen
Ozeans gegründet; zweifelsohne hatten sie auch manche Anregungen vermittelt
und manche Kenntnisse und Fertigkeiten verbreitet; zu einer näheren
geistigen Berührung zwischen ihnen und den übrigen Einwohnern
des zukünftigen Europa war es jedoch nirgends gekommen. Das geschah
erst durch die Juden; nicht aber durch die Millionen von Juden, die in
der Diaspora lebten, sondern erst durch die c h r i s t l i
c h e Idee. Erst als die Juden Christum an das Kreuz schlugen,
brachen sie, un-
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wissend, den Bann, der sie bisher in
ignorantem Hochmut isoliert hatte. — Später freilich stürzte
noch einmal eine semitische Flut über die europäische, asiatische
und afrikanische Welt, eine Flut, wie sie, ohne die Vernichtung Karthagos
durch Rom, schon tausend Jahre früher und dann auf immer entscheidend
Europa überschwemmt haben würde.¹) Auch hier wieder bewährte
sich die semitische „Idee“ — Glaube weit, eng der Gedanke — als viel mächtiger
denn ihre Träger; die Araber wurden nach und nach zurückgeworfen,
im Gegensatz zu den Juden verblieb kein
—————
¹)
Siehe S. 137.
304 Die
Erben. Einleitendes.
einziger auf europäischem Boden;
doch wo ihr abstrakter Götzendienst¹) Fuss gefasst hatte, schwand
jede Möglichkeit einer Kultur; edle Menschenrassen wurden durch das
semitische Dogma des Materialismus, das sich in diesem Falle, und im Gegensatz
zum Christentum, frei von allen arischen Beimischungen erhalten hatte,
für immer entseelt und aus dem „ins Helle strebenden Geschlecht“ ausgeschlossen.
— Von den Semiten haben, wie man sieht, einzig die Juden an unserer Kultur
positiv mitgearbeitet und auch, so weit ihr sehr assimilationsfähiger
Geist es ihnen erlaubte, sich als Erben an dem Vermächtnis des Altertums
beteiligt.
Die Germanen
Den Widerpart zu
der Verbreitung dieses winzigen und doch so einflussreichen Völkchens
bildet der E i n t r i t t d e r G
e r m a n e n i n d i e W e l t g e
s c h i c h t e. Auch hier sehen wir, was reine Rasse zu bedeuten
hat, zugleich aber auch, was Verschiedenheit der Rassen ist — jenes grosse
Naturprinzip der Vielseitigkeit, sowie der Ungleichheit in den Anlagen,
welches heute fade, feile und ignorante Schwätzer wegleugnen möchten,
dem Völkerchaos entsprossene Sklavenseelen, denen einzig im Urbrei
der Charakter- und Individualitätslosigkeit wohl zu Mute ist. Noch
immer stehen sich diese beiden Mächte — Juden und Germanen — dort,
wo das neuerliche Umsichgreifen des Chaos ihre Züge nicht verwischt
hat, bald freundlich, bald feindlich, stets fremd gegenüber.
Ich verstehe in diesem
Buche unter dem Wort „Germanen“ die verschiedenen nordeuropäischen
Völkerschaften, die als Kelten, Germanen und Slaven in der Geschichte
auftreten und aus denen — meist in unentwirrbarer Vermengung — die Völker
des modernen Europa entstanden sind. Dass sie ursprünglich einer einzigen
Familie entstammten, ist sicher, ich werde im
260
sechsten
Kapitel den Nachweis führen; doch hat sich der Germane im engeren,
taciteischen Sinne des Wortes so sehr als geistig, sittlich und physisch
unter seinen Verwandten hervorragend bewährt, dass wir berechtigt
sind, seinen Namen als Inbegriff der
—————
¹)
Siehe S. 243.
305 Die
Erben. Einleitendes.
ganzen Familie hinzustellen. Der Germane
ist die Seele unserer Kultur. Das heutige Europa, weithin über den
Erdball verzweigt, stellt das bunte Ergebnis einer unendlich mannigfaltigen
Vermischung dar: was uns alle aneinander bindet und zu einer organischen
Einheit verknüpft, das ist germanisches Blut. Blicken wir heute umher,
wir sehen, dass die Bedeutung einer jeden Nation als lebendige Kraft von
dem Verhältnis des echt germanischen Blutes in seiner Bevölkerung
abhängt. Nur Germanen sitzen auf den Thronen Europas. — Was in der
Weltgeschichte voranging, sind für uns Prolegomena; wahre Geschichte,
die Geschichte, welche heute noch den Rhythmus unseres Herzens beherrscht
und in unseren eigenen Adern zu fernerem Hoffen und Schaffen kreist, beginnt
in dem Augenblick, wo der Germane das Erbe des Altertums mit kraftstrotzender
Hand ergreift.
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