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Ideal und Macht Der Krieg der Zukunft ist der wirtschaftliche Krieg, d e r K a m p f u m s D a s e i n i m g r o ß e n. Bismarck
Leere Seite. 3 Dem Historiker Dietrich Schäfer als ein geringes Zeichen der
Verehrung
für sein vater- Leere Seite. 5 Ideal und Macht Klopfenden Herzens lege ich eine Flugschrift aus der Hand: „Deutschlands Volksvermögen im Krieg“ von Arnold Steinmann-Bucher (bei Enke in Stuttgart, 1916). Der Verfasser ist Finanztechniker; er ist von den beiden groben Verbänden — dem „Zentralverband deutscher Industrieller“ und dem „Bund der Industriellen“, deren Gegnerschaft der Krieg ausgelöscht hat — mit der Herausgabe ihrer gemeinsamen „Mitteilungen des Kriegsausschusses der deutschen Industrie“ seit Beginn des Krieges betraut; wie man sieht, nicht haben wir es hier mit einem Träumer und Schwärmer, mit einem an unmöglichen Irrbildern berauschten Politiker zu tun, vielmehr spricht ein Mann des praktischen, nüchtern harten Lebens, bis ins einzelne eingeweiht in das verwickelte Getriebe unserer Industrie, unseres Handels, unserer Landwirtschaft, unserer städtischen Bodenspekulation, unserer Finanzgebarung; die genannte Schrift strotzt von Zahlen und Tafeln... Und dennoch das klopfende Herz? Ja, und nicht bloß dennoch, sondern deswegen. In Wirklichkeit nämlich ist der Deutsche der praktischeste Mann von der Welt; er ist es aber nur, weil 6 Ideal und Macht und insofern er der idealste ist — womit ich sagen will, der an Ideen reichste, dessen Wurzeln in Ideen tauchen und dessen Krone in das erhellende Licht und in die reifende Wärme einer Ideen strahlenden Sonne emporstrebt. Von der deutschen Wissenschaft liegt dies so klar zutage, daß es keiner Wiederholung bedarf: sie wurzelt in der unbedingten Hingabe an die reine Erforschung der Natur, ohne jede praktische Zielsetzung, ohne weltlichen Lohn; sie schreitet von Idee zu Idee in immer steigender Klarheit und Sicherheit; was man ihre „Objektivität“ nennt, ist, wenn man es tief erfaßt, eine bewußte, grundsätzliche Unschuld, um so verehrungswürdiger, als sie aufopferungsvolle Energie umschließt. Auf dieser Grundlage erhebt sich dann die siegreiche deutsche Industrie: die Wissenschaft war es, die die Schlachten für sie schlug, die die Eroberungen machte, namentlich aber, die dem Unternehmen einen moralischen Hintergrund schuf, den es sehr töricht wäre gering zu schätzen. Diesen selben Geist treffen wir nun überall an, wo echt Deutsches am Werke ist. Preußens klügster, erfolgreichster König — der den erfrischenden Spruch tat: „Kann man mir zumuten, der Don Quichotte des englischen Handels zu werden?“ — ist ein reiner Idealist, der vom Ruhme sagt: „Der Weise kann diesen niederen Areopag verachten“, und die schönen Worte spricht: „Der Tempel der Unsterblichkeit ist der Unschuld geweiht“. Wer nur einmal in Bismarck's Auge zu schauen das Glück genoß, weiß, daß 7 Ideal und Macht die Zartheit ein Hauptzug des Mannes war, dessen gigantisches Wollen allen zum Trotz das Deutsche Reich errichtete; es lag in diesem Auge etwas Kindliches, Traumbefangenes, auch Leidenreiches und Klagendes; Lenbach, der sonst so treue Dolmetscher dieses Antlitzes, hat das letzte Geheimnis nicht zu erblicken verstanden; mir stockte das Herz bei dieser Offenbarung über das tiefste Wesen des Mannes, den ich damals nur als rücksichtslosen Realpolitiker, als den eisernen Kanzler kannte, und die Worte König Heinrich's fielen mir ein:
8 Ideal und Macht Schakalen in Berlin und Frankfurt angeheult, wenn er von einer „Bestimmung des Deutschtums“ zu reden wagt; und doch bekennt Bismarck: „Wenn ich nicht an eine göttliche Ordnung glaubte, welche diese deutsche Nation zu etwas Gutem und Großem b e s t i m m t hätte, so würde ich das Diplomatengewerbe gleich aufgeben oder das Geschäft gar nicht übernommen haben.“ So sehen die p r a k t i s c h e n Männer in Deutschland aus, wenigstens die echt deutschen unter ihnen. Das Ideallose ist undeutsch. Alle die nüchternen Politiker unter uns, die sich viel auf ihre Objektivität, auf ihre Mäßigkeit, auf ihren Tatsachensinn einbilden, die Finanz über Strategie stellen und Kompromisse über Entscheidungen, sie alle wirken lediglich sterilisierend; sie töten die größte Kraft der Welt, die jeder Ziffernrechnung spottet und stets noch das Unmögliche möglich gemacht hat: die gewaltige Kraft des flammenden deutschen Idealismus, des Verwirklichers aller „praktischen“ Gedanken Gottes. Klopfte mir nun das Herz, als ich die ausgezeichnete Schrift Steinmann-Bucher's las, so geschah das weniger wegen der Aufzeigung und überzeugend klaren Darlegung mancher uns Finanzlaien unbekannten, weil schwer zugänglichen Tatsachen erfreulichster Art über Deutschlands Reichtum und über die Zunahme des Volksvermögens während des Krieges, als wegen der frohen Zuversicht des Schreibers, seines kühnen Zugreifens, seines fraglosen Glaubens, nicht 9 Ideal und Macht nur an den Sieg der deutschen Waffen, sondern an den Triumph des Deutschtums überhaupt im Wettkampf der Völker; es weht eine ideale, echt bismarckische Kraft durch diese Seiten, deren Schlußworte lauten: „Das Volk wird, wenn es die Unerschöpflichkeit seiner wirtschaftlichen Kräfte erkennt, zu deren Ordnung im Frieden die Hand bieten, beseelt von demselben unüberwindlichen Geist, mit dem es diesen Krieg gegen eine Welt von Feinden führt und durchhält. Wenn das Volk die Unerschöpflichkeit seiner Kräfte zu erkennen vermag, so ist das ein weiterer Zuwachs zu dem Volksvermögen; denn das Volksvermögen schließt in sich alles, was ein Volk vermag.“ Das ist der rechte Geist! Dieser Mann weiß, worauf es ankommt; er weiß, daß der Deutsche, um zu können, nur wollen muß; er weiß, daß ein solcher Wille nicht aus nüchternen Ziffernberechnungen — wie eine Finanzoperation — geboren werden kann, sondern in einer idealen Glaubenskraft wurzelt, wie sie dem Reichsschöpfer zu eigen war. Das wahrhaft Deutsche ist immer heldenhaft, es enthält immer — wie Goethe es forderte — ein Überschwengliches. Doch die Umkehrung gilt auch: ist der Deutsche nüchtern statt überschwenglich und zaghaft statt heldenhaft, so erreicht er weniger als Andere, weil ihm die ergänzenden Eigenschaften anderer Volksseelen abgehen. Der Deutsche bringt weder die Anspruchslosigkeit noch die Selbstgefälligkeit des Franzosen, weder seine Schlauheit noch seine Meisterschaft im Lügen auf, 10 Ideal und Macht er kann sich nicht innerhalb der mauerhohen Unwissenheit des Engländers und des Yankees beschränken, um sich von dort aus in kecker Selbstüberhebung jede Leistung zuzutrauen, ihm ist sowohl der dumpfe Fatalismus wie die wilde Hysterie des Russen versagt; sobald der Deutsche nicht Träumer und Held, nicht Schöpfer und Herr ist, so sinkt er herab zum emsigen Knecht, der fremder Größe frönt. Die Beweise hat Jeder aus Geschichte und Gegenwart vor Augen. Goethe sagt einmal, jede „freie, edle, unerwartete Tat“, jede, bei welcher das „Unmöglicherscheinende verwirklicht wird“, habe etwas an sich „von Trunkenheit und Wahnsinn“; das ist eine echt deutsche Bemerkung — der Hellene hätte die Besonnenheit gepriesen, der Lateiner das Ingenium, der Franzose den Esprit, der Engländer den „Pluck“ (Verwegenheit) — wogegen Luther, der gewaltige Mann, den Fürsten in Worms buchstäblich „trunken“ erscheint, taumelnd zwischen schüchternster Demut und donnernd befehlendem Willensgebot. Gerade dieses Übermäßige — ich wiederhole es — ist deutsch. Dies ist die Eigenart des echten, erwachten, handelnden und im höchsten Sinne des Wortes „praktischen“ Deutschen; der gleichmäßig bescheidene, unterwürfige, nachgiebige, mit allem zufriedene Deutsche ist entweder gar keiner, oder er schläft den langen Schlaf der Riesen, von einem schlimmen Alben verzaubert. Wie weit dieser Schlaf unter uns verbreitet ist, wissen wir, und wir erleben es, in welcher Weise sonst tüch- 11 Ideal und Macht tige deutsche Menschen sich willenlos an der Nase herumführen lassen; der selbe Mann, der draußen vor dem Feind „Gott, sonst nichts auf der Welt fürchtet“, läßt sich zu Hause wie ein Schaf scheren, läßt sich um das heilige Erbe seiner Väter betrügen, denn er zittert hier nicht vor Gott, sondern vor dem gedruckten Urteil eines ungenannten, ihm unbekannten Zeitungsschreibers, mit dem — wenn er ihm im Leben begegnete — er vielleicht nicht an einem Tische würde sitzen wollen. In den hier flüchtig angedeuteten Verhältnissen liegt die Gefahr — die Lebensgefahr — des gegenwärtigen Augenblicks. Die Totengräber des Deutschtums sind unter uns eifrig am Werke; Hermes Psychopompos steht in Amt und Würden; es geht uns an den Lebensnerv. Nichts wäre unweiser, als sich dieser Einsicht zu verschließen. Den äußeren Feind können wir ruhigen Gemütes Hindenburg, Falkenhahn und Scheer überlassen; gegen den inneren Feind stehen wir führerlos da; darum tritt an jeden Einzelnen die heilig ernste Pflicht heran, sich im Innern auf sein Deutschtum zu besinnen. In dem furchtbaren Kampf, der uns umtobt, ist Deutschlands Sieg ganz gewiß letzten Endes an ideale Bedingungen geknüpft; der Waffensieg allein würde kein Sieg sein. Man weiß — ich hoffe wenigstens, daß es endlich gelungen ist, den Deutschen die Kunde zu vermitteln, gegen deren Verbreitung führende Kreise sich lange sträubten — man weiß also, daß Deutschlands Feinde den 12 Ideal und Macht Plan verfolgen, die Kraft Deutschlands endgültig zu brechen; dieser Plan umfaßt alle nur denkbaren Beziehungen und ist bereits bis ins Feinste ausgearbeitet und in einem weltumspannenden Netze organisierter Bekämpfung alles Deutschen am Werke; der Vollendung dieses Werkes soll der kommende Friede dienen. Auf diese Weise soll d a s Deutsche zermalmt werden — auf daß es nie wieder erstehe; d e r Deutsche mag dann weiter als emsiger Sklave den herrschenden Engländern, Amerikanern und Japanern als Gelehrter, Kellner, Chemiker usw. dienen. So genau empfinden unsere Feinde d a s D e u t s c h e als den geborenen Zerstörer ihrer Zivilisationsmethode des allbeherrschenden Mammons, so genau wissen sie, daß es einen Kampf auf Leben und Tod gilt! In Deutschland dagegen gibt es einen zwar zahlenmäßig kleinen, aber unverhältnismäßig einflußreichen Kreis, der den Gegensatz nicht empfindet: alle Wirrnis des Augenblicks entsteht hieraus. Die Volksstimme hat den drastischen Ausdruck „Engländerpartei“ erfunden — womit gewiß niemand andeuten will, diese Leute stünden im Solde Englands, sondern vielmehr etwas weit Tieferes: daß sie nämlich in ihrer gesamten Lebensauffassung, in ihrem Denken, Wollen und Empfinden, in ihren politischen Überzeugungen, in ihrem künstlerischen und sittlichen Maßstabe usw. sich vollkommen eins wissen mit den heute in England tonangebenden Kreisen amerikanisierter Milliardäre. Die Engländer besitzen einen 13 Ideal und Macht so feinen politischen Instinkt, daß sie — ohne den Zusammenhang geistig überschauen zu können — die unüberwindliche Macht des deutschen Siegfried-Ideals herausfühlen und wissen, ihr ganzes Weltreich würde sie gegen dessen in heldenhafter Gesinnung wurzelndes Übergewicht nicht schützen: darum die Erbitterung, darum die Mordgesellentaten. Dagegen merkt die deutsche „Engländerpartei“ von dem allem gar nichts; sie besitzt weder politischen Instinkt noch völkische Überzeugungen: für sie ist das Deutschtum eine Narretei; alle Menschen sind gleich; nationale „Werte“ gibt es nicht; ob man deutsch oder englisch oder timbuktuisch redet, ist gleichgültig, wenn man nur kauft und verkauft und reich wird — darin liegt Sinn und Inhalt des Menschenlebens. An und für sich läge wenig daran; es handelt sich um eine angeborene geistige Beschränktheit; die Macht aber, die diese Partei in Händen hält, und die Gefolgschaft, die sie unter Millionen von guten, aber unbelehrten, kinderleicht irre zu führenden Deutschen findet, läßt die Sache zu einer nationalen Gefahr heranwachsen. Denn — und abgesehen von allem anderen — wie für Simson die Beraubung seines Haares, so bedeutet für den Deutschen die Vernichtung des Ideals den Verlust aller seiner Kraft. Gewinnt auch bei uns das Charakterlose, Sittenlose, die Oberhand, regieren die vaterlandslosen Gedanken, liegt in Krieg und Frieden alle Entscheidung bei den Finanzleuten, wird der Begriff „deutsch“ — wie wir es heute mitten im angeblichen 14 Ideal und Macht Burgfrieden erleben — zu einem anerkannten Schimpfwort, dürfen sich bei uns die Gegner des Christentums und des Königtums als Herren im Hause gebärden, soll auch bei uns nicht eine zwar praktische, unternehmungslustige, kühne, aber zugleich deutschideale, edel-männliche, saubere Handels- und Industrie- und Wirtschaftsentwicklung stattfinden, sondern die gleiche amoralische, brutale Geld- und Wucher- und Faustrechtsherrschaft, wie sie heute in England gebietet, dann ist das deutsche Ideal tot, ein- für allemal tot, und mit ihm vergeht mit unfehlbarer Sicherheit innerhalb ganz kurzer Zeit das deutsche Kaiserreich. Das alles steht auf dem Spiel. Da bedeutet es eine wahre Herzensstärkung, so viel echtes, edles, ideales Deutschtum gerade auf den Gebieten des Handels, der Industrie, ja, auch der Finanzgebarung am Werke zu entdecken. Wären nur noch Krone und Heer und ein Teil des Beamtentums deutsch, dagegen das gesamte öffentliche Leben, wie es oft den Anschein hat, internationalisiert, da wäre nichts mehr zu hoffen. Gottlob! es täuscht der Schein; gerade auf praktischem Gebiete ist der Deutsche überall am Werke. In langen Friedenszeiten war die Vorstellung entstanden, als sei das alte bürgerliche Deutschtum, das Deutschtum der Städtegründer, der Hansazeit, des geordneten Handelswesens und des „rechten Kaufmannsgutes“ so ziemlich entschwunden. 15 Ideal und Macht Der Krieg hat uns eines Besseren belehrt. Denn nicht nur hat die überwiegende Mehrzahl des Volkes aus allen Schichten ihren deutschen Heldensinn bewährt, sondern wir haben gerade aus den Kreisen der praktisch Tätigen — aus Landwirtschaft, Handel, Industrie und überhaupt aus dem ganzen Gebiete des Geschäftslebens — zahlreiche Beweise eines bewußten, durchdachten, opferfreudigen, zuversichtlichen Deutschtums erhalten. Sehr vieles bleibt allerdings der weiteren Öffentlichkeit vorläufig unbekannt. Während eine gewisse Presse ununterbrochen die Reklametrommel rührte für Männer, die sie zu loben ein Interesse hat, und während ihre Annoncenseiten der Förderung des unheilvollen Kriegswuchers sorglos offen standen, wirkten eine Reihe deutscher Männer im Verborgenen, mit Aufopferung ihrer ganzen Habe, und dienten ihrem Vaterlande nicht minder kühn, nicht minder abenteuerlich und nicht minder erfolgreich als von Müller und Mücke. Ich kenne deutsche Großkaufleute, deren Blick und Tatkraft in diesem Kriege epischer Verherrlichung — neben Hindenburg — wert sind. Allbekannt sind heute die Verdienste der sechs großen Wirtschaftsverbände — und wäre es auch nur aus den hysterischen Beschimpfungen des „Berliner Tageblattes“. Selbst innerhalb des Hansabundes, der seinem mehr phönizischen als hanseatischen Rufe gemäß abseits blieb, haben sich deutsch empfindende Minderheiten stark bemerkbar gemacht. Der Mittelstand — wo er zu reden wagen durfte — erwies sich 16 Ideal und Macht echt deutsch; nicht minder die großen Vereinigungen von deutschen Handlungsgehilfen. Und wenn man nun das genannte erfrischende Werkchen von Steinmann-Bucher zur Hand nimmt, wo Zahlenmäßiges aus Vergangenheit und Gegenwart, wie auch über Zukunft des arbeitenden, erfindenden, wirtschaftenden Deutschtums zusammengetragen ist und wo ein so frischer Geist des Wagemutes und der Zuversicht weht, aus nachweisbaren und nachgewiesenen Quellen gespeist — ja, dann überkommt Einen plötzlich ein überschwengliches Glücksgefühl, denn man sagt sich: Bismarck's Glaube an Deutschlands göttliche Bestimmung lebt doch noch in weiten Schichten! Wir besitzen nicht allein die erste Kriegsarmee der Welt, sondern auch die erste Friedensarmee! Lebt dieses Bewußtsein und erlosch die Flamme des Willens noch nicht, kann sie noch angefacht werden dann ist jede Hoffnung berechtigt; der deutsche Wille, der sich rein und unselbstsüchtig in den Dienst der deutschen Sache stellt, ist jeden Sieges gewiß! Steinmann-Bucher schreibt von Deutschlands „Berufung an eine der ersten Führerstellen unter den Völkern“ die beherzigenswerten Worte: „Wenn das deutsche Volk diesen Ruf nicht hört, nicht versteht, den ihm aufgedrungenen Kampf nicht r ü c k s i c h t s o s zu Ende führt, so war der große Krieg umsonst und der große Aufwand vergeudet. Hört es ihn aber und begreift es den Sinn von Deutschlands Sendung, dann ist die große Ernte dieses Krieges gesichert, keiner der Krieger und keine 17 Ideal und Macht der Kämpferinnen hat umsonst gelitten oder das Leben gelassen. Die Kriegsarbeit und Kriegsopfer des deutschen Volkes werden die neue Friedensarbeit unendlich beleben und aus ihr unerschöpfliche neue Kräfte wecken; alles Vermögen aber des deutschen Volkes, ob wissenschaftliches oder wirtschaftliches, wird im ganzen und in seinen Teilen um so viele Wertstufen gehoben, als Deutschland und sein Volk in Ansehen der Völker der Erde durch seinen Sieg erhöht werden wird. Das ist der große Hauptgewinn, den wir aus dem Kriege davontragen werden, daß wir und die Welt fortan wissen, wer und was wir und die anderen sind.“ Ach, trügen wir doch diesen Hauptgewinn aus dem Kriege! Wüßten doch die Deutschen, „wer und was sie sind“! Gäben sie sich keinen Illusionen hin über „wer und was die anderen sind“! Dann wäre alles gewonnen. Leider geschieht das Mögliche, um diese Einsicht zu verhindern und die Verwirrung zu nähren und zu steigern, nicht vielleicht aus bösem Willen, sondern einerseits aus organischer Unfähigkeit, deutsche Ideale zu verstehen, und andererseits aus Mattheit, Bescheidenheit, gar häufig einfach aus Unwissen oder aus Dummheit. Goethe — den kein Mensch als politischen Fanatiker zu verdächtigen die Keckheit haben wird — hat die Besonderheit des deutschen Wesens klar erkannt; er meint: „Es ist vielleicht keine Nation geeigneter als die deutsche, sich aus sich selbst zu ent- 18 Ideal und Macht wickeln“, und warnt: „Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern“; man beachte auch folgendes Wort: „Jetzt, da sich eine Weltliteratur einleitet, hat, genau besehen, der Deutsche am meisten zu verlieren; er wird wohl tun, dieser Warnung nachzudenken.“ Gerade den hier angedeuteten Gefahren ist nun der Deutsche in den letzten Jahrzehnten vielfach erlegen; mit und an seinen Nachbarn hatte er sich gesteigert, das heißt also, fremdes Wesen angenommen und es dabei versäumt, sich aus sich selbst, folgerecht, unbekümmert, „in kraftvoller Selbstschätzung und würdiger Demut“ zu entwickeln. Hierbei „verlor er am meisten“, denn er allein ist befähigt, ein Höheres zu bringen; das ist keine leere Behauptung, sondern ein geschichtlich nachweisbarer Satz; und nun setzen einflußreiche Kreise in seiner Mitte alles daran, diese gottgegebene, gottverliehene, verpflichtende Befähigung „sich aus sich selbst zu entwickeln“, zu bestreiten und zu zerstören und Deutschland — wie an eine Weltliteratur — so an eine verlogene „internationale“ Kultur zu prostituieren. Keinem Menschen tut die „kraftvolle Selbstschätzung“ (wie Goethe sie nennt) so not wie dem Deutschen. „Die Deutschen,“ schreibt Treitschke, „sind immer in Gefahr, ihr Volkstum zu verlieren“; dies kommt daher, weil kein Mensch so geneigt ist, sich beständig zu unterschätzen — sich und sein Volk; und das ist nicht würdige, sondern unwürdige Demut. Wer im entgegengesetzten Sinne wirkt, 19 Ideal und Macht wer — wie wir es täglich in den Blättern der „Engländerpartei“ erleben — jede Betonung des Deutschtums als „erhitzten Chauvinismus“ brandmarkt, ist einfach ein Volksverräter, ein Verräter an dem heiligen Erbe, ein Mörder Deutschlands und des Deutschtums. In welchem Maße es gelungen ist, Verwirrung unter uns zu schaffen, erkennt man, wenn man den tieferen weltgeschichtlichen Standpunkt — der für den Horizont gar vieler Unbelehrter vorläufig unerreichbar ist — beiseite läßt und die augenblickliche politische Lage nüchtern ins Auge faßt. Diese ist von entsetzenerregender Einfachheit; sie läßt in Wirklichkeit nicht zwei Auffassungen zu. England verfolgt seit drei Jahrhunderten den Plan, Herr der Welt zu werden, sich ein Weltmonopol zu schaffen: es hat jeden Staat zerstört oder bis zur Gefügigkeit geschwächt, der diesen Plan gefährdete; jetzt ist Deutschland an der Reihe; die Heißsporne verlangen dessen gänzliche Zerstörung, die leitenden Politiker erklären, sich mit der dauernden Swächung begnügen zu wollen, mit der Herabsetzung Deutschlands auf den Stand eines mitteleuropäischen Spaniens. Über die feste Absicht Englands, diesen Plan durchzuführen, besteht nicht der Schatten eines Zweifels, und zwar um so weniger, als wir die wankenlos konsequente Haltung der Jahrhunderte vor Augen haben. Daß der früheste politische Theoretiker Englands, Hobbes (Mitte des 17. Jahrhunderts), in seinem Hauptwerk den Staat „Levia- 20 Ideal und Macht than“ nennt — also mit dem Namen des alles verzehrenden alttestamentarischen Ungeheuers belegt, und daß er darin die rechtliche Begründung der Eroberungspolitik aufstellt, ist gewiß beachtenswert; nicht minder, daß das Titelblatt den König von England zeigt, der die Welt umfaßt, darüber als Sinnspruch: „Non est potestas super terram quae comparetur ei.“ In seiner späteren Schilderung der Kriege Englands mit den Niederlanden entschuldigt Hobbes die unprovozierten Angriffe der englischen Flotte mit der einfachen Behauptung: „Die Herrschaft der Meere g e h ö r t den Engländern!“ An einer weiteren Stelle heißt es: „Da die Niederlande eine Flotte hatten, so war vorauszusehen, daß sie die englische Flotte würden zerstören wollen!“ Worte, die heute gesprochen sein könnten. Deutschland hat also keine Wahl; der Kampf auf Leben und Tod ist ihm aufgezwungen; jeder Kompromiß ist ausgeschlossen. Es handelt sich nicht um Ansichten und Richtungen, es kommt nicht darauf an, ob ich Konservativer oder Nationalliberaler, Zentrumsanhänger oder Sozialist bin, vielmehr liegt die Sache einfach so: wenn Deutschland England nicht wirklich besiegt, wenn Deutschland aus diesem Kriege nicht wenigstens merklich gekräftigt — England gegenüber — hervorgeht, so daß die Möglichkeit einer weiteren allmählichen Kräftezunahme gegeben ist, dann ist Deutschland verloren. Diese Tatsache steht mathematisch fest. Prinzipien hier erst aufstellen — daß Deutschland nicht annektieren dürfe oder daß es 21 Ideal und Macht annektieren müsse, Theorien dogmatisch verfechten — über die Selbstbestimmung der Völker und wie die Phrasen alle heißen — das ist alles unzeitgemäß. Es gilt ein Einziges: siegen! Was nach dem Siege geschehen muß, werden Meister des Kriegshandwerks bestimmen und weitblickende, mutige Staatsmänner. Im umgekehrten Falle ist die Folge nicht zweifelhaft: das Deutsche Reich kann sich — wegen seiner kläglichen geographischen Lage — geschwächt unmöglich halten; es sinkt herab zum Vasall Englands, das ihm nur so viel Macht in Händen läßt, als England zur Niederhaltung anderer Nebenbuhler für rätlich hält. Da die eingestandene Hauptabsicht Englands in diesem ganzen Kriege die Zerstörung unserer industriellen Blüte und unseres Handelsaufschwunges ist, so folgt aus Deutschlands Niederlage seine dauernde Verarmung und der schnelle Ruin aller seiner Anstalten für Volkswohlfahrt, für Kunst und Wissenschaft... der Lebensnerv ist durchschnitten; wer noch unter Deutschen etwas kann und will, wirft sein Deutschtum von sich und wandert aus. So liegt die Sache: entweder Zuwachs an Macht, oder Abnahme der Macht und mit ihr Niedergang. Und da kann es noch Unentschlossene geben? Männer, die sich mit dem schönen Namen „Freisinnige“ belegen, arbeiten auf die Versklavung Deutschlands hin, und Sozialisten, denen doch das Wohl des deutschen Arbeiters am Herzen liegen muß, auf dessen unabwendbare Proletarisierung! Man traut seinen Augen und Ohren 22 Ideal und Macht nicht bei manchen Aufsätzen, die man liest, und Reden die man hört. Auch der nächst weitere Blickeskreis, der sich aus der Betrachtung der heutigen Lage ergibt, müßte bei dem durchschnittlich hohen Bildungsgrad der Deutschen den meisten unter ihnen erreichbar sein. Der ungebildete Engländer urteilt über diese Dinge aus bloßem Instinkt, aber unfehlbar; der Deutsche besitzt diesen politischen Instinkt nicht, er müßte also aus vernünftiger Überlegung, aus vernünftiger Schlußfolgerung urteilen. Auch hier — und mag das Einzelne noch so verwickelt, so geheimnisvoll, so reich an Widersprüchen sein, so daß nur ein genialer Staatsmann fähig sein dürfte, die vielen Fäden zu entwirren —‚ auch hier sind die großen Züge der Weltlage von verblüffender Einfachheit. Kjellén's zwei kostbare kleine Bücher — „Die Großmächte der Gegenwart“, kurz vor dem Kriege erschienen, und „Die politischen Probleme des Weltkrieges“, 1916 — sind Allen zugänglich; Jeder hat die Pflicht, sie zu lesen; an sonstigem leicht zu beschaffendem Stoff behufs sicherer Orientierung fehlt es nicht; ich will nicht wiederholen, was jetzt zu einem Gemeinbesitz geworden ist — der Hinweis genügt. Nur eine Vereinfachung sei mir gestattet, der kräftigeren Auffassung zulieb. Wie in Handel, Industrie und Finanz, so herrscht auch in der Politik augenblicklich das Syndikatswesen: die Zusammenfassung vieler Kräfte in einer 23 Ideal und Macht Hand steigert die Macht in mehr als arithmetischem Verhältnis. Der amerikanische „Konzern“ z. B., der über 1000 Millionen verfügt, schafft nicht bloß zehnmal mehr als derjenige, dem nur 100 Millionen angehören, sondern ein Vielfaches davon, denn das Geld gewinnt bei dieser Menge eine andere, neue Wirkungsart. Kapitalien von einer ungeheuren Größe gebieten über weite Zeiträume und können infolgedessen die Geduld auf ihr Haben buchen (als handelte es sich um eine Naturkraft); im Raume können sie weite Gebiete ihrem Zwange unterwerfen (und somit mindere Ware, z. B. schlechte Kohle oder minderwertiges Öl, einem ganzen Volke aufnötigen); sie verwandeln durch geschickte Aneinandergliederung verschiedenartiger Arbeiten unrentable Unternehmungen in gewinnbringende usw. Ähnliches gilt in der Politik: so wird, und in einem, gewissen Maße mit Recht, behauptet. Als Weltstaaten, gegen die aus diesem Grunde nicht aufzukommen sei, nennt man das Großbritannische Reich, Rußland, die Vereinigten Staaten. Ich meine, wir können hier sehr vereinfachen. Was aus den Vereinigten Staaten in Zukunft wird, weiß ich nicht; vorderhand sind sie kaum überhaupt eine Nation zu nennen, und die chronische Überschätzung dieses Staates seitens der Deutschen ist ein Verhängnis. Wie ein Amerikaner mir dieser Tage sagte: „Unser Land ist ein teuflischer Hexenkessel, in dem alle Widersprüche der Welt, alle Gier, aller Neid, alle Gelüste brauen und brodeln, 24 Ideal und Macht ein wilder Kampf millionenfacher Egoismen unwissender, ideen- und idealloser Menschen ohne Tradition, ohne einigende Sitten, ohne alle Aufopferungsfähigkeit, ein atomistisches Chaos, dem keine wahre Nationalkraft zukommt.“ Wie gefährlich Rußland ist, erleben wir in diesem Augenblick und wollen wir nicht so töricht sein, in Abrede zu stellen. Auch hier aber glaube ich nicht an die dauernde Lebensgefahr für Deutschland, die aus den Bevölkerungsziffern herausgerechnet wird. Es fehlt die größte Kraft der Welt — die moralische — zu sehr; wogegen die Elemente der Auflösung wuchern und die Einheit nur eine scheinbare ist; außerdem bietet die bedrohliche Nähe Deutschland immerhin den Vorzug, daß eine weise, energische Regierung — wie wir sie früher am Werke sahen — Gelegenheit hat, alles, was in Rußland vorgeht, genau zu beachten und auf manches Einfluß zu gewinnen. Ich behaupte kühn: Deutschland ist diesen beiden „Weltstaaten“ gewachsen, außerdem wird keiner von beiden dauernd sein Todfeind bleiben. Der wahre Todfeind ist England, weil England allein auf Hegemonie zusteuert, d. h. auf die Oberherrschaft über die ganze Welt, und zur Erreichung dieses erstrebten Zieles viele Trümpfe in der Hand hält: wie da sind unmittelbare oder mittelbare Beherrschung ungeheurer Ländermassen (England 33 Millionen Quadratkilometer, Deutschland 3 Millionen) und ungeheuerer Menschenmengen (438 Millionen gegen 80 Millionen); die entsprechend 25 Ideal und Macht große Verbreitung der Sprache, vermehrt um etwa 90 Millionen Bewohner der Vereinigten Staaten, woraus eine gewaltige Verbreitung der englischen Kultur erfolgt; dazu kommt die Erfahrung von Jahrhunderten, was (wie der Physiker sagen würde) „gewonnene Beschleunigung“ bedeutet. Englands Kraft ist nicht wie die russische eine bloß mechanische, vielmehr ist sie eine dynamische — nicht bloß totes Gewicht, sondern lebendiges, bewegliches, sich nach Bedarf verwandelndes und anschmiegendes Wirken. Der Wille zur Macht siegt hier über jede Vernunft und über alle Moral; einzig ein ebenso starker und zugleich reinerer Wille — ein von bewußt höherer Kultur getragener — könnte ihn überwinden; sonst bleibt nur Unterwerfung oder Vernichtung. Worauf es nun für uns Deutsche ankäme, wäre, zu begreifen — was leider selbst an hohen und entscheidenden Stellen vielfach noch nicht begriffen wird —‚ daß der Kampf, in dem wir jetzt seit etwa zwanzig Jahren stehen, und in dem wir voraussichtlich noch lange stehen werden, im letzten Grunde ein K a m p f d e r S e e l e n ist, und insofern zugleich ein Kampf der Ideale. Deutschland und England haben in Geist und Gemüt viel Verwandtes; sie streben aber nach zwei genau entgegengesetzten Richtungen hin und können daher unmöglich neben einander hergehen — es sei denn, eines von beiden gibt die ihm eigene Richtung auf. Gegen ein in jeder Beziehung „mäßiges“ Deutschland hätte England nicht das Geringste einzuwenden. England 26 Ideal und Macht gleicht nicht Rom, am Einverleiben anderer Nationen liegt ihm wenig; ihm genügt es vollkommen, sie tatsächlich zu beherrschen — wie jetzt z. B. der britische Botschafter Herr von Italien ist. Wer sich nicht fügt, wird unterdrückt — bis er sich fügt: siehe Griechenland. Wenn also wirklich einzig kaufmännische und politische Interessenfragen vorlägen — nicht nationale Lebensfragen von entscheidender Bedeutung —‚ so wäre eine Einigung leicht zu erzielen. Unter der Bedingung der tatsächlichen — wenn auch nicht augenfälligen — Unterordnung würde England gewiß bereit sein, Deutschland in das von ihm beherrschte „Weltsyndikat“ aufzunehmen: ihm bescheidene Beteiligung am Kolonialbesitz gewähren, angemessene Beteiligung an Welthandel und Weltindustrie usw. Natürlich müßte Deutschland seine starke politische Verfassung aufgeben; durch entsprechende Unterstützung der schon vorhandenen „Engländerpartei“ würde die Demokratisierung Deutschlands schnelle Fortschritte machen; unter einem Scheinkönigtum würde das Reich bald in allen Fugen krachen; eine demoralisierte Armee wäre nicht mehr bedrohlich; für die Abschaffung der Marine würden die Umtriebe der wachsenden republikanischen Partei schon sorgen.... Und dabei, wie gesagt, würde es den Deutschen nicht schlecht gehen: trotz ihrer verhältnismäßigen Verarmung könnten sie sich im Anblick einer Anzahl (gut englisch gesinnter) Millionäre sonnen, und wer zu Hause sein Auskom- 27 Ideal und Macht men nicht fände, der wanderte einfach nach den Vereinigten Staaten, Australien, Argentinien usw. aus; deutsche Tüchtigkeit ist überall willkommen, sobald sie entdeutscht ist. Mit vollkommener Gewißheit würde unter diesen Bedingungen auch das lästige Überhandnehmen von deutscher Wissenschaft und Kunst aufhören; die Ausgaben für das Unterrichtswesen, die heute die englischen um das Zweieinhalbfache übertreffen, müßten stark herabgesetzt werden, die hohen Dotationen für Forschungszwecke würden verschwinden, das liebliche Geschlecht der Analphabeten würde wieder Fuß fassen — die anderen Länder könnten in Ruhe verschnaufen; ohnehin würde bei der schnellen Abnahme der verhältnismäßigen Verbreitung der deutschen Sprache jede geniale Veranlagung aus Deutschland in weitere Gefilde hinausdrängen. England hat Zeit; es würde nicht roh und hastig vorgehen; wenn es nur die Oberhand endgültig gewänne, das würde ihm zunächst genügen; das Unterbinden der verschiedenen Lebens- oder wenigstens der Kraftadern würde dann nach und nach geschehen; das heruntergekommene Geschlecht der Deutschen würde es wahrscheinlich kaum merken — es wäre denn, daß hier und da in altfränkischen Winkelstädtchen ein „erhitzter Chauvinist“ (wie das „Berliner Tageblatt“ diese verrückte Menschengattung nennt) als fossile Erscheinung ein verlachtes Traumdasein führte, verloren in die anbetende Verehrung längst „überwundener“ Größen, wie Kant, Friedrich, Blücher, Fichte, 28 Ideal und Macht Schiller, von Stein, Goethe, Bismarck, Moltke, Tirpitz usw., arme, umnachtete Menschen, Überbleibsel aus der Epoche vor Anbruch der großen p a x b r i t a n n i c a. Wenn wir mit dieser Zukunft einverstanden sind, so sind wir auch keiner anderen wert; dann ist es aber eine Sünde, diesen furchtbaren Krieg auch nur um einen Tag zu verlängern. Ich bürge dafür, daß, sobald Deutschland entsprechende Bedingungen annimmt, England es gegen alle Ansprüche Rußlands und Frankreichs beschützt und dem elenden Italien befiehlt, den alten „Bundesgenossen“ zu umarmen. Dann schreitet England zu der nächsten unerläßlichen Kombination: ganz Europa und halb Asien geschlossen gegen Rußlands tolle Ausdehnungsträume. Und warum geht das nicht? Warum lehnt sich — bewußt und unbewußt — ganz Deutschland dagegen auf und will lieber, wenn es sein muß, in dem „Kampf ums Dasein im großen“ (den Bismarck voraussah) untergehen als von Englands Gnaden weiterleben? Man mag die Sache drehen und wenden, wie man will, die politische Frage läuft zuletzt auf eine Seelenfrage hinaus — a u f e i n I d e a l. Auch England besitzt ein richtunggebendes Ideal. Keiner beurteilt die Quellen der britischen Übermacht richtig, wenn er außer acht läßt, daß hier eine zwar sehr naive, aber ungeheuer starke und unentwurzelbar festgewachsene Idee zugrunde liegt und alles mit sich reißt. Wie Kjellén mit Recht sagt: „Der Engländer glaubt, die Ausbreitung der Herrschaft Englands sei 29 Ideal und Macht dasselbe wie die der Kultur selbst, um nicht direkt zu sagen, wie die des Gottesreiches.“ Jeder Engländer ist davon überzeugt: von England beherrscht zu werden, sei das größte Glück, das einem Volke widerfahren könne. Darum sehen friedfertige, fromme, gütige Leute unter ihnen ruhig zu, wenn arme, nackte Matabeles mit Dum-Dum-Geschossen hingemetzelt, wenn Tausende von Burenfrauen und -Kindern gemordet, wenn Millionen von Asiaten durch Opium moralisch und physisch zugrunde gerichtet werden: um diesen Preis erkaufen sie eben den Segen britischer Oberherrschaft. Diese Idee besitzt eine solche Macht über die Geister, daß selbst hochgebildete, vielgereiste und sonst freidenkende Engländer sich ihr nicht zu entziehen vermögen. Dies ist die Idealisierung von Englands Weltherrschaftstraum. Ihm gegenüber tritt nun Deutschland mit einem anderen Ideal auf, und dieses Ideal können mir nicht besser benennen als mit dem Wort: F r e i h e i t. „Der Deutsche hat Freiheit der Gesinnung,“ sagt Goethe. Entgegen den flachen Irrtümern unserer Tage läßt sich nachweisen: Deutschland ist von jeher die wahre Heimat der Freiheit, die Heimat der wahren Freiheit, d. h. der Freiheit der Gesinnung; nicht des elenden Wechselbalgs einer erlogenen „politischen“ Freiheit, eines Deckmantels für aristokratische oder plutokratische oder demokratische Tyrannei, sondern der inneren, echten Seelenfreiheit, zu sein und zu glauben und zu denken und zu reden und zu schaffen — ein jeder, wie er kann 30 Ideal und Macht und will. „Zur Geist und Gewissen sind wir die allerfreiesten von aller Knechtschaft,“ sagt Luther vor vierhundert Jahren; das könnte noch heute kein Engländer ihm nachsprechen, denn seine vielgerühmte Freiheit der Bewegung erkauft er um den Preis der Freiheit der Gesinnung; jedesmal, wenn ich in England landete, hatte ich den Eindruck, eine Zwangsanstalt zu betreten; der Traum der Weltherrschaft wird teuer bezahlt. Wer nun — wie es heute vielfach geschieht — dem Deutschen ebenfalls Weltherrschaftspläne andichtet, lügt; und er lügt um so unverschämter, wenn er selber der deutschen Nation angehört und diesen Gedanken einer Gruppe seiner Landsleute zuschreibt, die er als Alldeutsche oder Teutomanen verächtlich zu machen sucht. Gerade dieser Gedanke ist von Grund aus undeutsch. Treitschke — dem man hier Zuständigkeit nicht absprechen wird — schreibt: „Die Idee eines Weltreiches ist hassenswert.“ (Politik, 1, 29.) Da gerade steckt der innerste Widerspruch zwischen dem deutschen und dem englischen Ideal, der von hier aus sich bis in alle Äste hinein verzweigt. Der Engländer will selber frei sein, alle Anderen aber in Botmäßigkeit halten — was er sich mit dem Vorwand plausibel macht, er wolle ihr Bestes — ein Argument, das wiederum auf die Verachtung alles Nichtenglischen sich gründet. Der Deutsche dagegen — bei seiner ungleich tieferen Begabung — versteht, daß das unmöglich ist: wer Andere knechtet, ist selber unfrei — unfrei, wie Despoten es 31 Ideal und Macht von jeher waren. Wer wirklich frei ist, schenkt Freiheit. Auch hier möge Treitschke für mich reden: „Die Strahlen des göttlichen Lichts erscheinen nur unendlich gebrochen in den einzelnen Völkern; jedes zeigt ein anderes Bild und einen anderen Gedanken der Gottheit.“ Andere unterjochen ist ganz und gar undeutsch; deutsch dagegen, ihnen den Weg zur Entwicklung zu weisen — wogegen der Engländer bekanntlich dieses grundsätzlich verhindert. (Indien, Irland usw.) Daher stammt es nun, daß, je weiter das großbritannische Reich sich ausbreitet, um so leerer und langweiliger wird die Welt. So kommt es z. B. immer mehr an den Tag, wie interessant die Urbevölkerung Australiens war; an den kümmerlichen Resten der Abgeschlachteten studieren Gelehrte viele Jahre und ermessen noch immer nicht die Tiefe dieses primitiven, aber reichen Seelenlebens, den Aufbau dieser unglaublich verwickelten sozialen Organisation — wahrscheinlich der letzte Überrest einer untergegangenen Kultur: England hat das alles zerstört, und jetzt bewohnen fünf Millionen Kommis das Land — ohne irgend welche Bildung weiter als doppelte Buchführung, ohne Wissenschaft, ohne Kunst, ohne nährende Vergangenheit und ohne hinanweisende Zukunft, und näseln ein unerträglich verkommenes Englisch. Daß die Welt wieder voll werde, farbig, vielzungig, erlöst aus dem britischen Einerlei: das ist das deutsche Ideal! Freiheit für Alle, gewährleistet durch Gesittung! In diesem Kampfe ist Deutschland der Pro- 32 Ideal und Macht tagonist A l l e r. Daß es mit der eigenen Befreiung beginnen muß, liegt auf der Hand: die Freiheit hat nur noch eine Hoffnung: den Sieg Deutschlands über England. Dieser Sieg kann nur durch Macht erfochten werden. Wer in Deutschland den Willen zur Macht nicht hat, der hat auch den Willen zum Deutschtum nicht. Daß Deutschland seine geographische Lage stärken muß und historisch dazu berechtigt ist, hat mit Eroberungsgelüften nichts zu tun. Friedrich der Große schreibt: „Jeder Krieg, der nicht zu Eroberungen führt, schwächt den Sieger und entnervt den Staat“; die bloße Tatsache, daß Deutschland zu Kriegen gezwungen wird, daß Frankreich es immer von neuem überfällt, die Tatsache, daß es gegen Rußlands Horden schlecht geschützt ist, und die Tatsache, daß England ihm mit geringer Mühe den Ausgang ins Meer sperren kann: Alles das beweist, daß eingreifende Berichtigungen vonnöten sind, damit die vorhandenen herrlichen Kräfte, der ganzen Welt zum Segen, in einem dauernden Frieden zur Entfaltung kommen. Nicht um „Eroberungen“ handelt es sich, sondern um unabweisbar notwendige Ausgestaltung. Auch die Frage, wie viele und wie große Kolonien Deutschland besitzen soll, ist eine nebensächliche. In einem früheren Aufsatz („Deutschlands Kriegsziel“) habe ich darauf hingewiesen, welch hohe Auffassung seiner Pflichten Deutschland bei der Verwaltung seiner Kolonien an den Tag gelegt hat — und zwar Deutschland allein unter allen Nationen; es bildet 33 Ideal und Macht dies ein geradezu ideales Blatt in der Geschichte des neuen Reiches. Das Mehr und das Weniger an solchen überseeischen Verwaltungen ist eine Frage der Angemessenheit, die unsere grundsätzliche Untersuchung nicht berührt; auf keinen Fall wird Deutschland je eine Politik der Ländergier befolgen; es hat daran gar kein Interesse. Deutschland besitzt Quellen der Macht, die England unbekannt sind: es sind dies geistige und moralische; sobald sich diese frei entfalten können — was ein gewisses Mindestmaß an physischer Gewalt voraussetzt —‚ ist ihm die Vorherrschaft in der Welt sicher; mehr bedarf es nicht. Wer sich der Mühe unterzieht, an der Hand der Schriften Helfferich's, Steinmann-Bucher's, Lenzens u. a. die unerhörte Entwicklung von Deutschlands Industrie und Handel innerhalb der letzten 25 Jahre zu verfolgen — am allerbesten, der Laie greift zu dem entzückenden Büchlein von Dr. Trietsch: „Deutschland, Tatsachen und Ziffern, eine statistische Herzstärkung“, 1916 —‚ eine Entwicklung, die alles weit hinter sich läßt, was selbst England und die Vereinigten Staaten je geleistet haben, dem wird klar werden, daß Deutschland nichts weiteres braucht, als die Freiheit, das zu leisten, was es zu leisten befähigt ist, um bald unbestritten an der Spitze aller Völker zu stehen. Dann erst wird es in der Lage sein, seine göttliche Bestimmung zu erfüllen. So steht denn Ideal gegen Ideal; Macht gegen Macht. Ich verkenne keineswegs die Bedeutung der 34 Ideal und Macht unmittelbar naheliegenden politischen Fragen, zu deren richtiger Beurteilung Fürst Bülow soeben durch sein Werk „Deutsche Politik“ viel beigetragen hat; jedem Deutschen möchte ich empfehlen, sich diese aus so reicher Erfahrung und seltener Begabung herausgewachsenen Gedanken vertraut zu machen; hier findet er die politische Schulung, die ihm nottut. Fürst Bülow selber wird aber gewiß die Bedeutung und die Macht der großen, dauernden Ideale nicht in Abrede stellen. In der Politik läuft zuletzt alles immer auf Machtfragen hinaus; die letzten Quellen der Macht sind aber Menschenseelen — oder sie sind Quellen der Schwäche und des unabwendbaren Niederganges; ihre Richtung jedoch erhalten die Seelen durch ihre Ideale. Hier drängt sich uns eine letzte, entscheidende Frage auf; sie schwebt zwischen Ideal und Macht. Häufig wird — auch in Deutschland — behauptet, Deutschland sei zwar berechtigt, „seinen Platz an der Sonne“ zu fordern und nötigenfalls zu erstreiten, nicht aber könne Deutschland je daran denken, der großbritannischen Weltmacht als Rivalin entgegenzutreten; vielmehr müsse es sich mit der zweiten Stelle begnügen. Meiner Meinung nach wird hiermit alles preisgegeben; handelt es sich doch letzten Endes um eine Seelenfrage, um ein Ideal, ja, um ein Menschheitsideal. Die Politik kann Kompromisse schließen, das Gewissen nicht. In dem Vorgefühl dieses Widerstreites nannte Treitschke „das 35 Ideal und Macht Anschmiegen“ Deutschlands an England „e i n e T o d s ü n d e“. Es ist viel besser, man spricht es offen aus: Deutschland muß die erste Macht der Welt werden, Deutschland kann die erste Macht der Welt werden, und Deutschland wird — wenn es nur will — die erste Macht der Welt werden. Gerade weil es nicht auf Welteroberungen ausgeht, darum wird seine Macht — wie seine Industrie — ins Unermeßliche steigen. Die Waffengewalt bildet nur das Rückgrat; Deutschland hat aber noch ganz andere Mittel — nämlich Geisteskraft, Fleiß, Organisation, Treue, guten Willen, Einsicht, Liebe — Macht zu erlangen. Es ist dazu verpflichtet. Nicht verpflichtet, damit es mehr Maschinen und mehr Farbstoffe als andere absetze, größere Passagierdampfschiffe als sie baue usw. — das alles gehört nebst Land- und Wasserheer zur Lebensbehauptung und gleicht dem, was die Nahrung dem Körper zuführt —‚ sondern verpflichtet, weil an der Kräftigung dessen, was wir d a s D e u t s c h t u m nennen — sagen wir der deutschen Seele, des deutschen Ideals — unendlich viel gelegen ist, und zwar darum gelegen, weil einzig auf diesem Wege sich die Möglichkeit zeigt, die arme, versumpfende, vom entarteten Angelsachsentum diesseits und jenseits der Ozeane Schmählich verratene Menschheit allmählich auf einen etwas höheren Standpunkt zu heben. Vor 2500 Jahren verwünschte Aristoteles „jede Beschäftigung, die sittliche Kraft weder fordert noch weckt“; wir sind in eine Zivilisation des Geldbeutels hineingeraten, 36 Ideal und Macht die von sittlicher Kraft nichts mehr weiß; aus ihr kann nur Deutschland die Welt erretten, weil nur Deutschland das geistig-sittliche Kapital besitzt, angesammelt in dem Lebenswerk seiner großen Söhne und seiner Wissenschaft, ausgestaltet in der deutschen Sprache. Daß sich der einzelne Deutsche — einem sehr hohen Ideale gegenüber — meistens unzulänglich erweisen wird, das ist bedauerlich, aber nebensächlich; er gehört einem Ganzen an, das ihn trägt und hebt, und er wirkt in dem angegebenen Sinne, auch wenn er's nicht weiß. Immanuel Kant sagt einmal: „Der Mensch ist zwar unheilig genug, aber die Menschheit in seiner Person muß ihm heilig sein.“ Im selben Sinne können wir sagen: der Deutsche ist zwar unheilig genug, aber das Deutschtum in seiner Person m u ß ihm heilig sein. Schon um der Verbreitung der Sprache willen — der unentbehrlichen Trägerin der deutschen Kultur — muß Deutschland die führende Weltmacht werden. Es muß dahin kommen, daß auf der gesamten Erdoberfläche kein Mensch für gebildet gelten kann, der die deutsche Sprache nicht gut versteht. Schon heute ist es Tatsache, daß, wer deutsches Dichten, Denken, Schaffen nicht kennt, der höchsten Kultur entbehrt. Nicht allein an mir selber, auch vielfach an anderen habe ich es erlebt, welche seelische Umwandlung durch die Offenbarung der deutschen Kultur stattfindet, vermittelt — wie dies einzig möglich ist — durch die Erwerbung der deutschen Sprache. Das ist zum großen Teil aber eine 37 Ideal und Macht Machtfrage. Die heutigen Gewalthaber tun alles, was sie können, um die Kenntnis der deutschen Sprache einzuschränken (vgl. „Neue Kriegsaufsätze“, S. 11 fg.); ein Deutschland, das nicht allein Bulgarien und die Türkei, sondern alle Länder der Welt aus der Hand des Leviathan erlöst hat, wird seine Sprache überall eingeführt sehen. Es liegt nichts daran, ob das einsilbige Englisch noch lange das geschäftliche Bindeglied zwischen Chinesen, Kaffern und Europäern bleibt: das Denken der Welt bedarf der deutschen Sprache zum Siege des deutschen Ideals und bedarf der deutschen Macht zum Siege der deutschen Sprache. ————— 38 Ideal und Macht gelangt. Gelangt sie in die Hände eines bewußten, deutschen, christlichen, ideal gerichteten Gesamtwillens, wie er in diesem Büchlein sich kundtut, — dann darf das Herz voll Hoffnung der Zukunft entgegenjubeln. Die Freiheit nennt Kant einmal „den Inbegriff alles Praktischen“; die Wissenschaft allein, wenn auch ergänzt durch Poesie und Kunst — soviel wollten die Feinde Deutschlands uns ja gönnen! —‚ reicht nicht aus, um frei zu werden; dazu brauchen wir ein entwickeltes, siegreiches, praktisches Deutschtum; aber ein ebenso ideal gerichtetes. Einmal begegnete ich auf der Straße in Paris einem mir befreundeten, genialen Künstler; das Antlitz war von Gewitterwolken umnachtet, woraus hin und wieder die Augen Blitze schleuderten; zwischen den Zähnen murmelte er: „Que c'est bête que l'argent! que c'est bête!“ — was für ein dummes Ding ist das Geld! Er kam von einem Auftraggeber, einem Finanzmann, Besitzer ungezählter Millionen, und hatte in den Sälen des palastartigen Wohngebäudes die aufgestapelten Schätze gesehen — alles von dem Besitzer nach dem Anschaffungswert geschätzt, als wären es dumme Goldbarren im Keller, nichts verstanden, nichts geliebt, nichts verklärt zu eigenem Seelenbesitz. Und als ich einiges über den Wert des Geldes, sobald es in richtige Hände gelange, schüchtern einzuwenden suchte, schnitt er ab mit einem heftigen: „L'argent n'achète rien!“ — für Geld kann man nichts kaufen. Das ist ein sehr tiefes Wort. Die gähnende Leere 39 Ideal und Macht einer Geld-Zivilisation kann man heute in Paris und in London kennen lernen, Berlin würde bald folgen, ginge es nach den Wünschen unserer „Engländerpartei“. Nicht allein das, was man von den Vätern ererbt hat, muß man erwerben, um es zu besitzen, vielmehr gilt dies von jedem Besitz. Haben und Besitzen sind zweierlei. Dies möchte ich auf die erhoffte Machtstellung Deutschlands anwenden: ohne jede Eroberungspolitik kann Deutschland der ganzen Welt seinen Stempel aufdrücken. Goethe sagt: „Niemand, als wer sich ganz verleugnet ist wert zu herrschen und kann herrschen.“ Alle Welt bewundert die großartige, nie sich verleugnende Selbstbehauptung der Engländer, die überall als Herren auftreten, mit leiser Geringschätzung der ihnen äußerlich ähnlichen Europäer und Europasprößlinge, und mit unbedingter Verachtung aller übrigen Erdbewohner; ich meinesteils bewundere die Anlage zur Selbstverleugnung aller bedeutenden Deutschen, die ich aus der Geschichte kenne oder denen ich persönlich nahen durfte; für mich liegt hier das Kennzeichen, welches die Deutschen befähigt, das erste, führende und insofern herrschende Volk der Erde zu werden; sind sie bis dahin nicht vollkommen entartet, stehen die besten deutschen Männer am Ruder, so werden sie „wert sein, zu herrschen.“ B a y r e u t h, 4. Juli 1916. 40 F. Bruckmann A.-G.
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