Hereunder follows the 4th chapter of Adolf von Harnack's Marcion: Das Evangelium vom fremden Gott, 2nd edition, published by J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, 1924. The first edition appeared in 1920.

Hieronder volgt het 4e hoofdstuk van Adolf von
Harnack's Marcion: Das Evangelium vom fremden Gott, 2e editie, uitgegeven door J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, 1924. De 1e editie verscheen in 1920.



Inhaltsverzeichnis
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Vorworte
I
I. Einleitung 1
II. Marcions Leben und Wirksamkeit 21
III. Der Ausgangspunkt Marcions 30
IV. Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions
35
V. Die „Antithesen“ Marcions 74
VI. Das Christentum Marcions und seine Verkündigung 93
VII. Die heilige Kirche der Erlösten und ihre Lebensordnung 143
VIII. Die Geschichte der Marcionitischen Kirche 153
IX. Marcions geschichtliche Stellung und seine Bedeutung für die Entstehung der katholischen Kirche 196
X. Marcions Christentum kirchengeschichtlich und religionsphilosophisch beleuchtet 215



Beilagen
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I. Untersuchungen über die Person und die Lebensgeschichte Marcions nach den ältesten Zeugnissen und späteren Angaben 3*
II. Cerdo und Marcion 31*
III. Das Apostolikon Marcions 40*
IV. Das Evangelium Marcions 177*
V. Die Antithesen Marcions (nach Zitaten und Referaten) 256*
VI. Die Überlieferung über die Lehre Marcions und über seine Kirche 314*
VII. Lukanus, der Schüler Marcions 401*
VIII. Apelles, der Schüler Marcions und Sektenstifter 404*
IX. Ein wahrscheinlich antimarcionitisches Fragment aus der Schrift Melitos von Sardes „Über die Taufe“ 421*
X. Inhaltsangabe und Fragmente der Schrift eines Patricianers (Neu-Marcioniten), gegen welche Augustin seinen Traktat „Contra adversarium legis et prophetarum“ (lib. II) gerichtet hat 424*
XI. Marcion in der Manichäischen Literatur genannt 434*
XII. Boussets Darstellung der Prinzipienlehre Marcions 436*
XIII. Zur Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments 441*

Register 445*

Berichtigungen und Nachträge 454*


35

IV. Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    Marcion, seines eigenen Glaubens als des echtpaulinischen gewiß, sah die große Christenheit um sich in einer inneren Verfassung, in der alles verloren schien. Während er überzeugt war, daß Christus das AT und den Gott desselben abgetan und einen fremden Gott verkündet hatte, identifizierte sie fort und fort die beiden Götter und erbaute sich aus dem AT, war also durch und durch „judaistisch“. Ferner, Bücher unter den gefeierten Namen der Urapostel stützten und förderten offenkundig durch ihre Erzählungen diesen Irrtum. Endlich — das Schlimmste — selbst in den Briefen des Paulus stand unverkennbar vieles, was unzweideutig den Irrglauben bestätigte, daß Christus der Sohn des Weltschöpfers sei und den Willen dieses seines Vaters in seinem Werke fortgesetzt habe.
    Wie war das geschehen, und wie konnte es geschehen, wenn doch die Wahrheit nach einigen Hauptstellen in den paulinischen Briefen so unzweideutig und klar war? Eine große Verschwörung wider die Wahrheit muß, nachdem Christus die Welt verlassen, sofort eingesetzt und mit durchschlagendem Erfolg ihre Absichten durchgesetzt haben. Keine andere Erklärung reicht hier aus. Marcion griff diese Erklärung auf. Um sie zu beweisen, stand ihm aber, wie seine Ausführungen lehren, schlechterdings nichts zu Gebote als die Erinnerung an den Kampf, den Paulus mit seinen judaistischen Gegnern geführt hatte, und auch von diesem Kampfe wußte er nichts anderes, als was in den Briefen des Apostels zu lesen stand.
    Es ist wichtig, diese Tatsache nicht zu übersehen. Niemals hat sich Marcion auf andere Zeugnisse zu berufen vermocht. Kein

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lebendiger Widerhall jener Kämpfe war mehr zu ihm gekommen; von keiner fortgesetzten Aktion wußte er über das aus den Briefen Bekannte hinaus, und keine neue Urkunde stand ihm zu Gebote, die ihm über die Absichten, sei es des Paulus, sei es seiner Gegner Aufschluß geben konnte. ¹
    Aber bei Paulus selbst, im Galaterbrief vornehmlich, waren zwei Leitsterne, so schien es Marcion, gegeben, denen man nur zu folgen brauchte, um aus dem Labyrinth der schlimmen Überlieferungen auf den sicheren Weg zu gelangen: (1) Paulus erklärt, daß es nur ein Evangelium gebe und daß er es allein vertrete, wie er es auch besonders empfangen habe; (2) er erklärt ferner, daß die anderen alle ein gefälschtes judaistisches Evangelium verkündigen und daß er sie daher alle schlechthin bekämpfen müsse als solche, welche in dem Irrglauben befangen sind, der Vater Jesu Christi sei mit dem Weltschöpfer und Gott des ATs identisch.
    Aus diesen Erklärungen ergaben sich für Marcion folgende Einsichten:
    (1) Das Evangelium, welches Paulus meint, muß nach seinen eigenen Worten von allem Judaismus frei sein, d. h. nicht nur keinen Zusammenhang mit dem AT haben, sondern ihm feindlich gegenüberstehen; also ist alles gefälscht, was als christlich gelten will, aber diesen Zusammenhang aufweist.
    (2) Daraus ergab sich ihm sofort, daß auch die Briefe des Paulus verfälscht sein müßten, da sie in ihrem gegenwärtigen Bestand vieles Judaistische enthielten.
    (3) Es ergab sich ihm aber ferner aus den paulinischen Briefen, daß das ganze apostolische Zeitalter ausschließlich von einem Hauptthema bewegt gewesen ist, von dem Kampfe der judaistischen Christen gegen das wahre, d. h. das paulinische
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    ¹ Man muß aus dieser Tatsache schließen, daß man selbst an Hauptplätzen der Christenheit um d. J. 140 bereits nicht mehr sichere Unterlagen für ein wirkliches geschichtliches Wissen vom Urchristentum besaß, als wir besitzen. Immer wieder freilich wird man nachsinnen und nachforschen, ob Marcion nicht doch bei seiner Kritik der Apostel in ihrem Verhältnis zu Paulus durch eine lebendige, sei es auch tendenziöse Tradition bestimmt gewesen ist, aber gewiß werden solche Nachforschungen negativ enden. Marcions Kritik ist also durchaus eine jede geschichtliche Unterlage entbehrende Sach- und Wortkritik gewesen.

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Evangelium. Der deutlichste Beweis für diese seine geschichtliche Ansicht sind die Prologe zu den Paulusbriefen, mögen sie nun von Marcion selbst stammen oder von einem seiner Schüler; denn in ihnen werden diese Briefe ausschließlich unter dem Gesichtspunkt betrachtet, wie die Gemeinden, an die sie gerichtet sind, zum paulinisch-judaistischen Kampfe stehen, und der Verfasser bringt es wirklich fertig, ihnen allen dieses Thema aufzunötigen: die „falsi apostoli“ kommen entweder dem Paulus in der Mission zuvor oder dringen in seine Mission ein; die Gemeinden lassen sich entweder von ihnen berücken oder bleiben dem Evangelium des Paulus treu.
    (4) Die „falsi apostoli“ hat Marcion nach Gal. 1, 6—9; 2, 4 und II Kor. 11, 13. 14 bestimmt. Aus diesen Stellen, die er in eins faßte, ergab sich ihm, daß eine große Gruppe unautorisierter und namenloser Judaisten sich des Apostelamts in der Kirche Christi angemaßt und eine mit dem höchsten Erfolg gekrönte Propaganda im ganzen Reich in Szene gesetzt hat, und zwar muß ihr unheilvolles Treiben schon gleich nach der Auferstehung Christi begonnen haben. Sie werden (Marcion folgt dem Galaterbrief) zwar von den Uraposteln bestimmt unterschieden; aber Marcion hat sich überzeugt, daß diese eine ganz klägliche Rolle gespielt haben. Folgende Vorstellung von ihnen hat er sich gebildet: Jesus hat sie (die Zwölf) auserwählt (Luk. 6, 13 ff.; Tert. IV, 13) und sich die größte Mühe mit ihnen gegeben; aber selbst bei seinen Lebzeiten gelang es ihm nicht, sie dauernd zu dem Glauben zu bringen, daß er der Sohn eines fremden und nicht des ATlichen Gottes sei. Als Petrus in Cäsarea das große Bekenntnis zur Gottessohnschaft seines Meisters ablegte, mußte dieser ihm Schweigen auferlegen, weil Petrus ihn für den Sohn des Weltschöpfers hielt (Tert. IV, 21). Obgleich die Himmelsstimme bei der Verklärung deutlich erklärte, nicht Moses und Elias seien zu hören, sondern Christus, verstand Petrus das nicht, wie seine törichte Aufforderung, drei Hütten zu bauen, beweist (IV, 22). Zwar hatten die Jünger Lichtblicke in bezug auf die Erkenntnis „der Wahrheit des Evangeliums“ und das rechte Verhalten, so damals, als einer von ihnen Jesum bat, sie beten zu lehren, was er nicht getan, wenn er noch an den Gott des AT geglaubt hätte (IV, 26), oder damals, als Jesus ihre Praxis gegenüber der der fastenden Johannesjünger rechtfertigte (IV, 11: „Christus

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discipulos defendit, ut merito aliter incedentes, aliam scil. et contrariam initiatos divinitatem“). Aber alsbald fielen sie wieder zurück, und sie sind gemeint, wenn Jesus klagend von dem „ungläubigen Geschlechte“ spricht (Tert. IV, 22). Die Auferstehung Christi scheint sie eine kurze Zeit lang auf den rechten Weg geführt zu haben und sie wurden sogar als „Herolde eines anderen Gottes“ von den Juden verfolgt (IV, 39); allein sehr rasch verdunkelte sich ihnen alles wieder, zumal da sie auch die Menschenfurcht nicht überwanden. Als daher Paulus seinen Kampf gegen die falschen Apostel begann, da machten sie zwar mit diesen nicht gemeinsame Sache, aber sie unterstützten den Zeugen der Wahrheit nicht, sondern offenbarten sich als halbe Judaisten („Petrum ceterosque apostolos vultis ludaismi magis adfines subintelligi“, Tert. V, 3), als Gesetzesmenschen („Petrus legis homo“, Tert. IV, 11), als furchtsame Begünstiger der pseudoapostolischen Mission (Tert. V, 3), ja als solche, die durch Quertreiberei und Täuschung den Verdacht, an der Depravation des Evangeliums schuld zu sein, schwerlich abzuwälzen vermögen („Si apostolos praevaricationis et simulationis suspectos Marcion haberi queritur usque ad evangelii depravationem“, Tert. IV, 3). Sie selbst schon haben in ihrem Unverständnis „Gesetzliches“ der Überlieferung der Worte Jesu beigemischt (Iren. III, 2, 2: „Apostolos admiscuisse ea quae sunt legalia salvatoris verbis“), und aus ihrer Missionstätigkeit konnte nichts Ersprießliches hervorgehen, da sie die volle Wahrheit nicht erkannt und, noch immer durch jüdischen Sinn beeinflußt, das Evangelium nur gebrochen verkündet haben (Iren. III, 13, 2: „Non cognoverunt veritatem“; III, 12, 12: „Apostoli adhuc quae sunt Iudaeorum sentientes annuntiaverunt evangelium“). ¹ Christus hat daher nicht nur durch die Wahl des Judas, sondern auch, wenn auch in anderer Weise, durch die Wahl der Zwölf eine schwere Enttäuschung erfahren. Daher mußte, sollte „die Wahrheit des Evangeliums“ nicht untergehen, ein neuer Zeuge und Missionar
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    ¹ Dazu Tert., De praesc. 22 f.: „Proponunt ad ignorantiam aliquam apostolorum, quod Petrus et qui cum eo reprehensi sunt a Paulo; ,adeo', inquiunt, ,aliquid eis defuit' ... ,alia evangelii forma a Paulo superducta citra eam quae praemiserat Petrus et ceteri' .... suspectam faciunt doctrinam superiorem.“

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erweckt werden. Die Urapostel waren nicht dezidierte Irrlehrer, aber sie sind in einer schweren Konfusion stecken geblieben, ja immer tiefer in sie geraten und sind sogar nicht von dem „Schachern“ mit dem Evangelium zurückgeschreckt (II Kor. 2, 17).
    (5) Unzweideutig sagt Paulus, daß er ein von Christus selbst direkt berufener Apostel, daß sein Evangelium nicht durch menschliche Vermittlung an ihn gekommen sei, daß er es vielmehr durch Offenbarung erhalten habe und zwar durch eine Entrückung in den dritten Himmel, d. h. in einen Himmel, der hoch über dem Weltenhimmel liegt. Hieraus schloß Marcion, daß Paulus als der Apostel von Christus berufen worden sei, um der falschen Predigt entgegenzuwirken, und ferner, daß ein Evangelium vorhanden sein müsse, das von keinem Menschen geschrieben, sondern direkt von Christus dargereicht sei — wie, darüber scheint sich Marcion keine deutliche Vorstellung gemacht zu haben. Die Schüler haben bald an Christus selbst als Verfasser gedacht, bald an Paulus (Adamant., Dial. I, 8; II, 13f.; Carmen adversus Marcionitas II, 29); aber Tertullian berichtet nur IV, 2: „Marcion evangelio suo nullum adscribit auctorem.“ Bemerkenswert ist hier vor allem, daß Marcion es für selbstverständlich gehalten haben muß, (indem er gewisse Äußerungen des Paulus so deutete), daß Christus für ein authentisches geschriebenes Evangelium gesorgt hat — so verlassen war er von aller geschichtlichen Kunde und so gewaltsam machte er selbst Geschichte. Die Preisgabe des ATs hat ihn gewiß (neben den allgemeinen Zeitvorstellungen in bezug auf das, was eine zuverlässige Religion nötig hat) zu dieser fixen Idee geführt; denn eine littera scripta muß vorhanden sein, und wenn der Weltschöpfer eine solche gegeben hat, so mußte der fremde Gott erst recht eine solche darbieten. Wie unzureichend die mündliche Überlieferung sei, war ja durch die unzuverlässige Missionspredigt der zwölf Apostel aufs klarste dargetan.
    Ein authentisches schriftliches Evangelium muß es geben — in dem Momente, in welchem Marcion sich davon überzeugte, trat bei dem Zustande der Evangelien-Literatur, den er vorfand, eine schwere Versuchung an ihn heran, nämlich die Versuchung, ein solches Evangelium selbst zu schaffen! Allein hier zeigt sich mit besonderer Deutlichkeit das merkwürdige Ineinander von Meisterung und von Treue gegenüber der Geschichte, das diesen seltsamen Geist charakterisiert, dazu das

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Ineinander einer Energie, wie sie nur der Religionsstifter hat, und der Bescheidenheit des Schülers. So gewiß es nämlich ist, daß seine Kirche ihn, den Stifter, sehr bald hoch gefeiert hat — sie sah ihn zur Linken des thronenden Christus sitzen (Paulus zur Rechten), sie rechnete nach dem Tag, da er in Rom mit der judaistischen Kirche endgültig gebrochen hatte, sie nannte ihn „den Bischof“ (Adamant., Dial. I, 8) —, so gewiß ist auch, daß Marcion selbst niemals auf den Beruf und Rang eines Propheten oder Apostels Anspruch erhoben und niemals seine eigene Autorität oder gar Offenbarungen, die er gehabt, ausgespielt hat. Er wußte sich einfach als Schüler des Paulus; nur in dessen Spuren wollte er gehen, und wie er sich weit davon entfernt glaubte, eine eigene Frömmigkeit und Mystik zu lehren (s. u.), so hätte er es gewiß für den schwersten Frevel gehalten, die wahre Überlieferung oder gar das Evangelium zu schaffen.
    Ein authentisches schriftliches Evangelium muß es geben; denn Paulus sagt es; aber wo ist es? Es muß unter den überlieferten vier Evangelien zu finden sein; denn daß es ganz wieder verschwunden, kann Christus nicht zugelassen haben. Daß es nur eines sein könne, war keine Idiosynkrasie Marcions; vielmehr war der Zustand, den er vorfand, eine unleidliche Kalamität und Verlegenheit, die erst jüngst in einigen Hauptkirchen eingetreten war und bei der sich gewiß die wenigsten damals noch beruhigt haben — jener Zustand, nach welchem die Christenheit die authentische Überlieferung von Christus aus vier Evangelienbüchern schöpfen sollte, was eine contradictio in sich selbst ist! Im besten Falle war die Nebeneinanderstellung dieser vier Bücher etwas Vorläufiges; demnächst mußte sie durch eine Verarbeitung zu einer Einheit aufgehoben werden. Aber eine solche Verarbeitung zu leisten, mußte Marcion so fern liegen wie die Schöpfung des authentischen Evangeliums; denn nur die reine Überlieferung wiederherzustellen, war sein Amt; eine „Verarbeitung“ wäre ein Attentat an ihr.
    Welches von den vier Evangelien ist das authentische? Tertullian berichtet uns, daß Marcion sie in den „Antithesen“ alle geprüft hat, und auch aus den Mitteilungen des Irenäus und Origenes läßt sich das entnehmen. Zunächst stellt er fest, daß die Urapostel selbst nichts geschrieben haben (Adam., Dial. II, 12: ἐκήρυξαν ἀγράφως) — woher er das zu wissen meinte, ist uns

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unbekannt —; damit waren die Evangeliennamen „Matthäus“ und „Johannes“ sofort als Fälschungen erwiesen; ¹ aber nicht nur die Namen sind gefälscht, sondern alle vier Evangelien sind, so wie sie vorliegen, nach Aufschrift ² und Inhalt Fälschungen der Judaisten (Tert. IV, 3: „Marcion connititur [scil. in den „Antithesen“] ad destruendum statum eorum evangeliorum, quae propria et sub apostolorum nomine eduntur vel etiam apostolicorum, ut scil. fidem, quam illis adimit, suo conferat“). ³ Eines von ihnen aber muß nicht gefälscht, sondern, wie die Paulusbriefe, nur verfälscht sein; denn sonst wäre ja das Evangelium der Wahrheit untergegangen. Marcion entschied sich für das Evangelium, welches „die judaistische Überlieferung“ fälschlich als das Lukanische bezeichnete. 4
    Die Auswahl muß Marcion nicht leicht gefallen sein; er hat sie und die Zurückweisung der anderen Evangelien samt den Interpolationen im „echten“ Ev. in seinen Antithesen begründet; leider fehlt uns die Begründung. Daß er das Matth.-Ev. sofort ablehnen mußte, ist freilich unzweifelhaft, und im 4. Evangelium mußten ihm sofort der Prolog („Er kam in sein Eigentum“), die Hochschätzung des Vorläufers Johannes, die Hochzeit von Kana usw., aber auch die ganze zum Spätjudentum gehörige Mystik äußerst unsympathisch sein, so lockend ihm auch ein
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    ¹ Da Marcion nach seinem abschätzigen Urteil über die Urapostel keinen Grund haben konnte, dem Matthäus und Johannes die Urheberschaft der unter ihrem Namen stehenden falschen Evangelien abzusprechen, so ist sein negatives Urteil in bezug auf die Verfasser dieser Evangelien auch heute noch nicht wertlos und darf nicht übersehen werden.
    ² Für Markus fehlt ein direktes Zeugnis; aber da Marcion die drei anderen Autorennamen für Fälschungen gehalten hat, wird er bei Markus keine Ausnahme gemacht haben.
    ³ Über die Beschäftigung Marcions mit den anderen Evangelien bzw. die Bekämpfung s. Beilage S. 249* f. Am sichersten ist, daß er den Spruch: „Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“, ausdrücklich bekämpft hat, also das Matth.-Ev. kannte.
    4 S. Iren. III, 14, 3: „Secundum Lucam evangelium decurtantes gloriantur se habere evangelium.“ Tert. IV, 2: „Ex his commentatoribus quos habemus, Lucam videtur (= „apparet“) Marcion elegisse“; IV, 4: „Evangelium, quod Lucae refertur apud nos, Marcion per Antitheseis suas arguit ut interpolatum a protectoribus Iudaismi ad concorporationem legis et prophetarum“. So auch andere Zeugen.


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Spruch wie der war: „Alle, die vor mir gekommen sind, sind Räuber und Mörder gewesen“, und manches andere. Die Entscheidung mußte also entweder auf Lukas oder auf Markus fallen. Für diesen sprach, daß er keine Vorgeschichte bot, aber gegen ihn sprach die Dürftigkeit an Worten Jesu, die Marcion besonders empfindlich sein mußte. Für Lukas fielen der „heidenchristliche“ und der asketische Charakter, wohl auch, trotz Preisgabe des Namens, der überlieferungsgeschichtliche Zusammenhang mit Paulus schwer ins Gewicht; aber andrerseits war die Vorgeschichte in Marcions Augen ein ungeheures Skandalon der Fälschung. Wenn er sich doch für dieses Evangelium entschied und nicht für Markus, so hat der Grund vielleicht nur in äußeren Umständen gelegen: das erste Evangelium, welches in den Pontus gekommen ist, war wahrscheinlich das Lukas-Ev.; mit ihm wird Marcion am frühesten vertraut gewesen sein, wenn es nicht gar Jahre hindurch in seiner pontischen Heimat sein einziges Evangelium gewesen ist. So mag er an dem Evangelienbuch festgehalten haben, das er zuerst kennen gelernt hatte.
    Die Prüfung ergab also: die „protectores Iudaismi“ haben, nachdem schon die zwölf Apostel Judaistisches in die mündliche Überlieferung des Evangeliums eingemischt, drei falsche Evangelien (und dazu unter falschen Namen) in die Welt gesetzt und das wahre Evangelium, welches Paulus seiner Missionspredigt zugrunde gelegt hat, sowie die Briefe des Apostels verfälscht. Dem verfälschten authentischen Evangelienbuch haben sie den Namen des Lukas vorgesetzt; denn falsch muß dieser Name sein — Paulus hat ja das Evangelium nach seiner eigenen Aussage von Christus selbst erhalten.
    Sind aber das wahre Evangelium und die Paulusbriefe verfälscht, so ist es, so schwer die Aufgabe auch sein mag, die oberste Verpflichtung, sie von dieser Fälschung zu befreien. Mit dieser Verpflichtung betraut zu sein — nicht mit einer „innovatio“, sondern mit der „recuratio retro adulteratae regulae“ (Tert. I, 20) —, darin bestand das reformatorische Bewußtsein Marcions, und als den „Restaurator“ hat ihn auch seine Kirche gefeiert. Aber für diese Aufgabe berief er sich nicht auf eine göttliche Offenbarung, auch nicht auf eine besondere Anweisung, auch nicht auf eine pneumatische Unterstützung; nicht als Enthusiast unternahm er sie, sondern,

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auf innere Gründe sich stützend, lediglich mit den Mitteln der Philologie.
    Hieraus folgt sofort, daß er für seine Textreinigungen — es wird das gewöhnlich übersehen — absolute Sicherheit weder in Anspruch nehmen konnte, noch in Anspruch genommen hat. Das ergibt sich aber auch aus der Geschichte seines Textes; denn vielleicht noch unter seinen Augen, sicher seit seinem Tode, haben seine Schüler fort und fort — bald radikaler als er, bald konservativer — an den Texten geändert. Es ist uns das aufs bestimmteste von Celsus, Tertullian und Origenes, ja noch von Ephraem überliefert, und wir besitzen auch Proben. Die Marcionitische Kirche hat also von ihrem Meister das Evangelium und die zehn Paulusbriefe nicht mit der Anweisung erhalten, den wiederhergestellten Text als ein Noli me tangere zu verehren, sondern der Meister hat ihnen Freiheit gegeben, ja vielleicht die Verpflichtung hinterlassen, die Arbeit an der Herstellung des richtigen Textes fortzusetzen. Diese Freiheit ging so weit, daß spätere Marcioniten unbefangen die (gesäuberten) Pastoralbriefe zur Briefsammlung des Paulus gezogen haben — Marcion kann sie demnach nicht verworfen, sondern muß über sie geschwiegen haben —, und daß sie sich sogar nicht scheuten, aus den anderen Evangelien einzelne Stücke aufzunehmen. ¹ Letzteres kann nicht auffallen; denn wenn auch Marcion diese Evangelien als gefälschte einfach verworfen hat, so kann ihm doch ihre Verwandtschaft mit dem Lukas-Evangelium, auch in dessen „echten“ Abschnitten, nicht entgangen sein. Wenn sie also unzweifelhaft Zuverlässiges neben den vielen Fälschungen enthielten, so konnte auch Marcion schwerlich etwas dagegen einwenden, daß man sie in seiner Kirche nachträglich vorsichtig heranzog; ja, es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß er selbst die Fassung von Herrensprüchen, die auch Matthäus bot, beachtet hat, wenn auch (s. u.) fast alle Übereinstimmungen seines Lukastextes mit dem Matthäustext (wider den ursprünglichen Lukastext) auf Konformationen zurückzuführen sind, die das Exemplar des Lukas-Ev., welches er in Rom durchkorrigierte, schon aufwies.
    Wahrscheinlich in Rom, vielleicht schon früher, hat Marcion die
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    ¹ Die Fälschung eines Laodicenerbriefs steht auf einem anderen Blatte und liegt nicht auf der kritischen Linie des Stifters.

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große Aufgabe der Wiederherstellung der Texte unternommen. In den Beilagen III und IV habe ich die Überlieferung der Texte untersucht, sie selbst, soweit möglich, wiederhergestellt und gezeigt, daß der sog. Wtext den Bemühungen Marcions zugrunde liegt und daß eine Fülle von Lesarten, die früher als Marcionitische galten, einfach abendländische sind — mit einem Wort: fast alle die, welche dogmatisch neutral sind (auch wenn sie sonst der Bezeugung entbehren); denn daß Marcion nebenbei auch eine kritische Diorthose des Textes rein stilistischer Art hat geben wollen, läßt sich nicht erweisen, wenn auch einige Stellen sich so deuten lassen. Hin und her, jedoch ist auch das nicht sicher, hat er der Neigung nachgegeben, zu unterstreichen und zu verdeutlichen; an einigen Stellen, an denen seine Änderungen für uns undurchsichtig sind, mag eine tendenziöse Absicht gewaltet haben, die wir nicht mehr zu durchschauen vermögen. Begonnen aber hat Marcion seine Arbeit höchst wahrscheinlich mit der „Reinigung“ der Paulusbriefe; denn erst von hier aus konnte er den Maßstab für die Kritik der bunten Überlieferung finden, wie sie in dem „verfälschten“ dritten Evangelium vorlag. Für das folgende bitte ich stets die Texte in den „Beilagen“ zu vergleichen.
    Nach welchen Prinzipien hat nun Marcion die Arbeit an den Texten vollzogen? Wir sind noch in der Lage, diese Frage in der Hauptsache befriedigend zu beantworten, so trümmerhaft uns der Marcionitische Bibelkanon überliefert ist und so unsicher wir bei zahlreichen Abschnitten bleiben müssen, ob sie bei Marcion gefehlt haben oder ob sie Tertullian (bzw. andere Zeugen) übergangen hat. ¹ Bei der Beurteilung muß man stets im Auge behalten, daß in Marcions Sinne das, was er ausläßt, Zusätze der judaistischen Pseudoapostel sind, und das, was er hinzusetzt, von ihnen weggelassen ist. ² Am Apostolos hat Marcion folgende tendenziöse Korrekturen nachweisbar vorgenommen:
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    ¹ Wäre Marcion bei seiner Textkritik stets konsequent verfahren, so ließen sich ex analogia unter den von Tertullian übergegangenen Abschnitten und Versen nicht wenige bezeichnen, die gefehlt haben müssen. Allein diese Schlüsse sind unsicher, da Marcion nicht immer konsequent gewesen ist, wie nicht wenige Stellen beweisen, die ihm deutlich ungünstig sind und die er doch stehen gelassen hat. Vielleicht hatte er auch curae repetitae sich vorbehalten.
    ² Hat er selbst auch Zusätze gemacht? Kommen diese nicht vielleicht sämtlich auf Rechnung seiner Schüler?


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    Der Galaterbrief. In c. 1, 1 strich Marcion die (an sich nach ʼΙησοῦ Χριστοῦ auffallenden) Worte „καὶ θεοῦ πατρός“ und erhielt dadurch im folgenden die Aussage, daß Jesus sich selbst vom Tode erweckt habe. Bei seiner dem Modalismus nahekommenden Auffassung des Verhältnisses von Vater und Sohn mußte ihm ebendies willkommen sein. Die Korrektur ist darin interessant, daß sie eine bestehende Textschwierigkeit zum Ausgangspunkt genommen hat.
    In c. 1, 7 fügte Marcion zu der Aussage, daß das Evangelium kein anderes neben sich habe, die Worte hinzu „κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου“ (vgl. Röm. 2, 16). Es lag ihm daran, die Identität des Evangeliums mit dem Evangelium des Paulus im Eingang des Briefs zu markieren und damit sowohl das „judaistische“ Evangelium als auch eine Mehrzahl von evangelischen Schriften auszuschließen. Die Korrektur in demselben Verse „θέλοντες (ὑμᾶς) μεταστρέψαι εἰς ἕτερον εὐαγγέλιον τοῦ Χριστοῦ“ (für θέλοντες μεταστρέψαι τὸ εὐαγγέλιον τοῦ Χριστοῦ) liegt auf der Grenze einer tendenziösen Korrektur und einer Variante.
    C. 1, 18—24 waren wahrscheinlich gestrichen, weil Marcion diese Beziehungen des Apostels zu Petrus und den judenchristlichen Gemeinden nicht gelten lassen konnte; sie mußten von den „pseudapostoli et Iudaici evangelizatores“ (Tert. V, 9) eingefügt worden sein. 2, 1. 2 waren höchstens leicht verändert; doch fehlte aller Wahrscheinlichkeit nach „μετὰ Βαρνάβα“ Marcion wünschte die apostolische Souveränetät des Paulus von keiner Seite beeinträchtigt zu sehen.
    Die Einleitung zum Apostelkonzil fehlte entweder oder war umgestaltet (2, 6—9a). In 9b. 10 fehlte „κοινωνίας“, wodurch Art und Geist der Übereinkunft andere werden, und fehlte „καὶ Βαρνάβα“; durch die letztere Streichung bei beibehaltenem Plural „μνημονεύωμεν“ wird die dem Paulus gemachte Auflage zu einer Abmachung, die beide Teile bindet. So ist durch kleine Streichungen eine große Verschiebung des Sinns erreicht. ¹
    C. 3, 6—9. 14a waren, wie ausdrücklich überliefert, gestrichen; denn nur die Judaisten konnten Abraham hier einge-
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    ¹ Nicht unwichtig ist die Vertauschung von ἀγαπήσαντος durch ἀγοράσαντος in Gal. 2, 20 und die Voranstellung des Petrus vor Jakobus (2, 9).

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führt haben; die Verse 10—12 lauteten bei Marcion mit Tilgung des durch γέραπται eingeführten ATlichen Zitats und in Umstellung: Μάθετε ὅτι ὁ δίκαιος ἐκ πίστεως ζήσεται ὅσοι γὰρ ὑπὸ νόμον, ὑπὸ κατάραν εἰσίν ὁ δὲ ποιήσας αὐτὰ ζήσεται ἐν αὐτοῖς, doch ist der Text hier nicht ganz sicher. Vollständig getilgt war die große Ausführung 3, 15—25 über das Testament, Abraham, den Samen und das Gesetz; ebenso war in v. 29 ἄρα τοῦ ᾿Αβραὰμ σπέρμα ἐστέ ausgestoßen.
    In c. 4, 3 ist das aus 3, 15 hierher versetzte ἔτι κατὰ ἄνθρωπον λέγω undurchsichtig; in 4, 4 strich Marcion die Worte γενόμενον ἐκ γυναικός, γενόμενον ὑπὸ νόμον. Wie Marcion 4, 8. 9 gefaßt hat, ist nicht ganz deutlich; aber gewiß ist, daß er statt τοῖς μὴ φύσει οὖσι θεοῖς geschrieben hat: τοῖς ἐν τῇ φύσει οὖσι θεοῖς. Das ist eine seiner frappanten Korrekturen: ihm war es wichtig, die Heidengötter als Naturgötter bezeichnet zu sehen, während ihm ihre Bezeichnung als Nicht-Götter (um des Demiurgen und seiner Engel willen) unbequem war.
    C. 4, 21—26 bringt den großen Eingriff (samt einer Neugestaltung des Textes), der besondere Aufmerksamkeit erfordert; leider kennt man den Text hier nur zum Teil; aber sicher ist, daß Marcion hier den Abraham stehen gelassen hat. Die wichtigsten Veränderungen sind die Substituierung des Begriffs „ἐπιδείξεις“ für διαθῆκαι, die Streichung von Jerusalem, die Einfügung von Eph. 1, 21 und — wenn der Text wirklich so lautete, bezw. von Marcion selbst herrührt — der Zusatz: „ἐις ἣν ἐπηγγειλάμεθα ἁγίαν ἐκκλησίαν, ἥτις ἐστὶν μήτηρ ἡμῶν“ samt der Einführung der Judensynagoge. Daß Abraham hier von Marcion stehen gelassen worden ist, kann nicht auf einer Flüchtigkeit beruhen, da er augenscheinlich die Satzgruppe sorgfältig überlegt und durchgearbeitet hat. Also scheute er sich nicht, das AT unter Umständen auch positiv zu benutzen. Wenn er Eph. 1, 21 und das Gelöbnis zur Kirche als Mutter hier einschob, so läßt sich das, wenn überhaupt, nur so verstehen, daß er hier einen liturgischen Text von prinzipieller Bedeutung schaffen wollte. Besonders wichtig ist es, daß er nicht von zwei Testamenten reden wollte, sondern dafür „Schaustellungen“ („Aufstellungen“) setzte. Dieses Wort, im Zusammenhang mit „ἀλληγορούμενα“ verpflichtete gegenüber dem AT zu nichts und vermied auch den Anklang an „Weissagungen“; „An Abrahams Söhnen von der Sklavin und von der Freien kann

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man, wenn man sie allegorisiert, die beiden grundverschiedenen Veranstaltungen, die zur Synagoge und zur Kirche geführt haben, erkennen.“
    C. 4, 27—30 (das Jesajaszitat über die Unfruchtbare, Isaak und Ismael) müssen gestrichen worden sein.
    Wenn in c. 5, 14 (s. S. 153*) ἐν ὑμῖν die LA Marcions ist („bei euch“, nicht bei den Juden), so ist hier eine solche in die kirchliche abendländische Überlieferung gedrungen (denn sie wird von zahlreichen abendländischen Zeugen bezeugt), und dies ist deshalb gewiß, weil die Streichung des gleich folgenden, ἐν τῷ sicher tendenziös ist (die Worte ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου ὡς πεαυτόν sollten nicht als ATliches Zitat erscheinen); diese Streichung findet sich aber auch bei denselben abendländischen Zeugen!
    Wahrscheinlich ist in 6, 17 „τῶν ἄλλων“ eine tendenziöse Korrektur für „τοῦ λοιποῦ“; es sollten „die anderen“ als die judenchristlichen Feinde des Apostels verstanden werden.
    Der I. Korintherbrief. Nur wenige tendenziöse Streichungen lassen sich hier nachweisen: ¹ In c. 3, 17 ersetzte Marcion φθερεῖ τοῦτον ὁ θέος durch „φθαρήσεται“, der gute Gott verdirbt niemanden. In 10, 11 schrieb er wahrscheinlich „ταῦτ ἀτύπως συνέβαινεν“ > ταῦτα πάντα τύποι συνέβαινον, der „Typus“ sollte ausgemerzt werden. In c. 10, 19 lag es ihm an der Präskribierung aller Opfer, während ihm das Nichtexistieren der Idola (vgl. Gal. 4, 8 f.) unbequem war; er schrieb also: „ἱερόθυτόν τι ἐστιν ἢ εἰδωλόθυτόν τι ἐστιν,“ für  εἰδωλόν τί ἐστιν κτλ. In c. 15 sind vier tendenziöse Korrekturen nachweisbar: im Eingang des Kapitels strich er aus begreiflichen Gründen in v. 3 f. ὃ καὶ παρέλαβον und κατὰ τὰς γραφάς; in v. 20 verwandelte er ἐγήγερται in „κηρύσσεται ἀναστάναι“, weil er nicht gern von einer „Erweckung“ Christi hören wollte (s. Gal. 1, 1); in v. 38 haben spätere Marcioniten für σῶμα eingesetzt „πνεῦμα“ in dem Satze: ὁ δὲ θεὸς αὐτῷ δίδωσι σῶμα καθὼς ἠθέλησε. In v. 45 endlich schrieb Marcion „ὁ ἔσχατος, κύριος εἰς πνεῦμα ζωοποιοῦν“ für ὁ ἔσχατος, ᾽Αδάμ, εἰς κτλ. Jesus sollte in keinem Sinn als „Adam“ bezeichnet
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    ¹ Der Zusatz in I Kor. 6, 13: ὡς ὁ ναὸς τῷ θεῷ καὶ ὁ θεὸς τῷ ναῷ, ist kein tendenziöser; seine Entstehung ist rätselhaft; dagegen ist der Zusatz καὶ σοφία nach δύναμις in 1, 18 wohl überlegt: δύναμις allein schien keine ausreichende Antithese zu μωρία zu sein.

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werden. Daß er die Erscheinungen des Auferstandenen am Anfang des Kap. nicht oder nicht ganz ausließ, ist wahrscheinlich.
    Der II. Korintherbrief. In c. 1, 3 las Marcion „καὶ πατήρ“ nach ὁ θεός nicht; ob tendenziös? Sicher ist das Fehlen von τῷ θεῷ in 2, 15 absichtlich: für den guten Gott gibt es nicht wie für den Weltschöpfer eine εὐωδία, und eine schwerwiegende Korrektur ist in 3, 14 (ἐπωρώθη τὰ νοήματα αὐτῶν) „τοῦ κόσμου“ für αὐτῶν; denn da Marcion ὁ κόσμος = Weltschöpfer faßte, so läßt er Paulus sagen, daß sich die Gedanken dieses Gottes verhärtet hätten; auch am folgenden wird Marcion korrigiert haben. In 4, 10 ist die Korrektur „νέκρωσιν τοῦ θεοῦ“ für νεκρ. τοῦ ʼΙησοῦ modalistisch-tendenziös. Ob in 4, 11 δίὰ ʼΙησοῦν absichtlich getilgt, ist, ist fraglich. In 4, 13 ist der ATliche Spruch getilgt worden. Die späteren Marcioniten haben (5, 10) das „Tribunal“ Christi als unpassend beurteilt und ausgemerzt. Von einer Befleckung des Fleisches und Geistes (7, 1) wollte Marcion nichts wissen; er setzte „αἵματος“ für πνεύματος. ¹
    Der Römerbrief. In c. 1, 16 bot Marcion das „πρῶτον“ nach ʼΙουδαίῳ nicht. Da dies augenscheinlich eine tendenziöse Streichung ist, das Wort aber auch in G g, ja sogar in B fehlt, so ist hier ein Einfluß des Marcionitischen Textes auf den katholischen anzunehmen. Ferner strich Marcion in 1, 17 die Worte γέγραπται ὁ δὲ δίκαιος ἐκ πίστεως ζήσεται, ² und in 1, 18 „θεοῦ“ nach ὀργή, jenes als Schriftzitat, dieses weil der gute Gott nicht zürnt. Er merzte sodann 1, 19—2, 1 gänzlich aus, weil ihm dies Stück natürlicher Religion ebenso zuwider sein mußte, wie der Gedanke, daß die Menschen von Gott den schwärzesten Lastern zur Strafe preisgegeben werden. Ebenso strich er 3, 31—4, 25 völlig; denn der Gedanke: νόμον ἱστῶμεν war ihm ebenso unerträglich wie die Abrahams-Theologie. In 6, 9 vertauschte er ἐγερθείς mit „ἀναστάς“ (s. o.), und in 6, 19 schrieb er „παραστήσατε τ. μέλη τῷ θεῷ δουλεύειν ἐν τῇ δικαιοσύνῃ“
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    ¹ Hier könnte jemand folgern, Marcion habe, wie die Gnostiker, den menschlichen Geist für unbeflecklich gehalten; allein er ersetzte hier wahrscheinlich deshalb den „Geist“ durch das Blut; weil er an den empfangenen Gottesgeist dachte, der nicht befleckt werden kann.
    ² In Gal. 3, l l hat Marcion die Worte stehen gelassen, daß der Gerechte seines Glaubens leben wird.

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für παρασ. τ. μέλ. δοῦλα τῇ δικαιοσύνῃ), weil man sich Gott allein zu Dienst stellen soll. Verwandt ist die Streichung in 10, 3, wo Marcion für ἀλνοοῦντες τὴν τοῦ θεοῦ δικαιοσύνην vielmehr „θεὸν ἀλνοοῦντες“ schrieb. In 7, 5 ist „ἐν ἡμῖν“ > ἐν τοῖς μέλεσιν ἡμῶν wahrscheinlich eine tendenziöse Korrektur: die Sünde war nach Marcion unter dem Weltschöpfer nicht nur in den Gliedern wirksam, sondern im ganzen Menschen. C. 8, 19—22 („das ängstliche Harren der Kreatur“) mußte dem Marcion unverständlich, bzw. anstößig sein; er hat es ausgemerzt, ebenso den ganzen Abschnitt 9, 1—33 seiner Judenfreundlichkeit und der ATlichen Beziehungen wegen, endlich auch den großen Abschnitt 10, 5—11, 32, der ihm als ganz unerträglich für den guten Gott erscheinen mußte. In 11, 33 strich er καὶ γνώσεως nach σοφίας θεοῦ (welche Tendenz er dabei hatte, ist dunkel) sowie die ἀνεξερεύνητα κρίματα, denn der gute Gott richtet nicht. Aus demselben Grunde ist in 12, 19 ἀλλὰ δότε τόπον τῇ ὀργῇ entfernt und auch έγραπται. Die Verse 18 und 19 sind bei Marcion umgestellt. — Das Fehlen der cc. 15 und 16 ist nicht Marcion zur Last zu legen, sondern schon der Vorlage, die er benutzte (s. S. 164* f.). Spätere Marcioniten haben 16, 25—27 hinzugefügt; die Fassung dieser Verse, die wir heute in unseren Bibeln lesen, ist eine Korrektur der Marcionitischen (a. a. O.). Hier hat also wiederum der Marcionitische Text auf den katholischen Einfluß geübt.
    Der I. Thessalonicherbrief. Eine tendenziöse Einschaltung (ἰδίους) in 2, 15 bei προφήτας. In 4, 4 ist ἐν ἁγιασμῷ neben τιμῇ getilgt; in bezug auf das Verhalten zum Weibe schien dem Marcion jenes wohl als ein zu hoch gegriffener Ausdruck. In 4, 16 ist absichtlich θεοῦ aus der Verbindung mit σάλλπιγγι (ἐσχάτῃ ist hinzugesetzt) gelöst und zu κελεύσματι gestellt, ebenso ist absichtlich ἐν Χριστῷ nach οἱ νεκροί getilgt; Marcion wollte hier die allgemeine Auferweckung erblicken. Daß es in demselben Vers von den Toten heißt: ἐγερθήσονται (> ἀναστήσονται) ist vielleicht eine absichtliche Korrektur Marcions, obschon auch einige andere Zeugen sie bieten. Auch die Streichung des ὁλόκληρον vor Geist, Seele und Leib (5, 23) läßt sich aus Marcions Lehre unschwer erklären. In demselben Vers ist „καὶ σωτῆρσς“ zu κυρίον hinzugesetzt; Marcion legte also auf diese Bezeichnung besonderes Gewicht; oder war sie ihm hier überliefert?

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    Der II. Thessalonicherbrief. In 1, 8 ist die Auslassung der Feuerflamme ebenso tendenziös wie die Vertauschung der Worte διδόντος ἐκίδκησιν durch „ἐρχομένου εἰς ἐκίδκησιν“. Der gute Gott übt nicht selbst das Gericht, sondern ist nur beim Gericht zugegen. Daher schreibt Marcion auch 2, 11 nicht πέμπει αὐτοῖς ὁ θεὸς ἐνέργειαν πλάνης, sondern „ἔσται αὐτοῖς εἰς ἐνέργ. πλάν.“. Auch εἰς τὸ πιστεῦσαι αὐτους τῷ ψεύδει wollte er nicht stehen lassen, wie er ja auch Röm. 1 die Preisgabe der Menschen an die Sünden getilgt hat.
    Der Laodizenerbrief (Epheserbrief). Ob Marcion 1, 21 hier bestehen ließ, da er den Vers schon Gal. 4, 24 angeführt hatte? In 2, 2 ist das Fehlen von τοῦ πνεύματος wohl als absichtliches zu beurteilen; in 2, 11 scheinen spätere Marcioniten ἐν σαρκί gestrichen zu haben. In 2, 14. 15 ist die Streichung von αὑτοῦ nach ἐν σαρκί tendenziös und ebenso die von ἐν vor δόγμασιν: nicht an seinem Fleisch hat Christus die Feindschaft aufgehoben und nicht in Dogmen bestanden die Gebote, sondern durch die (neuen) Dogmen hat Gott das Gesetz der Gebote beseitigt; Marcion hat also die δόγματα gegen die ἐντολαί gestellt und sah in jenen die christlichen Glaubenssätze. In 2, 20 strich Marcion tendenziös καὶ προφητῶν nach ἀποστόλων, weil jene nicht die Grundlage des neuen christlichen Baus bilden dürfen. In 3, 9 ist Marcions berüchtigste Streichung enthalten: er merzte das ἐν vor τῷ θεῷ τῷ τὰ πάντα κτίσαντι aus und erhielt so einen locus classicus für seine Lehre, daß die Heilsökonomie des guten Gottes dem Weltschöpfer von Urzeiten her verborgen gewesen sei. Über die tendenziöse Einschaltung von ἡμῖν in 4, 6 s. S. 154*. In 5, 22 ff. nahm Marcion Verkürzungen vor; dieser Abschnitt über die Ehe war ihm überhaupt unbequem; in v. 22 fehlte wahrscheinlich ἰδίοις, bei ἀνδράσιν, ferner ὡς τῷ κυρίῳ und αὐτὸν σωτὴρ τοῦ σώματος; den Satz in v. 28 faßte er so: „Der liebt sein Fleisch, der sein Weib so liebt, wie auch Christus die Kirche“ (d. h. ungeschlechtlich). Den ihm für Christus ganz unpassend scheinenden Vers 30 strich: er, schrieb statt ἀντὶ τούτου vielmehr „ἀντὶ ταύτης“, es auf die Kirche beziehend, und tilgte die Worte καὶ προσκολληθήσεται πρὸς τὴν γυναῖκα αὐτοῦ: „Statt der Kirche wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen, und es werden die beiden (d. i. der Mensch und die Kirche) zu einem Fleisch“. Da auch katholische Mss. die Worte καὶ προσκολλ. κτλ. nicht

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bieten, so ist auch hier Einfluß des Textes Marcions auf den katholischen anzunehmen (s. S. 154*). In c. 6, 2 strich Marcion tendenziös bei dem Gebot, die Eltern zu ehren, die Worte: ἥτις ἐστὶν ἐντολὴ πρώτη ἐν ἐπαγγελίᾳ, sowie den folgenden Vers („damit es dir wohlgehe“ usw.). Tendenziös ist auch die Streichung (v. 2) von σου bei πατέρα und ὑμῶν (v. 4) bei τέκνα; die Marcioniten sollten ja selbst nicht Väter sein; also mußte das Gebot in ein allgemeines umgewandelt werden, das von den Beziehungen der Väter als der älteren Generation zu den Kindern als der jüngeren handelte.
    Der Kolosserbrief. Die große Aussage über den präexistenten Christus (1, 15—17) ist von Marcion in den kurzen Satz zusammengefaßt worden: „ὅς ἐστιν εἰκὼν τοῦ θεοῦ τοῦ ἀοράτου, καὶ αὐτός ἐστιν πρὸ πάντων“, denn zur Schöpfung durfte Christus keine Beziehungen haben. In 1, 19 ist ἑαυτῷ > αὐτῷ tendenziös und aus dem relativen Modalismus Marcions zu verstehen; ebenso 1, 20 ἑαυτόν > αὐτόν. In 1, 22 hat Marcion τῆς σαρκός nach τῷ σώματι (= Kirche) gestrichen; denn Christus hat kein Fleisch. Eine ingeniöse Vertauschung liegt in 2, 8 vor: in dem Satze διὰ τῆς φιλοσοφίας καὶ κενῆς ἀπάτης verwandelt Marcion das καὶ in „ὡς“. Wir erkennen hier, wie abschätzig er alle Philosophie beurteilt hat; den Ausdruck, den Paulus gewählt, hielt er für verfälscht, weil zu schwach. In 4, 14 strich er wahrscheinlich die Worte, die bei „Lukas“ stehen: ὁ ἰατρὸς ὁ ἀγαπητός; er wünschte kein Lob des Lukas, dem er ja das Evangelium entrissen hatte.
    Der Philipperbrief. In 1, 15 veränderte Marcion die Worte τινὲς δὲ καὶ διʼ εὐδοκίαν zu „τινὲς δὲ καὶ διὰ λόγου δόξαν (oder λόγου εὐδοκίαν)“ und wollte damit die eitle christliche Schulweisheit treffen. In 1, 16 setzte Marcion frei die Worte ein: „ἤδη καί τινες ἐξ ἀγῶνος“; es war ihm vermutlich ἐξ ἐριθείας noch nicht genug, und er wollte wohl ausdrücklich die kirchlichen Rivalitätskämpfe präskribiert sehen. In der berühmten Stelle 2, 7 ließ er γενόμενος und ὡς aus und erreichte so das christologische Bild, das er wünschte. In 3, 9 schrieb er wahrscheinlich: ἔχων δικαιοσύνην μὴ ἐμὴν ἤδη τὴν ἐκ νόμου, ἀλλὰ τὴν διʼ αὐτοῦ ἐκ θεοῦ (oder τὴν διʼ αὐτοῦ, τὴν ἐκ θεοῦ δικαιοσύνην); er brachte so den Gegensatz zum Gesetz noch kräftiger zum Ausdruck.

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    Am Evangelium hat Marcion folgende Streichungen und Korrekturen vorgenommen: ¹
    Kap. 1—4. Nach Streichung von 1, 1—4, 15 vertauschte Marcion — wohl um Jesus von Nazareth möglichst zu trennen — die Stellung der Perikope vom Auftreten Jesu in Nazareth (s. die Apparate zu 4, 16 ff. in Beilage IV) mit der von der Heilung des Dämonischen in Kapernaum (4, 31 ff.), nachdem er jene Perikope verändert und verkürzt hatte (Weglassung der Predigt; ² spätere Marcioniten setzten Bethsaida für Nazareth ein, um jeden Zusammenhang Jesu mit dieser Stadt abzuschneiden; in 4, 34 hatte Marcion selbst Ναζαρηνέ gestrichen). Sicher fehlte hier 4, 27 (s. zu 17, 17 f). Unter den großen Streichungen, denen auch die Taufe Jesu zum Opfer fallen mußte, fällt die der Versuchungsgeschichte besonders auf; allein diese Geschichte war dem Marcion sicher zu „menschlich“; sein Christus war über solche Anläufe erhaben.
    Bei der Feststellung der tendenziösen Streichungen Marcions im Evangelium waltet die Schwierigkeit ob, daß Tertullian, fast niemals angibt, ob er die betreffenden Perikopen nicht vorgefunden oder ob er sie in seiner Kritik übergangen hat. Stellt man aber diese Stücke zusammen, vergleicht sie mit dem sicher von Marcion Gestrichenen und beachtet die Übergänge bei Tertullian (auch Epiphanius) genau, so ergibt sich in vielen Fällen eine Wahrscheinlichkeit für die Streichung, bei einigen eine sehr hohe, auch wenn man berücksichtigt, daß Marcion nicht überall konsequent verfahren ist. Ich stelle diese Perikopen zusammen, ganz Unbedeutendes beiseite lassend:
    4, 36—39 (Allgemeines, Heilung der Schwiegermutter des Petrus) schwerlich gestrichen.
—————
    ¹ Wenn Tert. IV, 43 (zu Luk. 24, 38 f.) bemerkt: „Marcion quaedam contraria sibi illa, credo, industria eradere de evangelio suo noluit, ut ex his, quae eradere potuit nec erasit illa, quae erasit, aut negetur erasisse aut merito erasisse dicatur; nec parcit nisi eis, quae non minus aliter interpretando quam delendo subvertit“ — so ist das, wie schon „credo“ zeigt, eine Unterstellung. Richtig, wenn auch hämisch, ist dagegen die Bemerkung V, 4 (zu Gal. 4, 22 ff.): „Ut furibus solet aliquid excidere de praeda in indicium, ita credo et Marcion novissimam Abrahae mentionem dereliquisse“.
    ² C. 4, 16 hat Marcion τεθραμμένος und αὐτῷ gestrichen, mit ἐλθὼν δέ begonnen und so dem Satz, noch andere Streichungen vornehmend, einen anderen Sinn gegeben.


53 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    4, 41 fin. („Sie wußten, daß er der Christus war“) ungewiß, ob gestrichen.
    4, 44 (Predigt in den Synagogen) ungewiß, ob gestrichen.
    5, 27 Die Worte καὶ ἀσκοὶ ἀπολοῦται fehlten wahrscheinlich.
    5, 39 („Der alte Wein ist trefflicher“) sicher gestrichen.
    6, 17 Streichung von Judäa und Jerusalem sehr wahrscheinlich.
    6, 19 b („Eine Kraft war von ihm ausgegangen“) unsicher.
    6, 23 a (Das Freuen und Hüpfen am Gerichtstage) wahrscheinlich gestrichen.
    6, 30 b (Fordre nichts vom Räuber zurück) schwerlich gestrichen.
    6, 32. 33 (Unwert der Liebeserweise gegenüber denen, die uns lieben) schwerlich gestrichen.
    6, 34 b (Die Sünder und das Zinsnehmen) schwerlich gestrichen.
    6, 47—49 (Das Haus mit und ohne Grundlage) schwerlich gestrichen.
    7, 29—35 (Die spielenden Kinder, das Verhalten des Volks zum Täufer und zu Jesus) wahrscheinlich gestrichen.
    8, 19 (Seine Mutter und Brüder kommen) gestrichen.
    8, 28 (τοῦ ὑψίστου neben τοῦ θεοῦ) wahrscheinlich gestrichen.
    8, 32—37 (Die Geschichte von den Säuen innerhalb der Dämonengeschichte) ungewiß.
    8, 40—42 a. 49—56 (Jairusgeschichte) ungewiß, ob gestrichen.
    9, 23 (Kreuz auf sich nehmen) unsicher.
    9, 25 (Schaden an der Seele nehmen) ungewiß.
    9, 26 b. 27 (Kommen des Menschensohnes in Herrlichkeit mit Gefolge. „Es stehen etliche hier“ usw.) wahrscheinlich gestrichen.
    9, 31 (Weissagung des Moses und Elias) wahrscheinlich gestrichen.
    9, 36 (Schluß der Verklärungsgeschichte) ungewiß.
    9, 49. 50 (Jener, der in Jesu Namen Teufel austrieb) ungewiß.
    10, 12—15 Wehe über die Städte wahrscheinlich gestrichen.

54 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    10, 21 hat Marcion πάτερ und καὶ τῆςγῆς im Gebet Jesu gestrichen. Die Übereinstimmung der Berichte Tertullians und Epiphanius ist hier besonders deutlich und wichtig.
    10, 24 ἠθέλησαν ἰδεῖν (von den Propheten) sicher gestrichen, dafür οὐκ ἴδαν.
    10, 25 „Ewig“ neben „Leben“, sicher gestrichen.
    10, 27 (καὶ τὸν πλησίον σου ὡς σεαυτόν) ungewiß; die Verse 26. 28 waren getilgt; s. unten.
    10, 29—37 (Der barmherzige Samariter) ungewiß.
    10, 38—42 (Maria und Martha) ungewiß; aber man darf wohl vermuten, daß Tertullian diese und die vorige Geschichte übergangen hat, weil er der Marcionitischen Auslegung nichts entgegenzusetzen wußte.
    11, 4 Daß Marcion die zweite Hälfte der 5. Bitte gelesen hat, ist nicht bezeugt.
    11, 23 (Wer nicht mit mir, ist wider mich) ungewiß.
    11, 24—26 (Fortsetzung der Beelzebulgeschichte) ungewiß.
    11, 29 (Jonas) und 30—32 (Jonas, die Königin und Salomo) gestrichen.
    11, 34—36 (Auge und Licht) ungewiß.
    11, 42 fin. („Dieses soll man tun und jenes nicht lassen“) gestrichen.
    11, 44. 45 (Die Pharisäer μνημεῖα ἄδηλα die Frage des Gesetzeslehrers) ungewiß.
    11, 49—51 (Der Spruch der Weisheit Gottes; das ungerechte Blut von Abel bis Zacharias) sicher gestrichen.
    11, 53. 54 (Die Absichten der Pharisäer gegen Jesus) ungewiß.
    12, 4 Die Streichungen von ὑμῖν bezw. von μου sollen die Bezeichnung der Jünger Jesu als Freunde Jesu tilgen.
    12, 6. 7 (Gottes Fürsorge für Sperlinge; der höhere Wert der Menschen) sicher gestrichen.
    12, 8. 9 Statt „vor den Engeln Gottes“ schrieb Marcion „vor Gott“.
    12, 24 Die Worte καὶ ὁ θεὸς τρέφει αὐτούς fehlten wahrscheinlich.
    12, 25. 26 (Eine Elle seiner Länge zusetzen) ungewiß.

55 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    12, 28 (Bekleidung des Getreides) gestrichen, aber ὁλιγόπιστοι beibehalten.
    12, 32 Nach ὁ πατήρ war ὑμῶν gestrichen.
    12, 33. 34 (Vermögensentäußerung, Almosengeben, Schatz im Himmel) ungewiß.
    12, 49 b. 50 („Ich wollte, das Feuer brennte schon“; „ich habe eine Taufe usw.“) ungewiß.
    12, 52 (Fünf in einem Hause) ungewiß.
    13, 1—5 (Die gemordeten Galiläer. Turm von Siloam) sicher gestrichen.
    13, 6—9 (Feigenbaum-Gleichnis) sicher gestrichen.
    13, 22—24 (Die enge Pforte) ungewiß.
    13, 29—35 (Die Mahlzeit im Himmelreiche, Botschaft an Herodes; der Spruch über Jerusalem, das die Propheten tötet) sicher gestrichen.
    14, 1—6 (Heilung des Wassersüchtigen am Sabbat) ungewiß.
    14, 7—11 (Zurechtweisung der Ehrgeizigen: nicht obenan sich setzen) ungewiß.
    14, 15 (Selig, wer das Brot ißt im Reiche Gottes) ungewiß.
    14. 25—35 (Vater und Mutter hassen; Kreuz tragen; der leichtsinnig unternommene Bau und Krieg; allem absagen; das dummgewordene Salz) ungewiß.
    15, 10 (τῶν ἀγγέλων fehlt vor τοῦ θεοῦ) sicher gestrichen.
    15, 11—32 (Der verlorene Sohn) sicher gestrichen.
    16. 9 b (Aufnehmen in die ewigen Hütten) ungewiß.
    16, 10 (Treue im Großen und Kleinen) ungewiß.
    16, 15 b (Was vor den Menschen hoch ist, ist vor Gott ein Greuel) ungewiß.
    16, 29. 30 (fehlt Abraham) absichtlich gestrichen. Nach Marcion ist 27—31 Gott selbst der Angeredete und Sprechende.
    17, 5. 6 (Glaube wie ein Senfkorn) ungewiß.
    17, 7—10 (der unnütze Knecht) ungewiß; sicher fehlte ἀχρεῖοι

56 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    17, 11—19 (Die 10 Aussätzigen); in diese Perikope war 4, 27 eingesetzt (s. o.; warum dies geschehen, ist dunkel) und einiges fehlte; es ist aber unsicher, was fehlte, jedenfalls ἐν τῷ ’Ισραήλ (in 4, 27).
    17, 23. 24 (Das Erscheinen des Menschensohnes wie der Blitz) ungewiß.
    17, 33—37 (Die Seele suchen und verlieren; zwei werden in einem Bette sein, usw.) ungewiß.
    18, 23—30 (Gespräch über den Reichtum und Verheißung an die Jünger, die alles verlassen haben) ungewiß; aber v. 29. 30 waren sicher gestrichen.
    18, 31—33 (Leidensankündigung) sicher gestrichen.
    18, 34 (Unverständnis der Jünger) wahrscheinlich gestrichen.
    18, 37 (ὁ Ναζωραῖος) sicher gestrichen.
    19, 9 b (Zakchäus) ein Sohn Abrahams: sicher gestrichen.
    19, 10 Ob ζητῆσαι καί σῶσαι absichtlich fehlt?
    19, 27 (Abschlachtung der Feinde) sicher gestrichen.
    19, 28 (Reise nach Jerusalem) ungewiß.
    19, 29—46 (Einzug in Jerusalem, Tempelreinigung) sicher gestrichen.
    19, 47. 48. (Jesus lehrt im Tempel; die Schriftgelehrten trachten nach seinem Leben) ungewiß.
    20, 9—18 (Die schlimmen Weingärtner) sicher gestrichen.
    20, 37. 38 (Moses nennt Gott den Gott der Erzväter; Gott ein Gott der Lebendigen) sicher gestrichen.
    20, 40 (Sie wagten ihn nichts mehr zu fragen) ungewiß.
    20, 45—47 (Warnung vor den eitlen und ehrgeizigen Pharisäern, die der Witwen Häuser verschlingen) ungewiß.
    21, 1—4 (Der Witwe Scherflein) ungewiß.
    21, 18 (Kein Haar von eurem Haupte wird verloren gehen) sicher gestrichen.
    21, 21—24 (Die Aufforderung an die Juden zu fliehen; Wehe den Schwangeren; Jerusalems Vernichtung) sicher gestrichen.

57 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    21, 35 b. 36 (Der Gerichtstag kommt über alle; wachet, damit ihr dem Schrecken entgehen könnt) ungewiß.
    22, 2 (Die Schriftgelehrten suchen Jesum zu töten, fürchten sich vor dem Volk) ungewiß.
    22, 3 (Der Satan fuhr in Judas) ungewiß.
    22, 6. 7 (Judas sucht Gelegenheit zum Verrat; es kam der Passahtag) ungewiß.
    22, 9—13 (Die Ausführung des Befehls, das Passahzimmer zu bereiten) ungewiß.
    22, 14 Die Worte ὅτε ἐγένετο ἡ ὥρα scheinen gefehlt zu haben.
    22, 15 τοῦτο vor τὸ πάσχα vielleicht absichtlich gestrichen.
    22, 16 („Ich werde nicht mehr essen, bis daß es vollendet ist im Reiche Gottes“) sicher gestrichen.
    22, 17. 18 (Segnung und Darreichung des Kelches) sicher gestrichen, aber es fehlte wohl schon in der Vorlage.
    22, 19 b („Dies tut zu meinem Gedächtnis“) ungewiß.
    22, 20 καινή neben διαθήκη gestrichen.
    22, 23—30 (Frage, wer der Verräter sei, und Rangstreit der Jünger; Jesu Rede über die wahre Größe; Verheißung für die Jünger als zukünftige Richter) ungewiß, aber v. 30 konnte Marcion nicht stehen lassen.
    22, 35—38 (Ob die Jünger je Mangel gelitten hätten? Die Schwerter) sicher gestrichen.
    22, 39. 40 (Gang zum Ölberg) unbezeugt, aber ganz können sie nicht gefehlt haben.
    22, 42—46 (Das Gebetsringen in Gethsemane; die schlafenden Jünger) wahrscheinlich gestrichen.
    22. 48 („Verrätst du den Menschensohn durch einen Kuß?“) ungewiß.
    22, 49—51 (Die Geschichte vom abgehauenen Ohr) sicher gestrichen.
    22, 52—62 (Rede an die Häscher, Verleugnung des Petrus) unbezeugt; aber v. 31—34 fordert, daß Petri Verleugnung erzählt war.
    22, 65. 68. 71 wohl zufällig unbezeugt.

58 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    22, 70 Die Worte ὅτι ἐγώ εἰμι hat Marcion wahrscheinlich gestrichen.
    23, 4. 5 (Pilatus findet keine Schuld; die Gegner bezeichnen Jesum als Aufwiegler) ungewiß.
    23, 13—17 (Verhandlungen des Pilatus mit den Hohenpriestern usw.) ungewiß.
    23, 26 (Simeon von Kyrene) ungewiß.
    23, 27—31 (Die wehklagenden Frauen von Jerusalem; das grüne Holz) ungewiß.
    23, 34 b (Verteilen der Kleider) gestrichen, aber Epiphanius las es wieder in seinem Marcion-Evangelium.
    23, 35 (Verspottung) ungewiß.
    23, 36—42 (Der Galletrank; rette dich selbst! Die Kreuzesinschrift; die Schächer) ungewiß; die Schächer wahrscheinlich gestrichen.
    23, 43 („Heute wirst du im Paradiese sein“) sicher gestrichen.
    23, 46 Vielleicht haben spätere Marcioniten das Wort: „Vater in deine Hände“ usw., getilgt.
    23, 47—49 (Der Hauptmann, das Volk, die Bekannten und die Frauen beim Tode) ungewiß.
    23, 54 (Daß der Sabbat bevorstand) ungewiß.
    24, 2 (Der Stein abgewälzt) ungewiß.
    24, 8 („Sie erinnerten sich seiner Worte“) ungewiß.
    24, 21 b—24 (Bericht der Emmauten über das, was am Ostermorgen geschehen) ungewiß, vielleicht getilgt.
    24, 27 (Jesus rekapituliert die Weissagung) sicher gestrichen.
    24, 28. 29 (Sie kommen ins Dorf Emmaus; Jesus soll bleiben) unbezeugt.
    24, 32—36 (Rede der beiden Jünger; Rückkehr nach Jerusalem; Berichterstattung; der Herr dem Petrus erschienen; Jesu Eintritt in den Kreis) ungewiß.
    24, 39 ψηλαφήσατέ με καὶ ἴδετε sicher gestrichen.
    24, 39 σάρκας καί fehlte, was sehr merkwürdig ist.
    24, 40 (Er zeigte ihnen seine Hände und Füße) sicher gestrichen.

59 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

    24, 44—46 (Jesus öffnet den Jüngern die Schrift) sicher gestrichen.
    24, 47 (ἀρξάμενον ἀπὸ ‛Ιερουσαλήμ) wohl gestrichen.
    24, 48—53 (Aussendung der Jünger; Bethanien) sicher gestrichen.
    Außer den Streichungen, die bei weitem den größten Teil seiner Korrekturen ausgemacht haben, finden sich noch folgende Korrekturen:
    5, 18 ff. Hier war vielleicht bemerkt, daß die Heilung des Gichtbrüchigen an einem Sabbat stattfand.
    6, 43 Der schlechte Baum vor den guten gestellt.
    7, 28 Hier hat Marcion den Text in seinem Sinne verdeutlicht, indem er μείζων πάντων τῶν γεννητῶν γυναικῶν προφήτης ᾿Ιωάννης ἐστιν schrieb.
    8, 20 f. („Mutter und Brüder“) umgestaltet zu einer schroffen, ablehnenden Frage Jesu; an Stelle vom „Gotteswort“ sind „meine Worte“ eingesetzt.
    9, 26 a lautete: ὃς ἂν ἐπαισχυνθῇ με, κἀγὼ ἐπαισχυνθήσομαι αὐτόν.
    9, 30 συνέστησαν αὐτῷ für συνελάλουν (Moses und Elias sollten nicht mit Jesus sprechen); spätere Marcioniten lasen wieder συνελάλουν.
    9, 41 Zugesetzt πρὸς αὐτούς, um die Jünger als die γενεὰ ἄπιστος erscheinen zu lassen.
    9, 54 f. Marcion schaltete hier die Zusätze ein: ὡς καὶ ᾿Ηλίας ἐποίησεν und καὶ εἶπεν οὐκ οἴδατε οἵου πνεύματός ἐστε ὑμεῖς.
    10, 21 Marcion schrieb tendenziös für ὅτι ἀπέκρυψας ταῦτα vielmehr ἅτινα ἦν κρυπτά.
    10, 25 ff. Diese Geschichte war tendenziös so erzählt, daß nicht der Gesetzeslehrer, sondern Jesus den (nicht als ATliches Wort bezeichneten) Spruch von der Gottesliebe gesprochen hat; dadurch war eine beträchtliche Kürzung nötig (s. o.); die Marcioniten des Epiphanius lasen wieder den echten Text.
    11, 3 Marcion änderte die 4. Bitte und schrieb τὸν ἄρτον σου (daß er als erste Bitte eine Bitte um den h. Geist brachte, ist nicht Korrektur, sondern ursprünglicher Lukastext).
    11, 4 Marcion schrieb μὴ ἄφες ἡμᾶς εἰσενεχθῆναι εἰς πειρασμόν für μὴ εἰσενέγκῃς.
    11, 42 Tendenziös τὴν κλῆσιν für τὴν κρίσιν. Die Überein-

60 Der Kritiker und Restaurator. Die Bibel Marcions.

stimmung der Berichte Tertullians und Epiphanius ist besonders bemerkenswert.
    12, 4 Marcion schrieb: μὴ φοβηθῆτε ἀπὸ τῶν ὑμᾶς μόνον ἀποκτέννειν δυναμένων καὶ μετὰ ταῦτα μηδεμίαν εἰς ὑμᾶς ἐχόντων ἐξουσίαν.
    12, 8. 9 Stilistische Änderung (außer der Streichung der Engel, s, o.).
    12, 46 Hier ist wahrscheinlich διχοτομήσει getilgt und ἀποχωρίσει oder ein ähnliches Wort eingesetzt.
    12, 46 Statt θήσει setzte Marcion τεθήσεται, um Gott nicht als Richter erscheinen zu lassen.
    13, 28 Hier waren die Erzväter getilgt und dafür οἱ δίκαιοι eingesetzt, ferner war ἐκβαλλομένους durch κρατουμένους ersetzt (so Tertullian und Epiphanius).
    14, 21 Für ὀργιαθείς tendenziös „motus“ (κινηθείς?).
    16, 12 Für τὸ ὑμέτερον tendenziös τὸ ἐμόν (so auch einige Itala-Codd. und Minuskel 157).
    16, 17 Für τοῦ νόμου tendenziös τῶν λόγων μου.
    16, 26 Für οἱ θέλοντες διαβῆναι steht οἱ ἐνταῦθα διαβῆναι (ob tendenziös?).
    16, 28. 29 ἐκεῖ hinzugesetzt (verdeutlichend?).
    18, 19 ὁ πατήρ war nach Origenes und Epiphanius (nicht nach Tertullian) hinzugesetzt zu ὁ θεός.
    18, 20 Marcion schrieb wahrscheinlich ὁ δὲ ἔφη˙ τὰς ἐντολὰς οἶδα für τὰς ἐντολὰς οἶδας, um die ATlichen Gebote nicht aus dem Munde Jesu hören zu müssen.
20, 35 Für οἱ καταξιωθέντε schrieb Marcion οὓς κατηξίωσεν ὁ θεός und zog die Worte τοῦ αἰῶνος ἐκείνου zu θεός, um eine Beweisstelle für die Unterscheidung der zwei Götter zu erhalten.