ADOLF VON HARNACK

MARCION: DAS EVANGELIUM VOM FREMDEN GOTT
Beilage IIIB, Seite 67*—127*


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67* Beilage III: Das Apostolikon Marcions


B. ΑΠΟΣΤΟΛΙΚΟΝ.

Προς Γαλατας.

    I, 1 Παῦλος ἀπόστολος, οὐκ ἀπ’ ἀνθρώπων οὐδὲ δι’ ἀνθρώπου, ἀλλὰ διὰ ’Ιησοῦ Χριστοῦ τοῦ ἐγείραντος αὑτὸν ἐκ νεκρῶν. Der Gruß
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    Der Titel ’Aποστολικον nach Epiphanius und Adamantius (beide an mehreren Stellen), bei Hieronymus zu Gal. 1, 1 „Apostolicum.“ Epiph. p. 155: ‛Η πρὸς Γαλάτας ἐπιστολὴ παρὰ Μαρκίωνι πρώτη κεῖται, so auch Tertullian.
    I, 1 „Ipse se apostolem est professus ‚non ab hominibus nec per hominem, sed per Jesum Christum‘ “ (Tertullian V, 1): „ ,non ab hominibus neque per hominem‘ “ (l. c.). Die Weglassung der Worte καὶ θεοῦ πατρός nach ’Ι Χρ. bemerkt Origenes (bei Hieronymus im Comment. z. Gal.): „Sciendum quoque in Marcionis Apostolico non esse scriptum ‚Et per deum


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(v. 2—5) fehlte nicht; denn χάρις καὶ εἰρήνη (v. 3) sind bezeugt; ob er unverändert war, ist ungewiß.
    6 Θαυμάζω ὅτι οὕτως ταχέως μετατίθεσθε ἀπὸ τοῦ καλέσαντος ὑμᾶς ἐν χάριτι εἰς ἕτερον εὐαγγέλιον, 7 ὃ ἄλλο (ἕτερον?) πάντως οὐκ ἔστιν κατὰ
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patrem‘ volentis exponere, Christum non a deo patre, sed per semetipsum, suscitatum“. Bestätigt wird dieser Text durch den von Marcioniten gefälschten Laodiceerbrief v. 1: „Paulus apostolus non ab hominibus neque per hominem, sed per Jesum Christum, fratribus“. Auch hier fehlt Gott. Für Marcions Gottes- und Christuslehre charakteristisch.
    3 Zu I Kor. 1, 3 bemerkt Tertullian (V, 5), daß gratia et pax in I Kor. u. Gal. bei Marcion stehe.
    6 „ ‚Miror vos tam cito transferri ab eo, qui vos vocavit in gratiam, ad aliud evangelium‘ “ (Tertullian V, 2). De praescriptione haereticorum 27 schreibt Tertullian: „ ‚Miror quod sic tam cito transferimini ab eo qui vos (al. suos) vocavit in gratia, ad aliud evangelium‘ “ („tam“ nur noch g, „sic tam“ Itala u. Vulgata). — Nur nach Rufin, nicht aber nach dem griechischen Text zitiert Megethius (Adamantius, Dial. I, 6): „Miror quod sic tam cito transferimini in aliud evangelium“. Rufin hat dies hinzugesetzt weil das sich anschließende Zitat Gal. 1, 7 formell abrupt eintritt. Χριστοῦ nach χάριτι fehlt auch bei Cyprian, Lucifer, Victorin, Gg u. Fgr * und bei Tertullian selbst.
    7 Tertullian (V, 2) zitiert nur den Anfang und indirekt: „Nam et adiciens ‚quod aliud evangelium omnino non esset‘, creatoris confirmat id, quod esse defendit“, und gleich darauf noch einmal, nachdem er ATliche Stellen für die Verheißung eines Evangeliums angeführt hat: „Est autem evangelium etiam dei novi, quod vis tunc ab apostolo defensum, iam ergo duo sunt evangelia apud duos deos, et mentitus erit apostolus dicens, ‚quod aliud omnino non est‘, cum sit et aliud, cum sic suum evangelium defendere potuisset, ut potius demonstraret, non ut unumdeterminaret“ Hiernach muß Tertullian „omnino“ gelesen haben (Hans von Soden: er kann es selbst eingefügt haben); an welcher Stelle ἄλλο (ἕτερον?) stand, ist nicht auszumachen. Megethius (Dial. I, 6) zitiert: οὐκ ἔστιν ἄλλο κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου, εἰ μή τινές εἰσιν οἱ ταράσσοντες ὑμᾶς καὶ θέλοντες μεταστρέψαι εἰς ἕτερον εὐαγγέλιον τοῦ Χριστοῦ. (Rufin bietet das eingeschobene κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου nicht — im griechischen Text wird es einige Zeilen später noch einmal erwähnt; Rufin schreibt hier: „Quod evangelizavimus vobis“; aber nach dem Kontext hatte er κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου vor sich, wie auch Caspari annimmt — und setzt auch im folgenden den gewöhnlichen Text ein: „volunt pervertere evangelium Christi“) Dieser Text ist hart, aber zu originell, um als spätere Korruption beiseite geschoben zu werden, obgleich πάντως entfernt ist; doch braucht es nicht im Griechischen gestanden zu haben, sondern nur im Lateinischen. Κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου
setzte Marcion hier ein, um das paulinische Evangelium als die authentische Gestalt

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τὸ εὐαγγέλιόν μου (ἐν Χριστῷ ’Ιησοῦ?), εἰ μή τινές εἰσιν οἱ ταράσσοντες ὑμᾶς καὶ θελοντες μεταστρέψαι εἰς ἕτερον εὐαγγέλιον τοῦ Χριστοῦ, 8 ἀλλὰ καὶ ἐὰν ἡμεῖς ἢ ἄγγελος ἐξ οὐρανοῦ ἄλλως εὐαγγελίσηται παρ’ ὃ εὐηγγελισάμεθα, ἀνάθεμα ἔστω, 9 ... εἴ τις ὑμᾶς εὐαγγελίζεται ... ἀνάθεμα ἔστω.
    10 (Suche ich Menschen zu gefallen?) Unbezeugt.
    11—17 (die Schilderung, wie Paulus durch seine Bekehrung das Evangelium empfangen habe) ist bei Tertullian (V, 2) durch den
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des Evangeliums Christi hervorzuheben, und μεταστρέψαι bezog er auf die Verführten, vielleicht weil ihm ταράσσοντες noch zu schwach war. Dann aber schwebte τὸ εὐαγγέλιον τοῦ Χριστοῦ in der Luft und mußte zu εἰς ἕτερον εὐαγγ. τ. Χριστοῦ umgebildet werden. Daß εἰς ἕτερον εὐαγγέλιον bei Megethius in v. 7 aus v. 6 herübergenommen ist, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Tertullians Schweigen kann man nicht gegen κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου geltend machen, da er den Vers nur bis ὃ πάντως οὐκ ἔστιν zitiert. Übrigens stecken die vier Worte wahrscheinlich in dem Satze „Cum sic suum evangelium defendere potuisset, ut potius demonstraret, non ut unum determinaret“. — Auch z. Z. des Chrysostomus (T. X. p. 667) beriefen sich die Marcioniten für ihr Evangelium auf diese Stelle als Grundstelle. Origenes schreibt (Comm. in Joh. V S. 104 Preuschen) — und bringt damit die Vorlage zu Adamantius, Dial. I, 6 — : ‘Ρητὸν ἀποστολικὸν μὴ νενοημένον ὑπὸ τῶν Μαρκίωνος καὶ διὰ τοῦτο ἀθετούτων τὰ εὐαγγέλια˙ τῷ γὰρ τὸν ἀπόστολον λέγειν˙ ,κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου ἐν Χρ. ’Ιησοῦ‛ καὶ μὴ φάσκειν ,εὐαγγέλια‛ ἐκεῖνοι ἐφιστάντες φασίν, οὐκ ἂν πλειόνων ὄντων εὐαγγελίων τὸν ἀπόστολον ἑνικῶς ,τὸ εὐαγγέλιον‛ εἰρηκέναι. — Κατὰ τὸ εὐαγγέλιόν μου auch in dem Marcionitischen Verse Röm. 16, 25.
    8.9 Adamantius (Dial. I, 6): ἀλλὰ κἂν ἡμεῖς ἢ ἄγγελος ἐξ οὐρανοῦ εὐαγγελίσηται ὑμῖν παρ’ ὃ εὐηγγελισάμεθα vobis („anathema sit“ + Rufin), vorher Megethius: εἴ τις ὑμᾶς εὐαγγελίσεται παρ’ ὃ εὐηγγελισάμεθα ὑμῖν, ἀνάθεμα ἔσττω (Rufin: „Si vobis quis aliter evangelizaverit, anathema sit“) — also eine Mischung aus v. 8 u. 9. Tertullian V, 2: „Sed etsi nos aut angelus de caelo aliter evangelizaverit“, und schau kurz vorher: „Licet angelus de caelo aliter evangelizaverit, anathema sit“. Damit ist erwiesen, daß v. 8 u. 9 bei Marcion standen und er in v. 8 ἄλλως bot; denn auch Rufin bietet es. Sicher ist auch παρ’ ὃ εὐηγγελισάμεθα, unsicher das folgende ὑμῖν (es fehlt auch Tertullian, de carne 6), da nur der Dialog es bietet. Vom 9. Vers ist nur erhalten, was oben steht. Das ὑμῖν nach εὐαγγελίσηται wird trotz des Dialoges gefehlt haben (so auch א * G g, Tertullian an 2 Stellen, Cypr., Lucifer).
    15 Dial. IV, 15: ὅτε δὲ εὐδόκησεν ὁ θεός (ὁ θεός mit der Hälfte der Zeugen), ὁ ἀφορίσας με ἐκ κοιλίας μητρός μου. Aber man hat keine Gewähr dafür, daß dies Zitat aus Marcions Bibel stammt.
    16 Nach Hieronymus, Comm. in Gal., haben „plerique“ und auch Por-

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einzigen Satz gedeckt: „Exinde decurrens ordinem conversionis suae de persecutore in apostolum.“ Zu ändern brauchte hier Marcion nichts.
    18—24 (Der erste Verkehr mit den Aposteln, die Übersiedelung nach Syrien und Cilicien, die Haltung der Kirchen in Judäa gegenüber Paulus) werden von Tertullian ganz übergangen. Wenn dieser Abschnitt nicht ganz fehlte (was wahrscheinlich), muß ihn Marcion korrigiert haben. Sicher fehlte der erste Besuch in Jerusalem (s. 2, 1).
    II, 1. 2 (Der Aufbruch zum Apostelkonzil) Hier standen die Worte ῎Επειτα διὰ ιδ´ ἐστῶν ἀνέβην εἰς ‛Ιεροσόλυμα und μήπως εἰς κενὸν ἔδραμον ἢ τρέχω, aber sonst war der Text deshalb verändert, weil aus dem übergangenen Abschnitt des 1. Kapitels (aus v. 18 u. 19) der Zweck der Reise nachgebracht werden sollte.
    3 ἀλλ’ οὐδὲ Τίτος ὁ σὺν ἐμοί, ῞Ελλην ὤν, ἠναγκάσθη περιτμηθῆναι˙ 4 διὰ τοὺς παρεισάκτους ψευδαδελφούς, οἵτινες παρεισῆλθον κατασκοπῆσαι
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phyrius die Worte (οὐ προσανεθέμην) σαρκὶ καὶ αἵματι auf die Urapostel bezogen. Gewiß darf man bei „plerique“ an die Marcioniten denken.
    II, 1: Tertullian (V, 3): „Denique ad patrocinium Petri ceterorumque apostolorum ascendisse Hierosolyma post annos XIV scribit, ut conferret cum illis de evangeli sui regula, ne in vacuum tot annis cucurrisset aut curreret“. Die Worte „ad patrocinium Petri cet. app.“ stammen natürlich von Tertullian; wie Marcion geschrieben hat, läßt sich nicht mehr sagen. Daß Tertullian νεθέμην durch „ut conferret“ wiedergiebt, ist vielleicht nicht zufällig. Die Wortstellung „cucurrisset aut curreret“ ist wahrscheinlich gegen alle übrigen Zeugen des Textes festzuhalten, da sie Tertullian eine Seite später wiederholt (er befolgt sie übrigens selbst adversus Marcionem I, 20); doch kann sie auch nur der lat. Version angehören. Auch der Ausdruck „de evangelii sui regela“ kann marcionitisch sein. Barnabas fehlt wohl nicht zufällig, s. zu 2, 9.
    3 Tertullian (V, 3): „Cum vero nec Titum dicit circumcisum“ und gleich darauf: „Sed nec Titus, qui mecum erat, cum esset Graecus, coactus est circumcidi“.
    4 f. Tertullian (V, 3): „Propter falsos“, inquit „superinducticios fratres, qui subintraverant ad speculandam libertatem nostram, quam habemus in Christo, ut nos subigerent servituti, nec ad horam cessimus subiectioni“. Ein δέ nach διά liest Tertullian auch an der 2. Stelle nicht, wo er den Anfang des Verses („propter superinducticios falsos fratres“) anführt (gegen dieses δέ haben sich auch Hieronymus und die Antiochener ausgesprochen) Das merk-


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τὴν ἐλευθεσίαν ἡμῶν ἣν ἔχομεν ἐν Χριστῷ, ἵνα ἡμᾶς καταδουλώσουσιν, 5 οὐδὲ πρὸς ὥραν εἴξαμεν τῇ ὑποταγῆ, ἵνα ἡ ἀλήθεια τοῦ εὐαγγελίου διαμείνῃ πρὸς ὑμᾶς.
    6—9a (die Einleitung zur Apostelkonvention mit der Unterscheidung des εὐαγγέλιον τῆς ἀκροβυστίας und τῆς περιτομῆς und dem Satz γνόντες τὴν χάριν τὴν δοθεῖσάν μοι sind ganz unbezeugt und müssen, wenn sie nicht ganz umgestaltet waren, gefehlt haben.
    9b—10 Πέτρος και ’Ιάκωβος καὶ ’Ιωάννησ ... δεξιὰς ἔδωκαν ἐμοί, ἵνα ἐγὼ εἰς τὰ ἔθνη, αὐτοὶ δὲ εἰς τὴν περιτομήν. μόνον τῶν πτωχῶν ἵνα μνημονεύωμεν.
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würdige Wort „superinducticius“ findet sich adversus Marcionem I, 20 nicht; es gehört vielleicht der marcionitischen Übersetzung an und ist von hier de monog. 14 übernommen. Die Annahme einer großen Lücke nach „servituti“ (Kroymann) und ihre Ausfüllung durch: „ad horam cessimus subiectioni, non, ut mavult Marcion“ ist überflüssig. Das von allen Zeugen sonst gebotene ’Ιησοῦ nach Χριστῷ fehlt hier. — οὐδέ mit der großen Mehrzahl der Zeugen (Tertullian wirft dem Marcion hier Fälschung vor: „apparebit viliatio scripturae“); es fehlt in D* d, bei Irenäus, Victorin, Ambrosiaster und Pelagius; οἷς vor οὐδέ kennt Marcion nicht. Zahn macht darauf aufmerksam, daß Marcion v. 3 und 5 οὔτε für οὐδέ (s. Victorin) geschrieben haben kann. Die Worte ἵνα ἡ ἀλήθ. κτλ. werden zwar von Tertullian nicht bezeugt, stehen aber auch für Marcion fest; denn nach den marcionitischen Prologen wissen wir, daß ihm ἡ ἀλήθεια τοῦ εὐαγγελίου der Zentralbegriff war (s. auch 2, 14); vielleicht hat er διαμένῃ geschrieben wie G.

    9 b „Dexteras ei darent antecessores... ex c(ons ensu eorum in nationes praedicandi munus subiret“. „Bene igitur, quod et dexteras Paulo dederunt Petrus et Jacobus et Johannes et de officii distributione pepigerunt, ut Paulus in nationes, illi in circumcisionem, tantum ut meminissent egenorum“. In dieser Reihenfolge der Namen mit D G d g Hieronymus, Ambrosiaster, Victorin. Οἱ δοκοῦντες στύλοι εἶναι nach den Namen ist nicht bezeugt, wird aber nicht gefehlt haben. Da Tertullian zweimal κοινωνίας fortläßt, fehlte es, und das ist auch an sich wahrscheinlich. Der Text, wie er lautet, ohne Barnabas, mit dem wiederholten „Ich“ (Originaltext ἡμεῖς, nämlich Paulus und Barnabas) und dem Pl. „meminissent“, kann nur so verstanden werden, daß Barnabas (wie auch 2, I) fehlte und daß die Pflicht der Armenfürsorge ebenso den Uraposteln gelten sollte wie dem Paulus. Damit war von Marcion der Schein völlig beseitigt, daß dem Paulus eine einseitige Auflage gemacht worden sei. Die Worte  ὃ καὶ ἐσπούδασα κτλ. sind nicht bezeugt, werden aber nicht gefehlt haben.

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    11—21 (Der Streit mit Petrus in Antiochien und die sich anschließende Darlegung): Marcion ließ sie bestehen und wohl wesentlich unverändert; bezeugt ist v. 11 Πέτρος und κατὰ πρόσωπον αὐτῷ ἀντέστῃν, v. 12 φοβούμενος τοὺς ἐκ περιτομῆς, v. 14 οὐκ ὀρθοποδοῦσιν (ὀρθοποδοῖ?) πρὸς τῂν ἀγήθειαν τοῦ εὐαγγελίου, v. 16 οὐ δικαιοῦται ἄνθρωποσ ἐξ ἔργων νόμου ἐὰν μὴ (ἀλλὰ?) διὰ πίστεως, v. 18 εἰ γὰρ ἃ κατέλυσα ταῦτα πάλιν οἰκοδομῶ, v. 20 ὃ δὲ νῦν ζῶ ἐν σαρκί, ἐν πίστει ζῶ τῇ τοῦ υἱοῦ τοῦ θεοῦ τοῦ ἀγοράσαντός με.
    III, 1—5 (Die schmerzliche Frage an die Galater, wer sie bezaubert habe, und die Frage, ob sie den Geist aus Gesetzeswerken oder aus dem Glauben empfangen hätten) sind unbezeugt, aber werden nicht gefehlt haben.
    6—9 (Abrahams Glaube und Segen) fehlten.
    10—12 Μάθετε ὅτι ὁ δίκαιος ἐκ πίστεως ζήσεται˙ ὅσοι γὰρ ὑπὸ νόμον`, ὑπὸ κατάραν εἰσίν, ὁ δὲ ποιήσας αὐτὰ ζήσεται ἐν αὐτοῖς.
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    11—21 Tertullian (V, 3): „Reprehendit Petrum non recto pede incedentem ad evangelii veritatem“. „Timens eos qui erant ex circumcisione“. „Et aliis in faciem restitisset“. „Negans ex operibus legis iustificari hominem, sed ex fide“. „Merito non reaedificabat quae destruxit“. Vgl. dazu Acta Archelai 45. — V. 20 aus Dial. V, 22 wörtlich (Rufin bietet die sonst unbezeugte LA „qui redemit me“, der Grieche hat das gewöhnliche ἀγαπήσαντόσ με).
    III, 1 Aus Hieronymus (d. h. Origenes) z. d. St.: „Interrogemus ergo hoc loco Marcionem, qui prophetas repudiat, quomodo interpretur id quod sequitur“ (nämlich προεγράφη), läßt sich nicht mit Sicherheit schließen daß Hieronymus wußte, die Stelle stehe bei Marcion.
    6 ff. Origenes bei Hieronymus z. d. St.: „Ab hoc loco usque ad eum, ubi scribitur: ‚Qui ex fide sunt, benedicentur cum fideli Abraham‘ (v. 9), Marcion de suo apostolo erasit.“ Auch Tertullian übergeht diese Verse, hat aber ein Stichwort des Originaltexte aus v. 9 im Gedächtnis, wenn er schreibt: „Proinde si in lege maledictio est, in fide vero benedictio“ (aus v. 14 b stammt das schwerlich).
    10—12 So Epiphanius p. 120. 156. Die Verse 10 b, 11 a und 12 a haben also nach ihm gefehlt; die Beziehung auf das AT (γέγραπται) ist entfernt; auch die Umstellung ist glaublich. Aus Tertullians freier Darlegung (V, 3): „ut iam ex fidei libertate iustificaretur homo, non ex legis servitute, ‚Quia iustus ex fide vivit‘ (vivet?). quod si prophetes Abacuc pronuntiavit, habes et apostolum prophetas confirmantem, sicut et Christus“, kann man nur mit geringer Wahrscheinlichkeit schließen daß 11 a (wenn auch in Umformung) doch nicht gefehlt hat; dagegen ist deutlich, daß die Worte „quod si prophetes“ etc. Tertullians Eigentum sind. —
Μάθετε
ist von Marcion frei eingeschoben. — ‛Υπὸ νόμον ist sonst unbezeugt (> ἐξ ἔργων νόμου εἰσίν, aber gleich darauf ὑπὸ κατάραν), ebenso ὁ δὲ (> ἀλλὰ ὁ).

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    13 Χριστὸς ἡμᾶς ἐξηγόρασεν ἐκ τῆς κατάρας τοῦ νόμου, γενόμενος ὑπὲρ ἡμῶν κατάρα, ὅτι γέγραπται˙ ’Επικατάρατος πᾶς ὁ κρεμάμενος ἐπὶ ξύλου˙ 14 ἐλάβομεν οὖν τὴν εὐλογίαν τοῦ πνεύματος διὰ τῆς πίστεως.
    15—25 (Die große Ausführung über das Testament, Abraham und das Gesetz) fehlten.
    26 πάντες γὰρ υἱοὶ θεοῦ ἐστὲ διὰ τῆς πίστεως (fehlerhaft im lat. Text Marcions: „ ‚omnes enim filii estis fidei‘ “).
    27—29 (Der Getaufte hat Christus angezogen, alle sind eins in Christus usw.) sind nicht bezeugt, werden aber schwerlich gefehlt haben; freilich die Worte: ἄρα τοῦ ’Aβραὰμ σπέρμα ἐστέ, mußten fehlen.
—————
    13 Tertullian (V, 3): „Neque enim quia creator pronuntiavit: ‚Maledictus omnis ligno suspensus‘, ideo videbitur alterius dei esse Christus“. Megethius (Dial. 1, 27): Παῦλος λέγει, ῞Οτι Χριστὸς ἡμᾶς ἐξηγόρασε. Epiphanius p. 120. 156: ‚’Επικατάρατος πᾶς ὁ κρεμάμενος ἐπὶ ξύλου, s. auch haer. 42, 8 die Ausfuhrung über ἐξαγοράζειν und ἀγοράζειν die wahrscheinlich auf Origenes zurückgeht. Auf diesen geht auch Hieronymus z. d. St. zurück: „Subrepit in hoc loco Marcion de potestate creatoris, quem sanguinarium, crudelem infamat (Marcion hatte aus der ihm besonders wichtigen Stelle eine Antithese gemacht) et iudicem, asserens nos redemptos esse per Christum, qui alterius boni dei filius sit“; es folgt eine Darlegung des Unterschieds von „emere“ und „redimere“, wie bei Megethius und Epiphanius. Die direkt nicht bezeugten Worte von ἐκ τ. κατάρας bis κατάρα können nicht gefehlt haben.
    14 Die erste Hälfte (ἵνα εἰς ἔθνη ἡ εὐλογία τοῦ ’Aβραὰμ γένηται ἐν Χρ. ’Ι.) übergeht Tertullian, und sowohl ihr Inhalt als die Neuformulierung von 14 b bestätigen, daß sie gefehlt hat. Tertullian (V, 3): „ ,Accepimus (oder accipimus) igitur benedictionem spiritalem per fidem‘, inquit“. — Εὐλογίαν mit D*G d g Ambrosiaster, Vigilant. > ἐπαγγελίαν.
    15—25 Tertullian geht von 3, 14 sofort zu 3, 26 über (V, 3): „Sed et cum adicit: ‚Omnes enim filii estis fidei‘, ostenditur quid supra haeretica industria eraserit, mentionem scilicet Abrahae etc., und bemerkt dann (V, 4): „Erubescat spongia Marcionis! nisi quod ex abundanti retracto quae abstulit“ (er hatte selbst die vv. 3, 15. 16 aus dem unverfälschten Galaterbrief augeführt, wie er auch V, 13 aus dem unverfälschten c. 3, 22 zitiert).
    26 Tertullian (V, 3): „Sed cum adicit: ‚Omnes enim filii estis fidei
“; diesen Text kommentiert Tertullian; aber er kann nicht richtig sein, erklärt sich auch leicht aus Dittographie, die den Wegfall der Worte per fidem zur Folge hatte. Warum soll Marcion den Grundtext geändert haben? (s. oben S. 51*). Übrigens hat das Zitat bei Hilarius (Hom. in Psalm 91 p. 345 der Wiener Ausgabe) denselben Fehler; er ist also älter als die Marcionitische Übersetzung, oder stammt er bei Hilarius aus dieser?

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    IV, 1. 2 („Solange der Erbe ein Kind ist usw.“) sind unbezeugt, aber sie haben sicherlich nicht gefehlt und gaben auch zu Korrekturen keinen Anlaß.
    3 ῎Ετι κατὰ ἄνθρωπον λέγω˙ ὅτε ἦμεν νήπιοι, ὑπὸ τὰ στοιχεῖα τοῦ κόσμου ἤμεθα δεδουλωμένοι, 4 ὅτε δὲ ἦλθεν τὸ πλήρωμα τοῦ χρόνου, ἐξαπέστειλεν ὁ θεὸς τὸν υἱὸν αὐτοῦ, 5 ἵνα τοὺς ὑπὸ νόμον ἐξαγοράσῃ (καὶ) ἵνα τὴν υἱοθεσίαν ἀπολάβωμεν (al. εἰς υἱοθεσίαν ληφθῶμεν).
    6 ὅτε δέ ἐστε υἱοί, ἐξαπέστειλεν ὁ θεὸς τὸ πνεῦμα τοῦ υἱοῦ αὐτοῦ εἰς τὰς καρδίας ἡμῶν κρᾶζον˙ ’Aββᾶ ὁ πατήρ.
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    IV 1. 2 können nicht gefehlt haben, weil die Marcionitische Fassung von v. 3 sie fordert.
    3 Tertullian (V, 4) „ ,Adhuc‘, inquit, ‚secundum hominem dico: dum essemus parvuli, sub elementis mundi eramus positi ad deserviendum eis‘ “. Tertullian beanstandet das aus c. 3, 15 stammende κατὰ ἄνθρωπον hier als unpassend; es ist an dieser Stelle sonst unbezeugt(> οὕτως καὶ ἡμεῖς). Das dem Marcion eigentümliche „adhuc“ fordert eine Ausführung wie die in v. 1 f. Zahn glaubt den lateinischen Text streng festhalten zu müssen und schreibt: ἤμεθα τεθειμένοι εἰς τὸ δουλεῦσαι αὐτοῖς; aber es liegt doch wohl nur eine Paraphrase des Übersetzers vor, der δεδουλωμένοι nicht kurz zu übersetzen vermochte.
    4 Tertullian (V, 4): „ ‚Cum autem evenit impleri tempus misit deus filium suum‘ “. Zahn gibt das durch ὅτε δὲ ἐγένετο πληροῦσθαι τὸν χρόνον wieder, aber es liegt nur eine genaue Übersetzung vor, die jedoch τὸ πλήρωμα nicht durch ein Subst. wiederzugeben vermochte; Tertullian selbst schreibt kurz darauf: „At ubi tempus expletum est“. — Getilgt sind die Worte γενόμενον ἐκ γυναικός γενομ νον ὑπὸ νόμον. Hieronymus verwechselt Marcion und Valentin, wenn er, Origenes ausschreibend, z. d. St. bemerkt: „Diligenter adtendite, quod (apostolus) non dixerit: ‚Factum per mulierem‘, quod Marcion et ceterae haereses volunt, qui putativam Christi carnem simulant, sed ‚ex muliere‘, ut non per illam, sed ex illa natus esse credatur“. — Zahn
schreibt zweifelnd ἀπέστειλεν.
    5 Tertullian (V, 4): „ ,Ut eos qui sub lege erant, redimeret et ut adoptionem filiorum acciperemus‘ “. Markus (Dial. II, 19) zweimal: εἰς υἱοθεσίαν ἐλήφθημεν (Rufin schreibt an der ersten Stelle „in adoptione vocati sumus“, an der zweiten „in adoptione nos susciperet“). Es ist möglich, daß Tertullian der kurz vorher (3, 15. 16) aus dem unverfälschten Briefe zitiert hat, noch dessen Wortlaut hier im Kopfe hatte, und daß Marcion so geschrieben hat, wie die Stelle im Dialog lautet.
    6 Tertullian (V, 4) augenscheinlich am Anfang frei wiedergebend: „Itaque ut certam esset (Mss. „est et“), nos filios dei esse, misit spiritum suum in corda nostra clamantem: Abba, pater“. Es ist daher gewagt, vom Original-


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    7 (So daß du nicht mehr Sklave, sondern Sohn und Erbe bist) unbezeugt, aber wird nicht gefehlt haben.
    8 f Εἰ οὖν (γνόντες θεόν, μᾶλλον δὲ γνωσθέντες ὑπὸ θεοῦ?) τοῖς ἐν τῇ φύσει οὖσι θεοῖς δουλεύετε, πῶς ἐπιστρέφετε πάλιν ἐπὶ τὰ ἀσθενῆ καὶ πτωχὰ στοιχεῖα, οἷς πάλιν ἄνωθεν δουλεύειν θέλετε; (der Anfang unsicher, das Ende nicht ausdrücklich bezeugt).
    10 ἡμέρας παρατηρεῖσθε καὶ μῆνας καὶ καιροὺς καὶ ἐνιαυτούς;
    11—20 (Die persönliche Aussprache des Apostels gegenüber den Galatern) unbezeugt, hat schwerlich gefehlt; erhalten ist vielleicht 19 τέκνα μου, οὓς ὠδίνω πάλιν.
    21—26 Die einleitenden Worte: Λέγετέ μοι, οἱ ὑπὸ νόμον θέλοντες εἶναι, τὸν νόμον οὐκ ἀκούετε; 22 γέγραπται γὰρ ὅτι, können
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text abzugehen und mit Zahn (der übrigens selbst zweifelt) zu schreiben: ὅτι οὖν (καὶ ἡμεῖς?) ἐσμεν υἱοὶ θ οῦ, ἀπέστειλεν τὸ πνεῦμα αὐτοῦ κτλ.
    8. 9 Tertullian (V, 4) frei: „Post has itaque divitias non erat revertendum ad infirma et mendica elementa... non ergo per mundialium elementorum derogationem a deo eorum avertere cupiebat, etsi dicendo supra: ‚Si ergo his qui in natura sunt dei servitis‘, physicae, i. e. naturalis, superstitionis elementa pro deo habentis suggillat errorem, nec sic tamen elementorum deum taxans“. Es scheint, daß Tertullian hier auch eine Marcionitische Auslegung gekannt hat; denn wie auch der nicht mehr sicher wiederherzustellende Text zu gestalten ist — ohne Erklärung sagt er das nicht, was Marcion ihn sagen läßt. Am wichtigsten ist der von Marcion eingesetzte Begriff „qui in natura sunt dei“ (> τοῖς φύσει μὴ οὖσιν θεοῖς, bezw. μὴ φύσει οὖσιν bezw. μὴ οὖσι). Schwierigkeit macht die Unterbringung des Bedingungssatzes; nicht wahrscheinlich ist, daß Marcion einen ihm so willkommenen Satz wie 9 a (νῦν δὲ γνόντες θεόν, μᾶλλον δὲ γνωσθέντες ὑπὸ θεοῦ), unterdrückt hat (gegen Zahn).
    10 Tertullian (V, 4). „ ,Dies observatis et menses et tempora et annos‘ “.
    19 Mitten in den Darlegungen über I Kor. zitiert Tertullian diesen Vers beiläufig (V, 8: „ ‚Filii mei quos parturio vursus‘ “; alle Mss. πάλιν ὠδίνω), aber ob aus Marcions N. T.?
    21 f. Tertullian (V, 4): „Sed ut furibus solet aliquid excidere de praeda in indicium, ita credo et Marcionem novissimam Abrahae mentionem dereliquisse [also haben alle vorhergehenden gefehlt, s. o.], nullam magis auferendamnulla-auferenda Kroymann, unnötig), etsi ex parte convertit. si enim Abraham duos liberos habuit, unum ex ancilla et alium ex libera, sed qui ex ancilla carnaliter natus est, qui vero ex libera per repromissionem — quae sunt allegorica (i. e. aliud portendentia); haec sunt enim duo testamenta (sive ‚duae ostensiones‘, sicut invenimus inter pretatum), unum a monte Sina in synagogam Iudaeorum secundum legem generans in servitutem, alium super omnem principatum generans vim dominationem et


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gestanden oder gefehlt haben (vor einem „γέγραπται“ scheute sich Marcion unter Umständen nicht). ’Aβραὰμ δύο υἱοὺς ἔσχεν, ἕνα ἐκ τῆς παιδίσκης καὶ ἕνα ἐκ τῆς ἐλευθέρας, 23 ἀλλ’ ὁ μὲν ἐκ τῆς παιδίσκης κατὰ σάρκα γεγέννηται, ὁ δὲ ἐκ τῆς ἐλευθέρας διὰ τῆς ἐπαγγελίας. 24. ἅτιvά ἐστιν ἀλληγορούμενα˙ αὗται γάρ εἰσιν αἱ δύο ἐπιδείξεις (ἐνδείξεις?), μία μὲν ἀπὸ ὄρους Σινᾶ εἰς τὴν συναγωγὴν τῶν ’Ιουδαίων κατὰ τὸν νόμον γεννῶσα εἰς δουλείαν, 26 ἄλλη δὲ ὑπεράνω πάσης ἀρχῆς γεννῶσα καὶ δυνάμεως καὶ ἐξουσίας καὶ παντὸς ὀνόματος ὀνομαζομένου — οὐ μόνον ἐν τῷ αἰῶνι τούτῳ, ἀλλὰ καὶ ἐν τῷ μέλλοντι — εἰς ἣν (ἀν- ?) ἐπηγγειλάμεθα ἁγίαν ἐκκλησίαν, ἥτις ἐστὶν μήτηρ ἡμῶν.
    27—30 (Das Jesajaszitat über die Unfruchtbare, Isaak und Ismael) sind unbezeugt und müssen gefehlt haben.
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omne nomen quod nominatur, non tantum in hoc aevo sed et in futuro, quae est mater nostra, in quam (Codd. quem) repromisimus sanctam ecclesiam‘ (Kroymann stellt die Worte „quae est mater nostra“ hierher, was zu billigen ist) — ideoque adiecit (31): ‚Propter quod, fratres, non sumus ancillae filii, sed liberae‘, utique manifestavit et Christianismi generositatem in filio Abrahae ex libera nato allegoriae habere sacramentum, sicut et Iudaismi servitutem legalem in filio ancillae“ etc. Epiphanius p. 120. 156 zu 4, 23: ,‛Ο δὲ ἐξ ἐπαγγελίας διὰ τῆς ἐλευθέρας‘. Origenes bei Hieronymus zu 4, 24: „Marcion (et Manichaeus) hunc locum, in quo dixitapostolus ‚Quae sunt allegorica‘ et cetera quae secuntur, de codice suo tollere noluerunt, putantes adversus nos relinqui, quod scilicet lex aliter sit intelligenda, guam scripta sit.“ Der Text bei Tertullian ist schwerlich fehlerfrei überliefert; sicher ist, daß in Marcions lateinischer Bibel „ostensio“ gestanden hat (Zahn korrigiert es in „sponsio“). „Ostensio“ kann keine Übersetzung von διαθήκη sein, sondern führt auf ἐπίδειξις (ἔνδειξις) oder ein ähnliches Wort (s. oben S. 52*) zurück. Eine solche Neugestaltung des Textes mit Verpflanzung einer Stelle aus einem Brief in den anderen (Ephes. 1, 21) hat sich sonst Marcion niemals erlaubt; daher man den Verdacht nicht los werden kann, daß der oben nach Tertullian gegebene Text doch nicht dem Marcion selbst zuzuweisen ist. Man hat die Worte „in quam repromisimus sanctam ecclesiam“ streichen wollen; aber sie sind durch „in synagogam Iudaeorum“ geschützt; streicht man, so muß man den ganzen Text Marcion absprechen, vermag aber keine Rechenschaft zu geben, wie er bei Tertullian entstanden ist. Vielleicht gehört er nur dem lateinischen Marcionitischen Bibeltexte an — man kann den Marcioniten größere Willkürlichkeiten zutrauen als dem Meister —; aber diese Annahme verändert das Problem nicht wesentlich. Zahn stellt ohne durchschlagenden Grund das zweite γεννῶσα erst vor εἰς ἣν und faßt v. 26 so: ἥτις ἐστὶν μήτηρ ἡμῶν γεννῶσα εἰς ἣν ἐπηγγειλάμεθα ἁγίαν ἐκκλησίαν. Die Stelle Ephes. I, 21 ist auch Dial. V, 13 zitiert mit κυριότητος und καὶ δυνάμεως und παντός und ohne Bezeichnung des Briefs.

77* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

    31. Διό (oder ἄρα), ἀδελφοί, οὐκ ἐσμὲν παιδίσκης τέκνα ἀλλὰ τῆς ἐλευθέρας˙
    V, 1 a ᾗ, ἐλευθερίᾳ (οὖν) Χριστὸς ἡμᾶς ᾐλευθέρωσεν,
    1 b στήκετε καὶ μὴ πάλιν ζυγῷ δουλίας ἐνέχεσθε.
    2 (Wenn ihr euch beschneidet, ist Christus euch von keinem Nutzen) unbezeugt, wird aber schwerlich gefehlt haben.
    3 Μαρτύρομαι δὲ πάλιν ὅτι ἄνθρωπος περιτετμημένος ὀφειλέτης ἐστὶν ὅλον τὸν νόμον πληρῶσαι.
    4.5 (Ihr seid von Christus entfernt, vom Glauben abgefallen; wir erwarten im Geist die Hoffnung der Gerechtigkeit) unbezeugt, aber schwerlich getilgt.
    6 ’Εν γὰρ Χριστῷ οὔτε περιτομή τι ἰσχύει οὔτε ἀκροβυστία, ἀλλὰ πίστις δι’ ἀγάπης ἐνεργουμένη.
    7—26 (Ermahnungen). Aus diesem Abschnitt, in dem vielleicht nichts getilgt war, sind erhalten: 9 μικρὰ ζύμη ὅλον τὸ φύραμα δολοῖ, 10 ὁ δὲ ταράσσων ὑμᾶς τὸ κρῖμα βαστάσει, ὅστις ἂν ᾖ.
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    31 Bezeugt durch Tertullian (s. o.). Hat Marcion hier διό gelesen (singulär > ἄρα)?
    V, 1a Tertullian (V, 4): „ ,Qua libertate Christus nos manumisit‘ “; qua mit G d g vulg. und zahlreichen lat. Vätern > τῇ.
    1b.2 Tertullian (V, 4): „Merito non decebat manumissos rursus iugo servitutis i. e. legis adstringi“. Freies Zitat; der Text wird unverändert gewesen sein.
    3 So Epiphanius p. 120. 156 (hier περιτεμνόμενος) > μαρτ. δὲ πάλιν παντὶ ἀνθρ. περιτεμνομένῳ ὅτι ὀφειλ. (vielleicht las Marcion auch so). — πληρῶσαι mit wenigen Zeugen > ποιῆσαι.
    6 Tertullian (V, 4): „Cur etiam praeputiationem negat quicquam valere in Christo sicut et circumcisionem?“ ... — „Illius fidei, quam dicendo per dilectionem perfici sic quoque creatoris ostendit.“ — Χριστῷ mit B Clemens Alexandrinus > Χριστῷ ’Ιησοῦ.
    9 Epiphanius p. 120. 157; δολοῖ mit D* g vulg. und den meisten Lateinern > ζυμοῖ.
    10 Tertullian (V, 4): „Qui autem turbat vos iudicium feret‘ “, (allein > βαστάσει τὸ κρῖμα). Markus (Dial. II, 5): ‛Ο ταράσσων ὑμᾶς βαστάσει τὸ κρῖμα (Rufin fügt hinzu: „quicunque est ille“); Dial. II, 18, wo der Spruch noch einmal zitiert wird, bietet auch der Grieche ὅστις ἂν ᾖ. Die, welche hier eine böse Anspielung auf Petrus fanden (s. Hieronymus z. d. St.: „Occulte, inquiunt, Petrum lacerat, cui supra in faciem restitisse se scribit“ etc.), können Marcioniten oder Porphyrius sein; wahrscheinlich waren es beide. Stammt aber die Bemerkung des Hieronymus aus Origenes, so sind jene allein gemeint.


78* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

12 ὄφελον καὶ ἀποκόψονται οἱ ἀναστατοῦντες ὑμᾶς. 14 ὁ γὰρ πᾶς νόμος ἐν ύμῖν πεπλήρωται˙ ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου ὡς σεαυτόν. 19 φανερὰ δέ ἐστι τὰ ἔργα τῆς σαρκός, ἅτινά ἐστι πορνεία, ἀκαθαρσία, ἀσέλγεια, 20 εἰδωλολατρεία, φαρμακεία, ἔχθραι, ἔρεις, ζῆλοι, θυμοί, ἐριθεῖαι, διχοστασίαι, αἱρέσεις, 21 φθόνοι, μέθαι, κῶμοι < καὶ τὰ ὅμοια τούτοις >, ἃ προλέγω ὑμῖν, καθὼς καὶ προεῖπον, ὅτι οἱ τὰ τοιαῦτα πράσσοντες βασιλείαν θεοῦ οὐ κληρονομήσουσιν. 24 οἱ δὲ τοῦ Χριστοῦ τῂν σάρκα ἐσταύρωσαν σὺν τοῖς παθήμασι καὶ ταῖς ἐπιθυμίαις.
    Aus c. VI ist bezeugt: ’Aλλήγων τὰ βάρη (oder Τὰ βάρη ἀλλ.). βαστάζετε, καὶ οὕτως ἀναπληρώσετε τὸν νόμον τοῦ Χριστοῦ. 6 Κοινωνείτω δὲ ὁ κατηχούμενος τὸν λόγον τῷ κατηχοῦντι ἐν πᾶσιν ἀγαθοῖς. 7 Πλανᾶσθε. θεὸς οὐ μυκτὲρίζεται˙ ἃ γὰρ ἐὰν σπείρῃ ἄνθρωπος ταῦτα
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    12 Origenes bei Hieronymus z. d. St.: „Qua ratione Marcion et Valentinus hoc in apostolo boni dei valent excusare?
    14 Tertullian (V, 4): „ ,Tota enim‘, inquit, ‚lex in vobis adimpleta est: diliges proximum tuum tamquam te.‘ “ Epiphanius p. 120. 157: ‛Ο γὰρ πᾶς νόμος < ἐν > ὑμῖν πεπλήροται˙ ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου ὡς σε αυτόν. — ἐν ὑμῖν mit D* G d g und den Lateinern sonst, die aber sämtlich nach diesen Worten das allgemein bezeugte ἐν ἑνὶ λόγῳ auch bieten. Ist in einem alten marcionitischen Exemplar ἐν ἑνὶ λόγῳ nach ἐν ὑμῖν zufällig ausgefallen und der Irrtum zu Tertullian und Epiphanius gekommen? Oder schrieb Marcion ἐν ὑμῖν (und strich ἐν ἑνὶ λόγῳ) und dachte als Gegensatz: „Nicht bei den Juden?“ Das ist viel wahrscheinlicher. — ἀγαπήσεις mit den obigen lateinischen Zeugen > ἐν τῷ ἀγαπήσεις (tendenziöse Korrektur).
    19—21 Epiphanius p. 120. 157 (im 2. Zitat φαρμακεῖαι und φόνοι für φθόνοι. — κ. τ. ὅμοια τούτοις  fehlt wohl nur zufällig bei Epiphanius.
    24 Epiphanius p. 121. 158. — Χριστοῦ mit DGKLd g vulg > Χρ. ’Ιησοῦ.
    VI, 2 Tertullian (V, 4): „ ‚Onera vestra invicem sustinete, et sic adimplebitis legem Christi.‘ “ Gleich darauf: „ ‚Invicem onera vestra portate‘ “.
    6 Origenes bei Hieronymus z. d. St.: „Marcion hunc locum ita interpretatus est, ut putaret fideles et catechumenos simul orare debere et magistrum communicare in oratione discipulis, illo vel maxime elatus, quod sequetur: ‚In omnibus bonis‘ “.
    7 Tertullian (V, 4): „ ‚Erratis: deus non deridetur; quod enim severit homo, hoc et metet.‘ “ Adamantius (Dial. II, 5): ἃ γὰρ ἂν σπείρῃ ἄνθρωπος, ταῦτα καὶ θερίσει (aber Rufin: „quodcunque seminaverit homo, hoc et metet“). Das Fehlen von μή vor πλανᾶσθε ist sonst unbezeugt; der Plural ἃ — ταῦτα mit DG d g vulg. Hieronymus > ὃ — τοῦτο. Die LAA Tertullians können der lat. Übersetzung angehören.


79* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

καὶ θερίσει. 8 z. T. erhalten, s. u. 9 Τὸ δὲ καλὸν ποιοῦντες μὴ ἐνκακῶμεν, καιρῷ δὲ ἰδίῳ θερίσομεν. 10 ὡς ἔχομεν καιρόν, ἐργαζώμεθα τὸ ἀγαθόν. 13a Οὐδὲ γὰρ οἱ περιτεμνόμενοι αὐτοὶ νόμον φυλάσσουσιν. 14b ’Εμοὶ κόσμος ἐσταύρωται κἀγὼ κόσμῳ. 17 Τῶν δ’ ἄλλων εἰκῆ κόπους μοι μηδεὶς παρεχέσθω˙ ἐγὼ γὰρ τὰ στίγματα τοῦ Χριστοῦ ἐν τῷ σώματί μου βαστάζω.
    In diesem Briefe waren also von Marcion getilgt: die Abschnitte 1, 18—24 und 2, 6—9a wahrscheinlich, die Abschnitte 3, 6—9 und Teile von 10—12. 14 a. 15—25; 4, 27—30 sicher. Einzigartig ist die große, mit Zusätzen versehene Umgestaltung von 4, 21—26.

Προς Κορινθιους A.

    Aus c. 1 ist bezeugt 1—3 χάρις καὶ εἰρήνη ἀπὸ θεοῦ πατρὸς ἡμῶν καὶ κυρίου ’Ιησοῦ (ferner vielleicht 11—13. Vers 11 ἤκουσταί
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    8 Tertullian (V, 4): „Si retributionem praedicat, ab eodem erit ei corruptionis messis et vitae.
    9 Tertullian (V, 4): „ ,Bonum autem facientes non fatigemur, tempore autem suo metemus.‘ “ — autem ohne Zeugen > γάρ.
    10 Tertullian (V, 4): „ ,Dum habemus tempus, operemur bonum‘ “ > καιρὸν ἔχομεν κτλ.
    13 a So Epiphanius p. 121. 159.
    14 b Tertullian (V, 4): „ ,Mihi mundes crucifixus est et ego mundo.‘
    17 So Dial. V, 22 (aber ’Ιησοῦ für Χριστοῦ. Rufin nach dem gewöhnlichen Text: „De cetero nemo mihi molestus sit; ego enim stigmata domini nostri Iesu Christi in corpore meo porto“). Tertullian (V, 4): „Persecutores vocat Christi; cum vero adicit stigmata Christi in corpore suo gestare se“ etc.  Tertullian hat wie der Dialog. τῶν δ’ ἄλλων gelesen und diese ἄλλοι als die Feinde Christi verstanden. („Von den anderen, nämlich den Verfolgern Christi, mache mir niemand Mühe“). Zahn und Kroymann haben das nicht durchschaut; dieser tilgt „Persecutores vocat Christi“, jener glaubt, Tertullian müsse ein nicht mehr zu ermittelnder Text in v. 17 vorgelegen haben. —  Τῶν δ’ ἄλλων ohne andere Zeugen > τοῦ λοιποῦ: jene Lesart kann nur aus einer lat. Übersetzung von τοῦ λοιποῦ = „de ceteris“ entstanden sein; also las Adamantius einen griechischen Marciontext, der durch die lateinische Übersetzung bereits beeinflußt war; s. oben S. 54*. — εἰκῆ ohne andere Zeugen; der Sinn dieses von Paulus gern gebrauchten vieldeutigen Wortes ist hier nicht klar. — παρεχέσθω ohne andere Zeugen > παρεχέτω. — Χριστοῦ mit P cop arm aeth Theodotus bei Clemens, Ignat. (recens. long.), Gregor Nyss. > ’Ιησοῦ bezw. τοῦ κυρίου ’Ιησοῦ etc.
    I, 3 So Tertullian (V, 5) und ’Ιησοῦ mit A > ’Ιησοῦ für Χριστοῦ.


80* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

μοι [ἐδηγώθη γάρ μοι περὶ ὑμῶν?] ὑπὸ τῶν Χλόῃς ὅτι ἔριδες εἰσὶν ἐν ὑμῖν, 12 ὃς μὲν γὰρ λέγει˙ ἐγὼ μέν εἰμι Παύλου, ἐγὼ δὲ ’Aπολλώ, ἐγὼ δὲ Κηφᾶ. 13 μεμέρισται ὁ Χριστός;) 18 ὁ λόγος γὰρ ὁ τοῦ σταυροῦ (oder ὁ σταυρὸς τοῦ Χριστοῦ) τοῖς μὲν ἀπολλυμένοις μωρία ἐστίν, τοῖς δὲ σωζομένοις δύναμις καὶ σοφία θεοῦ ἐστίν, 19 γέγραπται γάρ ,’Aπολῶ τὴν σοφίαν τῶν σοφῶν, καὶ τῂν σύνεσιν τῶν συνετῶν ἀθετήσω‛˙ 20 b οὐχὶ ἐμώρανεν ὁ θεὸς τὴν σοφίαν τοῦ κόσμου; 21 ἐπειδὴ ἐν τῇ σοφίᾳ τοῦ θεοῦ οὐκ ἔγνω ὁ κόσμος διὰ τῆς σοφίας τὸν κύριον, εὐδόκησεν ὁ θεὸς διὰ τῆς μωρίας τοῦ κηρύγματος σῶσαι τοὺς πιστεύοντας˙ 22 ἐπειδὴ ’Ιουδαῖοι σημεῖα αἰτοῦσιν καὶ ῞Εγγηνες σοφίαν ζητοῦσιν. 23 Stücke: κηρύσ-
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    11—13 Dial. I, 8 (Adamantius hält sie dem Megethius entgegen, der sie anerkennt; aber sicher dürfen sie nicht für Marcion in Anspruch genommen werden). — ἤκουσταί μοι singulär > ἐδηλώθη γάρ μοι περὶ ὑμῶν (Rufin „Perlatum est enim mihi de vobis“, wie der gewöhnliche Text) — εἰσὶν ἐν ὑμῖν (so auch Rufin) mit vulg. syr. utr. cop. Augustin > ἐν ὑμῖν εἰσιν — ὂς μὲν γὰρ ὑμῶν λέγει (Rufin: et alius dicit) > λέγω δὲ τοῦτο, ὅτι ἕκαστος ὑμῶν λέγει — es fehlen die Worte ἐγὼ δὲ Χριστοῦ (so auch Rufin) wie I Clemens 47.  Adamantius bietet noch die Fortsetzung: μὴ Παῦλος ἐσταυρώθη ὑπὲρ ἡμῶν ἢ εἰς τὸ ὄνομα Παύλου ἐβαπτίσθητε; aber da sie Rufin nicht hat und sie hier überflüssig sind, sind sie wohl Zusatz. Die ganze Stelle wird auch von Ephraem (Opp. syr. II p. 493) dem Marcion vorgerückt; aber auch dies bietet keine Sicherheit.
    18 f Tertullian (V, 5): „Ait crucem Christi stultitiam esse perituris, virtutem autem et sapientiam dei salutem consecuturis, et ut ostenderet, unde hoc eveniret, adicit: ‚Scripium est enim: Perdam sapientiam sapientium et prudentiam prudentium irritam faciam‘ “ „Virtutem et sapientiam“ wird gleich darauf noch einmal wiederholt; also las Tertullian hier δύναμις καὶ σοφία (s. v. 24) > δύναμις (alle Zeugen sonst). — σωζομένοις mit G d g und vielen Lateinern > σωζομένοις ἡμῖν — 19 auch bei Epiphanius, p. 121. 159 wörtlich so.
    20 b Tertullian (V, 5): „ ‚Nonne infatuavit deus sapientiam mundi?‘
    21 Tertullian (V, 5): „ ‚Quoniam in dei sapientia non intellexit mundus per sapientiam dominum (falsch Kroymanndeum“), boni duxit deus per stultitiam praedicationis salvos facere credentes‘ “. Das γάρ nach ἐπειδή (quoniam) wird M. mit G nicht gelesen haben. — κύριον allein > θεόν (so auch Tertullian selbst adversus Marcionem II, 2).
    22 Tertullian (V, 5): „ ,Quoniam Iudaei signa desiderant ei Graeci sapientiam quaerunt‘ “. — ’Ιουδαῖοι mit G g und vielen Lateinern > καὶ ’Ιουδαῖοι.
    23 Tertullian (V, 5): „ ‚Stulta crucis praedicatio‘ “, „ ,scandalum Iudaeis praedicat (apostolus) Christum.‘


81* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

σομεν Χριστόν, σταυρός, μωρία, σκάνδαλον ’Ιουδαίοις und gewiß 24 25 (ὅτι) τὸ μωρὸν τοῦ θεοῦ σοφώτερον τῶν ἀνθρώπων (ἐστίν) (καὶ) τὸ ἀσθενὲς τοῦ θεοῦ ἰσχυρότερον τῶν ἀνθρώπων. 27 (ἀλλὰ) τὰ μωρὰ τοῦ κόσμου ἐξελέξατο ὁ  θεός, ἵνα καταισχύνῃ τὰ σοφά, καὶ τὰ ἀσθενῆ τοῦ κόσμου ἐξελέξατο ὁ  θεός, ἴνα καταισχύνῃ τὰ ἰσχυρά, 28 καὶ τὰ ἀγενῆ καὶ τὰ ἐλάχιστα καὶ τὰ ἐξουθενημένα (ἐξελέξατο ὁ θεός), τὰ μὴ ὄντα, ἵνα τὰ ὄντα καταργήσῃ, 29 ὅπως μὴ καυχήσηται πᾶσα σάρξ, 31 ἵνα καθὼς γέγραπται˙ ‛Ο καυχώμενος ἐν κυρίῳ (θεῷ?) καυχάσθω.
    Aus c. II ist bezeugt 6 a σοφίαν λαλοῦμεν ἐν τοῖς τελείοις und 6 b τῶν ἀρχόντων τοῦ αἰῶνος τούτου τῶν καταργουμένων. 7 (λαλοῦμεν) θεοῦ σοφίαν ἐν μυστηρίῳ τὴν ἀποκεκρυμμένην, ἣν προώρισεν ὁ θεὸς πρὸ τῶν
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    24 Wohl nur irrtümlich klammert Zahn v. 24 als von Marcion gestrichen ein; er ist zwar unbezeugt, kann aber als Ergänzung zu v. 23 nicht gefehlt haben. Dial. IV, 15 wird 24 b zitiert, aber es ist ungewiß, ob aus Marcions Bibel.
    25 Tertullian (V, 5): „ ‚Stultum dei sapientius hominibus, infirmum dei fortius hominibus.‘ “ Adversus Marcionem II, 2 zitiert Tertullian selbst: „ ‚et invalidum dei validius hominibus.‘
    27 f. Tertullian (V, 5): „ ‚Stulta mundi elegit deus, ut confundat sapientia (Mss. ‚sapientiam‘ und ebenso an der 2. Stelle, wo die Worte zitiert werden), infirma mundi elegit deus, ut confundat fortia, inhonesta et minima et contemptibilia, quae non sunt, ut confundat quae sunt.‘ “ Vgl. im folgenden „ ‚modicum et ignobile et contemptibile‘ “ „stultitiae et infirmitati et inhonestati et pusillitati et contemptui“ und de carne 4: „Sed circumspice, Marcion, si tamen non delesti: ‚Stulta mundi elegit deus, ut confundat sapientia‘ “.
    28 τὰ ἀγενῆ καὶ τὰ ἐλάχιστα καὶ τὰ ἐξουθενημένα allein > τὰ ἀγενῆ τοῦ κόσμου καὶ τὰ ἐξουθενημένα. Die Einschiebung τὰ ἐλάχιστα erklärt sich gut aus I Kor. 15, 9, wo sich Paulus τὸν ἐλάχιστον ἀπόστολον nennt.
Die Ausstoßung τοῦ κόσμου in v. 28 kommt vielleicht auf Rechnung Tertullians, ebenso das fehlende καὶ τὰ vor μή.
    29. 31 Tertullian (V, 5): „ ,Ne glorietur omnis caro, ut, quemadmodum scriptum est: Qui gloriatur, in deo glorietur‘ “. Epiphanius p. 121. 159 wörtlich wie oben v. 31. — Dial. I, 22 finden sich 29—31 (ἐνώπιον αὐτοῦ mit C* vulg., Origenes und wenigen anderen Zeugen > ἐνώπιον τοῦ θεοῦ. Rufin bietet nobis sapientia mit L Orig. und vielen Vätern > σοφία ἡμῖν); aber es ist nicht gewiß, daß die Worte aus Marcions Bibel stammen.
    II, 6 a Tertullian (V, 6): „ ‚Dei sapientiam loquatur inter perfectos.‘ “ 6 b Wörtlich Epiphanius p. 121. 160.
    7 f. Tertullian (V, 6): „Hanc dicit sapientiam in occulto fuisse, quae latuerit etiam sub figuris, allegoriis et aenigmatibus“ ... „sacramenta dei eius, qui nihil agit, latere“ ... „sapientia dei proposita in proposito dei ante saecula“ ... „ante saecula proposuit gloriam nostram.“ (Hat Marcion εἰς


82* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

αἰώνων εἰς δόξαν ἡμῶν, 8 ἣν οὐδεὶς τῶν ἀρχόντων τοῦ αἰῶνος τούτου ἔγνωκεν˙ εἰ γὰρ ἔγνωσαν, οὐκ ἂν τὸν κύριον τῆς δόξης ἐσταύρωσαν. 16 τίς γὰρ ἔγνω νοῦν κυρίου καὶ τίς αὐτοῦ σύμβουλος ἐγένετο; (oder: für die letzten 5 Worte: ὃς συμβιβάσει αὐτόν).
    Aus c. III ist nicht sicher bezeugt 2 ff: v. 2 γάλα γὰρ ὑμᾶς ἐπότισα, οὐ βρῶμα, οὔπω γὰρ ἠδύνασθε ἀλλ’ οὐδὲ ἔτι νῦν δύνασθε, 3 ἔτι γὰρ σαρκικοί ἐστε˙ ὅπου γὰρ ἐν ὑμῖν ἔρεις καὶ διχοστασίαι, οὐχι σαρκικοί ἐστε; 4 ὅταν γὰρ λέγῃ τις˙ ἐγὼ μέν εἰμι Παύλου, ἕτερος δέ˙ ἐγὼ ’Aπολλώ, οὐχὶ ἄνθρωποί ἐστε; dagegen stand v. 6 höchst wahrscheinlich bei Marcion, s. u.
    10 ὡς σοφὸς ἀρχιτέκτων θεμέλιον ἔθηκα. 11 θεμέλιον ἄλλον οὐδεὶς ... ὅς ἐστιν Χριστόσ. 12—15 waren Anspielungen, s. u.
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getilgt?) ... „sed quia subicit de gloria nostra, quod eam nemo ex principibus huius aevi scierit, ceterum si scissent, nunquam dominum gloriae crucifixissent‘ “. (Schrieb Marcion οὐδέποτε für οὐκ?).
    16 Tertullian (V, 6): „Quid illi cum sententiis prophetarum ubique? ‚Quis enim cognovit sensum domini, et quis illi consiliarius fuit.‘ Esaiae est. quid illi etiam cum exemplis dei nostri?“ Aber Paulus schreibt: ὃς συμβιβάσει αὐτόν (Jes. 40, 13: καὶ τίς αὐτοῦ σύμβουλος ἐγένετο, ὃς συμβιβᾷ αὐτόν). Entweder hat Marcion den Jesaiastext hier eingesetzt statt der paulinischen Fassung oder Tertullian. — Νοῦς κυρίου im falschen Laod.-Brief v. 14.
    III, 2—4 so Dial. V. 22, nicht sicher für Marcion (1, 9: γάλα ὑμᾶς ἐπότισα, οὐ βρῶμα, οὔπω γὰρ ἠδύνασθε, ἀλλ’ οὐδ’ ἔτι νῦν δύνασθε, ἔτι γὰρ σαρκικοί ἐστε, Rufin οὔτε f. οὔπω mit mit L Origenes.) — 2 γάρ ([prim.] fehlt bei Rufin) singulär — ἠδύνασθε mit DL Irenäus., Origenes > ἐδύνασθε — im Dial. V, 22 durch Homöotel. ausgefallen ἀλλ’ οὐδὲ κτλ. — 3 Rufin: contentiones et dissensiones (Gr. ἔρις καὶ διχοστασία fehlerhaft): das Fehlen von ζῆλος ist singulär; καὶ διχοστασίαι mit DGLdg Irenäus (gr. et lat.) Novatian (dissensiones) — καὶ κατὰ ἄνθρωπον περιπατεῖτε fehlt. 4 Rufin bietet diesen Vers nicht, aber er ist durch Homöotel. ausgefallen; denn er wird im folgenden vorausgesetzt — οὐχι mit DGLP > οὐκ — ἄνθρωποι mit der großen Mehrzahl der Zeugen, auch den lat. Codd.; freilich steht in der Handschrift σαρκικοί aber in der Erklärung ist ἄνθρωποι vorausgesetzt.
    6 Der armenisch erhaltene antimarcionitische Syrer zitiert diesen Vers als in Marcions Apostolos stehend, aber in bezug auf den Wortlaut des Textes („Ich habe gepflanzt, Apollo begoß, aber Gott ließ wachsen“) hat man keine Sicherheit, wenn auch eine Korrektur Marcions hier unwahrscheinlich ist. Sicher hat Marcion das ἐφύτευσα geboten wie Röm. 6, 5 das σύμφυτοι.
    10 Tertullian (V, 6): „Architectum se prudentem adfirmat.
    11 Tertullian (V, 6): „Positurus unicum fundamentum, quod est Christus“ — Χριστός mit C* und einigen Vätern > ’Ι. Χρ.
    12—15 Tertullian (V, 6): „Super quod (scil. fundamentum = Christum)


83* Beilage III: Das Apostolikon Marcions

    16 Οὐκ οἴδατε, ὅτι ναὸσ θεοῦ ἐστὲ καὶ ἐν ὑμῖν οἰκεῖ τὸ πνεῦμα τοῦ θεοῦ, 17 ὅτι εἰ τὸν ναὸν τοῦ θεοῦ τις φθερεῖ, φθαρήσεται˙
    18 Anspielung, s. u.
    19 ἡ γὰρ σοφία τοῦ κόσμου τούτου μωρία ἐστὶν παρὰ τῷ θεῷ. γέγραπται γάρ. ‛Ο δρασσόμενος τοὺς σοφοὺς ἐν τῇ πανουργίᾳ αὐτῶν. 20 καὶ πάλιν˙ Κύριος γινώσκει τοὺς διαλογισμοὺς τῶν ἀνθρώπων (σοφῶν?), ὅτι εἰσὶν μάταιοι.
    21 ὥστε μηδεὶς καυχάσθω ἐν ἀνθρώπῳ˙ πάντα γὰρ ὑμῶν ἐστιν, 22 εἴτε Παῦλος, εἴτε ’Aπολλώς, εἴτε Κηρᾶς, εἴτε κόσμος, εἴτε ζωὴ εἴτε θάνατος, εἴτε ἐνεστῶτα εἴτε μέλλοντα, πάντα ὑμῶν˙ 23 ὑμεῖς δὲ Χριστοῦ, Χριστὸς δὲ θεοῦ.
    Aus c. IV ist bezeugt 5 καὶ τὰ κρυπτὰ τοῦ σκότους φωτίσει...
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prout quisque superstruxerit, dignam scilicet vel indignam doctrinam, si opus eius per ignem probabitur, si merces illi per ignem rependetur, creatoris est, quia per ignem iudicatur nostra superaedificatio.
    16 Tertullian (V, 6): „ ‚Nescitis quod templum dei sitis et in vobis inhabitet spiritus dei?‘ “ — ἐν ὑμῖν οἰκεῖ mit BP > οῖκεῖ ἐν ὑμῖν (die Nachstellung von τ. πν. τ. θεοῦ nur bei Marcion).
    17 Tertullian (V, 6): „ ‚Quod si templum dei quis vitiaverit, vitiabitur‘ “. — ὅτι εἰ τὸν ναὸν τοῦ θεοῦ τις Marcion allein > εἴ τις τ. ναὸν τ. θ. — φθαρήσεται Marcion allein > φθερεῖ τοῦτον ὁ θεός.
    18 Tertullian (V, 6): „Stulti estote, ut sitis sapientes“ (im Grundtext der Sing.).
    19. 20 Tertullian V, 6: „ ‚Sapientia enim huius mundi stultitia est penes deum; scriptum est enim: Deprehendens sapientes in nequitia illorum, et rursus: Dominus scit cogitationes sapientium, quod sint supervacuae‘ “ (Die Stellung von „est“ ist sonst unbezeugt > penes deum est). Epiphanius p. 121. 161 bringt v. 19 b und 20 wie oben, aber ἀνθρώπων (LXX) mit einigen Zeugen > σοφῶν.
    21—23 Dial. II, 19 wie oben, doch heißt es 21 ἐν ἀνθρώποις und εἴτε ’Aπολλώς ist ausgefallen (schon im Exemplar des Adamantius, da es auch bei der Wiederholung fehlt); aber daß Marcion ihn absichtlich getilgt, ist nicht anzunehmen (gegen Zahn), und Tertullian V, 7 heißt es: „ ‚Omnia vestra sunt, sive Paulus, sive Apollo, sive Cephas, sive mundus, sive vita sive mors, sive praesentia sive futura‘ “; vorher schon: „ ‚ergo nemo glorietur in homine‘ “ (ἐν ἀνθρώπῳ mit Gg Augustin, Ambrosiaster > ἐν ἀνθρώποις).
    IV, 5 Tertullian (V, 7): „ ‚Et occulta tenebrarum ipse inluminabit‘, utique per Christum“; wahrscheinlich hat Marcion nur καὶ (nicht ὃς καὶ) gelesen mit D*Gdg Augustin. Tertullian (V, 7): „ab illo erit et laus unicuique, a quo et contrarium laudis, ut a iudice.


84* Beilage III: Das Apostolikon Marcions






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Letzte Änderung am 28. Januar 2012