|
Es war in einer Stadt ein Richter; der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber in derselbigen Stadt eine Witwe; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht vor meinem Widersacher. Und lange wollte er nicht. Darnach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte, noch vor keinem Menschen scheue, dieweil aber diese Witwe mir so große Belästigung verursacht, will ich Recht schaffen, damit sie nicht durch ihr fortwährendes Kommen mich endlich um den Verstand bringe. — Höret, was der ungerechte Richter saget! Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, da er auch langmütig gegen sie ist? |