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Das Werk Houston Stewart Chamberlains
Eine Bibliographie von Albert Vanselow ![]() —————
München 1927 / F. Bruckmann A.-G. 4 Leere Seite 5 Inhalt
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6 Leere Seite 7 Vorwort
Das chronologische Verzeichnis alles dessen, was ein Dichter, Gelehrter oder Schriftsteller in Aufsätzen und Büchern veröffentlicht hat, bildet eine Grundlage zum Verständnis seiner Entwicklung und seiner Eigenart, und die Aufzählung der einander folgenden Auflagen seiner Werke sowie der Übersetzungen, die in fremden Sprachen erschienen sind, ist zusammen mit dem, was andere über ihn geschrieben haben, ein guter Gradmesser für die Wirkung, die von seinem Lebenswerk ausgegangen ist. Zumal bei einer so bedeutenden, vielseitigen, verwickelten und manchem rätselhaft erschienenen Persönlichkeit wie Houston Stewart Chamberlain, der Schriftsteller, Gelehrter und Dichter zugleich war, ist eine solche genaue Übersicht vonnöten. 1885, im Alter von 30 Jahren, werden die ersten Aufsätze Chamberlains französisch verfaßt und gedruckt. 1888 erscheint seine erste in deutscher Sprache geschriebene Arbeit, 1892 sein erstes Buch, und von da an wächst von Jahr zu Jahr die Zahl seiner Veröffentlichungen in drei Sprachen, anfangs fast alle Richard Wagner gewidmet, bis 1899 die gewaltige Improvisation der „Grundlagen des Neunzehnten Jahrhunderts“ ihn mit einem Schlage als universellen Geist und als Meister in der Beherrschung der deutschen Sprache berühmt macht. Von kleineren Dichtungen, biographischen, naturwissenschaftlichen, philosophischen, religiösen u. a. Arbeiten auf verschiedenen Gebieten begleitet, folgen 1905 und 1912 die tiefgründigen, umfangreichen Werke über Kant und Goethe. 1919 schenkt er uns die eigenartige Selbstbiographie, die er „Lebenswege meines Denkens“ betitelt, und 1921 folgt als Krone seines Schaffens das letzte Buch: „Mensch und Gott“. 1914 bei Ausbruch des Krieges macht sich seine Liebe zu Deutschland, dem schon als Jüngling seine Neigung gehörte, und seine Empörung über das an Deutschtand geplante und dann auch begangene Verbrechen in einer Reihe von Schriften Luft, Aufsätzen von hinreißendem Schwung, die zuerst in Tageszeitungen, dann oft in Broschürenform gedruckt und in zahlreiche fremde Sprachen übersetzt, große Verbreitung und mächtigen Widerhall weit über Deutschlands Grenzen fanden, aber gegen den mit 8 Milliarden finanzierten Verleumdungsfeldzug der Feinde Deutschlands nicht viel ausrichten konnten. Chamberlain sah mit seiner genauen Kenntnis des englischen und des französischen Wesens die Dinge viel tiefer und schärfer als die meisten Deutschen. Die Erklärung des leidenschaftlichen Eintretens dieses Engländers für Deutschland ist in der Gerechtigkeitsliebe zu suchen, die schon 1896 Crépieux-Jamin als beherrschenden Zug in Chamberlains Charakter aus der Handschrift nachgewiesen hatte. Dieser „soif de justice“, wie der große Graphologe es nennt, war oftmals die Triebfeder bei Chamberlains Arbeiten; alle Herbheit, alle Schärfe seiner Urteile und seiner Federkämpfe entspringt dieser Grundeigenschaft seines Wesens. Die etwa 7000 Bände umfassende Bibliothek Chamberlains, sein „Buchgaden“, dem er in den „Lebenswegen meines Denkens“ ein so schönes und aufschlußreiches Kapitel gewidmet hat, bleibt erhalten. Durch Vermächtnis geht sie in den Besitz der stadt Bayreuth über, die ihr mitsamt einer trefflichen Marmorbüste eine würdige Aufstellung in einem besonderen Raume der Stadtbibliothek bereiten wird. Einstweilen indes bleibt sie laut letztwilliger Verfügung noch im Besitz der Witwe. Die vorliegende Bibliographie schließt ab mit dem 31. März 1927. Vollständigkeit wurde nur bei den ersten beiden, den wichtigsten, Abschnitten beabsichtigt. Bei den Übersetzungen fehlt manches, was auszugs- oder bruchstückweise ohne Ermächtigung in fremden Zungen gedruckt wurde. Der vierte Abschnitt enthält nur das, was selbständig in Buch- oder Broschürenform erschienen ist; all die zahllosen Meinungen, Kritiken, Polemiken für und wider Chamberlain aus Zeitungen, Zeitschriften, Sammelwerken usw. hier zu verzeichnen, schien ein aussichtsloses Beginnen. Herzlicher Dank gebührt Frau Eva Chamberlain in Bayreuth, die diese bibliographische Arbeit bereitwillig unterstützte und ohne deren Hilfe die vorliegende Vollständigkeit nicht hätte erreicht werden können. München, Ostern 1927 Albert Vanselow |
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Änderung am 26. Oktober 2007 |